{"id":12217,"date":"2012-12-08T07:10:43","date_gmt":"2012-12-08T05:10:43","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12217"},"modified":"2012-12-08T07:10:43","modified_gmt":"2012-12-08T05:10:43","slug":"ix-b-201-09-darlegung-eines-zulassungsgrundes-ablehnung-eines-antrags-auf-terminsaenderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-b-201-09-darlegung-eines-zulassungsgrundes-ablehnung-eines-antrags-auf-terminsaenderung\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;B&nbsp;201\/09 &#8211; Darlegung eines Zulassungsgrundes &#8211; Ablehnung eines Antrags auf Termins&auml;nderung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 10.5.2010, IX B 201\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Darlegung eines Zulassungsgrundes &#8211; Ablehnung eines Antrags auf Termins&auml;nderung<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde hat keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Eine Zulassung der Revision zur Sicherung der Rechtseinheit (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;2. Alternative der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) kommt im Streitfall nicht in Betracht. Die sinngem&auml;&szlig; behauptete Divergenz ist nicht, wie erforderlich, durch das Gegen&uuml;berstellen einander widersprechender abstrakter Rechtss&auml;tze aus der Entscheidung der Vorinstanz einerseits und den behaupteten Divergenzentscheidungen andererseits erkennbar gemacht worden. Dar&uuml;ber hinaus haben die Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) nicht schl&uuml;ssig vorgetragen, inwieweit die angestrebte Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) geeignet und notwendig sei, k&uuml;nftige unterschiedliche gerichtliche Entscheidungen &uuml;ber die von ihnen bezeichnete Rechtsfrage zum Abzug von Vorf&auml;lligkeitsentsch&auml;digungen als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung zu verhindern. Es ist auch nicht dargelegt, dass im Streitfall ein Rechtsfehler des Finanzgerichts (FG) zu einer &quot;greifbar gesetzwidrigen&quot; Entscheidung gef&uuml;hrt hat. In der Sache wenden sich die Kl&auml;ger vielmehr gegen die (vermeintliche) materiell-rechtliche Unrichtigkeit der finanzgerichtlichen Entscheidung; dies kann die Revisionszulassung nicht rechtfertigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Aus den unter 1. genannten Gr&uuml;nden ist die Revision auch nicht wegen der Erforderlichkeit einer Entscheidung des BFH zur Fortbildung des Rechts (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;1. Alternative FGO) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Soweit die Kl&auml;ger die Frage der steuerrechtlichen Behandlung &quot;erzwungener&quot; Vorf&auml;lligkeitsentsch&auml;digungen als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung f&uuml;r i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO grunds&auml;tzlich bedeutsam halten, haben sie die Bedeutung der Rechtssache nicht hinreichend dargelegt. Es fehlt insoweit an Ausf&uuml;hrungen, inwieweit die von ihnen aufgeworfene Frage in Rechtsprechung und\/oder Schrifttum vor dem Hintergrund der hierzu ergangenen h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung weiter umstritten ist und deshalb eine h&ouml;chstrichterliche Kl&auml;rung &uuml;ber die materiell-rechtliche Beurteilung des Streitfalles hinaus f&uuml;r die Allgemeinheit Bedeutung hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Der von den Kl&auml;gern ger&uuml;gte Verfahrensmangel einer Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3, &sect; 119 Nr. 3 FGO) wegen Nichtverlegung des Termins zur m&uuml;ndlichen Verhandlung liegt vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect; 155 FGO i.V.m. &sect; 227 der Zivilprozessordnung kann ein Termin aus erheblichen Gr&uuml;nden aufgehoben oder verlegt werden. Liegen erhebliche Gr&uuml;nde vor, verdichtet sich die in dieser Vorschrift einger&auml;umte Ermessensfreiheit zu einer Rechtspflicht. Der Termin muss dann zur Gew&auml;hrleistung des rechtlichen Geh&ouml;rs aufgehoben oder verlegt werden, selbst wenn das Gericht die Sache f&uuml;r entscheidungsreif h&auml;lt und die Erledigung des Rechtsstreits durch die Aufhebung oder Verlegung des Termins verz&ouml;gert wird (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Beschluss vom 19. November 2009 IX B 160\/09, BFH\/NV 2010, 454, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall war die Ablehnung der begehrten Terminsverlegung nicht verfahrensfehlerhaft. Zwar kann die pl&ouml;tzliche Erkrankung eines rechtskundigen, sich selbst und seine Ehefrau kraft Prozessvollmacht vertretenden Kl&auml;gers, welche seinem Erscheinen zum Verhandlungstermin entgegensteht, einen erheblichen Grund f&uuml;r eine Terminsverlegung darstellen. Ob im Einzelfall eine Terminsaufhebung und -verlegung gerechtfertigt ist, muss das FG anhand der ihm bekannten Umst&auml;nde beurteilen. Dazu muss es in der Lage sein, sich &uuml;ber das Vorliegen eines Verlegungsgrundes ein eigenes Urteil zu bilden. Die Voraussetzungen hierf&uuml;r zu schaffen, ist Aufgabe desjenigen, der die Verlegung beantragt. Wird ein Verlegungsantrag, wie im Streitfall, am Tag vor der m&uuml;ndlichen Verhandlung gestellt und mit einer Erkrankung begr&uuml;ndet, obliegt es nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des BFH dem Beteiligten, die Gr&uuml;nde f&uuml;r die Verhinderung so darzulegen und zu untermauern, dass das Gericht die Frage, ob die betreffende Person verhandlungs- und reiseunf&auml;hig ist oder nicht, selbst beurteilen kann (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2010, 454, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diesen Ma&szlig;st&auml;ben hat der Kl&auml;ger nicht gen&uuml;gt; er hat &#8211;nach den nicht mit Verfahrensr&uuml;gen angefochtenen und damit gem&auml;&szlig; &sect; 118 Abs. 2 FGO bindenden Feststellungen im Tatbestand des erstinstanzlichen Urteils&#8211; mit seinem am Tag vor der m&uuml;ndlichen Verhandlung (d.h. am Mittwoch, den 2. September 2009) gestellten Verlegungsantrag weder ein Attest vorgelegt, das seine Verhandlungsunf&auml;higkeit eindeutig und nachvollziehbar beschreibt und bescheinigt, sondern lediglich ausgef&uuml;hrt, &quot;akut erkrankt&quot; zu sein. Der Kl&auml;ger hat auch in dem am gleichen Tag mit dem Vorsitzenden des Senats gef&uuml;hrten Telefongespr&auml;ch keine solchen Gr&uuml;nde vorgebracht, sondern lediglich behauptet, sich am Wochenende (d.h. am Samstag\/Sonntag, den 29.\/30. August 2009) bei Gartenarbeiten das Knie verletzt zu haben. Diese Ausf&uuml;hrungen des Kl&auml;gers sagen &uuml;ber die Schwere der Krankheit, insbesondere &uuml;ber seine Verhandlungs- und Reisef&auml;higkeit nichts aus. Wie der Kl&auml;ger im Beschwerdeverfahren &uuml;berdies einger&auml;umt hat, hat der Vorsitzende des Senats einer Termins&auml;nderung im Zuge des mit dem Kl&auml;ger gef&uuml;hrten Telefonats auch nicht zugestimmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 10.5.2010, IX B 201\/09 Darlegung eines Zulassungsgrundes &#8211; Ablehnung eines Antrags auf Termins&auml;nderung Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde hat keinen Erfolg. 2&nbsp; 1. Eine Zulassung der Revision zur Sicherung der Rechtseinheit (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;2. Alternative der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) kommt im Streitfall nicht in Betracht. 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