{"id":12058,"date":"2012-12-19T16:02:28","date_gmt":"2012-12-19T14:02:28","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12058"},"modified":"2012-12-19T16:02:28","modified_gmt":"2012-12-19T14:02:28","slug":"ix-b-32-10-wiedereinsetzung-in-den-vorigen-stand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-b-32-10-wiedereinsetzung-in-den-vorigen-stand\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;B&nbsp;32\/10 &#8211; Wiedereinsetzung in den vorigen Stand"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 17.6.2010, IX B 32\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Wiedereinsetzung in den vorigen Stand<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Die vom Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde sind nicht gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Kl&auml;ger macht zu Unrecht geltend, die Rechtssache habe grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO); denn die von dem Kl&auml;ger aufgeworfene Rechtsfrage &#8211;ob Wiedereinsetzung auch dann zu gew&auml;hren sei, wenn innerhalb der Antragsfrist die vers&auml;umte Handlung nachgeholt werde und die Tatsachen, die zur Vers&auml;umung der Frist gef&uuml;hrt h&auml;tten, sich aus der nachgeholten Rechtshandlung selbst erg&auml;ben, jedoch erg&auml;nzende Angaben, warum die Fristvers&auml;umnis erfolgte, erst nach Ablauf der 14-t&auml;gigen Frist des &sect; 56 Abs. 2 Satz 1 FGO dargelegt und glaubhaft gemacht w&uuml;rden&#8211; ist h&ouml;chstrichterlich gekl&auml;rt. Es entspricht der st&auml;ndigen Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH), dass es f&uuml;r eine Wiedereinsetzung nicht ausreicht, innerhalb der Antragsfrist des &sect; 56 Abs. 2 Satz 1 FGO lediglich die vers&auml;umte Rechtshandlung nachzuholen. Vielmehr m&uuml;ssen innerhalb dieser Frist auch die f&uuml;r eine Wiedereinsetzung wesentlichen Tatsachen schl&uuml;ssig vorgetragen werden (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 9. Februar 2006 VIII B 47\/05, BFH\/NV 2006, 1119, m.w.N.). Lediglich die Glaubhaftmachung&nbsp;&nbsp;&nbsp;der innerhalb der Frist vorgetragenen Gr&uuml;nde kann auch noch &quot;im Verfahren &uuml;ber den Antrag&quot; erfolgen. Das Finanzgericht (FG) ist auch nicht verpflichtet, von sich aus zu ermitteln, ob Gr&uuml;nde gegeben sind, die eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand rechtfertigen k&ouml;nnen. Nach Ablauf der Frist des &sect; 56 Abs. 2 Satz 1 FGO k&ouml;nnen Wiedereinsetzungsgr&uuml;nde nicht mehr nachgeschoben, sondern nur noch unklare und unvollst&auml;ndige Angaben erg&auml;nzt oder vervollst&auml;ndigt werden (BFH-Beschluss vom 26. April 2005 I B 248\/04, BFH\/NV 2005, 1591, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen w&uuml;rde es sich bei der Frage, ob sich die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand rechtfertigenden Tatsachen aus einer (bestimmten) nachgeholten Rechtshandlung ergeben, um eine auf den Einzelfall bezogene und damit nicht verallgemeinerungsf&auml;hige Beurteilung handeln, die der Beweisw&uuml;rdigung und damit dem materiellen Recht zuzuordnen ist. Ob danach Wiedereinsetzung zu gew&auml;hren w&auml;re, ist keine Rechtsfrage i.S. des &sect; 56 FGO, sondern eine Tatfrage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Vollst&auml;ndigkeit halber weist der Senat darauf hin, dass die von dem Kl&auml;ger aufgeworfene Frage im vorliegenden Verfahren auch nicht entscheidungserheblich w&auml;re. Denn das FG hat keine Feststellungen dahin getroffen, dass sich im Streitfall die Tatsachen, die zur Vers&auml;umung der Frist gef&uuml;hrt haben, aus der nachgeholten Rechtshandlung &#8211;hier der versp&auml;tet eingegangenen Klage&#8211; selbst ergeben. Wie der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt) in der Beschwerdeerwiderung zutreffend ausf&uuml;hrt, h&auml;tten zu diesen &quot;Tatsachen&quot; auch die Gr&uuml;nde geh&ouml;rt, die belegen k&ouml;nnten, dass die S&auml;umnis unverschuldet war (vgl. BFH-Urteil vom 20. Februar 1990 VII R 125\/89, BFHE 159, 573, BStBl II 1990, 546, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Wird die Zulassung der Revision gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO wegen Divergenz zu Entscheidungen des BFH und anderer Gerichte begr&uuml;ndet, sind tragende und abstrakte Rechtss&auml;tze aus dem angefochtenen Urteil des FG einerseits und den behaupteten Divergenzentscheidungen andererseits herauszuarbeiten und so einander gegen&uuml;berzustellen, dass eine Abweichung verdeutlicht wird. Insbesondere muss es sich um einen vergleichbaren Sachverhalt und eine identische Rechtsfrage handeln (vgl. BFH-Beschluss vom 13. Dezember 2005 VIII B 74\/05, BFH\/NV 2006, 740). Die R&uuml;ge eines blo&szlig;en Subsumtionsfehlers und eine Divergenz in der W&uuml;rdigung von Tatsachen reicht zur schl&uuml;ssigen Darlegung eines Revisionszulassungsgrundes gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO nicht aus. Denn nicht schon die Unrichtigkeit des FG-Urteils im Einzelnen, sondern erst dessen Fehlerhaftigkeit im Grunds&auml;tzlichen rechtfertigt die Zulassung der Revision wegen Divergenz (BFH-Beschluss vom 22. Februar 2007 VI B 29\/06, BFH\/NV 2007, 969). Die Beschwerde des Kl&auml;gers l&auml;sst eine diesem Ma&szlig;stab gerecht werdende Begr&uuml;ndung vermissen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Wird die Nichtzulassungsbeschwerde auf einen Verfahrensmangel (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO) gest&uuml;tzt, bedarf es hierf&uuml;r eines Vortrags der Tatsachen, die den ger&uuml;gten Verfahrensmangel schl&uuml;ssig ergeben. Au&szlig;erdem muss dargelegt werden, dass die angefochtene Entscheidung &#8211;ausgehend von der insoweit ma&szlig;gebenden, ggf. auch unrichtigen materiell-rechtlichen Auffassung des FG&#8211; auf dem geltend gemachten Verfahrensmangel beruhen kann, es also ohne den Verfahrensmangel m&ouml;glicherweise anders ausgefallen w&auml;re (BFH-Beschluss vom 25. August 2006 VIII B 13\/06, BFH\/NV 2006, 2122, m.w.N.). Diesen Anforderungen wird die Beschwerdebegr&uuml;ndung des Kl&auml;gers nicht gerecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 17.6.2010, IX B 32\/10 Wiedereinsetzung in den vorigen Stand Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Die vom Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde sind nicht gegeben. 2&nbsp; 1. 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