{"id":12274,"date":"2012-12-08T07:18:32","date_gmt":"2012-12-08T05:18:32","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12274"},"modified":"2012-12-08T07:18:32","modified_gmt":"2012-12-08T05:18:32","slug":"v-r-9-09-betriebsaufspaltung-keine-umsatzsteuerrechtliche-organschaft-wenn-mehreren-gesellschaftern-nur-gemeinsam-die-anteilsmehrheit-an-besitz-und-betriebsgesellschaft-zusteht-bedeutung-des-grundsatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-9-09-betriebsaufspaltung-keine-umsatzsteuerrechtliche-organschaft-wenn-mehreren-gesellschaftern-nur-gemeinsam-die-anteilsmehrheit-an-besitz-und-betriebsgesellschaft-zusteht-bedeutung-des-grundsatz\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;9\/09 &#8211; Betriebsaufspaltung: Keine umsatzsteuerrechtliche Organschaft, wenn mehreren Gesellschaftern nur gemeinsam die Anteilsmehrheit an Besitz- und Betriebsgesellschaft zusteht &#8211; Bedeutung des Grundsatzes der Rechtssicherheit bei der Auslegung der Organschaftsvoraussetzungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.4.2010, V R 9\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Betriebsaufspaltung: Keine umsatzsteuerrechtliche Organschaft, wenn mehreren Gesellschaftern nur gemeinsam die Anteilsmehrheit an Besitz- und Betriebsgesellschaft zusteht &#8211; Bedeutung des Grundsatzes der Rechtssicherheit bei der Auslegung der Organschaftsvoraussetzungen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Verf&uuml;gen mehrere Gesellschafter nur gemeinsam &uuml;ber die Anteilsmehrheit an einer GmbH und einer Personengesellschaft, ist die GmbH nicht finanziell in die Personengesellschaft eingegliedert (&Auml;nderung der Rechtsprechung)&nbsp;&nbsp; .<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin), eine Kommanditgesellschaft (KG), vermietete im Streitjahr 2001 ein Grundst&uuml;ck an ihre Komplement&auml;rin, eine Gesellschaft mit beschr&auml;nkter Haftung (GmbH), und stellte dieser entgeltlich Personal und Inventar f&uuml;r die von der GmbH betriebenen Alten- und Pflegeheime zur Verf&uuml;gung. Die Kl&auml;gerin erledigte dar&uuml;ber hinaus Verwaltungsaufgaben und erbrachte Hausmeisterserviceleistungen f&uuml;r die GmbH.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gesellschafter der Kl&auml;gerin und der GmbH waren A, B und C zu jeweils einem Drittel. Die GmbH war zwar Komplement&auml;rin der Kl&auml;gerin, jedoch ohne an der Kl&auml;gerin kapitalm&auml;&szlig;ig beteiligt zu sein. Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der GmbH war A.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin ging davon aus, dass zwischen ihr und der GmbH eine Organschaft nach &sect; 2 Abs. 2 Nr. 2 des Umsatzsteuergesetzes 1999 (UStG) bestehe und lediglich nicht steuerbare Innenleistungen zwischen der KG und GmbH erbracht w&uuml;rden. Sie gab daher keine Umsatzsteuererkl&auml;rungen ab. Im Anschluss an eine Au&szlig;enpr&uuml;fung war der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) demgegen&uuml;ber der Auffassung, dass keine Organschaft vorliege und die Kl&auml;gerin steuerbare und steuerpflichtige Leistungen an die GmbH erbracht habe. Der gegen den Umsatzsteuerbescheid vom 10. Mai 2004 eingelegte Einspruch hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage statt. Die Kl&auml;gerin sei Organtr&auml;ger der GmbH, da die GmbH &uuml;ber die Gesellschafter A, B und C in die Kl&auml;gerin mittelbar finanziell eingegliedert sei, sich die organisatorische Eingliederung aus der Stellung der GmbH als Komplement&auml;rin der Kl&auml;gerin und daher aus einer Personal- und Organidentit&auml;t ergebe und die wirtschaftliche Eingliederung auf den durch die Kl&auml;gerin an die GmbH erbrachten Leistungen beruhe. Unerheblich sei, dass nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 14. Dezember 1978 V R 85\/74 (BFHE 127, 75, BStBl II 1979, 288) eine Komplement&auml;r-GmbH nicht in eine KG eingegliedert sein k&ouml;nne, da dieses Urteil aufgrund der sp&auml;teren BFH-Rechtsprechung zur mittelbaren finanziellen Eingliederung &uuml;berholt sei. Das Urteil des FG ist in &quot;Entscheidungen der Finanzgerichte&quot; (EFG) 2009, 792 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich das FA mit der Revision, die es auf die Verletzung materiellen Rechts st&uuml;tzt. Aufgrund des Erfordernisses eines &Uuml;ber- und Unterordnungsverh&auml;ltnisses liege keine Organschaft vor. Es fehlten auch die finanzielle und organisatorische Eingliederung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin tr&auml;gt vor, das FG habe zutreffend entschieden, dass eine Organschaft bestehe. Es liege eine Betriebsaufspaltung vor. Die GmbH sei von ihr nach dem ma&szlig;geblichen Gesamtbild der Verh&auml;ltnisse v&ouml;llig abh&auml;ngig gewesen, da sie der GmbH nahezu das gesamte f&uuml;r ihre Bet&auml;tigung erforderliche Betriebsverm&ouml;gen &uuml;berlassen habe. Die Tatsache, dass ihre Kommanditisten in gleicher Weise auch an der GmbH beteiligt gewesen seien, zeige, dass sie und die GmbH als Einheit anzusehen seien. Es sei v&ouml;llig unwahrscheinlich gewesen, dass die Kommanditisten in der GmbH anders entscheiden w&uuml;rden als bei ihr, der KG. F&uuml;r die Organschaft spreche auch, dass die GmbH-Anteile als Sonderbetriebsverm&ouml;gen der Gesellschafter bei ihr, der Kl&auml;gerin, anzusehen seien, da es sich bei dem Sonderbetriebsverm&ouml;gen und der Organschaft jeweils um &quot;eine rein steuerrechtliche Konstruktion&quot; handele. F&uuml;r das Bestehen eines Organschaftsverh&auml;ltnisses spreche weiter die Einheit des Steuerrechts sowie die Entstehungsgeschichte der Firmenkonstruktion. Die finanzielle Eingliederung ergebe sich auch aus der Vinkulierung der Gesellschaftsanteile und der engen famili&auml;ren Verbundenheit der Gesellschaftergruppe. Wie das FG zu Recht ausgef&uuml;hrt habe, k&ouml;nne die GmbH zumindest teilweise &#8211;beim Betrieb der Alten- und Pflegeheime und damit neben ihrer Gesch&auml;ftsf&uuml;hrungst&auml;tigkeit f&uuml;r sie, die Kl&auml;gerin,&#8211; in sie eingegliedert sein. Die GmbH sei auch organisatorisch in sie eingegliedert gewesen, da ihre Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung mit derjenigen der GmbH verflochten gewesen sei. Eine Eingliederung einer Komplement&auml;r-GmbH in sie, die Kl&auml;gerin, sei zumindest insoweit m&ouml;glich, als der Komplement&auml;r neben der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung der KG eine weitere unternehmerische T&auml;tigkeit aus&uuml;be. Zumindest sei ihr Vertrauensschutz zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist im Ergebnis begr&uuml;ndet. Das Urteil des FG ist aufzuheben und die Klage abzuweisen (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die vom FG und der Kl&auml;gerin angenommene Organschaft nach &sect; 2 Abs. 2 Nr. 2 UStG scheitert am Erfordernis der finanziellen Eingliederung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 2 Abs. 2 Nr. 2 UStG wird die gewerbliche oder berufliche T&auml;tigkeit nicht selbst&auml;ndig ausge&uuml;bt, wenn eine juristische Person nach dem Gesamtbild der tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse finanziell, wirtschaftlich und organisatorisch in das Unternehmen eines anderen Unternehmers eingegliedert ist (Organschaft). Gemeinschaftsrechtlich beruht diese Vorschrift auf Art. 4 Abs. 4 Unterabs. 2 der Sechsten Richtlinie des Rates vom 17. Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern 77\/388\/EWG (Richtlinie 77\/388\/EWG). Danach k&ouml;nnen die Mitgliedstaaten im Inland ans&auml;ssige Personen, die zwar rechtlich unabh&auml;ngig, jedoch durch gegenseitige finanzielle, wirtschaftliche und organisatorische Beziehungen eng miteinander verbunden sind, zusammen als einen Steuerpflichtigen behandeln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Neben den Voraussetzungen der finanziellen, wirtschaftlichen und organisatorischen Eingliederung kommt es f&uuml;r die Organschaft weder nach &sect; 2 Abs. 2 Nr. 2 UStG noch nach Art. 4 Abs. 4 Unterabs. 2 der Richtlinie 77\/388\/EWG auf einen Antrag des Unternehmers an (BFH-Urteil vom 29. Oktober 2008 XI R 74\/07, BFHE 223, 498, BStBl II 2009, 256, Leitsatz 2). Bei der Aus&uuml;bung der nach Art. 4 Abs. 4 Unterabs. 2 der Richtlinie 77\/388\/EWG bestehenden Erm&auml;chtigung sind allerdings die allgemein bei der Auslegung der Richtlinie 77\/388\/EWG zu beachtenden Rechtsprinzipien wie z.B. die Grunds&auml;tze der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit und der Steuerneutralit&auml;t zu beachten (Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;EuGH&#8211; vom 22. Mai 2008 C-162\/07, Ampliscientifica und Amplifin, Slg. 2008, I-4019, BFH\/NV Beilage 2008, 217 Rdnrn. 24 ff.). Dies gilt auch f&uuml;r die Auslegung der nach &sect; 2 Abs. 2 Nr. 2 UStG bestehenden Eingliederungsvoraussetzungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach der Rechtsprechung setzt die finanzielle Eingliederung voraus, dass der Organtr&auml;ger in der Weise an der Organgesellschaft beteiligt ist, dass er seinen Willen durch Mehrheitsbeschl&uuml;sse durchsetzen kann (BFH-Urteile vom 22. November 2001 V R 50\/00, BFHE 197, 319, BStBl II 2002, 167, unter II.1.a, und vom 19. Mai 2005 V R 31\/03, BFHE 210, 167, BStBl II 2005, 671, unter II.2.a dd). Bei der finanziellen Eingliederung handelt es sich um eine rechtlich zu erf&uuml;llende Voraussetzung, f&uuml;r die es im Regelfall auf die einfache Stimmenmehrheit bei der Beschlussfassung der Gesellschafter ankommt. Ausreichend ist daher eine Beteiligung, die mehr als 50 v.H. der Stimmrechte in der Organgesellschaft gew&auml;hrt, sofern keine h&ouml;here qualifizierte Mehrheit f&uuml;r die allgemeine Beschlussfassung in der Organgesellschaft erforderlich ist (BFH-Urteile in BFHE 197, 319, BStBl II 2002, 167, unter II.1.a, und in BFHE 210, 167, BStBl II 2005, 671, unter II.2.a dd).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine unmittelbare finanzielle Eingliederung der GmbH in die Kl&auml;gerin lag im Streitfall nicht vor, da die Kl&auml;gerin nicht Gesellschafterin der GmbH war. Die Kl&auml;gerin war auch nicht &uuml;ber eigene Tochtergesellschaften mittelbar an der GmbH beteiligt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Eine finanzielle Eingliederung ergibt sich nicht daraus, dass die drei Gesellschafter der Kl&auml;gerin &uuml;ber die Anteilsmehrheit in der GmbH verf&uuml;gten. Denn die finanzielle Eingliederung kann grunds&auml;tzlich nicht mittelbar &uuml;ber mehrere Gesellschafter des Organtr&auml;gers erfolgen (Rei&szlig; in Rei&szlig;\/Kraeusel\/ Langer, UStG, &sect; 2 Rz 111; W&auml;ger in Festschrift f&uuml;r Harald Schaumburg, 2009, 1189 ff., 1199 f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach dem BFH-Urteil vom 17. April 1969 V R 123\/68 (BFHE 95, 558, BStBl II 1969, 505, unter 2.a) konnte eine GmbH als juristische Person in das Unternehmen eines Organtr&auml;gers finanziell eingegliedert sein, wenn sich s&auml;mtliche Anteile an der GmbH und dem Organtr&auml;ger in einer Hand befanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der BFH hat diese Rechtsprechung sp&auml;ter f&uuml;r die finanzielle Eingliederung zwischen zwei GmbHs &uuml;ber einen gemeinsamen Gesellschafter aufgegeben und dies insbesondere mit dem bei einer nur mittelbaren Beteiligung fehlenden &Uuml;ber- und Unterordnungsverh&auml;ltnis begr&uuml;ndet. Keine der beiden Gesellschaften sei in das Gef&uuml;ge des anderen Unternehmens eingeordnet (BFH-Urteil vom 18. Dezember 1996 XI R 25\/94, BFHE 182, 392, BStBl II 1997, 441, unter II.1., und die Abweichungsanfrage durch den BFH-Beschluss vom 28. Februar 1996 XI R 25\/94, GmbH-Rundschau &#8211;GmbHR&#8211; 1996, 950, unter II.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der BFH hielt aber an der finanziellen Eingliederung zwischen der GmbH als Organgesellschaft und der Personengesellschaft als Organtr&auml;ger fest, wenn die Mehrheit der Anteile an der GmbH von den Gesellschaftern einer Personengesellschaft gehalten wurde, so dass in beiden Gesellschaften dieselben Gesellschafter zusammen &uuml;ber die Mehrheit der Anteile oder Stimmrechte verf&uuml;gten (BFH-Urteile vom 20. Januar 1999 XI R 69\/97, BFH\/NV 1999, 1136, unter II.2.; vom 16. August 2001 V R 34\/01, BFH\/NV 2002, 223, unter II.2.; in BFHE 197, 319, BStBl II 2002, 167, unter II.1.a; in BFHE 210, 167, BStBl II 2005, 671, unter II.1.a, und vom 14. Februar 2008 V R 12, 13\/06, BFH\/NV 2008, 1365). Dabei bejahte der BFH die finanzielle Eingliederung &uuml;ber einen gemeinsamen Gesellschafter, der in GmbH und Personengesellschaft &uuml;ber eine Anteilsmehrheit von jeweils mindestens 95 v.H. verf&uuml;gte und auch Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der GmbH war (BFH-Urteil in BFH\/NV 1999, 1136) ebenso wie &uuml;ber zwei Gesellschafter, denen gemeinsam eine Anteilsmehrheit in beiden Gesellschaften zustand (BFH-Urteile in BFH\/NV 2002, 223, und in BFH\/NV 2008, 1365). Diese Rechtsprechung beruhte u.a. auf der ertragsteuerrechtlichen &Uuml;berlegung, dass es sich bei der Beteiligung an der Kapitalgesellschaft f&uuml;r die Gesellschafter der Organtr&auml;ger-Personengesellschaft um Sonderbetriebsverm&ouml;gen handele (BFH-Beschluss in GmbHR 1996, 950, unter III.). Eine finanzielle Eingliederung einer GmbH in eine Personengesellschaft lehnte die Rechtsprechung aber dann ab, wenn den Gesellschaftern zwar an der GmbH eine Mehrheitsbeteiligung zustand, sie aber in der Personengesellschaft Minderheitsgesellschafter waren. Dies galt selbst dann, wenn die GmbH &uuml;ber eine Anteilsmehrheit an der Personengesellschaft verf&uuml;gte (BFH-Urteil in BFHE 210, 167, BStBl II 2005, 671, unter II.2.b aa).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) F&uuml;r den Fall, dass nur mehreren Gesellschaftern gemeinsam eine Mehrheitsbeteiligung an GmbH und Personengesellschaft zusteht, h&auml;lt der Senat an seiner bisherigen Rechtsprechung zur finanziellen Eingliederung nicht fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine finanzielle Eingliederung einer GmbH in eine Personengesellschaft liegt im Hinblick auf das f&uuml;r die Organschaft erforderliche &Uuml;ber- und Unterordnungsverh&auml;ltnis aufgrund einer Beteiligung mehrerer Gesellschafter, die nur gemeinsam &uuml;ber eine Anteilsmehrheit an beiden Gesellschaften verf&uuml;gen, nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die nach &sect; 2 Abs. 2 Nr. 2 UStG erforderliche Eingliederung in ein anderes Unternehmen setzt ein Verh&auml;ltnis der &Uuml;ber- und Unterordnung der beteiligten Gesellschaften voraus (BFH-Urteile in BFHE 182, 392, BStBl II 1997, 441; in BFHE 210, 167, BStBl II 2005, 671, unter II.2.a aa, und vom 3. April 2008 V R 76\/05, BFHE 221, 443, BStBl II 2008, 905, unter II.1.). Auch nach der Rechtsprechung des EuGH f&uuml;hrt die Gruppenbesteuerung gem&auml;&szlig; Art. 4 Abs. 4 Unterabs. 2 der Richtlinie 77\/388\/EWG zu einer Zusammenfassung zu einem Steuerpflichtigen mit den diesem Steuerpflichtigen &quot;untergeordneten Personen&quot; (vgl. EuGH-Urteil Ampliscientifica und Amplifin in Slg. 2008, I-4019, BFH\/NV Beilage 2008, 217).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Kommt es danach auf ein &Uuml;ber- und Unterordnungsverh&auml;ltnis an, gilt dies nicht nur im Verh&auml;ltnis zwischen mehreren GmbHs als juristischen Personen, sondern gleicherma&szlig;en im Verh&auml;ltnis zwischen GmbH und Personengesellschaft, selbst wenn an diesen Gesellschaften dieselben Gesellschafter beteiligt sind. Denn eine Personengesellschaft, deren Gesellschafter eine Mehrheitsbeteiligung an der GmbH halten, verf&uuml;gt gegen&uuml;ber dieser GmbH &uuml;ber keine gr&ouml;&szlig;eren Einwirkungsm&ouml;glichkeiten als sie zwischen zwei Schwester-GmbHs bestehen. Einwirkungsm&ouml;glichkeiten stehen in beiden F&auml;llen gleicherma&szlig;en nur den unmittelbar beteiligten Gesellschaftern zu. Die bisherige Bejahung einer finanziellen Eingliederung aufgrund einer Beteiligung mehrerer Gesellschafter tr&auml;gt auch nicht dem rechtlichen Charakter der finanziellen Eingliederung (s. oben II.2.) Rechnung. Kommt es f&uuml;r die finanzielle Eingliederung auf rechtliche Durchsetzungsm&ouml;glichkeiten an, m&uuml;ssen diese dem Organtr&auml;ger selbst zustehen. Hiermit ist eine Zurechnung der Durchsetzungsm&ouml;glichkeiten aus fremdem Beteiligungsbesitz nicht vereinbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demgegen&uuml;ber kann eine Enkelgesellschaft mittelbar &uuml;ber eine oder mehrere eigene Tochtergesellschaften des Organtr&auml;gers finanziell in dessen Unternehmen eingegliedert sein (vgl. allgemein BFH-Urteil vom 20. August 2009 V R 30\/06, BFHE 226, 465, BFH\/NV 2009, 2080, unter II.2.c ee (1)), sofern der Organtr&auml;ger dann aufgrund der ihm in der Beteiligungskette zustehenden Gesellschaftsrechte in der Lage ist, seinen Willen in der Enkelgesellschaft durchzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im Hinblick auf die bei der Auslegung der Eingliederungsvoraussetzungen zu beachtenden allgemeinen Rechtsprinzipien der Richtlinie 77\/388\/EWG (s. oben II.1.), spricht auch der Grundsatz der Rechtssicherheit dagegen, von einer finanziellen Eingliederung zwischen Schwestergesellschaften &uuml;ber gemeinsame Gesellschafter auszugehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Nach dem Grundsatz der Rechtssicherheit m&uuml;ssen die Betroffenen bei Regelungen, die sich finanziell belastend auswirken k&ouml;nnen, in der Lage sein, den Umfang der ihnen damit auferlegten Verpflichtungen genau zu erkennen (EuGH-Urteile vom 15. Dezember 1987 C-326\/85, Niederlande\/Kommission, Slg. 1987, 5091 Rdnr. 24; vom 29. April 2004 C-17\/01, Sudholz, Slg. 2004, I-4243 Rdnr. 34). Dies m&uuml;ssen auch die Mitgliedstaaten bei der Aus&uuml;bung der Befugnisse, die ihnen die Richtlinie einr&auml;umt, beachten (EuGH-Urteile vom 26. April 2005 C-376\/02, Goed Wonen, Slg. 2005, I-3445 Rdnr. 32; vom 16. September 2008 C-288\/07, Isle of Wright, Umsatzsteuer-Rundschau 2008, 816 Rdnrn. 47 f.). Dies ist auch bei der Auslegung der nationalen Vorschriften zu beachten, die der Umsetzung von Richtlinienbestimmungen dienen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund der sich aus der Verlagerung der Steuerschuld auf den Organtr&auml;ger ergebenden finanziellen Auswirkungen kommt dem Grundsatz der Rechtssicherheit bei der Auslegung der Organschaftsvoraussetzungen besondere Bedeutung zu. Da die Organschaft nicht von einem Antrag des Organtr&auml;gers abh&auml;ngt (s. oben II.1.), muss der Organtr&auml;ger in der Lage sein, anhand der Eingliederungsvoraussetzungen das Bestehen einer Organschaft rechtssicher feststellen zu k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Bei einer Beteiligung mehrerer Gesellschafter an zwei Schwestergesellschaften ist nicht rechtssicher bestimmbar, ob und unter welchen Voraussetzungen der Beteiligungsbesitz einer unter Umst&auml;nden gro&szlig;en unbestimmten Anzahl von Gesellschaftern zusammengerechnet werden kann, um eine finanzielle Eingliederung der einen in die andere Schwestergesellschaft zu begr&uuml;nden. Die blo&szlig;e Anteilsmehrheit mehrerer Gesellschafter an zwei Schwestergesellschaften reicht hierf&uuml;r nicht aus, da diese Gesellschafter die ihnen zustehenden Stimmrechte nicht einheitlich aus&uuml;ben m&uuml;ssen. Auch nur famili&auml;re Beziehungen zwischen mehreren Gesellschaftern sind kein hinreichendes Indiz f&uuml;r eine Zusammenfassung des ihnen zustehenden Beteiligungsbesitzes. Im &Uuml;brigen ist auch nicht rechtssicher bestimmbar, unter welchen Voraussetzungen mehrere Gesellschafter gleichgerichtete oder widerstreitende Interessen verfolgen. Da die Organschaft mit der Verwirklichung ihrer Voraussetzungen beginnt und mit deren Entfallen von Gesetzes wegen endet (BFH-Urteil in BFHE 210, 167, BStBl II 2005, 671, unter II.2.a cc), kann es f&uuml;r die Organschaft und den Eintritt der mit ihr verbundenen Rechtsfolgen (wie z.B. Umsatzzurechnung und Nichtbesteuerung von Innenums&auml;tzen) dar&uuml;ber hinaus nicht darauf ankommen, f&uuml;r welche Zeitr&auml;ume z.B. mehrere Familiengesellschafter gleichgerichtete Interessen verfolgen und f&uuml;r welche Zeitr&auml;ume dies aufgrund von Meinungsverschiedenheiten oder Familienstreitigkeiten nicht der Fall ist. Ob im konkreten Einzelfall von einem Fehlen widerstreitender Interessen auszugehen sein kann, ist daher entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin unerheblich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Nach den Verh&auml;ltnissen des Streitfalles hat der Senat nicht zu entscheiden, ob an der bisherigen Rechtsprechung festzuhalten ist, wenn zwischen zwei Schwestergesellschaften z.B. ein Beherrschungsvertrag besteht oder zugunsten einer Schwestergesellschaft Stimmbindungsvertr&auml;ge vorliegen. Offenbleiben kann auch, ob eine Organschaft vorliegt, wenn nur ein Gesellschafter &uuml;ber eine Anteilsmehrheit an GmbH und Personengesellschaft verf&uuml;gt und zugleich als Gesellschafter f&uuml;r die Personengesellschaft und als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der GmbH f&uuml;r beide Gesellschaften gesch&auml;ftsf&uuml;hrungsbefugt ist (so das Urteil des XI. Senats des BFH in BFH\/NV 1999, 1136), wobei dann allerdings fraglich erscheint, welche der beiden Schwestergesellschaften als herrschende und welche als abh&auml;ngige Gesellschaft anzusehen ist. Im Hinblick auf die ge&auml;nderte Rechtsprechung ist schlie&szlig;lich nicht mehr zu entscheiden, ob die bisherige Annahme einer finanziellen Eingliederung durch mehrere gemeinsame Gesellschafter von GmbH und Personengesellschaft &#8211;anders als bei mehreren gemeinsamen Gesellschaftern verschiedener GmbHs&#8211; zu einer gemeinschaftsrechtlich unzul&auml;ssigen Differenzierung nach der Rechtsform des Organtr&auml;gers f&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die weiteren Einwendungen der Kl&auml;gerin greifen nicht durch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Kl&auml;gerin kann sich gegen die &Auml;nderung der Senatsrechtsprechung nicht auf Vertrauensschutz berufen. Die Voraussetzungen des &sect; 176 der Abgabenordnung liegen nicht vor, da es sich bei dem angefochtenen Umsatzsteuerbescheid nicht um einen &Auml;nderungsbescheid, sondern um einen Erstbescheid handelt. Ein allgemeiner Schutz gegen&uuml;ber den sich aus einer ge&auml;nderten Rechtsprechung ergebenden Urteilsfolgen ist weder dem nationalen Recht noch dem Gemeinschaftsrecht zu entnehmen. Es ist auch kein sonstiger Vertrauenstatbestand ersichtlich, auf den sich die Kl&auml;gerin berufen k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch aus dem von der Kl&auml;gerin betonten Gesamtbild der Verh&auml;ltnisse und der nach Auffassung der Kl&auml;gerin besonders stark ausgepr&auml;gten wirtschaftlichen Eingliederung ergibt sich keine abweichende Beurteilung. Zwar kann im Hinblick auf die gem&auml;&szlig; &sect; 2 Abs. 2 Nr. 2 Satz 1 UStG &quot;nach dem Gesamtbild der tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnisse&quot; vorzunehmenden Beurteilung eine Organgesellschaft auch dann unselbst&auml;ndig sein, wenn die Eingliederung auf einem der drei Gebiete nicht vollkommen ausgepr&auml;gt ist. Nicht ausreichend ist jedoch, dass die Eingliederung nur in Bezug auf zwei der drei Eingliederungsmerkmale besteht (BFH-Urteile vom 20. Februar 1992 V R 80\/85, BFH\/NV 1993, 133, unter II.a; vom 25. Juni 1998 V R 76\/97, BFH\/NV 1998, 1534, unter II.2.a; in BFHE 210, 167, BStBl II 2005, 671, unter II.2.a bb; vom 5. Dezember 2007 V R 26\/06, BFHE 219, 463, BStBl II 2008, 451, unter II.1.b; in BFH\/NV 2008, 1365, unter II.2.d; in BFHE 221, 443, BStBl II 2008, 905, unter II.3.a). Daher kann von der wirtschaftlichen nicht auf die finanzielle Eingliederung geschlossen werden (BFH-Urteil in BFHE 182, 392, BStBl II 1997, 441, unter II.1.) und das v&ouml;llige Fehlen einer eigenen Beteiligung an der abh&auml;ngigen Gesellschaft kann daher nicht durch andere Eingliederungsmerkmale ersetzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Dass die Beteiligung an einer juristischen Person ertragsteuerrechtlich Sonderbetriebsverm&ouml;gen des Gesellschafters bei seiner Personengesellschaft sein kann, ist f&uuml;r das umsatzsteuerrechtlich ma&szlig;gebliche &Uuml;ber- und Unterordnungsverh&auml;ltnis nicht entscheidend und vermag die Annahme der finanziellen Eingliederung &uuml;ber die Gesellschafter des Organtr&auml;gers nicht zu begr&uuml;nden. Denn die Qualifikation als Sonderbetriebsverm&ouml;gen ist f&uuml;r die ma&szlig;gebliche Willensbildung durch Mehrheitsbeschl&uuml;sse unerheblich. Auch die Entstehungsgeschichte der Gesellschaften, die Vinkulierung von Gesellschaftsanteilen und die Einheit des Steuerrechts rechtfertigen keine abweichende Beurteilung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Das Urteil des FG entspricht nicht diesen Grunds&auml;tzen und war daher aufzuheben. Die Sache ist spruchreif.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage ist abzuweisen, da die GmbH nicht finanziell in die Kl&auml;gerin eingegliedert ist. Eine finanzielle Eingliederung der GmbH &uuml;ber die drei Gesellschafter der Kl&auml;gerin in die Kl&auml;gerin reicht nicht aus. Weiter kommt die Annahme einer nur partiellen Eingliederung der GmbH &#8211;f&uuml;r den Bereich des Betriebs der Alten- und Pflegeheime, nicht aber hinsichtlich der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung der Kl&auml;gerin&#8211; nach der Rechtsprechung des Senats nicht in Betracht (BFH-Urteil in BFHE 226, 465, BFH\/NV 2009, 2080, unter II.2.c ee (3)).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.4.2010, V R 9\/09 Betriebsaufspaltung: Keine umsatzsteuerrechtliche Organschaft, wenn mehreren Gesellschaftern nur gemeinsam die Anteilsmehrheit an Besitz- und Betriebsgesellschaft zusteht &#8211; Bedeutung des Grundsatzes der Rechtssicherheit bei der Auslegung der Organschaftsvoraussetzungen Leits&auml;tze Verf&uuml;gen mehrere Gesellschafter nur gemeinsam &uuml;ber die Anteilsmehrheit an einer GmbH und einer Personengesellschaft, ist die GmbH nicht finanziell in &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-9-09-betriebsaufspaltung-keine-umsatzsteuerrechtliche-organschaft-wenn-mehreren-gesellschaftern-nur-gemeinsam-die-anteilsmehrheit-an-besitz-und-betriebsgesellschaft-zusteht-bedeutung-des-grundsatz\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;9\/09 &#8211; Betriebsaufspaltung: Keine umsatzsteuerrechtliche Organschaft, wenn mehreren Gesellschaftern nur gemeinsam die Anteilsmehrheit an Besitz- und Betriebsgesellschaft zusteht &#8211; Bedeutung des Grundsatzes der Rechtssicherheit bei der Auslegung der Organschaftsvoraussetzungen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-12274","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12274","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12274"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12274\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12274"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12274"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12274"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}