{"id":12126,"date":"2012-12-08T07:10:44","date_gmt":"2012-12-08T05:10:44","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12126"},"modified":"2012-12-08T07:10:44","modified_gmt":"2012-12-08T05:10:44","slug":"iii-b-203-09-berichtigung-von-tatsachen-nach-par-173-abs-1-satz-1-nr-1-ao-die-bereits-vor-durchfuehrung-eines-verlustruecktrags-bekannt-geworden-waren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-203-09-berichtigung-von-tatsachen-nach-par-173-abs-1-satz-1-nr-1-ao-die-bereits-vor-durchfuehrung-eines-verlustruecktrags-bekannt-geworden-waren\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;203\/09 &#8211; Berichtigung von Tatsachen nach &sect; 173 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 AO, die bereits vor Durchf&uuml;hrung eines Verlustr&uuml;cktrags bekannt geworden waren"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 10.5.2010, III B 203\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Berichtigung von Tatsachen nach &sect; 173 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 AO, die bereits vor Durchf&uuml;hrung eines Verlustr&uuml;cktrags bekannt geworden waren<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) wurden f&uuml;r die Streitjahre 1993 und 1994 erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; zur Einkommensteuer zusammenveranlagt. Die Steuererkl&auml;rungen wiesen keine Angaben zu den Grundst&uuml;cksverk&auml;ufen des Kl&auml;gers auf; diese waren zun&auml;chst seinem Vater zugerechnet worden. Mit &Auml;nderungsbescheid f&uuml;r 1993 vom 21. April 1997 wurde ein Grundlagenbescheid betreffend die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus Kapitalverm&ouml;gen ausgewertet sowie die Vorl&auml;ufigkeit der Festsetzung bez&uuml;glich seiner Eink&uuml;nfte aus Vermietung und Verpachtung aufgehoben; mit &Auml;nderungsbescheid f&uuml;r 1994 vom 21. Juli 1999 wurde ein ge&auml;nderter Verlustr&uuml;cktrag aus 1996 ber&uuml;cksichtigt. Als Beigeladener im Klageverfahren seines Vaters lie&szlig; sich der Kl&auml;ger in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vom 24. September 2002 die Grundst&uuml;cksgesch&auml;fte zurechnen, so dass die Gewinne hieraus mit streitgegenst&auml;ndlichen &Auml;nderungsbescheiden f&uuml;r 1993 und 1994 vom 18. Dezember 2002 der Einkommensteuer unterworfen wurden. Der Klage gegen die &Auml;nderungsbescheide gab das Finanzgericht (FG) nur soweit statt, als es die Einspruchsentscheidung die Kl&auml;gerin betreffend aufhob, weil diese keinen Einspruch eingelegt hatte. Im &Uuml;brigen wies es die Klage ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Beschwerde wegen Nichtzulassung der Revision machen die Kl&auml;ger einen Verfahrensmangel geltend (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG habe eine nach dem Akteninhalt feststehende Tatsache, n&auml;mlich die Sachverhaltskenntnisse des Beklagten und Beschwerdegegners (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) aufgrund des Schreibens des Steuerberaters K vom 30. Oktober 1997, nicht ber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. 1. Die Beschwerde der Kl&auml;gerin ist unzul&auml;ssig und durch Beschluss zu verwerfen (&sect; 116 Abs. 5 Satz 1 FGO). Das FG hat die Einspruchsentscheidung gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin aufgehoben, weil diese gegen die &Auml;nderungsbescheide keinen Einspruch eingelegt hatte. Mit der Beschwerde wurde kein Verfahrensmangel dargelegt (&sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO), auf dem die Entscheidung des FG &uuml;ber die Klage der Kl&auml;gerin beruhen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Beschwerde des Kl&auml;gers ist unbegr&uuml;ndet und durch Beschluss zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 116 Abs. 5 Satz 1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 96 Abs. 1 Satz 1 FGO entscheidet das Gericht nach seiner freien, aus dem Gesamtergebnis des Verfahrens gewonnenen &Uuml;berzeugung. Diese Vorschrift verpflichtet das FG, den Inhalt der ihm vorliegenden Akten vollst&auml;ndig und einwandfrei zu ber&uuml;cksichtigen (vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 24. Juli 2007 X B 6\/07, BFH\/NV 2007, 1921).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat nicht gegen diese Verpflichtung versto&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Es hat in den Entscheidungsgr&uuml;nden ausgef&uuml;hrt, dass die Festsetzungsfrist nach &sect; 169 Abs. 2 Satz 2 der Abgabenordnung (AO) zehn Jahre betrage, da der Kl&auml;ger den objektiven und den subjektiven Tatbestand der Steuerhinterziehung erf&uuml;llt habe. Dies hat das FG damit begr&uuml;ndet, dass der Kl&auml;ger steuerbegr&uuml;ndende Tatsachen nicht in die Steuererkl&auml;rungen aufgenommen habe, was ihm auch bewusst gewesen sei; denn dass er den Vater wegen Finanzierungsproblemen in die Grundst&uuml;cksgesch&auml;fte eingeschaltet habe, erweise sich nach dem Inhalt des Fallheftes als Schutzbehauptung. Dass das FA bis zur m&uuml;ndlichen Verhandlung im Klageverfahren des Vaters daran festgehalten habe, die Grundst&uuml;cksgesch&auml;fte seien dort zu erfassen, bleibe ohne Einfluss auf die Erf&uuml;llung des Tatbestands der Steuerhinterziehung durch den Kl&auml;ger bereits mehrere Jahre zuvor; bei rechtzeitiger, eindeutiger und richtiger Darstellung der Grundst&uuml;cksgesch&auml;fte sei dies vermeidbar gewesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vor diesem Hintergrund ist nicht ersichtlich, welche Bedeutung dem Schreiben des Steuerberaters vom 30. Oktober 1997 im Hinblick auf die zu jenem Zeitpunkt bereits vollendete Steuerhinterziehung zukommen sollte, zumal der Kl&auml;ger in diesem Schreiben nicht als Mandant, sondern als Sohn des Mandanten bezeichnet ist, und dieses Schreiben mithin nicht dem Kl&auml;ger zugerechnet werden kann. Wenn dieser geltend macht, er habe den subjektiven Tatbestand der Steuerhinterziehung nicht erf&uuml;llt, r&uuml;gt er im Kern eine vermeintlich fehlerhafte Rechtsanwendung des FG. Dies vermag die Zulassung der Revision nach st&auml;ndiger Rechtsprechung nicht zu rechtfertigen. F&uuml;r einen schwerwiegenden Fehler, der nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 2 FGO die Revision er&ouml;ffnen k&ouml;nnte (vgl. Senatsbeschluss vom 28. Juni 2002 III B 28\/02, BFH\/NV 2002, 1474), bietet die Beschwerdebegr&uuml;ndung keine Anhaltspunkte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auch f&uuml;r die Frage, ob die &Auml;nderungsbescheide f&uuml;r 1993 vom 21. April 1997 und f&uuml;r 1994 vom 21. Juli 1999 noch nach &sect; 173 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 AO aufgrund neuer Tatsachen haben ge&auml;ndert werden k&ouml;nnen, ist das vom Kl&auml;ger in Bezug genommene Schreiben ohne Bedeutung. Das Schreiben vom 30. Oktober 1997 datiert nach dem &Auml;nderungsbescheid f&uuml;r 1993. Der &Auml;nderungsbescheid f&uuml;r 1994, mit dem gem&auml;&szlig; &sect; 10d Abs. 1 Satz 2 des Einkommensteuergesetzes &#8211;in der f&uuml;r die Streitjahre geltenden Fassung&#8211; ein geringerer Verlust aus dem Entstehungsjahr abgezogen wurde und der somit zu einer h&ouml;heren Festsetzung f&uuml;hrte, steht der Ber&uuml;cksichtigung etwaiger vor Zeichnung dieses Bescheids bekannt gewordener Tatsachen i.S. des &sect; 173 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 AO nicht entgegen. Mit der Gew&auml;hrung des Verlustabzugs ist eine in ihrer Wirkung punktuelle Durchbrechung der Bestandskraft des Steuerbescheids verbunden, die die Berichtigung von Rechtsfehlern lediglich innerhalb des durch den &#8211;hier ge&auml;nderten&#8211; Verlustr&uuml;cktrag vorgegebenen &Auml;nderungsrahmens erm&ouml;glicht (BFH-Urteil vom 27. September 1988 VIII R 432\/83, BFHE 155, 83, BStBl II 1989, 225). Danach hatte das FA bei Vornahme des Verlustr&uuml;cktrags den Bescheid nicht in vollem Umfang neu zu &uuml;berpr&uuml;fen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 10.5.2010, III B 203\/09 Berichtigung von Tatsachen nach &sect; 173 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 AO, die bereits vor Durchf&uuml;hrung eines Verlustr&uuml;cktrags bekannt geworden waren Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) wurden f&uuml;r die Streitjahre 1993 und 1994 erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; zur Einkommensteuer zusammenveranlagt. 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