{"id":12269,"date":"2012-12-19T16:00:11","date_gmt":"2012-12-19T14:00:11","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12269"},"modified":"2012-12-19T16:00:11","modified_gmt":"2012-12-19T14:00:11","slug":"vi-b-142-09-vermoegen-im-sinne-des-par-33a-abs-1-s-3-estg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-b-142-09-vermoegen-im-sinne-des-par-33a-abs-1-s-3-estg\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;B&nbsp;142\/09 &#8211; Verm&ouml;gen im Sinne des &sect; 33a Abs. 1 S. 3 EStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.4.2010, VI B 142\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Verm&ouml;gen im Sinne des &sect; 33a Abs. 1 S. 3 EStG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger), zur Einkommensteuer zusammen veranlagte Eheleute, begehrten im finanzgerichtlichen Verfahren im Ergebnis erfolglos die Ber&uuml;cksichtigung von Unterhaltsleistungen an ihre im Studium befindliche vollj&auml;hrige Tochter in H&ouml;he von 8.400 EUR als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen. Das Finanzgericht (FG) wies die Klage im Wesentlichen mit der Begr&uuml;ndung ab, dass zwar nach &sect; 33a Abs. 1 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) Unterhaltsaufwendungen grunds&auml;tzlich ber&uuml;cksichtigt werden k&ouml;nnten. Voraussetzung daf&uuml;r sei aber, dass die unterhaltene Person kein oder nur geringes Verm&ouml;gen besitze. Da die Tochter der Kl&auml;ger im Streitjahr allerdings &uuml;ber ein Sparguthaben von 18.700 EUR verf&uuml;gte, sei die Grenze f&uuml;r ein geringes Verm&ouml;gen im Sinne dieser Vorschrift &uuml;berschritten. Die von der Finanzverwaltung gezogene Grenze f&uuml;r ein geringes Verm&ouml;gen in H&ouml;he von 15.500 EUR habe der Bundesfinanzhof (BFH) in seiner Rechtsprechung gebilligt (zuletzt Urteil vom 29. Mai 2008 III R 48\/05, BFHE 221, 221, BStBl II 2009, 361). Dieser Betrag &uuml;berschreite auch deutlich den sozialhilferechtlichen Grundfreibetrag in H&ouml;he von 10.050 EUR nach &sect; 12 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch (SGB 2). Das FG lie&szlig; die Revision nicht zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Es kann dahinstehen, ob die Beschwerde den Begr&uuml;ndungs- und Darlegungsanforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) gen&uuml;gt. Denn die Beschwerde ist jedenfalls unbegr&uuml;ndet, weil die geltend gemachten Revisionszulassungsgr&uuml;nde nicht vorliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Eine Rechtssache hat grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO, wenn die f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalls ma&szlig;gebliche Rechtsfrage das Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hrt. Die Rechtsfrage muss kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und in dem angestrebten Revisionsverfahren kl&auml;rungsf&auml;hig sein (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Beschluss vom 12. Oktober 2007 VI B 161\/06, BFH\/NV 2008, 45, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die von den Kl&auml;gern aufgeworfenen Rechtsfragen sind in einem angestrebten Revisionsverfahren schon mangels Entscheidungserheblichkeit nicht kl&auml;rungsf&auml;hig. Denn sowohl nach der Rechtsprechung des III. Senats zuletzt im Urteil in BFHE 221, 221, BStBl II 2009, 361 als auch nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats, der mit Wirkung zum 1. Januar 2009 f&uuml;r Fragen der Ber&uuml;cksichtigung von au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen allein zust&auml;ndig geworden ist, ist nur ein Verm&ouml;gen von bis zu 15.500 EUR regelm&auml;&szlig;ig gering i.S. des &sect; 33a Abs. 1 Satz 3 EStG (zuletzt im Urteil vom 11. Februar 2010 VI R 65\/08, BFHE 228, 421, BFH\/NV 2010, 1026). Auf die von den Kl&auml;gern aufgeworfene Rechtsfrage, ob n&auml;mlich gegebenenfalls die Ber&uuml;cksichtigung eigenen Verm&ouml;gens der unterhaltenen Person im Sinne der b&uuml;rgerlich-rechtlichen Begriffe zu beurteilen und zu w&uuml;rdigen ist, kommt es im Streitfall daher nicht an. Dabei kann f&uuml;r den hier zu entscheidenden Streitfall auch offenbleiben, ob die seit mehr als 20 Jahren geltende Verm&ouml;gensgrenze in H&ouml;he von ehemals 30.000 DM und gegenw&auml;rtig 15.500 EUR m&ouml;glicherweise f&uuml;r k&uuml;nftige Veranlagungszeitr&auml;ume anzupassen ist. Dies nicht zuletzt deshalb, weil nach &sect; 12 Abs. 2 SGB 2 in der ab 17. April 2010 geltenden Fassung (BGBl I 2010, 410) auch die Verm&ouml;gensgrenzen f&uuml;r verwertbare Verm&ouml;gensgegenst&auml;nde im Zusammenhang mit der Grundsicherung f&uuml;r Arbeitsuchende neu geregelt wurden. So betr&auml;gt nach &sect; 12 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 i.V.m. Abs. 2 Satz 2 Nrn. 1 bis 3 SGB 2 der Grundfreibetrag gestaffelt nach Altersklassen nunmehr h&ouml;chstens 10.050 EUR und der Schonbetrag f&uuml;r Altersvorsorgeverm&ouml;gen nach &sect; 12 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 i.V.m. Abs. 2 Satz 2 Nrn. 1 bis 3 SGB 2&nbsp;&nbsp;750 EUR je vollendetem Lebensjahr des Hilfebed&uuml;rftigen, h&ouml;chstens aber 50.250 EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Soweit die Kl&auml;ger sich schlie&szlig;lich mit dem Einwand, dass die angegriffene Entscheidung vom BFH-Urteil vom 30. Oktober 2008 III R 97\/06 (BFH\/NV 2009, 728) abweiche, weil danach jeweils keine starren Verm&ouml;gens- und Einkommensgrenzen anzunehmen seien, sondern es auf die jeweilige individuelle Unterhaltsbed&uuml;rftigkeit ankomme, auf den Revisionszulassungsgrund der Erforderlichkeit einer Entscheidung des BFH zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung beziehen sollten (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2, 2. Alt. FGO), kann auch darauf im Ergebnis die Revisionszulassung nicht gest&uuml;tzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;2. Alt. FGO ist die Revision zuzulassen, wenn die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des BFH erfordert. Eine die Rechtseinheit gef&auml;hrdende Abweichung liegt nur vor, wenn das FG bei gleichem oder vergleichbarem festgestellten Sachverhalt in einer entscheidungserheblichen Rechtsfrage eine andere Auffassung vertritt als der BFH oder ein anderes FG. Das FG muss seiner Entscheidung einen abstrakten Rechtssatz zugrunde gelegt haben, der mit den tragenden Rechtsausf&uuml;hrungen in der Divergenzentscheidung nicht &uuml;bereinstimmt (BFH-Beschluss vom 9. Juli 2008 VI B 4\/08, BFH\/NV 2008, 2000; Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 115 Rz 53; jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein solcher gleicher oder vergleichbar festgestellter Sachverhalt liegt im Streitfall der Kl&auml;ger nicht vor. Denn im dort entschiedenen Streitfall (III R 97\/06, BFH\/NV 2009, 728) ging es um einen behinderungsbedingten Mehrbedarf, der es zul&auml;sst, dass schwerbehinderte vollj&auml;hrige Kinder, die ihren angemessenen Bedarf nicht selbst decken k&ouml;nnen und bei denen ungewiss ist, ob ihr Unterhaltsbedarf im Alter durch Unterhaltsleistungen der Eltern gedeckt werden kann, ma&szlig;voll Verm&ouml;gen bilden d&uuml;rfen. Aus diesem Grund sah das von den Kl&auml;gern als Divergenzentscheidung herangezogene Urteil in BFH\/NV 2009, 728 auch keine Notwendigkeit, dass eine als Altersvorsorge dienende vermietete Eigentumswohnung vor der Inanspruchnahme elterlichen Unterhaltes zu verwerten ist (BFH-Urteil in BFH\/NV 2009, 728, unter Bezugnahme auf Oberlandesgericht Karlsruhe, Urteil vom 10. November 1999&nbsp;&nbsp;2 UF 229\/98, Zeitschrift f&uuml;r das gesamte Familienrecht 2001, 47).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.4.2010, VI B 142\/09 Verm&ouml;gen im Sinne des &sect; 33a Abs. 1 S. 3 EStG Tatbestand 1&nbsp; I. 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