{"id":12259,"date":"2012-12-19T16:00:12","date_gmt":"2012-12-19T14:00:12","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12259"},"modified":"2012-12-19T16:00:12","modified_gmt":"2012-12-19T14:00:12","slug":"iii-r-1-08-kindergeld-fuer-nicht-freizuegigkeitsberechtigte-auslaender","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-1-08-kindergeld-fuer-nicht-freizuegigkeitsberechtigte-auslaender\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;1\/08 &#8211; Kindergeld f&uuml;r nicht freiz&uuml;gigkeitsberechtigte Ausl&auml;nder"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 28.4.2010, III R 1\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Kindergeld f&uuml;r nicht freiz&uuml;gigkeitsberechtigte Ausl&auml;nder<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Trotz der zu &sect; 1 Abs. 6 BErzGG ergangenen Vorlagebeschl&uuml;sse des BSG vom 3. Dezember 2009 B 10 EG 5\/08 R, B 10 EG 6\/08 R und B 10 EG 7\/08 R ist es verfassungsrechtlich unbedenklich, dass der Kindergeldanspruch nicht freiz&uuml;gigkeitsberechtigter Ausl&auml;nder, die im Besitz bestimmter Aufenthaltstitel sind, nach &sect; 62 Abs. 2 Nr. 2 Buchst. c EStG n.F. von der Integration in den deutschen Arbeitsmarkt abh&auml;ngt (Festhalten am Senatsurteil vom 22. November 2007 III R 54\/02, BFHE 220, 45, BStBl II 2009, 913).<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die aus dem ehemaligen Jugoslawien stammende Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) reiste im November 2000 im Alter von 18 Jahren in die Bundesrepublik Deutschland (Bundesrepublik) ein, um zu ihrem 16 Jahre alten Verlobten A zu ziehen. Zun&auml;chst war sie ausl&auml;nderrechtlich geduldet. In der Folgezeit brachte sie zwei Kinder zur Welt. Nachdem der mazedonische Einwanderer E, der im Besitz einer Niederlassungserlaubnis war, die Vaterschaft f&uuml;r ein drittes, im Juni 2005 geborenes Kind anerkannt hatte, erhielt dieses die deutsche Staatsb&uuml;rgerschaft. Der Unterhalt der Kl&auml;gerin und ihrer Kinder war durch Sozialleistungen der Stadt D sichergestellt. Die Ausl&auml;nderbeh&ouml;rde erteilte der Kl&auml;gerin im Dezember 2005 eine Aufenthaltserlaubnis nach &sect; 25 Abs. 5 des Aufenthaltsgesetzes (AufenthG). Die Kl&auml;gerin beantragte noch im gleichen Monat Kindergeld f&uuml;r ihre drei Kinder. Die Beklagte und Revisionsbeklagte (Familienkasse) lehnte den Antrag ab. Der Einspruch der Kl&auml;gerin hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage durch Urteil vom 9. November 2007&nbsp;&nbsp;18 K 1580\/06 Kg (Entscheidungen der Finanzgerichte 2008, 388) ab. Es f&uuml;hrte im Wesentlichen aus, die Beschr&auml;nkung der Kindergeldberechtigung von Ausl&auml;ndern nach &sect; 62 Abs. 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) i.d.F. des Art. 2 des Gesetzes zur Anspruchsberechtigung von Ausl&auml;ndern wegen Kindergeld, Erziehungsgeld und Unterhaltsvorschuss &#8211;AuslAnsprG&#8211; vom 13. Dezember 2006 (BGBl I 2006, 2915, BStBl I 2007, 62) f&uuml;hre im Streitfall nicht zu einem verfassungswidrigen Ergebnis, da der Lebensunterhalt der Kl&auml;gerin und ihrer Kinder durch Sozialleistungen gesichert gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung der Revision tr&auml;gt die Kl&auml;gerin vor, es versto&szlig;e gegen den Gleichheitssatz nach Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes (GG), wenn Ausl&auml;nder mit einer Aufenthaltserlaubnis nach &sect; 25 Abs. 5 AufenthG keinen Anspruch auf Kindergeld h&auml;tten, wohl aber solche mit einer Erlaubnis nach &sect; 28 Abs. 1 AufenthG. Gleichheitswidrig sei auch, dass das Kindergeld f&uuml;r Kinder mit deutscher Staatsangeh&ouml;rigkeit vom Aufenthaltstitel der Mutter abh&auml;nge. Als Mutter eines deutschen Kindes habe sie, die Kl&auml;gerin, Anspruch auf eine Aufenthaltserlaubnis nach &sect; 28 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 AufenthG gehabt. Sie sei als Angeh&ouml;rige des Volkes der Roma aus dem ehemaligen Jugoslawien geflohen, weil sie dort diskriminiert worden sei. Nur wegen einer Ausweisungsverf&uuml;gung habe sie lediglich eine Erlaubnis nach &sect; 25 Abs. 5 AufenthG erhalten. Dies sei auf die fehlerhafte Beratung durch die Ausl&auml;nderbeh&ouml;rde zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, die ihr Begehren nicht als Asylantrag aufgefasst und deshalb eine Duldung ausgesprochen habe. Die Art der Aufenthaltserlaubnis sei kein geeignetes Kriterium f&uuml;r die Kindergeldberechtigung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, das angefochtene Urteil, den Ablehnungsbescheid vom 28. Dezember 2005 sowie die dazu ergangene Einspruchsentscheidung vom 13. M&auml;rz 2006 aufzuheben und die Familienkasse zu verpflichten, Kindergeld f&uuml;r drei Kinder ab Dezember 2005 zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt, die Revision der Kl&auml;gerin zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und wird zur&uuml;ckgewiesen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Kl&auml;gerin hat f&uuml;r den streitigen Zeitraum keinen Anspruch auf Kindergeld.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Neuregelung der Kindergeldberechtigung nicht freiz&uuml;gigkeitsberechtigter Ausl&auml;nder in &sect; 62 Abs. 2 EStG n.F. ist mit Wirkung vom 1. Januar 2006 in Kraft getreten und erfasst gem&auml;&szlig; &sect; 52 Abs. 61a Satz 2 EStG alle Sachverhalte, bei denen das Kindergeld noch nicht bestandskr&auml;ftig festgesetzt worden ist. Die Gesetzes&auml;nderung war eine Reaktion auf den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) vom 6. Juli 2004&nbsp;&nbsp;1 BvL 4\/97 (BVerfGE 111, 160, BFH\/NV 2005, Beilage 2, 114), in dem dieses &sect; 1 Abs. 3 des Bundeskindergeldgesetzes i.d.F. des Ersten Gesetzes zur Umsetzung des Spar-, Konsolidierungs- und Wachstumsprogramms vom 21. Dezember 1993 (BGBl I 1993, 2353) als insoweit unvereinbar mit Art. 3 Abs. 1 GG ansah, als die Gew&auml;hrung von Kindergeld allein von der Art der ausl&auml;nderrechtlichen Aufenthaltsgenehmigung nach dem Ausl&auml;ndergesetz 1990 abhing. Das Gesetz stellt in &sect; 62 Abs. 2 Nr. 3 EStG n.F. nunmehr auf die Integration nicht freiz&uuml;gigkeitsberechtigter Ausl&auml;nder in den deutschen Arbeitsmarkt ab. Damit ist der Gesetzgeber den Vorgaben des BVerfG nachgekommen, das beanstandet hatte, dass die fr&uuml;here Regelung nur ausl&auml;ndische Eltern benachteiligte, die legal in der Bundesrepublik lebten und bereits in den Arbeitsmarkt integriert waren (s. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 111, 160, BFH\/NV 2005, Beilage 2, 114, unter B.III.4.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Senat hat mit Urteilen vom 15. M&auml;rz 2007 III R 93\/03 (BFHE 217, 443, BStBl II 2009, 905) sowie vom 22. November 2007 III R 54\/02 (BFHE 220, 45, BStBl II 2009, 913) entschieden, dass der Gesetzgeber bei der Neuregelung der Kindergeldberechtigung in &sect; 62 Abs. 2 EStG n.F. im Rahmen des ihm zustehenden Gestaltungsspielraums handelte, als er die Kindergeldberechtigung von Ausl&auml;ndern vom Besitz bestimmter Aufenthaltstitel nach dem AufenthG abh&auml;ngig machte und bei einzelnen Titeln, die einen schw&auml;cheren aufenthaltsrechtlichen Status vermitteln, dar&uuml;ber hinaus von einem mindestens dreij&auml;hrigen rechtm&auml;&szlig;igen, gestatteten oder geduldeten Aufenthalt im Bundesgebiet sowie von einer berechtigten Erwerbst&auml;tigkeit, vom Bezug laufender Geldleistungen nach dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch (SGB III) oder von der Inanspruchnahme von Elternzeit (&sect; 62 Abs. 2 Nr. 2 Buchst. c, Nr. 3 EStG n.F.). An den Grunds&auml;tzen dieser Urteile h&auml;lt der Senat fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Vorlagebeschl&uuml;sse des Bundessozialgerichts (BSG) nach Art. 100 Abs. 1 GG vom 3. Dezember 2009&nbsp;&nbsp;B 10 EG 5\/08 R, B 10 EG 6\/08 R sowie B 10 EG 7\/08 R (juris), die zur wortgleichen Regelung der Berechtigung von Ausl&auml;ndern zur Inanspruchnahme von Erziehungsgeld nach &sect; 1 Abs. 6 des Gesetzes zum Erziehungsgeld und zur Elternzeit (BErzGG) i.d.F. des AuslAnsprG ergangen sind, begr&uuml;nden keine Zweifel an der Verfassungskonformit&auml;t des &sect; 62 Abs. 2 EStG n.F.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das BSG hat verfassungsrechtliche Bedenken hinsichtlich des Ausschlusses der Anspruchsberechtigung von Ausl&auml;ndern sowohl in F&auml;llen, in denen die aktuelle Einbindung in den Arbeitsmarkt w&auml;hrend der f&uuml;r das Erziehungsgeld in Betracht kommenden Bezugszeit wegf&auml;llt oder schon vorher weggefallen ist, als auch dann, wenn nur der Ehepartner des Ausl&auml;nders nach Ma&szlig;gabe der gesetzlichen Anspruchsvoraussetzungen aktuell in den Arbeitsmarkt integriert ist. Dar&uuml;ber hinaus ist nach Meinung des BSG die &quot;Voraussetzung des aktuellen Bezugs des Ausl&auml;nders zum Arbeitsmarkt auch nicht als verfassungsrechtlich zul&auml;ssige Typisierung gerechtfertigt&quot;. Der Gesetzgeber habe nicht typischerweise all jene Ausl&auml;nder erfasst, denen trotz eines urspr&uuml;nglich nur als vor&uuml;bergehend vorgesehenen Aufenthalts eine &quot;g&uuml;nstige&quot; Daueraufenthaltsprognose gestellt werden k&ouml;nne. Der &quot;aktuelle Bezug zum Arbeitsmarkt&quot; sei zwar ein m&ouml;glicher, jedoch &quot;ein zu eng begrenzter Faktor&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die vom BSG vorgebrachten Bedenken gegen &sect; 1 Abs. 6 BErzGG kommen im steuerrechtlichen Kindergeld nicht zum Tragen, da das Kindergeld, anders als das Erziehungsgeld (s. &sect; 8 Abs. 1 Satz 1 BErzGG), als Einkommen auf Sozialleistungen angerechnet wird. Die Anrechnung des Kindergeldes ist verfassungsgem&auml;&szlig; (vgl. BVerfG-Beschluss vom 11. M&auml;rz 2010&nbsp;&nbsp;1 BvR 3163\/09, Zeitschrift f&uuml;r das gesamte Familienrecht 2010, 800, zu Leistungen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch &#8211;SGB II&#8211;). Nicht in den Arbeitsmarkt integrierte Ausl&auml;nder, die nach &sect; 62 Abs. 2 EStG n.F. keinen Anspruch auf Kindergeld haben, erhalten typischerweise Sozialleistungen, deren H&ouml;he sich u.a. nach der Anzahl der im gemeinsamen Haushalt lebenden Kinder richtet. Solchen Ausl&auml;ndern entsteht durch die Beschr&auml;nkung der Kindergeldberechtigung in &sect; 62 Abs. 2 EStG n.F. typischerweise kein finanzieller Nachteil, der zu einem Versto&szlig; gegen Art. 3 Abs. 1 GG f&uuml;hren k&ouml;nnte. Ausl&auml;ndern, die Anspruch auf Kindergeld haben und die dar&uuml;ber hinaus Sozialleistungen beziehen, wird das Kindergeld entweder als Einkommen des anspruchsberechtigten Elternteils oder als Einkommen des minderj&auml;hrigen Kindes (vgl. &sect; 11 Abs. 1 Satz 3 SGB II, &sect; 82 Abs. 1 Satz 2 des Zw&ouml;lften Buches Sozialgesetzbuch) auf die Sozialleistungen angerechnet oder auf Antrag nach &sect; 74 Abs. 2 EStG i.V.m. &sect; 104 des Zehnten Buches Sozialgesetzbuch an den Sozialleistungstr&auml;ger erstattet oder nach &sect; 74 Abs. 1 Satz 4 EStG an ihn abgezweigt. Eine Ausweitung der Kindergeldberechtigung nicht freiz&uuml;gigkeitsberechtigter Ausl&auml;nder, die ihren Unterhalt mit Sozialleistungen bestreiten, br&auml;chte f&uuml;r diese somit in der Regel keine finanziellen Vorteile. Selbst wenn das BVerfG auf die Vorlagebeschl&uuml;sse des BSG hin &sect; 1 Abs. 6 BErzGG als verfassungswidrig ansehen und der Gesetzgeber zu einer Neuregelung f&uuml;r die Vergangenheit gezwungen sein sollte, h&auml;tte dieser keinen Anlass, die Voraussetzungen f&uuml;r die Kindergeldberechtigung nicht freiz&uuml;gigkeitsberechtigter Ausl&auml;nder nach &sect; 62 Abs. 2 EStG zu &auml;ndern. Es besteht somit auch kein Grund, das vorliegende Verfahren entsprechend &sect; 74 FGO auszusetzen und die Entscheidung des BVerfG &uuml;ber die Vorlagebeschl&uuml;sse des BSG abzuwarten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Auch der vom BVerfG im Beschluss in BVerfGE 111, 160, BFH\/NV 2005, Beilage 2, 114 angef&uuml;hrte Gesichtspunkt, dass der Wegfall von Kindergeld und die Inanspruchnahme (erg&auml;nzender) Sozialhilfe die Chancen von Ausl&auml;ndern verringern k&ouml;nnte, ihren Aufenthaltsstatus zu verbessern, begr&uuml;ndet keine Zweifel an der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des &sect; 62 Abs. 2 EStG n.F. Nach dem ab 2005 geltenden Aufenthaltsrecht setzt die Erteilung eines Aufenthaltstitels in der Regel voraus, dass der Lebensunterhalt gesichert ist (&sect; 5 Abs. 1 Nr. 1 AufenthG). Dabei ist auch zu pr&uuml;fen, ob ein Ausl&auml;nder nach Erteilung eines bestimmten Titels Kindergeld erh&auml;lt (s. &sect; 2 Abs. 3 Satz 2 AufenthG). Der bisherige Bezug von Sozialhilfe ist somit kein Grund, die Erteilung eines Aufenthaltstitels abzulehnen, wenn ein Ausl&auml;nder mit Hilfe des Kindergeldes sowie seines Erwerbseinkommens den Unterhalt f&uuml;r seine Familie bestreiten kann. Nach den bindenden Feststellungen des FG (&sect; 118 Abs. 2 FGO) entspricht diese Vorgehensweise bei der Pr&uuml;fung der Erteilungsvoraussetzung nach &sect; 5 Abs. 1 Nr. 1 AufenthG der Praxis der Ausl&auml;nderbeh&ouml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kl&auml;gerin hatte im streitigen Zeitraum lediglich eine Aufenthaltserlaubnis nach &sect; 25 Abs. 5 AufenthG. Dieser Aufenthaltstitel berechtigt nach &sect; 62 Abs. 2 Nr. 2 Buchst. c i.V.m. Nr. 3 Buchst. a und b EStG n.F. nur dann zum Bezug von Kindergeld, wenn sich der Ausl&auml;nder seit mindestens drei Jahren rechtm&auml;&szlig;ig, gestattet oder geduldet im Bundesgebiet aufh&auml;lt und dar&uuml;ber hinaus im Bundesgebiet berechtigt erwerbst&auml;tig ist, laufende Geldleistungen nach dem SGB III bezieht oder Elternzeit in Anspruch nimmt. Diese Voraussetzungen erf&uuml;llte die Kl&auml;gerin nicht. Der Umstand, dass sie nach ihrem Vortrag Kindergeld h&auml;tte beanspruchen k&ouml;nnen, wenn die Ausl&auml;nderbeh&ouml;rde sie anders beraten h&auml;tte, muss hierbei au&szlig;er Betracht bleiben, da es f&uuml;r den Bezug von Kindergeld allein auf den tats&auml;chlichen &quot;Besitz&quot; aufenthaltsrechtlicher Titel ankommt und nicht darauf, ob ein Ausl&auml;nder einen Anspruch auf einen Titel hat, der zum Bezug von Kindergeld berechtigt (s. Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs vom 18. Dezember 1998 VI B 221\/98, BFHE 187, 562, BStBl II 1999, 140, und vom 18. Februar 2009 III B 132\/08, BFH\/NV 2009, 922).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Schlie&szlig;lich kann die Kl&auml;gerin auch aus dem Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Sozialistischen F&ouml;derativen Republik Jugoslawien &uuml;ber Soziale Sicherheit vom 12. Oktober 1968 (BGBl II 1969, 1438) i.d.F. des &Auml;nderungsabkommens vom 30. September 1974 (BGBl II 1975, 390) keinen Anspruch auf Kindergeld herleiten. Nach Art. 28 Abs. 1 dieses Abkommens k&ouml;nnen Personen Kindergeld beanspruchen, die in der Bundesrepublik besch&auml;ftigt sind und den in der Bundesrepublik geltenden Rechtsvorschriften unterliegen oder nach Beendigung ihres Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnisses Geldleistungen aus der Krankenversicherung wegen vor&uuml;bergehender Arbeitsunf&auml;higkeit oder Leistungen der Arbeitslosenversicherung beziehen. Diese Voraussetzungen sind im Streitfall nicht gegeben. Besch&auml;ftigte Personen im Sinne dieses Abkommens sind nur Arbeitnehmer (Senatsurteil in BFHE 217, 443, BStBl II 2009, 905), nicht aber Personen, die &#8211;wie die Kl&auml;gerin&#8211; ihren Unterhalt mit Sozialleistungen bestreiten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 28.4.2010, III R 1\/08 Kindergeld f&uuml;r nicht freiz&uuml;gigkeitsberechtigte Ausl&auml;nder Leits&auml;tze Trotz der zu &sect; 1 Abs. 6 BErzGG ergangenen Vorlagebeschl&uuml;sse des BSG vom 3. 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