{"id":12224,"date":"2012-12-08T07:18:16","date_gmt":"2012-12-08T05:18:16","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12224"},"modified":"2012-12-08T07:18:16","modified_gmt":"2012-12-08T05:18:16","slug":"vii-b-181-09-ausfuhrerstattung-ueberraschungsentscheidung-durch-annahme-einer-konkludent-gewaehrten-fristverlaengerung-fuer-die-vorlage-der-erstattungsnachweise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-181-09-ausfuhrerstattung-ueberraschungsentscheidung-durch-annahme-einer-konkludent-gewaehrten-fristverlaengerung-fuer-die-vorlage-der-erstattungsnachweise\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;181\/09 &#8211; Ausfuhrerstattung: &Uuml;berraschungsentscheidung durch Annahme einer konkludent gew&auml;hrten Fristverl&auml;ngerung f&uuml;r die Vorlage der Erstattungsnachweise"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 21.4.2010, VII B 181\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Ausfuhrerstattung: &Uuml;berraschungsentscheidung durch Annahme einer konkludent gew&auml;hrten Fristverl&auml;ngerung f&uuml;r die Vorlage der Erstattungsnachweise<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdegegnerin (Kl&auml;gerin) meldete im August 1999 eine Sendung Schweinefleisch zur Ausfuhr nach Russland an. Mit Schreiben vom 12. Oktober 1999 wurde dem Beklagten und Beschwerdef&uuml;hrer (Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) eine russische Verzollungsbescheinigung vorgelegt, die das HZA jedoch als ein sog. Vorpapier ansah und nicht als Prim&auml;rnachweis gem&auml;&szlig; Art. 16 Abs. 1 Buchst. a der Verordnung (EG) Nr. 800\/1999 (VO Nr. 800\/1999) anerkannte (Schreiben an die Kl&auml;gerin vom 21. Oktober 1999). Daraufhin &uuml;bersandte die Kl&auml;gerin mit Schreiben vom 11. Juni 2001 eine Bescheinigung der deutschen Botschaft in Moskau als Sekund&auml;rnachweis gem&auml;&szlig; Art. 16 Abs. 2 Buchst. b VO Nr. 800\/1999. Das HZA antwortete mit Schreiben vom 21. Januar 2002, dass es diese Bescheinigung der Botschaft nicht als Sekund&auml;rnachweis anerkenne, weil sie sich auf das Vorpapier und nicht auf das Zolldokument beziehe. Die Kl&auml;gerin wurde aufgefordert, die in ihrem vorangegangenem Schreiben genannte Entladebescheinigung und den Zahlungsnachweis zu &uuml;bersenden, da diese nach einer Entscheidung der Kommission (sog. Russland-Entscheidung) zusammen mit dem Bef&ouml;rderungspapier als gleichwertiger Einfuhrnachweis g&auml;lten, und darauf hingewiesen, dass die Vorlagefrist f&uuml;r diese Ersatznachweise zwar bereits am 12. August 2001 abgelaufen sei, jedoch 85 % der beantragten Erstattung gew&auml;hrt werden k&ouml;nne, falls diese Dokumente bis zum 12. Februar 2002 eingereicht w&uuml;rden. Nachdem die Kl&auml;gerin auch in der Folgezeit keine weiteren Einfuhrnachweise vorgelegt hatte, lehnte das HZA die beantragte Erstattung ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf die hiergegen nach erfolglosem Einspruch erhobene Klage, hob das Finanzgericht (FG) den Ablehnungsbescheid auf und verpflichtete das HZA, die beantragte Ausfuhrerstattung zu gew&auml;hren. Das FG urteilte, dass die russische Verzollungsbescheinigung zwar nicht als Prim&auml;rnachweis anerkannt werden k&ouml;nne, dass die Kl&auml;gerin aber den Nachweis der Erf&uuml;llung der Zollf&ouml;rmlichkeiten f&uuml;r die Einfuhr durch die vorgelegte Botschaftsbescheinigung erbracht habe. Hierbei handele es sich um einen Sekund&auml;rnachweis, der die Voraussetzungen des Art. 16 Abs. 2 Buchst. b VO Nr. 800\/1999 erf&uuml;lle und der auch fristgerecht vorgelegt worden sei, weil das HZA mit Schreiben vom 21. Januar 2002 die Botschaftsbescheinigung nicht als versp&auml;tet vorgelegt zur&uuml;ckgewiesen, sondern ausgef&uuml;hrt habe, dass die Frist von zw&ouml;lf Monaten am 12. August 2001 abgelaufen sei, und damit die Vorlage als fristgerecht anerkannt und konkludent Fristverl&auml;ngerung gew&auml;hrt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Nichtzulassungsbeschwerde des HZA, welche es auf den Zulassungsgrund des Verfahrensmangels (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) in Gestalt einer Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r st&uuml;tzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde f&uuml;hrt gem&auml;&szlig; &sect; 116 Abs. 6 FGO zur Aufhebung des Urteils des FG und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung. Der von der Beschwerde in zul&auml;ssiger Weise geltend gemachte Verfahrensmangel der Verletzung des Anspruchs des HZA auf rechtliches Geh&ouml;r (Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes, &sect; 96 Abs. 2 FGO) liegt vor und das Urteil des FG beruht auch auf diesem Verfahrensmangel (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde legt schl&uuml;ssig dar, dass mit dem FG-Urteil, soweit es angefochten worden ist, gegen &sect; 96 Abs. 2 FGO versto&szlig;en wurde, indem sie ausf&uuml;hrt, dass und weshalb das HZA nicht damit rechnen musste, das FG werde von einer der Kl&auml;gerin konkludent gew&auml;hrten Fristverl&auml;ngerung f&uuml;r die Vorlage des Einfuhrnachweises ausgehen, was das HZA vorgetragen h&auml;tte, falls von Seiten des FG ein entsprechender Hinweis auf diese M&ouml;glichkeit der konkludenten Fristverl&auml;ngerung gegeben worden w&auml;re, und dass unter Ber&uuml;cksichtigung dieses Vorbringens die Entscheidung m&ouml;glicherweise anders ausgefallen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der ger&uuml;gte Verfahrensmangel liegt auch vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect; 96 Abs. 2 FGO, der im finanzgerichtlichen Verfahren der Verwirklichung des verfassungsrechtlich garantierten Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r dient, darf das Urteil nur auf Tatsachen und Beweisergebnisse gest&uuml;tzt werden, zu denen die Beteiligten sich &auml;u&szlig;ern konnten. Aus dieser Vorschrift folgt u.a. das Verbot von &Uuml;berraschungsentscheidungen; ein bisher nicht er&ouml;rterter Gesichtspunkt, der dem Rechtsstreit eine Wendung gibt, mit der ein kundiger Beteiligter nach dem bisherigen Verlauf des Verfahrens nicht hat rechnen m&uuml;ssen, darf nicht zur Grundlage der Entscheidung gemacht werden (Senatsurteil vom 21. August 2007 VII R 37\/04, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2008, 254, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit das FG geurteilt hat, das HZA habe der Kl&auml;gerin mit seinem Schreiben vom 21. Januar 2002 konkludent eine Fristverl&auml;ngerung f&uuml;r die Vorlage des Einfuhrnachweises gew&auml;hrt, handelt es sich um eine solche &Uuml;berraschungsentscheidung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das HZA hat zwar mit dem Ablehnungsbescheid darauf hingewiesen, dass im Streitfall die zw&ouml;lfmonatige Frist f&uuml;r die Vorlage der Erstattungsunterlagen (Art. 49 Abs. 2 Unterabs. 1 VO Nr. 800\/1999) mit dem 14. August 2000 und die sechsmonatige Nachfrist (Art. 50 Abs. 2 Unterabs. 1 VO Nr. 800\/1999) mit dem 15. Februar 2001 endete; bezogen auf die von der Kl&auml;gerin mit Schreiben vom 11. Juni 2001 als Sekund&auml;rnachweis vorgelegte Botschaftsbescheinigung wurde jedoch deren Vorlage erst nach Ablauf dieser Fristen weder im au&szlig;ergerichtlichen Rechtsbehelfsverfahren noch im finanzgerichtlichen Verfahren streitig er&ouml;rtert. Allein die Frage, ob mit der Botschaftsbescheinigung der Einfuhrnachweis erbracht werden k&ouml;nne, war zwischen den Beteiligten umstritten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar musste es dem HZA als sachkundigem Beteiligten klar sein, dass das FG, sollte es die Botschaftsbescheinigung als Sekund&auml;rnachweis anerkennen, die fristgerechte Vorlage dieser Bescheinigung w&uuml;rde pr&uuml;fen m&uuml;ssen; es musste jedoch nicht damit rechnen, dass das FG dem HZA-Schreiben vom 21. Januar 2002 eine konkludent gew&auml;hrte Fristverl&auml;ngerung entnehmen w&uuml;rde. Weder war diese M&ouml;glichkeit im Verlauf des Verfahrens angesprochen worden noch war sie so nahe liegend, dass das HZA auch ohne einen hierauf gerichteten Hinweis eine solche W&uuml;rdigung durch das FG in Betracht ziehen musste.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Fristverl&auml;ngerung f&uuml;r die Vorlage der Einfuhrnachweise kann nach Art. 49 Abs. 4 und 5 VO Nr. 800\/1999 nur auf einen vor Fristablauf gestellten Antrag gew&auml;hrt werden, wenn der Ausf&uuml;hrer alles in seiner Macht Stehende f&uuml;r die fristgerechte Beschaffung des Einfuhrnachweises unternommen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Sollte das FG meinen, dieser Antrag k&ouml;nne auch konkludent gestellt werden, so fehlt es jedenfalls an Hinweisen im angefochtenen Urteil, welchem Verhalten der Kl&auml;gerin vor Fristablauf, also vor dem 14. August 2000, das FG eine konkludente Antragstellung entnommen hat. Das Schreiben der Kl&auml;gerin vom 11. Juni 2001 d&uuml;rfte insoweit nicht in Betracht kommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>&#8211;&nbsp;&nbsp;Sollte das FG meinen, es bed&uuml;rfe f&uuml;r die Fristverl&auml;ngerung durch das HZA keines entsprechenden Antrags des Ausf&uuml;hrers, w&auml;re dies eine Rechtsauffassung, die sich auf h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung jedenfalls nicht st&uuml;tzen lie&szlig;e.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>&#8211;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Zwar lie&szlig;e sich die Ansicht vertreten, eine vom HZA von Amts wegen gew&auml;hrte Fristverl&auml;ngerung sei trotz rechtlicher Zweifel, ob das HZA in dieser Weise verfahren darf, jedenfalls wirksam. Allerdings ergeben sich aus dem HZA-Schreiben vom 21. Januar 2002 keine Hinweise, welche bei objektiver Betrachtungsweise auf einen entsprechenden Willen des HZA, der Kl&auml;gerin f&uuml;r die Vorlage des Sekund&auml;rnachweises Fristverl&auml;ngerung zu gew&auml;hren, hindeuten. Soweit das HZA in diesem Schreiben auf die Vorlagefristen eingeht und den 12. August 2001 als Tag des Fristablaufs benennt, bezieht es sich zweifellos nur auf die von der Kommission verl&auml;ngerte Frist f&uuml;r die Einreichung der nach der Russland-Entscheidung anzuerkennenden Ersatznachweise. Hinsichtlich der Frist f&uuml;r die Vorlage des Sekund&auml;rnachweises gem&auml;&szlig; Art. 16 Abs. 2 Buchst. b VO Nr. 800\/1999 schweigt dagegen das HZA, was m&ouml;glicherweise darauf zur&uuml;ckzuf&uuml;hren ist, dass es eine Stellungnahme zur Vorlagefrist f&uuml;r entbehrlich hielt, da es die Botschaftsbescheinigung ohnehin nicht als Sekund&auml;rnachweis ansah. Jedenfalls d&uuml;rfte es schwerlich in Betracht kommen, aus dem Schweigen des HZA zur Frage der fristgerechten Vorlage eine konkludent von Amts wegen gew&auml;hrte Fristverl&auml;ngerung herzuleiten. Dies kommt umso weniger in Betracht, als das HZA die Kl&auml;gerin noch mit Schreiben vom 21. Oktober 1999 auf den f&uuml;r eine Fristverl&auml;ngerung erforderlichen Antrag und die insoweit zu erf&uuml;llenden Voraussetzungen ausdr&uuml;cklich hingewiesen hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Annahme, aus dem Schreiben des HZA vom 21. Januar 2002 ergebe sich eine der Kl&auml;gerin f&uuml;r die Vorlage der Botschaftsbescheinigung konkludent gew&auml;hrte Fristverl&auml;ngerung, ist nach alledem so fernliegend, dass das HZA mit dieser Wendung im gerichtlichen Verfahren nicht rechnen musste. Indem das FG diese Ansicht gleichwohl vertrat, ohne dem HZA Gelegenheit zu geben, hierzu Stellung zu nehmen, hat es dessen Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r verletzt. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass das FG-Urteil anders ausgefallen w&auml;re, falls das HZA Gelegenheit gehabt h&auml;tte, seine Einwendungen gegen diese Betrachtungsweise des FG vorzutragen. Das FG-Urteil beruht daher auf dem Verfahrensmangel.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 21.4.2010, VII B 181\/09 Ausfuhrerstattung: &Uuml;berraschungsentscheidung durch Annahme einer konkludent gew&auml;hrten Fristverl&auml;ngerung f&uuml;r die Vorlage der Erstattungsnachweise Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdegegnerin (Kl&auml;gerin) meldete im August 1999 eine Sendung Schweinefleisch zur Ausfuhr nach Russland an. Mit Schreiben vom 12. Oktober 1999 wurde dem Beklagten und Beschwerdef&uuml;hrer (Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) eine russische &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-181-09-ausfuhrerstattung-ueberraschungsentscheidung-durch-annahme-einer-konkludent-gewaehrten-fristverlaengerung-fuer-die-vorlage-der-erstattungsnachweise\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;B&nbsp;181\/09 &#8211; Ausfuhrerstattung: &Uuml;berraschungsentscheidung durch Annahme einer konkludent gew&auml;hrten Fristverl&auml;ngerung f&uuml;r die Vorlage der Erstattungsnachweise<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-12224","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12224","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12224"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12224\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12224"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12224"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12224"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}