{"id":12075,"date":"2012-12-08T07:10:52","date_gmt":"2012-12-08T05:10:52","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12075"},"modified":"2012-12-08T07:10:52","modified_gmt":"2012-12-08T05:10:52","slug":"ix-r-19-09-zur-steuerrechtlichen-anerkennung-einer-formunwirksamen-vereinbarten-unterbeteiligung-zwischen-ehegatten-erhoehte-anforderungen-an-vertraege-zwischen-nahen-angehoerigen-scheincharakter-von","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-19-09-zur-steuerrechtlichen-anerkennung-einer-formunwirksamen-vereinbarten-unterbeteiligung-zwischen-ehegatten-erhoehte-anforderungen-an-vertraege-zwischen-nahen-angehoerigen-scheincharakter-von\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;19\/09 &#8211; Zur steuerrechtlichen Anerkennung einer formunwirksamen vereinbarten Unterbeteiligung zwischen Ehegatten &#8211; Erh&ouml;hte Anforderungen an Vertr&auml;ge zwischen nahen Angeh&ouml;rigen &#8211; Scheincharakter von Vereinbarungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.5.2010, IX R 19\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur steuerrechtlichen Anerkennung einer formunwirksamen vereinbarten Unterbeteiligung zwischen Ehegatten &#8211; Erh&ouml;hte Anforderungen an Vertr&auml;ge zwischen nahen Angeh&ouml;rigen &#8211; Scheincharakter von Vereinbarungen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Ob bei Vertr&auml;gen zwischen nahen Angeh&ouml;rigen der Mangel der zivilrechtlichen Form als Beweisanzeichen mit verst&auml;rkter Wirkung den Vertragsparteien anzulasten ist, beurteilt sich nach der Eigenqualifikation des Rechtsverh&auml;ltnisses durch die Parteien.<\/p>\n<p>2. Vereinbaren Ehegatten die Unterbeteiligung an einem von einem Dritten treuh&auml;nderisch f&uuml;r einen der Ehegatten als Treugeber gehaltenen Kapitalgesellschaftsanteil in einer zivilrechtlich nicht hinreichenden Form und behaupten sie, den Vertrag entsprechend dem Vereinbarten auch tats&auml;chlich vollzogen zu haben, so k&ouml;nnen sie zum Beweis nicht lediglich ihre eigene Schilderung des Verfahrensablaufs mit Blick auf die zwischen Ehegatten intern &uuml;blichen Gepflogenheiten (keine schriftliche Kommunikation) anbieten.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Sache befindet sich im zweiten Rechtsgang.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) wurden als Eheleute im Streitjahr (1997) zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Der Kl&auml;ger war alleiniger Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der durch Umwandlung aus einer handwerklichen Produktionsgenossenschaft entstandenen I-GmbH (GmbH) in P. An deren Stammkapital von (zuletzt) 84.100 DM waren die B GmbH &#038; Co. Verwaltungs- und Treuhand KG (KG) in H&ouml;he von nominell 83.600 DM (99,4 %) und ein weiterer Gesellschafter in H&ouml;he von 500 DM beteiligt. Am 15. Juli 1994 schlossen die Kl&auml;gerin und die KG einen notariellen Treuhandvertrag, nach dem die KG als Treuh&auml;nderin alle erh&auml;ltlichen Gesch&auml;ftsanteile, h&ouml;chstens aber 99,5 %, an der GmbH erwerben (soweit sie es noch nicht getan habe) und die H&auml;lfte dieser Gesch&auml;ftsanteile f&uuml;r die Kl&auml;gerin als Treugeberin halten sollte. Die KG verpflichtete sich in dem Treuhandvertrag dazu, s&auml;mtliche Gesellschafterrechte der f&uuml;r die Kl&auml;gerin gehaltenen Gesellschaftsanteile nur nach deren Weisungen und Anordnungen auszu&uuml;ben. Alle Einnahmen aus diesen Anteilen, insbesondere Aussch&uuml;ttungen und Kapitalr&uuml;ckzahlungen, standen nach der Vereinbarung der Kl&auml;gerin zu. Sie konnte das Treuhandverh&auml;ltnis jederzeit k&uuml;ndigen. Im Fall der K&uuml;ndigung war die KG verpflichtet, die betreffenden Gesch&auml;ftsanteile auf die Kl&auml;gerin oder einen von ihr benannten Dritten zu &uuml;bertragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ebenfalls am 15. Juli 1994 schlossen die Kl&auml;ger untereinander mit Hinweis auf den mit der KG abzuschlie&szlig;enden Treuhandvertrag eine schriftliche &#8211;als &quot;Treuhandvertrag&quot; bezeichnete&#8211; Vereinbarung. Danach hielt und verwaltete die Kl&auml;gerin im Innenverh&auml;ltnis jeweils die H&auml;lfte der von der KG f&uuml;r sie treuh&auml;nderisch gehaltenen Anteile treuh&auml;nderisch f&uuml;r den Kl&auml;ger. Dieser hatte der Kl&auml;gerin die H&auml;lfte der Kosten f&uuml;r den Erwerb und die Verwaltung der geplanten Beteiligung an der GmbH zu erstatten. Im &Uuml;brigen sollten die Bestimmungen des zwischen der Kl&auml;gerin und der KG abzuschlie&szlig;enden Treuhandvertrages &#8211;und damit sollte auch die R&uuml;ck&uuml;bertragungsverpflichtung&#8211; sinngem&auml;&szlig; gelten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit notariellem Vertrag vom 3. Dezember 1996 wurden das Treuhandverh&auml;ltnis mit der KG und der &quot;Treuhandvertrag&quot; zwischen den Kl&auml;gern einvernehmlich mit sofortiger Wirkung aufgel&ouml;st. Zugleich &uuml;bertrug die KG auf die Kl&auml;gerin und den Kl&auml;ger Gesch&auml;ftsanteile und Teilgesch&auml;ftsanteile an der GmbH von jeweils nominal 20.900 DM. Zum 1. Januar 1996 wurde die GmbH aufgel&ouml;st. Nach Beendigung der Liquidation am 12. Dezember 1997 erhielten die Kl&auml;ger einen Liquidationserl&ouml;s in H&ouml;he von jeweils 267.152,20 DM.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber&uuml;cksichtigte im Streitjahr 1997 einen Aufl&ouml;sungsgewinn der Kl&auml;gerin in H&ouml;he von 492.504,40 DM nach &sect; 17 des Einkommensteuergesetzes in der f&uuml;r das Streitjahr geltenden Fassung (EStG). Der zwischen den Kl&auml;gern geschlossene &quot;Treuhandvertrag&quot; sei mangels notarieller Beurkundung (&sect; 15 Abs. 4 des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschr&auml;nkter Haftung &#8211;GmbHG&#8211;) nicht wirksam und die Kl&auml;gerin zu 49,7 %, d.h. i.S. des &sect; 17 EStG wesentlich an der GmbH beteiligt gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die nach erfolglosem Einspruch erhobene Klage hatte teilweise Erfolg. Das Finanzgericht (FG) setzte in seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2005, 1195 ver&ouml;ffentlichten Urteil die Eink&uuml;nfte aus &sect; 17 EStG auf 452.969 DM herab. Dieses Urteil hob der Bundesfinanzhof (BFH) mit seiner Entscheidung vom 22. Juli 2008 IX R 61\/05 (BFH\/NV 2008, 2004) auf und wies die Sache nach &sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ck. Das FG sollte pr&uuml;fen, ob die zwischen den Kl&auml;gern als Unterbeteiligungsvertrag auszulegende und als &quot;Treuhandvertrag&quot; bezeichnete, gem&auml;&szlig; &sect; 15 Abs. 4 GmbHG formunwirksame Vereinbarung steuerlich anzuerkennen ist und ob die Unterbeteiligungsrechte des Kl&auml;gers nach Inhalt und tats&auml;chlichem Vollzug dazu gef&uuml;hrt h&auml;tten, die H&auml;lfte der von der KG f&uuml;r die Kl&auml;gerin treuh&auml;nderisch gehaltenen Anteile wirtschaftlich dem Kl&auml;ger zuzurechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte auch im zweiten Rechtsgang keinen weiter gehenden Erfolg als im ersten Rechtsgang. Das FG f&uuml;hrte zur Begr&uuml;ndung aus: Die Kl&auml;ger h&auml;tten die zwischen ihnen geschlossene Vereinbarung nicht ernsthaft gewollt. Dies ergebe sich nach &Uuml;berzeugung des FG daraus, dass sie den von ihnen als Treuhandvertrag eingeordneten Vertrag &#8211;anders als den am selben Tag geschlossenen Vertrag der Kl&auml;gerin mit der KG&#8211; nicht notariell beurkunden lie&szlig;en. &Uuml;berdies habe der Kl&auml;ger durch den Vertrag kein wirtschaftliches Eigentum erlangt. Abgesehen davon, dass ein &#8211;wie hier&#8211; formunwirksamer Vertrag mangels Durchsetzbarkeit der Rechte im Konfliktfall keine f&uuml;r den &Uuml;bergang des wirtschaftlichen Eigentums notwendige rechtlich gesch&uuml;tzte Position vermittele, sei der Vertrag tats&auml;chlich nicht durchgef&uuml;hrt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Revision der Kl&auml;ger, die sie auf Verletzung formellen und materiellen Rechts st&uuml;tzen. Im Hinblick auf die notwendige Form der Vereinbarung zwischen den Kl&auml;gern m&ouml;ge man an eine Heilung durch die nachfolgende Beurkundung analog &sect; 313 Satz 2 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuches a.F. (BGB) denken. Es k&ouml;nne zudem &uuml;ber die Beurkundungspflicht gestritten werden. Nach der auch den Kl&auml;gern vermittelten Auffassung des Prozessbevollm&auml;chtigten bestehe keine Beurkundungspflicht. Zumindest sei es fraglich, ob aus dem Nichtbeurkunden &#8211;ein Offenlegen des Rechtsverh&auml;ltnisses gegen&uuml;ber Dritten sei nicht erw&uuml;nscht gewesen&#8211; auf eine mangelnde Ernsthaftigkeit geschlossen werden k&ouml;nne. Der Eintritt eines Beteiligtenverlusts sei trotz der &#8211;wohl tempor&auml;ren&#8211; Liquidit&auml;tsenge eher unwahrscheinlich gewesen. Das angefochtene Urteil habe sich auch nicht ernsthaft mit der Rechtsprechung des BFH zur blo&szlig; indiziellen Wirkung eines Formmangels befasst. Es sei geradezu widersinnig, wenn das FG eine tats&auml;chliche Durchf&uuml;hrung der Vereinbarung (mit der Folge der h&auml;lftigen Zurechnung der Anteile auf den Kl&auml;ger als wirtschaftlicher Eigent&uuml;mer) deshalb ablehne, weil allein der Kl&auml;ger die Rechte aus den Anteilen ausge&uuml;bt habe. Zur Durchf&uuml;hrung der Vereinbarung h&auml;tten die Kl&auml;ger im Klageverfahren ausf&uuml;hrlich vorgetragen. Au&szlig;erdem k&ouml;nnten nur sie selbst Aussagen &uuml;ber das in h&auml;uslicher Gemeinschaft Besprochene machen, seien aber entgegen ihrer Anregung vom Gericht dazu nicht angeh&ouml;rt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Einkommensteuer 1997 unter &Auml;nderung des Einkommensteuerbescheides 1997 in Gestalt des Einkommensteuer&auml;nderungsbescheides vom 12. August 1999 auf 1.376 DM (703,53 EUR) festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und nach &sect; 126 Abs. 2 FGO zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision ist nicht schon wegen Verfahrensfehler begr&uuml;ndet. Wenn die Kl&auml;ger vortragen, das FG habe sie zu ihren schrifts&auml;tzlichen Ausf&uuml;hrungen nicht angeh&ouml;rt und sie deshalb im Rahmen ihrer auch auf die Verletzung formellen Rechts gest&uuml;tzten Revision sinngem&auml;&szlig; eine Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs r&uuml;gen (vgl. &sect; 96 Abs. 2, &sect; 119 Nr. 3 FGO), so k&ouml;nnen sie damit im Revisionsverfahren nicht geh&ouml;rt werden. Denn ein Verfahrensmangel kann nicht mehr mit Erfolg geltend gemacht werden, wenn er eine Verfahrensvorschrift betrifft, auf deren Beachtung die Prozessbeteiligten verzichten k&ouml;nnen und verzichtet haben (&sect; 155 FGO i.V.m. &sect; 295 der Zivilprozessordnung). Zu diesen verzichtbaren M&auml;ngeln geh&ouml;rt nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des BFH auch das &Uuml;bergehen eines Beweisantrags. Geht das FG einem schrifts&auml;tzlich gestellten Beweisantrag nicht nach, dann muss jedenfalls ein rechtskundig vertretener Beteiligter dies in der (n&auml;chsten) m&uuml;ndlichen Verhandlung, an welcher er teilnimmt, r&uuml;gen, weil sonst das R&uuml;gerecht endg&uuml;ltig verloren geht (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 15. Juni 2005 X B 180\/03, BFH\/NV 2005, 1843).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall enth&auml;lt der Schriftsatz im erstinstanzlichen Verfahren (vom 29. Dezember 2008) zwar einen Antrag auf Parteivernehmung. Die durch ihren Prozessbevollm&auml;chtigten vertretenen Kl&auml;ger haben in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vom 1. April 2009 indes nur einen Antrag zur Sache gestellt und damit den Vernehmungsantrag nicht weiterverfolgt. Dies gilt hier umso mehr, als das Gericht in der m&uuml;ndlichen Verhandlung mit den Beteiligten ausdr&uuml;cklich das Verhalten der Kl&auml;ger bei den Gesellschafterversammlungen und das Abstimmungsverhalten der KG er&ouml;rtert hatte. Nach den insoweit eindeutigen Erl&auml;uterungen des Prozessbevollm&auml;chtigten war f&uuml;r das Gericht nicht ersichtlich, wozu die Kl&auml;ger als Parteien noch h&auml;tten vernommen werden k&ouml;nnen. Wenn die Kl&auml;ger in diesem Stadium des Verfahrens gleichwohl ihre Vernehmung noch f&uuml;r erforderlich gehalten h&auml;tten, h&auml;tten sie einen entsprechenden Beweisantrag in der m&uuml;ndlichen Verhandlung stellen m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist auch in der Sache unbegr&uuml;ndet. Zutreffend hat das FG Eink&uuml;nfte aus &sect; 17 EStG in H&ouml;he von 452.969 DM der Besteuerung unterworfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 17 Abs. 4 Satz 1 i.V.m. &sect; 17 Abs. 1 Satz 1 EStG geh&ouml;ren zu den Eink&uuml;nften aus Gewerbebetrieb auch der Gewinn aus der Aufl&ouml;sung einer Kapitalgesellschaft, wenn der Anteilseigner in den letzten f&uuml;nf Jahren am Kapital der Gesellschaft wesentlich beteiligt war und er die Beteiligung in seinem Privatverm&ouml;gen gehalten hat. Eine wesentliche Beteiligung ist gegeben, wenn der Anteilseigner an der Gesellschaft zu mehr als einem Viertel unmittelbar oder mittelbar beteiligt war (&sect; 17 Abs. 4 Satz 1 i.V.m. &sect; 17 Abs. 1 Satz 4 EStG). Notwendige und hinreichende Voraussetzung f&uuml;r die Zurechnung einer Beteiligung i.S. des &sect; 17 EStG ist das wirtschaftliche Eigentum (vgl. eingehend dazu BFH-Urteil in BFH\/NV 2008, 2004, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Vorinstanz hat diese Voraussetzungen im Streitfall zutreffend bejaht. Die Kl&auml;gerin war innerhalb der letzten f&uuml;nf Jahre vor der im Streitjahr beendeten Liquidation der GmbH zu mehr als 25 % an dieser Gesellschaft beteiligt, weil ihr die von der KG zur H&auml;lfte treuh&auml;nderisch gehaltenen Gesch&auml;ftsanteile &#8211;also 49,7 % des Stammkapitals&#8211; nach &sect; 39 Abs. 2 Nr. 1 Satz 2 der Abgabenordnung (AO) zuzurechnen waren. Da der zwischen den Kl&auml;gern geschlossene Unterbeteiligungsvertrag steuerrechtlich nicht anzuerkennen ist und dem Kl&auml;ger kein wirtschaftliches Eigentum nach &sect; 39 Abs. 2 Nr. 1 Satz 1 AO an der H&auml;lfte der seiner Frau, der Kl&auml;gerin, als Treugeberin zuzurechnenden Anteile &#8211;also zu 24,85 %&#8211; vermittelte (s. dazu unter c), erwarb der Kl&auml;ger am 3. Dezember 1996 eine nach &sect; 17 Abs. 1 Satz 4 EStG steuerverhaftete Beteiligung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Sind die Instanzen des zweiten Rechtszuges gem&auml;&szlig; &sect; 126 Abs. 5 FGO an die rechtliche Beurteilung des BFH im ersten Rechtszug gebunden (vgl. dazu eingehend den Beschluss des Gemeinsamen Senats der obersten Gerichtsh&ouml;fe des Bundes vom 6. Februar 1973 GmS-OGB 1\/72, BFHE 109, 206), geht es im vorliegenden Verfahren nur noch darum, ob der zwischen den Kl&auml;gern formwidrig abgeschlossene Unterbeteiligungsvertrag steuerrechtlich anzuerkennen ist und dem Kl&auml;ger nach Inhalt und tats&auml;chlichem Vollzug die Position eines wirtschaftlichen Eigent&uuml;mers der H&auml;lfte der von der KG f&uuml;r die Kl&auml;gerin treuh&auml;nderisch gehaltenen Gesch&auml;ftsanteile vermittelt. Wegen dieser Verengung des Pr&uuml;fungsumfangs kann der Senat auch den vom FG problematisierten Inkonsequenzen der bisherigen h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung bezogen auf die Frage, ob dem Kl&auml;ger Anteile gem&auml;&szlig; &sect; 39 Abs. 2 Nr. 1 Satz 1 AO trotz zivilrechtlich unwirksamer Vereinbarung zurechenbar sind, in diesem Verfahren nicht nachgehen. Denn tragend f&uuml;r die Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG war die Annahme, dass der Unterbeteiligungsvertrag trotz nicht beachteter zivilrechtlicher Form eine von &sect; 39 Abs. 2 Nr. 1 Satz 2 AO (Zurechnung dem Treugeber) abweichende steuerrechtliche Zurechnung immerhin rechtfertigen kann. Damit in Widerspruch st&uuml;nde aber die Annahme, ein formnichtiger Vertrag st&auml;nde von vornherein der effektiven Durchsetzung der Rechte im Konfliktfall entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Zutreffend hat das FG die als Unterbeteiligung auszulegende Vereinbarung zwischen den Kl&auml;gern steuerrechtlich nicht anerkannt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Es hat den Umstand, dass die Kl&auml;ger die zivilrechtlichen Formerfordernisse bei Vertragsabschluss (&sect; 15 Abs. 4 GmbHG; eingehend dazu in BFH\/NV 2008, 2004) nicht beachtet haben, in &Uuml;bereinstimmung mit der Rechtsprechung des BFH (vgl. dazu BFH-Urteil vom 7. Juni 2006 IX R 4\/04, BFHE 214, 173, BStBl II 2007, 294, m.w.N.) als Beweisanzeichen gew&uuml;rdigt, das gegen die steuerrechtliche Anerkennung dieser Vereinbarung spricht. Dabei kommt entgegen der Revision eine Heilung dieses Formmangels bereits im Jahr 1994 durch notarielle Beurkundung des Treuhandvertrags der Kl&auml;gerin mit der KG analog &sect; 313 Satz 2 BGB a.F. nicht in Betracht. Abgesehen davon, dass an beiden Vertr&auml;gen unterschiedliche Berechtigte und Verpflichtete beteiligt sind, fehlt es wegen der speziellen Regelung des &sect; 15 Abs. 4 Satz 2 GmbHG ersichtlich an einer L&uuml;cke im Gesetz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Vorinstanz ist zutreffend auch von einer verst&auml;rkten&nbsp;&nbsp;&nbsp;Indizwirkung im Streitfall ausgegangen. Die Indizwirkung gegen den vertraglichen Bindungswillen wird verst&auml;rkt, wenn den Vertragspartnern die Nichtbeachtung der Formvorschriften insbesondere bei klarer Zivilrechtslage angelastet werden kann (BFH-Urteil vom 22. Februar 2007 IX R 45\/06, BFHE 217, 409, m.w.N.). Davon ist hier auszugehen. Zu Recht sieht das FG den Umstand des am gleichen Tag abgeschlossenen Treuhandvertrags mit der KG, der formwirksam notariell beurkundet wurde, als Indiz gegen den Bindungswillen der Vertragsparteien an. Es entspricht &uuml;berdies der st&auml;ndigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH), dass ein Treuhandvertrag hinsichtlich eines GmbH-Gesch&auml;ftsanteils dem Formzwang des &sect; 15 Abs. 4 GmbHG unterliegt, wenn er sich &#8211;wie im Streitfall&#8211; auf bereits existente Gesch&auml;ftsanteile bezieht (vgl. BGH-Beschluss vom 12. Dezember 2005 II ZR 330\/04, Wertpapier-Mitteilungen\/Zeitschrift f&uuml;r Wirtschafts- und Bankrecht &#8211;WM&#8211; 2006, 1388; BGH-Urteile vom 19. April 1999 II ZR 365\/97, BGHZ 141, 208, WM 1999, 1118, und vom 6. Juli 1961 II ZR 219\/58, BGHZ 35, 272; vgl. zusammenfassend auch Bayer in Lutter\/ Hommelhoff, GmbH-Gesetz, 17. Aufl., 2009, &sect; 15 Rz 91, 92 zur Treuhand und Rz 96 zur Unterbeteiligung, jeweils m.w.N. aus Schrifttum und Rechtsprechung). Zwar haben die Kl&auml;ger untereinander ein als Unterbeteiligung auszulegendes Rechtsverh&auml;ltnis vereinbart, f&uuml;r das der Formzwang h&ouml;chstrichterlich erstmals durch die Entscheidung des BFH im ersten Rechtszug best&auml;tigt wurde (s. aber auch die Angaben zum Schrifttum im BFH-Urteil in BFH\/NV 2008, 2004, unter II.2.c aa, m.w.N.). Das spielt f&uuml;r die Vorwerfbarkeit des Formmangels aber keine entscheidende Rolle. Denn bei der Beurteilung, ob der Mangel der zivilrechtlichen Form den Vertragsparteien anzulasten ist, kann nur deren Eigenqualifikation des Rechtsverh&auml;ltnisses bedeutsam sein. Im Streitfall sind die Kl&auml;ger aber stets von einem Treuhandverh&auml;ltnis ausgegangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Vorinstanz hat als Erkl&auml;rung f&uuml;r die blo&szlig;e Schriftform statt der gebotenen notariellen Form &uuml;berdies zutreffend auf die (auf der Hand liegende) m&ouml;gliche Erw&auml;gung der Vertragsparteien abgestellt, die Vereinbarung nur bei Bedarf zu verwenden, und zwar je nach dem, ob sich sp&auml;ter bei der Ver&auml;u&szlig;erung oder bei der Verwirklichung eines Ersatztatbestandes ein Gewinn (dann Verwerten der Vereinbarung mit der Folge des Unterschreitens der Wesentlichkeitsgrenze) oder ein Verlust ergibt (dann Au&szlig;erachtlassen der Vereinbarung und volle Verlustrealisierung bei der Kl&auml;gerin). Diese Erw&auml;gung des FG wird der Intention der Rechtsprechung gerecht, mit der sie die besonderen Anforderungen an Vertr&auml;ge zwischen nahen Angeh&ouml;rigen rechtfertigt. Sie tragen den innerhalb eines Familienverbundes typischerweise fehlenden Interessengegens&auml;tzen und &#8211;hieran ist besonders zu erinnern&#8211; &quot;der daraus resultierenden Gefahr des steuerlichen Missbrauchs zivilrechtlicher Gestaltungsm&ouml;glichkeiten durch Ehegatten Rechnung&quot; (so explizit Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 7. November 1995&nbsp;&nbsp;2 BvR 802\/90, BStBl II 1996, 34, m.w.N.; aus der Rechtsprechung des BFH vgl. zuletzt BFH-Urteil vom 12. Mai 2009 IX R 46\/08, BFHE 225, 112). Die &Uuml;berlegungen des FG versto&szlig;en deshalb entgegen der Auffassung der Revision keinesfalls gegen Denkgesetze, zumal auch die Revision ausdr&uuml;cklich hervorhebt, ein &quot;Offenlegen&quot; des Rechtsverh&auml;ltnisses gegen&uuml;ber Dritten sei aus der Sicht der Kl&auml;ger nicht erw&uuml;nscht gewesen. Ob ein Verlust aus der Beteiligung trotz der zugestandenerma&szlig;en gegebenen Liquidit&auml;tsengp&auml;sse unwahrscheinlich gewesen sein mag, kann wegen der jedenfalls bei Vertragsabschluss bestehenden Ungewissheit, ob und wann es zu einer Realisierung kommen k&ouml;nnte, als rein spekulatives Element vor diesem Hintergrund dahinstehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Das FG hat nicht nur auf die aus dem Nichtbeachten der zivilrechtlich gebotenen Form resultierenden Beweisanzeichen abgestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Es ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden, wenn es zu der &Uuml;berzeugung gelangt, dass die Vereinbarung dar&uuml;ber hinaus tats&auml;chlich nicht durchgef&uuml;hrt wurde. Wenn es sich f&uuml;r seine Feststellungen den Vortrag des Kl&auml;gers zu eigen macht und daraus den Schluss zieht, allein der Kl&auml;ger habe die ma&szlig;gebenden Entscheidungen getroffen, das Abstimmungsverhalten der KG bestimmt und Anweisungen gegeben, so ist es entgegen der Revision nicht widerspr&uuml;chlich, wenn das FG dem Kl&auml;ger keine Anteile aufgrund des Unterbeteiligungsvertrages nach &sect; 39 Abs. 2 Nr. 1 Satz 1 AO zurechnet. Denn eine Zuordnung entsprechend den Grunds&auml;tzen des BFH-Urteils vom 18. Mai 2005 VIII R 34\/01 (BFHE 210, 247, BStBl II 2005, 857), auf die der BFH im ersten Rechtszug Bezug genommen hat, kommt nur in Betracht, wenn der Unterbeteiligungsvertrag steuerrechtlich anzuerkennen ist. Dabei betrifft die vom Kl&auml;ger selbst hervorgehobene Stellung nicht nur das Au&szlig;enverh&auml;ltnis der (vereinbarten) Unterbeteiligung, sondern auch das hier ma&szlig;gebende Innenverh&auml;ltnis der Kl&auml;ger untereinander. Widerspr&uuml;chlich ist es deshalb nicht, wenn dem Kl&auml;ger als dem die Rechtsverh&auml;ltnisse Dominierenden, der &uuml;berdies mit einer notariellen Generalvollmacht der Kl&auml;gerin aus dem Jahre 1983 operierte, keine Anteile nach &sect; 39 Abs. 2 Nr. 1 Satz 1 AO zugerechnet werden. Denn sein auf alle f&uuml;r die Kl&auml;gerin als Treugeberin gehaltenen Anteile und deshalb &uuml;ber die vereinbarte Unterbeteiligung hinausgreifendes Verhalten, wie es das FG seiner Entscheidung zugrunde gelegt hat, impliziert einen ganz anderen Vertragsinhalt als denjenigen, den die Kl&auml;ger untereinander vereinbart haben. Dieses &quot;aliud&quot; gegen&uuml;ber einer Unterbeteiligung lediglich an der H&auml;lfte der treuh&auml;nderisch gehaltenen Anteile ist nicht geeignet, sozusagen in einem Erst-Recht-Schluss eine Stellung wie ein wirtschaftlicher Eigent&uuml;mer zu begr&uuml;nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Verhielte es sich indes tats&auml;chlich so, wie der Kl&auml;ger vorgetragen hat und wovon auch das FG ausgeht, m&ouml;gen die Kl&auml;ger mit dem Unterbeteiligungsvertrag in Verbindung mit dem gegen&uuml;ber der KG vereinbarten Treuhandverh&auml;ltnis eine nach &sect; 41 Abs. 2 AO f&uuml;r die Besteuerung unerhebliche Scheinvereinbarung getroffen haben. In Wirklichkeit sollte der Kl&auml;ger &#8211;und nur er&#8211; als Treugeber die ma&szlig;gebenden Entscheidungen treffen, so dass ihm die H&auml;lfte der Anteile nach &sect; 39 Abs. 2 Nr. 1 Satz 2 AO &#8211;mit einer der Vorentscheidung entsprechenden Steuerfolge&#8211; zuzurechnen w&auml;ren. Die Folgerungen aus dem Treuhandverh&auml;ltnis der Kl&auml;gerin und dem Unterbeteiligungsvertrag h&auml;tten die Vertragsparteien dann bewusst nicht gezogen, was als Beweisanzeichen f&uuml;r den Scheincharakter der Vereinbarungen spricht (vgl. BFH-Urteil vom 28. Januar 1997 IX R 23\/94, BFHE 182, 542, BStBl II 1997, 655).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aber auch eine andere M&ouml;glichkeit l&auml;ge aufgrund des vom FG festgestellten Verhaltens des Kl&auml;gers nahe: Nach &sect; 6 des notariellen Treuhandvertrags vom 15. Juli 1994 war der Treugeber (also zu Beginn die Kl&auml;gerin) berechtigt, jederzeit einen anderen Treugeber zu benennen, der anstelle des Treugebers in alle Rechte und Pflichten aus diesem Treuhandvertrag eintritt. Wenn nicht schon zu Beginn der vertraglichen Beziehungen, so kann der Kl&auml;ger jedenfalls sp&auml;ter in den Vertrag dadurch konkludent eingetreten sein, dass er in Bezug auf alle treuh&auml;nderisch gehaltenen Anteile die entscheidenden Anweisungen erteilte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Dem FG ist auch darin beizupflichten, die Kl&auml;ger h&auml;tten nicht nachgewiesen, dass sie sich entsprechend dem Vereinbarten im Innenverh&auml;ltnis tats&auml;chlich verhalten und somit den Vertrag auch durchgef&uuml;hrt haben. Den strengen Anforderungen, welche die Rechtsprechung stellt, um Vertr&auml;ge zwischen nahe stehenden Personen steuerrechtlich anzuerkennen, kann nur entsprechen, wer objektive Anhaltspunkte vortr&auml;gt. Beweisanzeichen zur Ermittlung letztlich innerer Tatsachen k&ouml;nnen nur&nbsp;&nbsp;&nbsp;&auml;u&szlig;ere&nbsp;&nbsp;&nbsp;Merkmale sein (vgl. dazu BFH-Beschluss vom 25. Juni 1984 GrS 4\/82, BFHE 141, 405, BStBl II 1984, 751, unter C.IV.3.c bb, m.w.N.). Deshalb k&ouml;nnen die klagenden Ehegatten nicht damit geh&ouml;rt werden, ihre Vereinbarungen untereinander h&auml;tten sich in ihrer h&auml;uslichen Gemeinschaft &#8211;als Internum&#8211; abgespielt und seien nicht nach au&szlig;en gedrungen. Wenn die Kl&auml;ger hierzu vortragen, nur sie selbst h&auml;tten dazu geh&ouml;rt werden k&ouml;nnen, st&uuml;nde die Verifikation der streitigen Tatsachen (hier tats&auml;chliche Durchf&uuml;hrung der Unterbeteiligung) in ihrem Belieben und hinge davon ab, welchen Sachverhalt sie pr&auml;sentieren. Das widerspricht der Intention der Rechtsprechung, wie sie oben dargelegt wurde (unter bb), und w&auml;re letztlich selbstbez&uuml;glich, weil man dann aus inneren Merkmalen auf innere Tatsachen schl&ouml;sse. Es ist deshalb der Revisionserwiderung zu folgen, nach der die generelle Berufung auf durchaus &uuml;bliche Absprachen im Familienverbund nicht zum Beweis der tats&auml;chlichen Durchf&uuml;hrung geeignet ist. Es w&auml;re mit dem FA und dem FG zu erwarten gewesen, dass mittels Gesellschafterversammlungen, Entscheidungen, Abschl&uuml;ssen und &Auml;hnlichem schriftlich nachvollziehbar kommuniziert worden w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.5.2010, IX R 19\/09 Zur steuerrechtlichen Anerkennung einer formunwirksamen vereinbarten Unterbeteiligung zwischen Ehegatten &#8211; Erh&ouml;hte Anforderungen an Vertr&auml;ge zwischen nahen Angeh&ouml;rigen &#8211; Scheincharakter von Vereinbarungen Leits&auml;tze 1. 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