{"id":12220,"date":"2012-12-08T07:10:46","date_gmt":"2012-12-08T05:10:46","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12220"},"modified":"2012-12-08T07:10:46","modified_gmt":"2012-12-08T05:10:46","slug":"iv-s-3-10-auffangstreitwert-fuer-klage-ohne-sachantrag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-s-3-10-auffangstreitwert-fuer-klage-ohne-sachantrag\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;S&nbsp;3\/10 &#8211; Auffangstreitwert f&uuml;r Klage ohne Sachantrag"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 7.5.2010, IV S 3\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Auffangstreitwert f&uuml;r Klage ohne Sachantrag<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Beschwerdef&uuml;hrerin und Antragstellerin (Antragstellerin) war im Streitjahr 1998 Mitunternehmerin einer KG. Nachdem der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) wegen geringer Bedeutung keine gesonderte und einheitliche Feststellung der Eink&uuml;nfte der KG durchgef&uuml;hrt hatte, beantragte die Antragstellerin den Erlass eines Gewinnfeststellungsbescheids. Das FA lehnte den Antrag durch negativen Gewinnfeststellungsbescheid ab. Ein von der Antragstellerin eingelegter Einspruch blieb erfolglos. Das FA richtete die Einspruchsentscheidung an die KG, vertreten durch die Antragstellerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daraufhin erhob die Antragstellerin Klage als Vertreterin der KG. W&auml;hrend des Klageverfahrens erlie&szlig; das FA eine nach &sect; 129 der Abgabenordnung berichtigte Einspruchsentscheidung, nach der die Antragstellerin selbst Adressatin der Einspruchsentscheidung war. Das Finanzgericht (FG) legte die Klage als solche der Antragstellerin selbst aus und wies die Klage als unzul&auml;ssig ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf die Nichtzulassungsbeschwerde der Antragstellerin hob der beschlie&szlig;ende Senat das FG-Urteil durch Beschluss vom 28. Januar 2010 IV B 56\/08 auf. Das FG habe zu Unrecht &uuml;ber eine Klage der Antragstellerin entschieden. Die Klage sei als solche der KG auszulegen; &uuml;ber sie sei noch zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schriftsatz vom 12. M&auml;rz 2010 begehrt die Antragstellerin eine Festsetzung des Streitwerts durch das Gericht. Ein diesbez&uuml;gliches Rechtsschutzbed&uuml;rfnis ergebe sich daraus, dass ein zahlenm&auml;&szlig;ig bestimmter Streitwert des Verfahrens nicht erkannt werden k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. 1. Der Antrag auf Streitwertfestsetzung ist zul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect; 63 Abs. 2 Satz 2 des Gerichtskostengesetzes (GKG) setzt in der Finanzgerichtsbarkeit das Prozessgericht den Wert des Streitgegenstandes durch Beschluss fest, wenn ein Beteiligter oder die Staatskasse die Festsetzung beantragt oder das Gericht sie f&uuml;r angemessen erachtet. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) muss f&uuml;r den Antrag ein besonderes Rechtsschutzbed&uuml;rfnis bestehen (vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 17. November 1987 VIII R 346\/83, BFHE 152, 5, BStBl II 1988, 287; vom 14. Juli 2009 VI S 10\/09, Zeitschrift f&uuml;r Steuern und Recht 2009, R866). Dieses fehlt in der Regel, wenn sich die H&ouml;he des Streitwerts aus den Antr&auml;gen der Beteiligten und der bisherigen Rechtsprechung des BFH zur Bemessung des Streitwerts in gleichartigen F&auml;llen eindeutig ermitteln l&auml;sst (vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 2. Oktober 1980 IV R 235\/75, BFHE 131, 288, BStBl II 1981, 38; vom 23. Mai 2001 IV S 1\/01, BFH\/NV 2001, 1431).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall hat die Antragstellerin keinen bezifferten Antrag gestellt, vielmehr die Stellung eines Sachantrags abgelehnt und einen Antrag auf Vertagung gestellt. Der Gegenstandswert des Rechtsstreits l&auml;sst sich danach nicht ohne weiteres ermitteln, so dass ein besonderes Rechtsschutzbed&uuml;rfnis f&uuml;r eine Streitwertfestsetzung durch das Gericht besteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die H&ouml;he des Streitwerts ist gem&auml;&szlig; &sect; 52 Abs. 1 GKG nach der sich aus dem Antrag des Kl&auml;gers f&uuml;r ihn ergebenden Bedeutung der Sache nach Ermessen zu bestimmen. Bietet der Sach- und Streitstand f&uuml;r die Bestimmung des Streitwerts keine gen&uuml;genden Anhaltspunkte, ist ein Streitwert von 5.000 EUR anzunehmen (&sect; 52 Abs. 2 GKG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat kann weder nach dem Sach- und Streitstand bis zur Entscheidung des FG noch anhand des Vorbringens mit der Nichtzulassungsbeschwerde erkennen, welche betragsm&auml;&szlig;ige Bedeutung sich f&uuml;r die Antragstellerin aus dem Verfahren ergibt. Soweit mit der Klage mittelbar m&ouml;glicherweise die Kl&auml;rung der zivilrechtlichen Gesellschaftsverh&auml;ltnisse beabsichtigt war, kann dies bei der Bemessung des Streitwerts nicht ber&uuml;cksichtigt werden. Denn eine bindende Entscheidung derartigen Inhalts kann mit einer Klage vor einem FG gegen einen negativen Gewinnfeststellungsbescheid nicht erreicht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat bemisst den Streitwert deshalb nach &sect; 52 Abs. 2 GKG mit 5.000 EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 7.5.2010, IV S 3\/10 Auffangstreitwert f&uuml;r Klage ohne Sachantrag Tatbestand 1&nbsp; I. Die Beschwerdef&uuml;hrerin und Antragstellerin (Antragstellerin) war im Streitjahr 1998 Mitunternehmerin einer KG. Nachdem der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) wegen geringer Bedeutung keine gesonderte und einheitliche Feststellung der Eink&uuml;nfte der KG durchgef&uuml;hrt hatte, beantragte die Antragstellerin den Erlass eines &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-s-3-10-auffangstreitwert-fuer-klage-ohne-sachantrag\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV&nbsp;S&nbsp;3\/10 &#8211; Auffangstreitwert f&uuml;r Klage ohne Sachantrag<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-12220","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12220","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12220"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12220\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12220"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12220"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12220"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}