{"id":12287,"date":"2012-12-08T07:10:41","date_gmt":"2012-12-08T05:10:41","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12287"},"modified":"2012-12-08T07:10:41","modified_gmt":"2012-12-08T05:10:41","slug":"iv-b-15-10-akteneinsicht-im-verfahren-der-beschwerde-gegen-eine-beiladung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-b-15-10-akteneinsicht-im-verfahren-der-beschwerde-gegen-eine-beiladung\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;B&nbsp;15\/10 &#8211; Akteneinsicht im Verfahren der Beschwerde gegen eine Beiladung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 10.5.2010, IV B 15\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Akteneinsicht im Verfahren der Beschwerde gegen eine Beiladung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer zu 1. (Kl&auml;ger) hat vor dem Finanzgericht (FG) Unt&auml;tigkeitsklage gegen den Bescheid des Beklagten und Beschwerdegegners (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Grundlagen der Einkommensbesteuerung f&uuml;r 1998 vom 21. Dezember 2005 f&uuml;r die T-KG erhoben. In diesem Bescheid wird ausgef&uuml;hrt, der Kl&auml;ger habe den Bescheid als Treugeber eines Kommanditanteils erhalten. Die T-KG sei bereits erloschen. In der Einspruchsentscheidung vom 6. November 2009 hat das FA ausgef&uuml;hrt, die A-GmbH sei Kommanditistin der T-KG gewesen und habe ihren Anteil treuh&auml;nderisch f&uuml;r mehrere nat&uuml;rliche Personen, u.a. den Kl&auml;ger gehalten. Die A-GmbH sei bereits im Handelsregister gel&ouml;scht. Der angegriffene Bescheid vom 21. Dezember 2005 sei ein Bescheid im sog. zweistufigen Feststellungsverfahren. In der ersten Stufe sei der Gewinn aus dem Gewerbebetrieb der T-KG festgestellt und auf die Gesellschafter verteilt worden. In der zweiten Stufe sei der Gewinnanteil des Treuh&auml;nders (A-GmbH) auf die Treugeber verteilt worden. Diese Feststellungen seien zu einem Bescheid verbunden worden, weil es sich um ein offenes Treuhandverh&auml;ltnis gehandelt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat mit Beschluss vom 21. Januar 2010 den Beigeladenen, Beschwerdef&uuml;hrer zu 2. und Antragsteller (Antragsteller) als Nachtragsliquidator der A-GmbH zum Verfahren beigeladen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und der Antragsteller haben hiergegen Beschwerde eingelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen des Beschwerdeverfahrens beantragt der Antragsteller &quot;Einsicht in die gesamte Prozessakte (Finanzgerichtsakten, Verwaltungsakten, etc.)&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger ist der Auffassung, die Gew&auml;hrung von Akteneinsicht versto&szlig;e gegen das Steuergeheimnis.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Dem Antragsteller wird teilweise Akteneinsicht gew&auml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Entscheidung &uuml;ber die Akteneinsicht trifft entsprechend dem laufenden Beschwerdeverfahren der Beschlusssenat in der Besetzung mit drei Richtern und nicht der Senatsvorsitzende alleine (Senatsbeschluss vom 25. Mai 2004 IV B 110\/02, juris).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach &sect; 78 Abs. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) k&ouml;nnen die Beteiligten die Gerichtsakte und die dem Gericht vorgelegten Akten einsehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Diese Vorschrift gilt auch im Beschwerdeverfahren. Denn f&uuml;r dieses unvollst&auml;ndig geregelte Verfahren sind &uuml;ber den sinngem&auml;&szlig; anwendbaren &sect; 121 FGO die Vorschriften der Abschnitte III und IV des Zweiten Teils der FGO anzuwenden (Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 30. April 1987 V B 86\/86, BFHE 149, 437, BStBl II 1987, 502; vgl. auch BFH-Beschluss vom 22. Dezember 2005 X B 157\/05, BFH\/NV 2006, 784).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Beschwerdeverfahren ist der Rechtsbehelfsf&uuml;hrer &#8211;im Streitfall neben dem Kl&auml;ger der Antragsteller&#8211; Beteiligter i.S. des &sect; 57 FGO, der im Beschwerdeverfahren entsprechend anzuwenden ist (vgl. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 16. Januar 1984 GrS 5\/82, BFHE 140, 408, BStBl II 1984, 439, unter III.2.a der Gr&uuml;nde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Allerdings kann das Recht auf Akteneinsicht durch das Steuergeheimnis (&sect; 30 der Abgabenordnung) eingeschr&auml;nkt sein (Th&uuml;rmer in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, &sect; 78 FGO Rz 80, m.N. aus der Rechtsprechung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies gilt insbesondere f&uuml;r die Beschwerde gegen die Beiladung. Denn erst mit der Entscheidung &uuml;ber die Beschwerde ist gekl&auml;rt, ob die Stellung des Beigeladenen als Beteiligter des Klageverfahrens (&sect; 57 Nr. 3 FGO) weiter bestehen bleibt. Nur ein Beteiligter hat aber das Recht auf Akteneinsicht (&sect; 78 Abs. 1 FGO). Zum Schutz des Steuergeheimnisses hat der Gesetzgeber &#8211;anders als nach &sect; 65 Abs. 4 Satz 3 der Verwaltungsgerichtsordnung und &sect; 75 Abs. 3 Satz 3 des Sozialgerichtsgesetzes&#8211; in der FGO die M&ouml;glichkeit geschaffen, auch den die Beiladung anordnenden Beschluss anzugreifen (Spindler in HHSp, &sect; 60 FGO Rz 100; vgl. schriftlicher Bericht des Rechtsausschusses vom 9. Juni 1965, zu BTDrucks. IV\/3523, S. 7, zu &sect; 58 FGO). Im Beschwerdeverfahren &uuml;ber die Beiladung beschr&auml;nkt sich daher die Akteneinsicht auf diejenigen Akten, die die Grundlage f&uuml;r die Entscheidung des BFH &uuml;ber die Beiladung bilden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Vorliegend ist dem Antragsteller demnach Einsicht in die Akte des BFH zu gew&auml;hren, da sich diese nur auf die Beiladung bezieht. Ferner kann vom Antragsteller die FG-Akte eingesehen werden, weil die Frage der Beiladung von den vorgebrachten Einwendungen des Kl&auml;gers abh&auml;ngt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da das FG den Antragsteller als Nachtragsliquidator der A-GmbH beigeladen hat, ist dem Antragsteller auch Einsicht in die Rechtsbehelfsakte zur Nachtragsliquidation der A-GmbH sowie in den Schriftwechsel zwischen dem FA und dem Amtsgericht hinsichtlich der Nachtragsliquidation zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&Uuml;ber den Inhalt der genannten Akten hinaus haben allerdings die Akten &uuml;ber den Schriftwechsel im Einspruchsverfahren des Kl&auml;gers, &uuml;ber die Betriebspr&uuml;fung bei der T-KG sowie die Feststellungsakten und die Dauerbeleg-Akten der T-KG keine Bedeutung f&uuml;r die Beiladung. Daher hat der Antragsteller insofern kein Recht auf Akteneinsicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 10.5.2010, IV B 15\/10 Akteneinsicht im Verfahren der Beschwerde gegen eine Beiladung Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer zu 1. (Kl&auml;ger) hat vor dem Finanzgericht (FG) Unt&auml;tigkeitsklage gegen den Bescheid des Beklagten und Beschwerdegegners (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Grundlagen der Einkommensbesteuerung f&uuml;r 1998 vom 21. 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