{"id":12280,"date":"2012-12-08T08:02:35","date_gmt":"2012-12-08T06:02:35","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12280"},"modified":"2012-12-08T08:02:35","modified_gmt":"2012-12-08T06:02:35","slug":"vi-r-51-09-heimkosten-des-nicht-pflegebeduerftigen-ehegatten-keine-aussergewoehnlichen-belastungen-zwangslaeufigkeit-is-des-par-33-abs-2-satz-1-estg-keine-zwangslaeufigkeit-aufgrund-ehelicher-gemeinsc","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-51-09-heimkosten-des-nicht-pflegebeduerftigen-ehegatten-keine-aussergewoehnlichen-belastungen-zwangslaeufigkeit-is-des-par-33-abs-2-satz-1-estg-keine-zwangslaeufigkeit-aufgrund-ehelicher-gemeinsc\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;51\/09 &#8211; Heimkosten des nicht pflegebed&uuml;rftigen Ehegatten keine au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen &#8211; Zwangsl&auml;ufigkeit i.S. des &sect; 33 Abs. 2 Satz 1 EStG &#8211; Keine Zwangsl&auml;ufigkeit aufgrund ehelicher Gemeinschaft oder sittlicher Verpflichtung &#8211; H&ouml;he der Heimunterbringungskosten &#8211; Ber&uuml;cksichtigung einer Haushaltsersparnis"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 15.4.2010, VI R 51\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Heimkosten des nicht pflegebed&uuml;rftigen Ehegatten keine au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen &#8211; Zwangsl&auml;ufigkeit i.S. des &sect; 33 Abs. 2 Satz 1 EStG &#8211; Keine Zwangsl&auml;ufigkeit aufgrund ehelicher Gemeinschaft oder sittlicher Verpflichtung &#8211; H&ouml;he der Heimunterbringungskosten &#8211; Ber&uuml;cksichtigung einer Haushaltsersparnis<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Aufwendungen des nicht pflegebed&uuml;rftigen Steuerpflichtigen, der mit seinem pflegebed&uuml;rftigen Ehegatten in ein Wohnstift &uuml;bersiedelt, erwachsen nicht zwangsl&auml;ufig i.S. des &sect; 33 Abs. 2 Satz 1 EStG&nbsp;&nbsp;.<\/p>\n<p>2. Eine Zwangsl&auml;ufigkeit aus tats&auml;chlichen Gr&uuml;nden ist ausgeschlossen, weil der Umzug in das Pflegeheim auf einer freien Entschlie&szlig;ung beruht. Eine tats&auml;chliche Zwangslage i.S. des &sect; 33 Abs. 2 Satz 1 EStG kann aber nur durch ein unausweichliches Ereignis tats&auml;chlicher Art begr&uuml;ndet werden, nicht durch eine ma&szlig;geblich vom menschlichen Willen beeinflusste Situation.<\/p>\n<p>3. Die Verpflichtung zu ehelicher Gemeinschaft gem&auml;&szlig; &sect; 1353 Abs. 1 Satz 2 BGB begr&uuml;ndet keine Rechtspflicht des Steuerpflichtigen i.S. des &sect; 33 Abs. 2 Satz 1 EStG, seinen pflegebed&uuml;rftigen Ehegatten in ein Pflegeheim zu begleiten. Eine unausweichliche sittliche Verpflichtung hierzu besteht ebenfalls nicht.<\/p>\n<p>4. Werden Kosten einer Heimunterbringung dem Grunde nach als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung (Krankheitskosten) ber&uuml;cksichtigt, sind sie nur insoweit gem&auml;&szlig; &sect; 33 Abs. 1 EStG abziehbar, als sie die zumutbare Belastung (&sect; 33 Abs. 3 EStG) sowie die sog. Haushaltsersparnis &uuml;bersteigen. Dies gilt selbst dann, wenn durch die Heimunterbringung zus&auml;tzliche Kosten der Lebensf&uuml;hrung entstanden sind.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, in welchem Umfang Aufwendungen f&uuml;r die Unterbringung in einem Wohnstift bei Ehegatten als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen zu ber&uuml;cksichtigen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der 1931 geborene Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist seit 1941 an Osteomyelitis erkrankt. Insbesondere seit den 1970er Jahren wurde er deswegen von Fach&auml;rzten, auch station&auml;r, fortlaufend behandelt. In den 1980er und 1990er Jahren waren starke arthrotische Ver&auml;nderungen an mehreren Gelenken entstanden. Seit Herbst 2001 ist der Kl&auml;ger als Folge dieser Krankheit in die Pflegestufe 1 eingeordnet. Der Grad der Behinderung wurde ab 30. Januar 2003 auf 90 (Merkzeichen &quot;aG&quot;) festgestellt. Im Streitjahr war der Kl&auml;ger auf einen Rollstuhl angewiesen. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) war hingegen nicht pflegebed&uuml;rftig. Sie erhielt Pflegegeld f&uuml;r die Pflege des Kl&auml;gers.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahr 1991 schlossen die Kl&auml;ger einen Vorvertrag mit dem X, einem Wohnstift in Y. Im M&auml;rz 1999 &uuml;bersiedelten die Kl&auml;ger wegen der bestehenden Erkrankung des Kl&auml;gers und der sicheren Annahme, dass dieser ein Pflegefall werde, von ihrer Wohnung in Z nach dort. Das damalige Stadium seiner Erkrankung h&auml;tte den Kl&auml;ger noch nicht zum sofortigen &Uuml;bertritt in das Alten- und Pflegeheim gezwungen. Er bef&uuml;rchtete jedoch eine alsbaldige drastische Verschlechterung seines Gesundheitszustandes. Diese h&auml;tte der Aufnahme in die Einrichtung entgegenstehen k&ouml;nnen, da die Gesch&auml;ftsleitung vor Abschluss des Heimvertrages ein &auml;rztliches Zeugnis &uuml;ber den Gesundheitszustand der zuk&uuml;nftigen Bewohner verlangt, aus dem hervorgeht, dass sich diese noch in einem guten geistigen und k&ouml;rperlichen Zustand befinden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Wohnstift nutzte der Kl&auml;ger das Appartement A, die Kl&auml;gerin bis zum 29. Dezember 2004 das Appartement B und ab dem 14. Dezember 2004 das Appartement C. Die Wohnvertr&auml;ge enthalten Entgeltbestandteile f&uuml;r Wohnen (beispielsweise w&ouml;chentliche Reinigung der Fu&szlig;b&ouml;den), f&uuml;r Verpflegung (beispielsweise ein warmes Mittagsmen&uuml;, alternativ eine Abendmahlzeit oder ein gro&szlig;es Fr&uuml;hst&uuml;ck) sowie f&uuml;r Betreuung (beispielsweise Krankenpflege, Notfallbereitschaft).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Jahr 2004 machten die Kl&auml;ger (neben dem Grunde und der H&ouml;he nach unstreitigen Ausgaben in H&ouml;he von 582 EUR) weitere Aufwendungen in H&ouml;he von insgesamt 51.405,40 EUR als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen geltend. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) anerkannte hiervon s&auml;mtliche den Kl&auml;ger betreffende Aufwendungen (Wohn-, Verpflegungs- und Betreuungskosten) und damit insgesamt einen Betrag in H&ouml;he von 18.132 EUR als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen. Die von der Kl&auml;gerin geltend gemachten Betr&auml;ge wurden lediglich teilweise als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen des Kl&auml;gers angesetzt. Das FA rechnete dem Kl&auml;ger ein Drittel der Wohn- sowie Wohnnebenkosten der Kl&auml;gerin zu und ber&uuml;cksichtigte weiteren Aufwand in H&ouml;he von 8.137,10 EUR nach &sect; 33 des Einkommensteuergesetzes (EStG). Das FA ging dabei davon aus, dass der Kl&auml;ger die Wohnung der Kl&auml;gerin in diesem Umfang mitbenutzt. Insgesamt hat das FA den Kl&auml;ger betreffende Kosten in H&ouml;he von insgesamt 26.269,10 EUR dem Grunde nach als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen anerkannt. Hiervon hat das FA sodann eine gesch&auml;tzte Haushaltsersparnis in H&ouml;he von 7.680 EUR in Abzug gebracht und damit letztlich einen Betrag in H&ouml;he von 19.172 EUR (18.590 EUR + unstreitige Aufwendungen in H&ouml;he von 582 EUR) nach &sect; 33 EStG steuermindernd ber&uuml;cksichtigt. Der auf die Unterbringung der Kl&auml;gerin entfallende Anteil an den Wohn- und Wohnnebenkosten sowie ihre Aufwendungen f&uuml;r Betreuung und Verpflegung blieben unber&uuml;cksichtigt. Einspruch und Klage hiergegen blieben erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das Urteil des Finanzgerichts (FG) Baden-W&uuml;rttemberg vom 3. Dezember 2007&nbsp;&nbsp;6 K 363\/05 aufzuheben und den Steuerbescheid vom 11. Oktober 2005 in der Form des letzten &Auml;nderungsbescheids vom 17. September 2007 unter Aufhebung der Einspruchsentscheidung vom 21. November 2005 dahingehend zu &auml;ndern, dass weitere 23.815,74 EUR als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen i.S. von &sect; 33 Abs. 1 EStG anerkannt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat es im Ergebnis zu Recht abgelehnt, die streitigen Aufwendungen der Kl&auml;gerin f&uuml;r die Unterbringung in dem Wohnstift sowie ihre Kosten f&uuml;r Verpflegung und Betreuung in H&ouml;he von insgesamt 23.815,74 EUR als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung nach &sect; 33 EStG zu ber&uuml;cksichtigen (2.). Ebenfalls zutreffend hat es die Unterbringungs- und Verpflegungskosten des Kl&auml;gers um die Haushaltsersparnis gek&uuml;rzt (3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 33 Abs. 1 EStG wird die Einkommensteuer auf Antrag erm&auml;&szlig;igt, wenn einem Steuerpflichtigen zwangsl&auml;ufig gr&ouml;&szlig;ere Aufwendungen als der &uuml;berwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommensverh&auml;ltnisse, gleicher Verm&ouml;gensverh&auml;ltnisse und gleichen Familienstandes erwachsen (au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung). Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) sind Aufwendungen au&szlig;ergew&ouml;hnlich, wenn sie nicht nur ihrer H&ouml;he, sondern auch ihrer Art und dem Grunde nach au&szlig;erhalb des &Uuml;blichen liegen. Die &uuml;blichen Aufwendungen der Lebensf&uuml;hrung, die in H&ouml;he des Existenzminimums durch den Grundfreibetrag abgegolten sind, sind aus dem Anwendungsbereich des &sect; 33 EStG ausgeschlossen (z.B. BFH-Urteile vom 18. April 2002 III R 15\/00, BFHE 199, 135, BStBl II 2003, 70; vom 10. Mai 2007 III R 39\/05, BFHE 218, 136, BStBl II 2007, 764, und vom 25. Juli 2007 III R 64\/06, BFH\/NV 2008, 200).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Zu den &uuml;blichen Aufwendungen der Lebensf&uuml;hrung rechnen regelm&auml;&szlig;ig auch die Kosten f&uuml;r die altersbedingte Unterbringung in einem Altenheim. Dagegen sind Aufwendungen f&uuml;r die Pflege eines pflegebed&uuml;rftigen Steuerpflichtigen ebenso wie Krankheitskosten eine au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung i.S. des &sect; 33 EStG aus tats&auml;chlichen Gr&uuml;nden (Senatsurteil vom 22. Oktober 2009 VI R 7\/09, BFHE 226, 536, BStBl II 2010, 280). Ist der Steuerpflichtige in einem Altenheim untergebracht, sind die tats&auml;chlich angefallenen Pflegekosten als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung abziehbar, wenn sie von den &#8211;zu den Kosten der &uuml;blichen Lebensf&uuml;hrung rechnenden&#8211; Kosten f&uuml;r die Unterbringung abgrenzbar sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ausnahmsweise sind nach der bisherigen Rechtsprechung auch die Unterbringungskosten bzw. das Pauschalentgelt &#8211;abz&uuml;glich einer Haushaltsersparnis&#8211; als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung zu ber&uuml;cksichtigen, wenn die Unterbringung in einem Altenheim ausschlie&szlig;lich durch eine Krankheit veranlasst ist, weil der Betroffene infolge einer Krankheit pflegebed&uuml;rftig geworden ist, nicht dagegen, wenn der Steuerpflichtige erst w&auml;hrend des Aufenthalts erkrankt ist (vgl. BFH-Urteil in BFHE 199, 135, BStBl II 2003, 70). Abweichend hiervon l&auml;sst die Finanzverwaltung &#8211;wie im Streitfall&#8211; derartige Aufwendungen auch dann zum Abzug zu, wenn die krankheitsbedingte Pflegebed&uuml;rftigkeit erst nach dem Einzug in das Altenheim eintritt, jedoch nur, wenn mindestens ein Schweregrad der Pflegebed&uuml;rftigkeit i.S. der &sect;&sect; 14, 15 des Elften Buches Sozialgesetzbuch festgestellt ist (vgl. Nichtanwendungserlass vom 20. Januar 2003, BStBl I 2003, 89).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ausgehend von diesen Grunds&auml;tzen hat das FG die streitigen Aufwendungen der Kl&auml;gerin zu Recht nicht als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung nach &sect; 33 EStG zum Abzug zugelassen. Der Kl&auml;gerin sind durch die geltend gemachten Aufwendungen f&uuml;r Unterbringung, Verpflegung und Betreuung keine steuerlich zu ber&uuml;cksichtigenden au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen entstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Insbesondere sind ihr die Kosten ihrer Unterbringung nicht aus tats&auml;chlichen Gr&uuml;nden zwangsl&auml;ufig erwachsen. Die Kl&auml;gerin ist nach den Feststellungen des FG weder pflegebed&uuml;rftig noch h&auml;lt sie sich krankheitsbedingt im Wohnstift auf. An diese Feststellungen ist der erkennende Senat gem&auml;&szlig; &sect; 118 Abs. 2 FGO gebunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die von den Kl&auml;gern insoweit erhobenen Verfahrensr&uuml;gen (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO) gen&uuml;gen nicht den gesetzlichen Anforderungen (umfassend hierzu z.B. Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 116 Rz 48 ff.; Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 116 FGO Rz 58 ff.). Sie haben bereits nicht schl&uuml;ssig dargelegt, dass das FG seine Pflicht zur Aufkl&auml;rung des Sachverhalts (&sect; 76 Abs. 1 Satz 1 FGO) durch die Nichtvernehmung der Zeugin V verletzt habe. Die Kl&auml;ger verkennen insbesondere, dass diese R&uuml;ge zu den verzichtbaren Verfahrensr&uuml;gen geh&ouml;rt (&sect; 155 FGO i.V.m. &sect; 295 der Zivilprozessordnung). Deshalb erfordert eine ordnungsgem&auml;&szlig;e R&uuml;ge dieser Verfahrensm&auml;ngel auch den Vortrag, dass die Verletzung der betreffenden Verfahrensvorschrift in der Vorinstanz ger&uuml;gt wurde, sofern sich die R&uuml;ge nicht schon aus dem angegriffenen Urteil ergibt (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 10. Oktober 2008 VIII B 20-22\/08, BFH\/NV 2009, 183; vom 16. Juli 2008 X B 202\/07, BFH\/NV 2008, 1681; vom 9. September 2005 I B 40\/05, BFH\/NV 2006, 101; Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 115 Rz 103). Entsprechende Darlegungen fehlen. Insbesondere ist nicht ersichtlich, dass die Kl&auml;ger das &Uuml;bergehen ihres schrifts&auml;tzlich gestellten Beweisantrags ger&uuml;gt haben. Aus dem Protokoll der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG vom 3. Dezember 2007 ergibt sich jedenfalls nichts Einschl&auml;giges. Im &Uuml;brigen hatte der Beweisantrag der Kl&auml;ger vom 3. Dezember 2007 lediglich zum Ziel, festzustellen, dass die Kl&auml;gerin bereits vor dem Einzug in das Wohnstift an Osteoporose erkrankt war, nicht aber, dass der Aufenthalt der Kl&auml;gerin dort ausschlie&szlig;lich dieser Krankheit geschuldet sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daher kann der Senat offenlassen, ob die Kosten einer Heimunterbringung &#8211;abweichend von der bisherigen Rechtsprechung&#8211; auch dann zu ber&uuml;cksichtigen sind, wenn ein Steuerpflichtiger erst nach dem Umzug in das Altenheim krank und pflegebed&uuml;rftig geworden ist. F&uuml;r eine Ber&uuml;cksichtigung unter Anrechnung einer Haushaltsersparnis k&ouml;nnte sprechen, dass auch bei nachtr&auml;glich eintretender Pflegebed&uuml;rftigkeit der weitere Heimaufenthalt aus tats&auml;chlichen Gr&uuml;nden als zwangsl&auml;ufig anzusehen sein k&ouml;nnte. Dahinstehen kann ferner, ob und ggf. ab welcher Pflegestufe die Kosten f&uuml;r die Unterbringung eines pflegebed&uuml;rftigen Steuerpflichtigen in einem Altenheim aus tats&auml;chlichen Gr&uuml;nden zwangsl&auml;ufig entstanden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Schlie&szlig;lich sind die geltend gemachten Aufwendungen der Kl&auml;gerin auch nicht deshalb tats&auml;chlich zwangsl&auml;ufig erwachsen, weil sich der Kl&auml;ger aus Krankheitsgr&uuml;nden in dem Pflegeheim aufh&auml;lt. F&uuml;r diesen vermag sich der Aufenthalt im Pflegeheim mittlerweile als krankheitsbedingtes unabwendbares Ereignis darstellen. Der Umstand, dass die Kl&auml;gerin dem Kl&auml;ger in das Wohnstift gefolgt ist, beruht jedoch nicht auf einem solchen unabwendbaren Ereignis, sondern auf einem freien Willensentschluss. Eine tats&auml;chliche Zwangslage i.S. des &sect; 33 Abs. 1 EStG kann aber nur durch ein unausweichliches Ereignis tats&auml;chlicher Art begr&uuml;ndet werden, nicht durch eine ma&szlig;geblich vom menschlichen Willen beeinflusste Situation (vgl. BFH-Urteil vom 18. April 1990 III R 126\/86, BFHE 160, 516, BStBl II 1990, 738, sowie Kanzler in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect; 33 EStG Rz 189).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die streitigen Wohn- und Wohnnebenkosten sowie die Kosten f&uuml;r Verpflegung und Betreuung im Wohnstift sind der Kl&auml;gerin auch nicht aus rechtlichen oder sittlichen Gr&uuml;nden zwangsl&auml;ufig entstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine Zwangsl&auml;ufigkeit aus rechtlichen Gr&uuml;nden ist nur zu bejahen, wenn die Aufwendungen aufgrund unmittelbar aus dem Gesetz folgender Verpflichtungen geleistet werden (BFH-Urteil vom 18. Juli 1986 III R 178\/80, BFHE 147, 171, BStBl II 1986, 745). Eine gesetzliche Pflicht der Kl&auml;gerin, den Kl&auml;ger in das Wohnstift zu begleiten und nach dort zu &uuml;bersiedeln, ist nicht ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Insbesondere begr&uuml;ndet &sect; 1353 Abs. 1 Satz 2 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs keine solche Verpflichtung. Nach dieser Vorschrift sind die Ehegatten einander zur ehelichen Lebensgemeinschaft verpflichtet. Eine Pflicht zum r&auml;umlichen Zusammenleben folgt daraus jedoch nicht. Zwar gilt als Grundelement der ehelichen Lebensgemeinschaft regelm&auml;&szlig;ig das Zusammenleben in h&auml;uslicher Gemeinschaft. Anders ist es aber, wenn die Lebensverh&auml;ltnisse entgegenstehen oder im gegenseitigen Einvernehmen eine abweichende Lebensgestaltung vereinbart ist (Palandt\/Bruderm&uuml;ller, B&uuml;rgerliches Gesetzbuch, 69. Aufl., &sect; 1353 Rz 6; Soergel-Lange, BGB, 12. Aufl., &sect; 1353 Rz 8). Deshalb heben beispielsweise Haft oder ein l&auml;ngerer Aufenthalt in einer Klinik die eheliche Lebensgemeinschaft nicht auf (M&uuml;nchKommBGB\/Roth, 5. Aufl., &sect; 1353 Rz 34). Dies gilt selbst dann, wenn ein Ehegatte aller Voraussicht nach dauerhaft in einem Heim lebt (Urteil des Bundesgerichtshofs vom 7. November 2001 XII ZR 247\/00, BGHZ 149, 140 &lt;144&gt;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ein die Zwangsl&auml;ufigkeit begr&uuml;ndendes sittliches Gebot ist ebenfalls nicht erkennbar. Ein solches ist nur dann anzunehmen, wenn nach dem Urteil der Mehrzahl billig und gerecht denkender Mitb&uuml;rger ein Steuerpflichtiger sich zu einem solchen Umzug verpflichtet sehen kann. Sittlich zu billigende oder besonders anerkennenswerte Gr&uuml;nde allein gen&uuml;gen deshalb nicht. Es reicht vor allem nicht aus, dass ein gemeinsames &Uuml;bersiedeln in das Wohnstift menschlich verst&auml;ndlich ist. Die sittlichen Motive m&uuml;ssen vielmehr so stark sein, dass eine andere Entscheidung kaum m&ouml;glich erscheint, d.h. der Steuerpflichtige muss bei einem Zuwiderhandeln nicht nur vor sich selbst, sondern auch vor seinen Mitb&uuml;rgern als &quot;unsittlich&quot; oder &quot;unanst&auml;ndig&quot; gelten. Es ist daher darauf abzustellen, ob die Unterlassung der zu beurteilenden Handlung &quot;Nachteile im Sinne von Sanktionen im sittlich-moralischen Bereich oder auf gesellschaftlicher Ebene&quot; zur Folge haben kann, ob das Unterlassen also als moralisch anst&ouml;&szlig;ig empfunden wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dementsprechend setzt nach der Rechtsprechung die Zwangsl&auml;ufigkeit aus sittlichen Gr&uuml;nden voraus, dass die Sittenordnung das Handeln &quot;erfordert&quot; (BFH-Urteil vom 26. Mai 1971 VI R 271\/68, BFHE 102, 389, BStBl II 1971, 628). Infolgedessen ist eine Zwangsl&auml;ufigkeit nicht schon gegeben, wenn sich der Steuerpflichtige subjektiv verpflichtet f&uuml;hlt; auch ist nicht jede aus sittlichen Gr&uuml;nden verst&auml;ndliche Unterst&uuml;tzung Dritter zwangsl&auml;ufig. Vorausgesetzt wird vielmehr, dass der Steuerpflichtige keine M&ouml;glichkeit hatte, den Aufwendungen auszuweichen, sich ihnen zu entziehen (BFH-Urteil vom 24. Juli 1987 III R 208\/82, BFHE 150, 351, BStBl II 1987, 715, mit Hinweis auf BFH-Urteil vom 18. November 1977 VI R 142\/75, BFHE 124, 39, BStBl II 1978, 147). Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH ist eine Zwangsl&auml;ufigkeit aus sittlichen Gr&uuml;nden nur anzunehmen, wenn die sittliche Verpflichtung so unabdingbar ist, dass sie einer Rechtspflicht gleichkommt (beispielsweise BFH-Urteile vom 27. Februar 1987 III R 209\/81, BFHE 149, 240, BStBl II 1987, 432; vom 30. Oktober 2003 III R 23\/02, BFHE 204, 113, BStBl II 2004, 267; vom 12. Dezember 2002 III R 25\/01, BFHE 201, 188, BStBl II 2003, 299, und vom 23. Oktober 2002 III R 57\/99, BFHE 201, 31, BStBl II 2003, 187).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Voraussetzung ist im vorliegenden Fall nicht gegeben. Zwar ist es verst&auml;ndlich, dass sich die Kl&auml;gerin entschieden hat, mit ihrem Ehemann in das Wohnstift zu &uuml;bersiedeln. Sittlich verpflichtet hierzu war sie indessen nicht. Nach Auffassung des erkennenden Senats erwartet die Gesellschaft nicht unausweichlich, dass ein &quot;gesunder&quot; Ehegatte den bisher gemeinsam gef&uuml;hrten Hausstand aufgibt und seinen kranken bzw. pflegebed&uuml;rftigen Ehepartner in ein Alters- oder Pflegeheim begleitet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Eine gegen Art. 6 Abs. 1 des Grundgesetzes versto&szlig;ende Benachteiligung der Eheleute liegt darin &#8211;entgegen der Auffassung der Kl&auml;ger&#8211; nicht. Das FG hat zutreffend dargelegt, dass die Versagung des Abzugs der geltend gemachten Wohn- und Lebenshaltungskosten als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen nicht auf der Ehe der Kl&auml;gerin, sondern vielmehr auf dem Umstand gr&uuml;ndet, dass das FA die Aufwendungen zu Recht nicht unter den Tatbestand des &sect; 33 Abs. 1 EStG zu subsumieren vermochte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Ebenfalls zutreffend hat das FG die als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen dem Grunde nach anerkannten Unterbringungs-, Verpflegungs- und Betreuungskosten des Kl&auml;gers um die Haushaltsersparnis gek&uuml;rzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Werden Kosten einer Heimunterbringung dem Grunde nach als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung (Krankheitskosten) ber&uuml;cksichtigt, sind sie nur insoweit gem&auml;&szlig; &sect; 33 Abs. 1 EStG abziehbar, als sie die zumutbare Belastung (&sect; 33 Abs. 3 EStG) sowie die sog. Haushaltsersparnis &uuml;bersteigen. Nur in dieser H&ouml;he entstehen dem Steuerpflichtigen hierdurch gegen&uuml;ber seiner bisherigen Lebensf&uuml;hrung zus&auml;tzliche Kosten. Entsprechend sind Unterbringungskosten um eine Haushaltsersparnis, die der H&ouml;he nach den ersparten Verpflegungs- und Unterbringungskosten entspricht, zu k&uuml;rzen (BFH-Urteile in BFHE 199, 135, BStBl II 2003, 70, und vom 10. August 1990 III R 2\/86, BFH\/NV 1991, 231).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Von der Ber&uuml;cksichtigung einer Haushaltsersparnis ist nach Auffassung des Senats nur dann abzusehen, wenn dem Steuerpflichtigen nur vor&uuml;bergehend, etwa anl&auml;sslich eines Sanatoriumsaufenthaltes im Anschluss an eine Krankenhausbehandlung, ausschlie&szlig;lich krankheitsbedingte Unterbringungskosten entstehen. Denn dem Steuerpflichtigen kann dann nicht zugemutet werden, seine Wohnung aufzugeben (so auch BFH-Urteil vom 22. August 1980 VI R 138\/77, BFHE 131, 381, BStBl II 1981, 23).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufwendungen f&uuml;r eine krankheitsbedingte Unterbringung in einem Pflegeheim sind nur dann nicht um eine Haushaltsersparnis zu k&uuml;rzen, solange der Pflegebed&uuml;rftige seinen normalen Haushalt beibeh&auml;lt. Ausschlaggebend f&uuml;r diese Entscheidung ist die Tatsache, dass der Steuerpflichtige in einem solchen Fall trotz der Unterbringung in einem Pflegeheim mit den Fixkosten des Hausstandes wie Miete oder Zinsaufwendungen, Grundgeb&uuml;hr f&uuml;r Strom, Wasser etc. sowie Reinigungskosten belastet bleibt. Hieran &auml;ndert nichts, dass die fr&uuml;here Wohnung eines Pflegebed&uuml;rftigen von dessen Ehegatten weiter bewohnt wird. Auch in einem solchen Fall entstehen durch die dann zu gro&szlig;e Wohnung bedingte Fixkosten, die den Abzug einer Haushaltsersparnis von den als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung anzuerkennenden Kosten einer Pflegeheimunterbringung als nicht gerechtfertigt erscheinen lassen (BFH-Urteil in BFH\/NV 1991, 231).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall haben die Kl&auml;ger jedoch ihren urspr&uuml;nglich gemeinsamen Haushalt aufgegeben, so dass eine K&uuml;rzung um die Haushaltsersparnis geboten ist. Der Senat verkennt dabei nicht, dass durch den im Pflegeheim neu begr&uuml;ndeten gemeinsamen Haushalt auch dem Kl&auml;ger neben den ihn betreffenden Pflegeheimkosten zus&auml;tzliche Kosten der Lebensf&uuml;hrung entstanden sind, die einer Vorteilsanrechnung entgegenstehen k&ouml;nnen. Gleichwohl ist vorliegend der Ansatz einer Haushaltsersparnis gerechtfertigt, da das FA den auf den Kl&auml;ger entfallenden Anteil an den Fixkosten dieses Hausstandes als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen in Abzug gebracht hat. Der von den Kl&auml;gern begehrte Verzicht auf die K&uuml;rzung um die Haushaltsersparnis w&uuml;rde damit eine ungerechtfertigte Doppelbeg&uuml;nstigung bewirken. Dem steht nicht entgegen, dass das FA die Unterbringungs- und Verpflegungskosten der Kl&auml;gerin nicht als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen anerkannt hat. Eine Haushaltsersparnis ist schon dann gerechtfertigt, wenn nur der Kl&auml;ger entsprechende Lebenshaltungskosten erspart.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Haushaltsersparnis des Kl&auml;gers sch&auml;tzt der Senat entsprechend dem in &sect; 33a Abs. 1 EStG vorgesehenen H&ouml;chstbetrag f&uuml;r den Unterhalt unterhaltsbed&uuml;rftiger Personen auf 7.680 EUR (vgl. BFH-Urteil in BFHE 218, 136, BStBl II 2007, 764; FG M&uuml;nchen, Urteil vom 5. November 2008&nbsp;&nbsp;15 K 2814\/07, Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2009, 309; FG K&ouml;ln, Urteil vom 28. April 2009&nbsp;&nbsp;8 K 1337\/08, EFG 2010, 479; R 188 Abs. 2 Satz 2 der Einkommensteuer-Richtlinien 2003). Soweit die Kl&auml;ger hiergegen einwenden, dass ihnen durch den Umzug Mehr- und nicht Wenigerkosten entstanden sind, verkennen sie, dass die Haushaltsersparnis (des Kl&auml;gers) durch einen Vergleich der Pflegeheimkosten mit den Kosten eines entsprechenden privaten Haushalts und nicht durch einen Vergleich mit den Kosten eines Altenheims zu ermitteln ist (BFH-Urteil in BFHE 131, 381, BStBl II 1981, 23).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Zwischen den Beteiligten ist zu Recht nicht mehr streitig, dass den Kl&auml;gern im Streitfall die Pauschbetr&auml;ge nach &sect; 33a Abs. 3 Satz 2 EStG i.d.F. bis Veranlagungszeitraum 2008 nicht zu gew&auml;hren sind. Das FA hat die Pflegekosten des Kl&auml;gers sowie seine Kosten f&uuml;r Unterbringung und Verpflegung zum Abzug nach &sect; 33 EStG zugelassen. In einem solchen Fall ist die Gew&auml;hrung des Pauschbetrags nach &sect; 33a Abs. 3 Satz 2 Nr. 2 EStG ausgeschlossen (vgl. BFH-Urteil vom 24. Februar 2002 III R 80\/97, BFHE 191, 280, BStBl II 2000, 294). Der Kl&auml;gerin hat das FA anstelle des Pauschbetrags nach &sect; 33a Abs. 3 Satz 2 EStG eine Steuererm&auml;&szlig;igung f&uuml;r die Inanspruchnahme haushaltsnaher Dienstleistungen nach &sect; 35a Abs. 2 EStG ausgehend von Aufwendungen in H&ouml;he von 3.000 EUR zugesprochen. Die daraus resultierende Steuererm&auml;&szlig;igung in H&ouml;he von 600 EUR wirkt sich f&uuml;r die Kl&auml;gerin g&uuml;nstiger als der Abzug des Pauschbetrags vom Gesamtbetrag der Eink&uuml;nfte nach &sect; 33a Abs. 3 EStG aus. Sie ist deshalb durch die angefochtene Steuerfestsetzung insoweit nicht beschwert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 15.4.2010, VI R 51\/09 Heimkosten des nicht pflegebed&uuml;rftigen Ehegatten keine au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen &#8211; Zwangsl&auml;ufigkeit i.S. des &sect; 33 Abs. 2 Satz 1 EStG &#8211; Keine Zwangsl&auml;ufigkeit aufgrund ehelicher Gemeinschaft oder sittlicher Verpflichtung &#8211; H&ouml;he der Heimunterbringungskosten &#8211; Ber&uuml;cksichtigung einer Haushaltsersparnis Leits&auml;tze 1. Aufwendungen des nicht pflegebed&uuml;rftigen Steuerpflichtigen, der mit seinem pflegebed&uuml;rftigen Ehegatten &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-51-09-heimkosten-des-nicht-pflegebeduerftigen-ehegatten-keine-aussergewoehnlichen-belastungen-zwangslaeufigkeit-is-des-par-33-abs-2-satz-1-estg-keine-zwangslaeufigkeit-aufgrund-ehelicher-gemeinsc\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;51\/09 &#8211; Heimkosten des nicht pflegebed&uuml;rftigen Ehegatten keine au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen &#8211; Zwangsl&auml;ufigkeit i.S. des &sect; 33 Abs. 2 Satz 1 EStG &#8211; Keine Zwangsl&auml;ufigkeit aufgrund ehelicher Gemeinschaft oder sittlicher Verpflichtung &#8211; H&ouml;he der Heimunterbringungskosten &#8211; Ber&uuml;cksichtigung einer Haushaltsersparnis<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-12280","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12280","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12280"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12280\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12280"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12280"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12280"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}