{"id":12263,"date":"2012-12-19T15:44:35","date_gmt":"2012-12-19T13:44:35","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12263"},"modified":"2012-12-19T15:44:35","modified_gmt":"2012-12-19T13:44:35","slug":"x-b-176-08-greifbare-gesetzwidrigkeit-is-des-par-115-abs-2-nr-2-alt-2-fgo-verletzung-der-sachaufklaerungspflicht-bei-pruefung-der-gewinnerzielungsabsicht-beweisantrag-auf-einholung-eines-sachverstaend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-176-08-greifbare-gesetzwidrigkeit-is-des-par-115-abs-2-nr-2-alt-2-fgo-verletzung-der-sachaufklaerungspflicht-bei-pruefung-der-gewinnerzielungsabsicht-beweisantrag-auf-einholung-eines-sachverstaend\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;176\/08 &#8211; Greifbare Gesetzwidrigkeit i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 2 FGO &#8211; Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht bei Pr&uuml;fung der Gewinnerzielungsabsicht &#8211; Beweisantrag auf Einholung eines Sachverst&auml;ndigengutachtens"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.3.2010, X B 176\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Greifbare Gesetzwidrigkeit i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 2 FGO &#8211; Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht bei Pr&uuml;fung der Gewinnerzielungsabsicht &#8211; Beweisantrag auf Einholung eines Sachverst&auml;ndigengutachtens<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Die in der Beschwerdebegr&uuml;ndung der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) geltend gemachten Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision (&sect; 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) liegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das angefochtene Urteil beruht nicht auf einem Verfahrensfehler (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO), weil das Finanzgericht (FG) weder gegen seine Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect; 76 Abs. 1 Satz 1 FGO) versto&szlig;en, noch den klaren Akteninhalt unber&uuml;cksichtigt gelassen (&sect; 96 Abs. 1 Satz 1 FGO) noch den Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r (Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes &#8211;GG&#8211;) verletzt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect; 76 Abs. 1 Satz 1 FGO erforscht das Gericht den Sachverhalt von Amts wegen. Gem&auml;&szlig; den S&auml;tzen 2 und 3 dieser Vorschrift haben hierbei die Beteiligten mitzuwirken. Kommen die Beteiligten dieser Mitwirkungspflicht nicht nach, reduziert sich die Ermittlungspflicht des FG. Stellen Beteiligte, die in der m&uuml;ndlichen Verhandlung rechtskundig vertreten sind, keine auf eine weitere Sachaufkl&auml;rung gerichteten Antr&auml;ge, kommt eine Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht durch das FG nur in Betracht, wenn sich dem FG eine weitere Sachaufkl&auml;rung auch ohne Antrag h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen (st&auml;ndige Rechtsprechung; vgl. z.B. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 8. September 2006 V B 126\/05, BFH\/NV 2006, 2300). Dies kann etwa dann der Fall sein, wenn das FG seinem Urteil einen Geschehensablauf zugrunde legt, der unter Ber&uuml;cksichtigung der Lebenserfahrung als ungew&ouml;hnlich erscheint und nach Aktenlage Anlass zu der Annahme besteht, dass der vom FG angenommene Sachverhalt sich so nicht abgespielt hat (Senatsbeschluss vom 10. Januar 2007 X B 113\/06, BFH\/NV 2007, 935). Die Tatsachen, aus denen sich eine Verpflichtung zur weiteren Sachaufkl&auml;rung auch ohne Antrag ergeben soll, sind vorzutragen (Senatsbeschluss vom 18. Oktober 2005 X B 51\/05, BFH\/NV 2006, 116).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Verletzung des &sect; 96 Abs. 1 Satz 1 FGO liegt vor, wenn das FG seiner Entscheidung einen Sachverhalt zugrunde gelegt hat, der dem (nicht bestrittenen) schriftlichen Vorbringen der Beteiligten nicht entspricht, oder eine nach den Akten klar feststehende Tatsache unber&uuml;cksichtigt geblieben ist (BFH-Beschluss vom 5. Juli 2007 V B 6\/06, BFH\/NV 2007, 1809). Kein Verfahrensfehler, sondern ein dem materiellen Recht zuzuordnender Rechtsanwendungsfehler ist hingegen gegeben, wenn das FG eine unzutreffende Sachverhalts- oder Beweisw&uuml;rdigung vornimmt (Senatsbeschluss vom 12. Oktober 2006 X B 165\/05, BFH\/NV 2007, 42). Die von den Kl&auml;gern aufgeworfene Frage der Behandlung eines sog. error in iudicando stellt sich in einem solchen Fall nicht. Denn sie betrifft nur die Problematik, ob ein Verfahrensfehler auch dann vorliegt, wenn die Nichtanwendung einer Verfahrensvorschrift auf der unzutreffenden Auslegung der Vorschrift durch das FG beruht (vgl. hierzu z.B. BFH-Beschluss vom 14. M&auml;rz 2007 IV B 76\/05, BFHE 216, 507, BStBl II 2007, 466).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies vorausgeschickt, liegen die von den Kl&auml;gern ger&uuml;gten Verfahrensverst&ouml;&szlig;e nicht vor:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Vortrag der Kl&auml;ger, das FG habe nicht zur Kenntnis genommen, dass der in Frage stehende Verlust in erster Linie im Zusammenhang mit dem Flugzeug D-X entstanden sei, trifft nicht zu. Das FG hat sich in seinem Urteil (S. 13 Abs. 2) ausf&uuml;hrlich mit den von den Kl&auml;gern eingereichten Stellungnahmen der A Wirtschaftspr&uuml;fungsgesellschaft vom 2. Mai 1997 und vom 27. M&auml;rz 1998 befasst, nach der bei den anderen Maschinen kein bzw. nur ein geringer Verlust entstanden sei. Es hat jedoch im Wesentlichen darauf abgehoben, dass in der Stellungnahme der A Gemeinkosten in erheblichem Umfang nicht enthalten seien. Ausweislich der Niederschrift &uuml;ber die m&uuml;ndliche Verhandlung vom 5. Juni 2006 hat das Gericht hierauf auch bereits in der m&uuml;ndlichen Verhandlung hingewiesen. Die rechtskundig vertretenen Kl&auml;ger haben hierauf erkl&auml;rt, sie h&auml;tten keine anderweitige Erkl&auml;rung, weshalb die von der A erkl&auml;rten Zahlen von den tats&auml;chlichen Zahlen des Jahres 1987 abwichen. Zudem hat das FG die von der A kalkulierten Verkaufspreise als unrealistisch &uuml;berh&ouml;ht angesehen. Dies zeigt, dass sich das FG mit den Stellungnahmen der A auseinandergesetzt, aber die Richtigkeit der von dieser dargestellten Zahlen verneint hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch der Vortrag der Kl&auml;ger, das FG habe ihren Vortrag unber&uuml;cksichtigt gelassen, dass das Flugzeug D-Y mit Gewinn verkauft wurde, trifft nicht zu. Ausweislich des Protokolls &uuml;ber die m&uuml;ndliche Verhandlung vom 5. Juni 2008 hat das Gericht selbst darauf hingewiesen, dass nach der Stellungnahme der A mit der Ver&auml;u&szlig;erung dieses Flugzeugs ein kleiner Gewinn erzielbar gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Entgegen der Auffassung der Kl&auml;ger hat das FG seine Sachaufkl&auml;rungspflicht nicht dadurch verletzt, dass es die von der A kalkulierten Preise f&uuml;r andere, noch nicht ver&auml;u&szlig;erte Flugzeuge des Kl&auml;gers als unrealistisch &uuml;berh&ouml;ht angesehen hat. Das FG hat in der m&uuml;ndlichen Verhandlung ausdr&uuml;cklich auf diesen Gesichtspunkt hingewiesen. Es h&auml;tte deshalb den rechtskundig vertretenen Kl&auml;gern oblegen, hierzu einen Beweisantrag zu stellen, durch Einholung eines Sachverst&auml;ndigengutachtens die H&ouml;he der erzielbaren Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;se zu ermitteln. Einen solchen Antrag haben die Kl&auml;ger nicht gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem FG musste sich in dieser Hinsicht auch keine weitere Aufkl&auml;rung von Amts wegen z.B. durch Einholung eines Sachverst&auml;ndigengutachtens aufdr&auml;ngen. Zwar kann ein FG hierzu angehalten sein, wenn ihm zur Beurteilung die erforderliche Sachkunde fehlt (Senatsbeschluss vom 16. August 2005 X B 35\/05, BFH\/NV 2005, 2237). Im Streitfall wurden jedoch in der Stellungnahme der A (Anlage 3\/1 + 4\/1 des Schreibens der A vom 27. M&auml;rz 1998) lediglich erzielbare Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;se behauptet, die erheblich &uuml;ber den jeweiligen Anschaffungskosten der Flugzeuge lagen (D-X: Anschaffungskosten 1988&nbsp;&nbsp;345.000 DM, voraussichtlicher Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;s Oktober 1996&nbsp;&nbsp;530.000 DM; D-Z: Anschaffungskosten 1994&nbsp;&nbsp;449.000 DM, voraussichtlicher Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;s Oktober 1995 615.000 DM). Die Stellungnahme enth&auml;lt keine substantiierten Ausf&uuml;hrungen dazu, wie die gesch&auml;tzten Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;se ermittelt worden sind, insbesondere h&auml;tte bei dem Flugzeug D-X die Darlegung nahe gelegen, weshalb es m&ouml;glich sein soll, dieses Flugzeug nach einer Haltedauer von bereits acht Jahren mit einem Aufschlag von mehr als 50 % gegen&uuml;ber den Anschaffungskosten zu ver&auml;u&szlig;ern. Bei dieser Sachlage musste sich dem FG keine weitere Aufkl&auml;rung aufdr&auml;ngen. Vielmehr durfte sich das FG mit der Feststellung begn&uuml;gen, die unrealistisch hoch angesetzten erzielbaren Verkaufspreise h&auml;tten ebenso wie die teilweise nicht ber&uuml;cksichtigten erheblichen Gemeinkosten lediglich dazu gedient, das erzielbare wirtschaftliche Ergebnis &quot;sch&ouml;n zu rechnen&quot;. Im &Uuml;brigen ist auch bei der Ver&auml;u&szlig;erung des Flugzeugs D-Y tats&auml;chlich kein Gewinn erzielt worden. Der Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;s von 47.000 DM lag unter der Summe aus dem Kaufpreis des Kl&auml;gers (28.000 DM) und den Kosten f&uuml;r die Erneuerung des Triebwerks (28.000 DM; vgl. Blatt 33 des Schreibens der A vom 27. M&auml;rz 1998).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Unbegr&uuml;ndet ist auch die R&uuml;ge, das FG habe die Ausf&uuml;hrungen der A nicht zur Kenntnis genommen, wonach die geleisteten Schuldzinsen unber&uuml;cksichtigt zu bleiben h&auml;tten. Ausweislich des Tatbestands des angefochtenen Urteils (Blatt 9 Abs. 2) stand dieser Punkt im Zeitpunkt der m&uuml;ndlichen Verhandlung nicht mehr im Streit. Einen Antrag, den Tatbestand zu berichtigen, haben die Kl&auml;ger nicht gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Unberechtigt ist ferner der Vorwurf, das FG habe nicht in der erforderlichen Weise untersucht, ob das Unternehmen des Kl&auml;gers der Befriedigung pers&ouml;nlicher Neigungen der Kl&auml;ger gedient habe. Auch habe es in diesem Zusammenhang den Inhalt der Akten unber&uuml;cksichtigt gelassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das FG hat in seinem Urteil (S. 12 Abs. 3) dargelegt, aus welchen Gr&uuml;nden es davon ausgeht, dass bei den Kl&auml;gern eine Flugneigung bestanden habe. Dies hat das FG insbesondere mit dem zu Gunsten der Kl&auml;ger vereinbarten Vorbehalt begr&uuml;ndet, das Flugzeug D-X nach M&ouml;glichkeit selbst fliegen zu k&ouml;nnen, wof&uuml;r sich die Kl&auml;ger jeweils einen Tag in der Woche von ihrer Arbeit als &#8230; frei gemacht h&auml;tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Soweit die Kl&auml;ger dem entgegenhalten, ein solcher Nutzungsvorrang sei von ihnen im Vorverfahren und auch in der m&uuml;ndlichen Verhandlung bestritten worden, fehlt es in Bezug auf das Vorverfahren an der erforderlichen genauen Bezeichnung der Aktenteile, die das FG nicht ber&uuml;cksichtigt haben soll (BFH-Urteil vom 8. November 1973 V R 130\/69, BFHE 110, 493, BStBl II 1974, 219; Senatsbeschluss vom 2. April 2002 X B 56\/01, BFH\/NV 2002, 947). Dass die Kl&auml;ger den Nutzungsvorbehalt in der m&uuml;ndlichen Verhandlung bestritten haben, ist zudem der ausf&uuml;hrlich gehaltenen Niederschrift &uuml;ber die m&uuml;ndliche Verhandlung vom 5. Juni 2008 nicht zu entnehmen. Einen Antrag auf Berichtigung dieses Protokolls haben die Kl&auml;ger nicht gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Nicht entscheidend ist auch, dass die Kl&auml;ger ausweislich der in der Stellungnahme der A vom 27. M&auml;rz 1998 (Anlagen 7\/1-7\/8) wiedergegebenen Auswertung der Flugstunden die Flugzeuge nur in sehr geringem Umfang zu privaten Zwecken genutzt haben. Denn ausweislich des Tatbestands des angefochtenen Urteils (S. 3 Abs. 1) war eine der Firmen, an die das Flugzeug D-X verchartert war, verpflichtet, die Kl&auml;ger als Piloten einzusetzen. In dem Schreiben der A vom 2. Mai 1997 (Blatt 25) ist zudem ausgef&uuml;hrt, der Einsatz der Kl&auml;ger als Piloten f&uuml;r die Firma C sei vertraglich zeitlich genau bestimmt gewesen. Da auch auf diese Weise die vom FG aus anderen Gr&uuml;nden hergeleitete Flugneigung der Kl&auml;ger best&auml;tigt werden konnte, hat der Umstand, dass die Kl&auml;ger mit den Flugzeugen keine Urlaubs- oder Wochenendfl&uuml;ge unternommen haben, wie vom FG angenommen, keine ausschlaggebende Bedeutung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) Der Vortrag der Kl&auml;ger, das FG habe die im Schreiben der A vom 27. M&auml;rz 1998 aufgezeigten Ma&szlig;nahmen des Kl&auml;gers zur Umstrukturierung seines Unternehmens nicht ber&uuml;cksichtigt, trifft nicht zu. Vielmehr sind sie in ihrem wesentlichen Kern im Tatbestand des angefochtenen Urteils wiedergegeben worden. Das FG hat diese Ma&szlig;nahmen lediglich nicht in dem kl&auml;gerischen Sinne gew&uuml;rdigt. Es hat darauf abgestellt, die getroffenen Ma&szlig;nahmen lie&szlig;en ein schl&uuml;ssiges Konzept als Reaktion auf die ununterbrochene Verlustperiode nicht erkennen. Insbesondere seien die Bedingungen f&uuml;r die Vercharterung der haupts&auml;chlich verlustbringenden D-X unver&auml;ndert geblieben (vgl. Niederschrift &uuml;ber die m&uuml;ndliche Verhandlung vom 5. Juni 2008, Blatt 3). Soweit die Kl&auml;ger geltend machen, sie seien nicht in der Lage gewesen, in der m&uuml;ndlichen Verhandlung hierauf zu reagieren, ist dem nicht zu folgen. Sie h&auml;tten prozessual durch Stellung von Beweisantr&auml;gen oder eines Antrags auf Vertagung reagieren k&ouml;nnen. Dies ist nicht geschehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>g) Ein Versto&szlig; gegen die Sachaufkl&auml;rungspflicht und gegen Art. 103 Abs. 1 GG liegt auch nicht darin, dass das FG dem Antrag auf Vernehmung der Gesellschafter der Firma B nicht entsprochen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Bei der Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht handelt es sich um einen verzichtbaren Verfahrensmangel. Bei diesem geht das R&uuml;gerecht nicht nur durch eine ausdr&uuml;ckliche oder konkludente Verzichtserkl&auml;rung gegen&uuml;ber dem FG verloren, sondern auch durch das blo&szlig;e Unterlassen einer rechtzeitigen R&uuml;ge (Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 115 Rz 100 f., m.w.N. aus der Rechtsprechung des BFH). F&uuml;r die rechtskundig vertretenen Kl&auml;ger war erkennbar, dass das FG ihrem Beweisantrag nicht nachgehen wollte, da die von ihnen benannten Zeugen nicht zu der m&uuml;ndlichen Verhandlung geladen worden waren. Die Kl&auml;ger tragen nicht vor, dass sie die unterbliebene Zeugenvernehmung in der m&uuml;ndlichen Verhandlung ger&uuml;gt haben. Auch aus der Niederschrift &uuml;ber diese Verhandlung ist nicht zu entnehmen, dass eine solche R&uuml;ge erhoben worden ist. Die Kl&auml;ger haben daher insoweit ihr R&uuml;gerecht verloren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dem FG musste sich die Vernehmung dieser Zeugen nicht deshalb von Amts wegen aufdr&auml;ngen, weil es die Beurteilung des Streitfalls als Grenzfall angesehen hat. Angesichts der vom FG festgestellten Indizien f&uuml;r das Fehlen einer Gewinnerzielungsabsicht war die Vernehmung dieser Zeugen bereits deshalb nicht von entscheidendem Gewicht, weil im Streitfall in den Jahren 1987 bis 1998 angefallene Verluste zu beurteilen waren, die Firma B ausweislich des Tatbestands des angefochtenen Urteils aber erst gegr&uuml;ndet worden ist, nachdem eine andere Firma C Mitte der 90er Jahre in Konkurs gefallen war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist auch nicht gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;2. Alternative FGO wegen schwerwiegender M&auml;ngel der angefochtenen Entscheidung zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieser Grund f&uuml;r die Zulassung der Revision ist nur gegeben, wenn die angefochtene Entscheidung objektiv willk&uuml;rlich und unter keinem Gesichtspunkt rechtlich vertretbar ist (BFH-Beschluss vom 1. September 2008 IV B 4\/08, BFH\/NV 2009, 35). Daran fehlt es im Streitfall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar ist den Kl&auml;gern einzur&auml;umen, dass die Formulierungen im angefochtenen Urteil &quot;nach Ansicht des erkennenden Senats ist nicht hinzunehmen, dass gut verdienende Steuerpflichtige ihre fliegerischen Neigungen auf Kosten der Allgemeinheit ausleben&quot; und &quot;das Gericht hat bei seiner Wertung auch ber&uuml;cksichtigt, dass die Finanzierung gr&ouml;&szlig;tenteils &uuml;ber die Kl&auml;gerin und die GmbH erfolgte, was ebenfalls f&uuml;r die Absicht spricht, die Betriebskosten der Fliegerei soweit wie m&ouml;glich auf die Allgemeinheit zu verlagern&quot; den Eindruck erwecken k&ouml;nnen, das FG sei voreingenommen gewesen und habe den Streitfall aus diesem Grund nicht sachgerecht beurteilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Formulierungen k&ouml;nnen indessen auch in dem Sinne verstanden werden, dass das FG zun&auml;chst in der gebotenen Weise das Bestehen einer Gewinnerzielungsabsicht im Streitfall gepr&uuml;ft und verneint und im Anschluss hieran lediglich die damit verbundenen Rechtsfolgen aufgezeigt hat. Diese bestehen darin, dass bei fehlender Gewinnerzielungsabsicht eingetretene Verluste steuerlich nicht zu ber&uuml;cksichtigen und deshalb allein von dem betroffenen Steuerpflichtigen zu tragen sind. Der Hinweis des FG, dass in einem solchen Fall die Verlagerung der Kosten auf die Allgemeinheit nicht hinnehmbar sei, ist &uuml;berfl&uuml;ssig. Er macht das Urteil aber nicht per se greifbar gesetzwidrig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Andere durchgreifende Gr&uuml;nde sind im Streitfall nicht gegeben. Wie oben dargelegt, liegen die ger&uuml;gten Verfahrensfehler nicht vor. Auch ist die vom FG vorgenommene Tatsachenw&uuml;rdigung nachvollziehbar und l&auml;sst nicht erkennen, dass sich das FG von sachfremden Erw&auml;gungen hat leiten lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.3.2010, X B 176\/08 Greifbare Gesetzwidrigkeit i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 2 FGO &#8211; Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht bei Pr&uuml;fung der Gewinnerzielungsabsicht &#8211; Beweisantrag auf Einholung eines Sachverst&auml;ndigengutachtens Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Die in der Beschwerdebegr&uuml;ndung der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) geltend gemachten Gr&uuml;nde f&uuml;r die &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-176-08-greifbare-gesetzwidrigkeit-is-des-par-115-abs-2-nr-2-alt-2-fgo-verletzung-der-sachaufklaerungspflicht-bei-pruefung-der-gewinnerzielungsabsicht-beweisantrag-auf-einholung-eines-sachverstaend\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;B&nbsp;176\/08 &#8211; Greifbare Gesetzwidrigkeit i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 2 FGO &#8211; Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht bei Pr&uuml;fung der Gewinnerzielungsabsicht &#8211; Beweisantrag auf Einholung eines Sachverst&auml;ndigengutachtens<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-12263","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12263","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12263"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12263\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12263"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12263"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12263"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}