{"id":12255,"date":"2012-12-08T07:18:15","date_gmt":"2012-12-08T05:18:15","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12255"},"modified":"2012-12-08T07:18:15","modified_gmt":"2012-12-08T05:18:15","slug":"x-r-43-08-geldwerter-vorteil-bei-guenstigerem-versicherungstarif-bewertung-von-einnahmen-bei-einem-gewerbetreibenden-typisierende-bewertung-des-geldwerten-vorteils-eines-zinsguenstigen-arbeitgeberdarl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-43-08-geldwerter-vorteil-bei-guenstigerem-versicherungstarif-bewertung-von-einnahmen-bei-einem-gewerbetreibenden-typisierende-bewertung-des-geldwerten-vorteils-eines-zinsguenstigen-arbeitgeberdarl\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;43\/08 &#8211; Geldwerter Vorteil bei g&uuml;nstigerem Versicherungstarif: Bewertung von Einnahmen bei einem Gewerbetreibenden &#8211; Typisierende Bewertung des geldwerten Vorteils eines zinsg&uuml;nstigen Arbeitgeberdarlehens &#8211; Verfassungsrechtliche Unbedenklichkeit des Anwendungsbereichs von &sect; 8 Abs. 3 EStG &#8211; Dualismus der Eink&uuml;nfteermittlung &#8211; Keine Geltendmachung einer willk&uuml;rlichen Ungleichbehandlung anhand einer einzelnen Norm &#8211; Teilwert als Substanzwert &#8211; Entnahmen bei Selbst&auml;ndigen und Sachbez&uuml;ge bei Arbeitnehmern"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.4.2010, X R 43\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Geldwerter Vorteil bei g&uuml;nstigerem Versicherungstarif: Bewertung von Einnahmen bei einem Gewerbetreibenden &#8211; Typisierende Bewertung des geldwerten Vorteils eines zinsg&uuml;nstigen Arbeitgeberdarlehens &#8211; Verfassungsrechtliche Unbedenklichkeit des Anwendungsbereichs von &sect; 8 Abs. 3 EStG &#8211; Dualismus der Eink&uuml;nfteermittlung &#8211; Keine Geltendmachung einer willk&uuml;rlichen Ungleichbehandlung anhand einer einzelnen Norm &#8211; Teilwert als Substanzwert &#8211; Entnahmen bei Selbst&auml;ndigen und Sachbez&uuml;ge bei Arbeitnehmern<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) werden zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Der Kl&auml;ger ist als selbst&auml;ndiger Versicherungsvertreter f&uuml;r die Versicherung &#8230; (V) t&auml;tig. Durch eine Mitteilung des Finanzamts X &#8211;Konzernbetriebspr&uuml;fungsstelle&#8211; vom 7. Dezember 2004 wurde dem Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) bekannt, dass der Kl&auml;ger auf Antrag anstelle einer Provision verg&uuml;nstigte Tarife bei Sach- und Lebensversicherungen erhalten hatte, die nur den Angestellten und den freien Versicherungsvertretern der V gew&auml;hrt wurden (sog. Haustarif). In den entsprechend der Mitteilung des Finanzamts X nach &sect; 173 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 der Abgabenordnung ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheiden 1998 bis 2002 und dem Bescheid f&uuml;r 2003 wurde der geldwerte Vorteil gewinnerh&ouml;hend mit der Differenz zwischen Haus- und g&uuml;nstigstem Kundentarif bewertet. Das FA setzte in dem Einkommensteuerbescheid 1998 vom 22. Dezember 2004 einen geldwerten Vorteil in H&ouml;he von 2.631,63 DM an sowie in den Einkommensteuerbescheiden 1999 bis 2002 vom 9. Februar 2005 Betr&auml;ge von 2.283,05 DM (1999), 2.199,51 DM (2000), 2.221,11 DM (2001) und 1.146,75 EUR (2002). Im Einkommensteuerbescheid 2003 vom 1. Februar 2005 ber&uuml;cksichtigte es 1.158,53 EUR als geldwerten Vorteil.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) mit in Entscheidungen der Finanzgerichte 2009, 235 ver&ouml;ffentlichtem Urteil ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts. Die Haustarife der V st&uuml;nden drei Personengruppen zur Verf&uuml;gung: den eigenen Angestellten der V, den Mitarbeitern der Schwestergesellschaften und den selbst&auml;ndigen Versicherungsvermittlern. F&uuml;r alle drei Fallgruppen w&uuml;rde zun&auml;chst zwar die gleiche Pr&auml;miendifferenz zwischen Haus- und Kundentarif als geldwerter Vorteil ermittelt und der Besteuerung zugrunde gelegt. Bei den eigenen Angestellten werde der geldwerte Vorteil gem&auml;&szlig; &sect; 8 Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) um den Bewertungsabschlag und den Rabattfreibetrag gek&uuml;rzt und nur die verbleibende Differenz der Lohnsteuer unterworfen. Bei den Angestellten anderer Konzerngesellschaften sei zwar die volle Pr&auml;miendifferenz Bemessungsgrundlage nach &sect; 8 Abs. 2 EStG, die Lohnsteuer werde dann aber nach &sect; 40 EStG pauschaliert und vom Arbeitgeber &uuml;bernommen. Nur selbst&auml;ndige Vermittler m&uuml;ssten die volle Pr&auml;miendifferenz als Betriebseinnahme ohne Ber&uuml;cksichtigung der Abschl&auml;ge nach &sect; 8 Abs. 3 EStG und ohne die M&ouml;glichkeit einer Pauschalbesteuerung zu Lasten der Versicherung der Einkommen- und Gewerbesteuer unterwerfen. Die Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Ungleichbehandlung sei h&ouml;chstrichterlich nicht gekl&auml;rt. Im Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 9. Oktober 2002 VI R 164\/01 (BFHE 200, 354, BStBl II 2003, 373) habe das Gericht lediglich in der Ungleichbehandlung der beiden Arbeitnehmer-Fallgruppen noch keinen Versto&szlig; gegen den Gleichheitsgrundsatz gesehen. In der Literatur werde die unterschiedliche Steuerbelastung von Arbeitnehmern und Selbst&auml;ndigen als verfassungswidriger Versto&szlig; gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz des Art. 3 des Grundgesetzes (GG) gewertet (so Gr&ouml;pl, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect; 8 Rz D 5 i.V.m. D 39; Schmidt\/Drenseck, EStG, 27. Aufl., &sect; 8 Rz 65). F&uuml;r die eklatante Schlechterstellung der Selbst&auml;ndigen sei keine sachliche Rechtfertigung erkennbar. Das FG habe verkannt, dass es au&szlig;er dem Abgabepreis der Versicherung keine alternativen Preise anderer Anbieter f&uuml;r dasselbe Produkt gebe, sodass im Ergebnis die Bewertungsma&szlig;st&auml;be im Rahmen des &sect; 8 Abs. 2 EStG und &sect; 8 Abs. 3 EStG identisch seien. Die &uuml;berm&auml;&szlig;ige Belastung der Selbst&auml;ndigen werde daher nicht durch verschiedene Wertma&szlig;st&auml;be, sondern durch die Verweigerung jeglicher Steuervorteile ausgel&ouml;st. W&auml;hrend bei Arbeitnehmern h&auml;ufig &#8211;insbesondere im Falle der &Uuml;bernahme der Pauschalversteuerung durch den Arbeitgeber&#8211; faktisch eine Steuerbefreiung greife, sei die Pr&auml;miendifferenz bei Selbst&auml;ndigen wie jede andere Betriebseinnahme voll der Besteuerung zu unterwerfen. Ein sachliches Argument, weshalb Freibetr&auml;ge und Pauschalierungsm&ouml;glichkeiten zwar Arbeitnehmern, nicht aber Selbst&auml;ndigen zugestanden w&uuml;rden, sei nicht vorstellbar. Dies habe der Gesetzgeber zwischenzeitlich auch erkannt und im Rahmen der ab 2007 neu eingef&uuml;hrten 30 %-igen Pauschalbesteuerung f&uuml;r Sachzuwendungen nach &sect; 37b EStG erstmals auch Selbst&auml;ndige mit einbezogen. Im Streitfall lie&szlig;e sich die Ungleichbehandlung von Arbeitgebern und Selbst&auml;ndigen beseitigen, wenn auch Konkurrenzprodukte in die Betrachtung einbezogen w&uuml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG-Urteil weiche auch vom BFH-Urteil vom 17. August 2005 IX R 10\/05 (BFHE 211, 151, BStBl II 2006, 71) ab. Das FG habe die Hinnahme einer verfassungswidrigen Besteuerung mit einem zu hohen Arbeitsaufwand f&uuml;r die Pr&uuml;fung der Vergleichbarkeit durch die Finanzverwaltung und die Finanzgerichte begr&uuml;ndet. Der BFH habe im Urteil in BFHE 211, 151, BStBl II 2006, 71 hingegen erkannt, dass Mietpreise, die innerhalb der Mietpreisspanne des &ouml;rtlichen Mietspiegels l&auml;gen, die Annahme eines geldwerten Vorteils ausschlie&szlig;en w&uuml;rden. In dieser Entscheidung seien somit Preise aller &quot;konkurrierenden Produkte&quot; herangezogen worden. &Uuml;bertrage man den Rechtsgedanken der BFH-Entscheidung in BFHE 211, 151, BStBl II 2006, 71 auf den Streitfall, bedeute dies, dass der Haustarif eines Versicherers dann keinen geldwerten Vorteil darstelle, wenn die Pr&auml;mie innerhalb einer Spanne gleichartiger Produkte konkurrierender Anbieter liege.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch in anderen F&auml;llen seien Vereinfachungen vorgesehen worden. So k&ouml;nne der geldwerte Vorteil eines verbilligten Arbeitgeberdarlehens durch Vergleich mit den Durchschnittss&auml;tzen ermittelt werden, die von der Bundesbank ver&ouml;ffentlich w&uuml;rden. Ein sachlicher Grund, Vereinfachungsregelungen zwar bei Wohnungs&uuml;berlassungen und bei Darlehensverh&auml;ltnissen zuzulassen, nicht aber bei Versicherungsleistungen, sei nicht ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Anforderungen, die das FG an den Nachweis der Vergleichbarkeit bei Versicherungen stelle, seien vor dem Hintergrund der Bandbreitenrechtsprechung zur Wohnungs&uuml;berlassung sowie den Vereinfachungen bei Arbeitgeberdarlehen vollkommen &uuml;berzogen. Sie verstie&szlig;en gegen das Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsprinzip. Im Streitfall k&ouml;nne zudem der Nachweis, dass ein geldwerter Vorteil in der vom FA gesch&auml;tzten H&ouml;he nicht gegeben sei, auch ohne R&uuml;ckgriff auf Konkurrenzprodukte gef&uuml;hrt werden. Bereits die Gruppenversicherungsangebote der V seien kaum teurer als die Haustarife. W&auml;ren die massiven Steuerbelastungen bereits bei Vertragsschluss erkennbar gewesen, h&auml;tte sich kein selbst&auml;ndiger Vermittler hierf&uuml;r entschieden, sondern &#8211;gegen einen geringf&uuml;gigen Vereinsbeitrag&#8211; den Gruppentarif Y gew&auml;hlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das FG-Urteil sowie den Einkommensteuerbescheid 1998 vom 22. Dezember 2004 und die Einkommensteuerbescheide 1999 bis 2002 vom 9. Februar 2005 jeweils in Gestalt der Einspruchsentscheidung aufzuheben sowie die Einkommensteuer 2003 unter Ab&auml;nderung des Bescheids vom 1. Februar 2005 ohne Ber&uuml;cksichtigung eines geldwerten Vorteils in H&ouml;he von 1.158,53 EUR festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Meinung der Kl&auml;ger komme es nicht darauf an, ob ein anderer Dienstleister funktionsgleiche Dienstleistungen zu g&uuml;nstigeren Preisen anbiete, da andernfalls die Bewertungsregel des &sect; 8 Abs. 2 Satz 1 EStG nicht handhabbar w&auml;re. Ein Arbeitgeber, der Steuerpflichtige oder das FA w&auml;ren nicht in der Lage festzustellen, welche am Markt angebotenen Dienstleistungen funktionsgleich und qualitativ gleichwertig w&auml;ren. Gerade die letzten Entwicklungen am Finanzmarkt zeigten deutlich, dass es durchaus darauf ankomme, bei welchem Gew&auml;hrtr&auml;ger (Versicherer) ein Vertrag abgeschlossen werde. Allein auf die versprochene Ablaufleistung abzustellen, sei nicht sachgerecht. Hierbei handle es sich lediglich um eine voraussichtliche Summe. Die &Uuml;berschussbeteiligung sei nicht garantiert, sondern von unterschiedlichen Faktoren (m&ouml;gliche Anlage der Versicherungsbeitr&auml;ge, H&ouml;he der erzielten Zinsen) abh&auml;ngig. Durch die Bewertungsregelungen des &sect; 8 Abs. 2 und 3 EStG habe der Gesetzgeber den ihm zustehenden Gestaltungsspielraum nicht &uuml;berschritten und Art. 3 GG nicht verletzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Zu Recht hat das FG in H&ouml;he der Differenz zwischen den Pr&auml;mien des Haustarifs und den g&uuml;nstigsten Pr&auml;mien f&uuml;r fremde Dritte einen als Betriebseinnahme (&sect; 4 Abs. 1 EStG) zu erfassenden geldwerten Vorteil gesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Zutreffend hat das FG den geldwerten Vorteil des Kl&auml;gers nach &sect; 8 Abs. 2 EStG bewertet. Der Kl&auml;ger ist nicht Arbeitnehmer der V; &sect; 8 Abs. 3 EStG ist folglich nicht einschl&auml;gig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 8 Abs. 2 Satz 1 EStG in der f&uuml;r den Streitfall geltenden Fassung sind Einnahmen, die nicht in Geld bestehen, (Wohnung, Kost, Waren, Dienstleistungen und sonstige Sachbez&uuml;ge) mit den (um &uuml;bliche Preisnachl&auml;sse geminderten) Endpreisen am Abgabeort anzusetzen. Dabei ist der Endpreis f&uuml;r die konkrete &#8211;verbilligt oder unentgeltlich&#8211; &uuml;berlassene Ware oder Dienstleistung des fraglichen Herstellers oder Dienstleisters zu ermitteln und nicht der Endpreis f&uuml;r funktionsgleiche qualitativ gleichwertige Waren oder Dienstleistungen. Entscheidend f&uuml;r die Bejahung eines geldwerten Vorteils durch den verbilligten oder unentgeltlichen Sachbezug ist, dass ein objektiver Betrachter aus der Sicht des Empf&auml;ngers einen geldwerten Vorteil im Sinne einer objektiven Bereicherung bejahen w&uuml;rde (vgl. BFH-Urteil vom 30. Mai 2001 VI R 123\/00, BFHE 195, 376, BStBl II 2002, 230, m.w.N.; vom 28. Juni 2007 VI R 45\/02, BFH\/NV 2007, 1871). Am Markt werden f&uuml;r funktionsgleiche und qualitativ gleichwertige Waren und Dienstleistungen unterschiedlicher Hersteller und Dienstleister durchaus unterschiedliche Preise gezahlt. Einzelne Produkte erfreuen sich gegen&uuml;ber funktionsgleichen und qualitativ gleichwertigen Produkten anderer Hersteller oder Dienstleister einer h&ouml;heren Wertsch&auml;tzung. Werden am Markt f&uuml;r diese h&ouml;her bewerteten Waren oder Dienstleistungen h&ouml;here Preise gezahlt als f&uuml;r funktionsgleiche und qualitativ gleichwertige Produkte, ist derjenige, der das am Markt h&ouml;her bewertete Produkt zu einem verbilligten Preis erh&auml;lt, objektiv bereichert. Er kann nicht einwenden, die ihm verbilligt oder unentgeltlich &uuml;berlassene konkrete Ware oder Dienstleistung ansonsten nicht erworben und deshalb keinen Vorteil erlangt zu haben. Entscheidend ist, dass er den Vorteil tats&auml;chlich in Anspruch genommen hat (vgl. BFH-Urteil in BFHE 195, 376, BStBl II 2002, 230, m.w.N.). Ebenso kann er nicht geltend machen, ansonsten eine andere funktionsgleiche und qualitativ gleichwertige Ware oder Dienstleistung zu einem geringeren als dem &uuml;blichen Endpreis der in Rede stehenden Ware oder Dienstleistung erworben zu haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zutreffend hat das FG in &Uuml;bereinstimmung mit der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung in diesem Zusammenhang darauf abgestellt, dass bei einer anderen Auslegung die Bewertungsregel in &sect; 8 Abs. 2 Satz 1 EStG nicht handhabbar w&auml;re. Zwar wenden die Kl&auml;ger hiergegen ein, die Entscheidung des VI. Senats des BFH in BFHE 195, 376, BStBl II 2002, 230 sei im Hinblick auf die Entlastung des Arbeitsgebers und dessen Schutz vor Haftungsfolgen gerechtfertigt; bei selbst&auml;ndigen Versicherungsvermittlern mit Eink&uuml;nften aus Gewerbebetrieb obliege jedoch diesen die Aufgabe, g&uuml;nstigere Konkurrenzprodukte zu ermitteln und deren Vergleichbarkeit nachzuweisen (vgl. hierzu auch Kuhsel, Betriebs-Berater 2002, 124, unter IV.2.). Bei dieser &Uuml;berlegung &uuml;bersehen sie jedoch, dass FA und FG &uuml;berpr&uuml;fen m&uuml;ssten, ob die vom Kl&auml;ger ermittelten, am Markt angebotenen Versicherungen den von ihm bei V abgeschlossenen Sach- und Lebensversicherungen tats&auml;chlich funktionsgleich und qualitativ gleichwertig sind. Diese Leistung k&ouml;nnen weder FA noch FG erbringen. Nur Risikolebensversicherungen (und eine solche hat der Kl&auml;ger bei der V nicht abgeschlossen) lassen sich ausschlie&szlig;lich &uuml;ber den Preis vergleichen. Angesichts der Tatsache, dass heute Versicherungsprodukte vom Kunden nach den eigenen Bed&uuml;rfnissen zusammengestellt werden k&ouml;nnen, l&auml;sst sich deren Qualit&auml;t nur schwer vergleichen. Ratings in den von den Kl&auml;gern angef&uuml;hrten Zeitschriften k&ouml;nnen allenfalls gewisse Hinweise liefern. Auch die Kundenorientierung der zu vergleichenden Versicherungen m&uuml;sste bei der Pr&uuml;fung der Vergleichbarkeit bewertet werden. Doch welcher Betrag soll angesetzt werden, weil die Hausratversicherung nach einem Rohrbruch einen Klempner organisiert, die Krankenversicherung bei Behandlungsfehlern juristischen Rat erteilt oder ein Geb&auml;udeversicherer Unwetterwarnungen aufs Handy schickt? Wie sollen FA und FG das Verhalten der verschiedenen Versicherungen bei Schadensregulierungen beurteilen? Zutreffend weist das FA in der Revisionserwiderung auch darauf hin, dass beispielsweise bei Lebensversicherungen die Bonit&auml;t des Versicherers von entscheidender Bedeutung und die &Uuml;berschussbeteiligung nicht garantiert, sondern z.B. von der Situation auf den Finanzm&auml;rkten, den Anlageentscheidungen der Versicherungsgesellschaft und vielem anderem mehr abh&auml;ngig sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Feststellungen des FG zu dem von den Kl&auml;gern vorgetragenen Umstand, dass die V einen Gruppenversicherungstarif anbiete, der erheblich unter dem zur Berechnung des geldwerten Vorteils herangezogenen Entgelt liege, fehlen. Die in diesem Zusammenhang von den Kl&auml;gern erhobene R&uuml;ge mangelnder Sachaufkl&auml;rung durch das FG greift nicht. Zum einen haben die Kl&auml;ger im finanzgerichtlichen Verfahren keinen entsprechenden Beweisantrag gestellt. Zum anderen haben sie &#8211;obwohl sie in der m&uuml;ndlichen Verhandlung durch einen Steuerberater vertreten waren&#8211; es ausweislich des Protokolls &uuml;ber die m&uuml;ndliche Verhandlung unterlassen, die mangelnde Sachaufkl&auml;rung durch das FG in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vom 14. Dezember 2007 zu r&uuml;gen; sie k&ouml;nnen sich deshalb hierauf nicht mehr berufen (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 12. Mai 2009 V R 24\/08, BFHE 226, 364).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Auffassung der Kl&auml;ger k&auml;me der Gruppenversicherungstarif bei der Bewertung des geldwerten Vorteils durch Inanspruchnahme des Haustarifs der V auch nicht in Betracht. Tarifverg&uuml;nstigungen aus Sammel- bzw. Gruppenversicherungsvertr&auml;gen sind n&auml;mlich f&uuml;r die Versicherten von der Erf&uuml;llung weiterer einschr&auml;nkender Kriterien wie Zugeh&ouml;rigkeit zu einer bestimmten Gruppe, Mitgliedschaft in einem Verein, einer Mindestanzahl versicherter Personen etc. abh&auml;ngig (vgl. hierzu auch BFH-Urteil in BFH\/NV 2007, 1871).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Aus dem BFH-Urteil in BFHE 211, 151, BStBl II 2006, 71 und dem Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 13. Juni 2007 IV C 5-S 2334\/07\/0009, 2007\/0255889 (BStBl I 2007, 502) k&ouml;nnen die Kl&auml;ger kein f&uuml;r sie g&uuml;nstiges Ergebnis ableiten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend die V feste Kundentarife hat und auf diese bei der Berechnung des geldwerten Vorteils des Kl&auml;gers abgestellt werden kann, gibt es &#8211;wie der Kl&auml;gervertreter in der m&uuml;ndlichen Verhandlung auch ausgef&uuml;hrt hat&#8211; demgegen&uuml;ber bei dem Vergleich von Mietpreisen keine punktgenaue Einzelmiete. F&uuml;r in jeder Hinsicht vergleichbare Wohnungen ist &ouml;rtlich vielmehr eine gewisse Bandbreite von zu zahlenden Mieten typisch. Deshalb l&auml;sst die sachgerechte Erfassung einer solchen Schwankungsmiete im Mietspiegel die Feststellung zu, dass jeder Mietzins innerhalb der zu ber&uuml;cksichtigenden Spanne die orts&uuml;bliche Miete ist. Aus dieser Tatsache hat der IX. Senat im Urteil in BFHE 211, 151, BStBl II 2006, 71 gefolgert, jeder Mietzins in der Bandbreite des Mietspiegels sei der &quot;&uuml;bliche Endpreis am Abgabeort&quot; i.S. des &sect; 8 Abs. 2 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Bewertung des geldwerten Vorteils eines zinsg&uuml;nstigen Arbeitgeberdarlehens nach &sect; 8 Abs. 2 EStG kommt nur bei Arbeitnehmern in Betracht, deren Arbeitgeber nicht die Vergabe von Darlehen als Unternehmenszweck betreiben, also z.B. bei Arbeitnehmern eines Einzelh&auml;ndlers. Erh&auml;lt demgegen&uuml;ber ein Sparkassenangestellter ein zinsg&uuml;nstiges Arbeitgeberdarlehen, ist sein geldwerter Vorteil nach &sect; 8 Abs. 3 EStG zu bewerten. Nur f&uuml;r die erstgenannten F&auml;lle gilt die Vereinfachungsregelung im BMF-Schreiben in BStBl I 2007, 502, wonach bei der Feststellung des markt&uuml;blichen Zinssatzes die bei Vertragsabschluss von der Deutschen Bundesbank zuletzt ver&ouml;ffentlichen Effektivzinss&auml;tze &#8211;also die gewichteten Durchschnittszinss&auml;tze&#8211; herangezogen werden k&ouml;nnen. Angesichts der Tatsache, dass die Durchschnittszinss&auml;tze regional nicht stark divergieren, somit also wohl auch den Durchschnittszinss&auml;tzen am Abgabeort entsprechen d&uuml;rften, ist diese Vereinfachungsregelung nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Umstand, dass &sect; 8 Abs. 3 EStG (pauschaler Abschlag auf den Endpreis von 4 %, Rabattfreibetrag in den Streitjahren 1998 bis 2001&nbsp;&nbsp;2.400 DM, ab 2002&nbsp;&nbsp;1.224 EUR, heute 1.080 EUR) auf Arbeitnehmer beschr&auml;nkt ist und z.B. selbst&auml;ndige Versicherungsvertreter nicht umfasst, ist verfassungsrechtlich unbedenklich (so auch Birk\/Kister in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect; 8 EStG Rz 147; Steiner in Lademann, EStG, &sect; 8 EStG Rz 178; zweifelnd Schmidt\/Drenseck, EStG, 29. Aufl., &sect; 8 Rz 75; Gr&ouml;pl, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect; 8 Rz D 5 i.V.m. D 34, D 39).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Bereits mit Urteil vom 9. Oktober 2002 VI R 164\/01 (BFHE 200, 354, BStBl II 2003, 373) hatte der BFH entschieden, dass die Beschr&auml;nkung des Bewertungsabschlags von 4 % und des Rabattfreibetrags auf die Produktpalette des Arbeitgebers weder gegen Art. 3 Abs. 1 GG verst&ouml;&szlig;t noch verfassungskonform auszulegen ist. Zwar komme &sect; 8 Abs. 3 EStG vor allem Arbeitnehmern in &quot;verbraucherorientierten&quot; Branchen zugute und Besch&auml;ftigte in anderen Branchen w&uuml;rden nicht oder nur in geringem Umfang davon profitieren. Dies gelte allerdings f&uuml;r eine Vielzahl von steuerlichen Erleichterungen, die auf Steuerbefreiungen, auf der M&ouml;glichkeit der abgeltenden Pauschalbesteuerung oder auf typisierenden Bewertungen beruhen und bei denen die Vorteilhaftigkeit von der Bereitschaft des Arbeitgebers abh&auml;nge, sich der diesbez&uuml;glichen Lohnformen zu bedienen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ebenso wenig ist nach Ansicht des erkennenden Senats zu beanstanden, dass nur Arbeitnehmer, nicht aber Selbst&auml;ndige den Bewertungsabschlag von 4 % und den Rabattfreibetrag erhalten. Der Vergleich der steuerlichen Verg&uuml;nstigungen f&uuml;r Selbst&auml;ndige und Arbeitnehmer darf sich nicht nur auf eine Vorschrift beschr&auml;nken. Es ist vielmehr erforderlich, in einem Gesamtvergleich die steuererheblichen Unterschiede zwischen den Lohneink&uuml;nften und den gewerblichen Eink&uuml;nften zu analysieren und zu bewerten (vgl. hierzu auch Senatsurteil vom 9. Dezember 2009 X R 28\/07, BFHE 227, 165, BStBl II 2010, 348). In diesen Gesamtvergleich ist beispielsweise auch der Umstand einzubeziehen, dass Arbeitnehmereink&uuml;nfte dem Lohnsteuerabzugsverfahren unterliegen. Selbst&auml;ndige hingegen treffen mit Kosten verbundene Erkl&auml;rungs- und Buchf&uuml;hrungspflichten. Von Bedeutung ist zudem, dass das deutsche Einkommensteuerrecht durch den Dualismus der Eink&uuml;nfteermittlung gepr&auml;gt wird (Gewinneink&uuml;nfte nach &sect; 2 Abs. 2 Nr. 1 EStG und &Uuml;berschusseink&uuml;nfte nach &sect; 2 Abs. 2 Nr. 2 EStG) und dies nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts nicht gleichheitswidrig ist (z.B. Beschluss vom 11. Mai 1970&nbsp;&nbsp;1 BvL 17\/67, BVerfGE 28, 227). Auch wenn in den vergangenen Jahren Unterschiede in der Besteuerung von Gewinn- und &Uuml;berschusseink&uuml;nften beseitigt wurden, verbleiben Unterschiede. Steuerpflichtige mit Gewinneink&uuml;nften k&ouml;nnen beispielsweise durch die Bildung eines Investitionsabzugsbetrags nach &sect; 7g EStG die H&ouml;he und die zeitliche Zuordnung ihres Gewinns beeinflussen. Auch nach Einf&uuml;hrung der Abgeltungssteuer werden Gewinne aus der Ver&auml;u&szlig;erung von zur Erzielung von Eink&uuml;nften genutzten Wirtschaftsg&uuml;tern bei Gewinn- und &Uuml;berschusseink&uuml;nften unterschiedlich erfasst. Unterschiedlich behandelt werden auch nachtr&auml;gliche Schuldzinsen bei den Gewinneink&uuml;nften einerseits und den &Uuml;berschusseink&uuml;nften andererseits. Angesichts dieser unterschiedlichen Regelungen kann nicht ein einzelner Bereich &#8211;hier: die Bewertung des geldwerten Vorteils durch &sect; 8 Abs. 2 bzw. 3 EStG&#8211; herausgegriffen und an diesem eine willk&uuml;rliche Ungleichbehandlung festgemacht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Schlie&szlig;lich kommt Entnahmen bei Selbst&auml;ndigen eine &auml;hnliche Funktion zu wie Sachbez&uuml;gen bei Arbeitnehmern (vgl. auch BTDrucks 11\/2536, 48). Entnahmen werden nach &sect; 6 Abs. 1 Nr. 4 EStG mit dem Teilwert bewertet. Teilwert ist grunds&auml;tzlich der Substanzwert des entnommenen Gegenstandes (vgl. BFH-Urteil vom 19. Juli 1995 I R 56\/94, BFHE 179, 19, BStBl II 1996, 28; Schmidt\/Kulosa, EStG, 29. Aufl., &sect; 6 Rz 234). Im Substanzwert einer im Betrieb hergestellten Ware ist jedoch kein Gewinn oder Unternehmerlohn enthalten. Es ist der Selbstkostenpreis der Ware. Der Preisabschlag nach &sect; 8 Abs. 3 Satz 1 EStG und der Rabattfreibetrag (&sect; 8 Abs. 3 Satz 2 EStG) k&ouml;nnen als pauschalierter Ausgleich dieses Vorteils der Selbst&auml;ndigen verstanden werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.4.2010, X R 43\/08 Geldwerter Vorteil bei g&uuml;nstigerem Versicherungstarif: Bewertung von Einnahmen bei einem Gewerbetreibenden &#8211; Typisierende Bewertung des geldwerten Vorteils eines zinsg&uuml;nstigen Arbeitgeberdarlehens &#8211; Verfassungsrechtliche Unbedenklichkeit des Anwendungsbereichs von &sect; 8 Abs. 3 EStG &#8211; Dualismus der Eink&uuml;nfteermittlung &#8211; Keine Geltendmachung einer willk&uuml;rlichen Ungleichbehandlung anhand einer einzelnen Norm &#8211; Teilwert als &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-43-08-geldwerter-vorteil-bei-guenstigerem-versicherungstarif-bewertung-von-einnahmen-bei-einem-gewerbetreibenden-typisierende-bewertung-des-geldwerten-vorteils-eines-zinsguenstigen-arbeitgeberdarl\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;43\/08 &#8211; Geldwerter Vorteil bei g&uuml;nstigerem Versicherungstarif: Bewertung von Einnahmen bei einem Gewerbetreibenden &#8211; Typisierende Bewertung des geldwerten Vorteils eines zinsg&uuml;nstigen Arbeitgeberdarlehens &#8211; Verfassungsrechtliche Unbedenklichkeit des Anwendungsbereichs von &sect; 8 Abs. 3 EStG &#8211; Dualismus der Eink&uuml;nfteermittlung &#8211; Keine Geltendmachung einer willk&uuml;rlichen Ungleichbehandlung anhand einer einzelnen Norm &#8211; Teilwert als Substanzwert &#8211; Entnahmen bei Selbst&auml;ndigen und Sachbez&uuml;ge bei Arbeitnehmern<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-12255","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12255","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12255"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12255\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12255"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12255"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12255"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}