{"id":12288,"date":"2012-12-19T15:52:34","date_gmt":"2012-12-19T13:52:34","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12288"},"modified":"2012-12-19T15:52:34","modified_gmt":"2012-12-19T13:52:34","slug":"viii-b-142-09-nichtzulassungsbeschwerde-materiellrechtliche-fehler-rechtliches-gehoer-verfahrensmangel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-142-09-nichtzulassungsbeschwerde-materiellrechtliche-fehler-rechtliches-gehoer-verfahrensmangel\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;B&nbsp;142\/09 &#8211; Nichtzulassungsbeschwerde: materiellrechtliche Fehler, rechtliches Geh&ouml;r, Verfahrensmangel"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.4.2010, VIII B 142\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Nichtzulassungsbeschwerde: materiellrechtliche Fehler, rechtliches Geh&ouml;r, Verfahrensmangel<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Von der Darstellung des Tatbestandes sieht der Senat gem&auml;&szlig; &sect; 116 Abs. 5 Satz 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Revisionszulassungsgr&uuml;nde i.S. von &sect; 115 Abs. 2 i.V.m. &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO sind nicht gegeben. Die Rechtssache hat weder grunds&auml;tzliche Bedeutung noch ist eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Fortbildung des Rechts oder zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich. Ebenso wenig ist ein Verfahrensmangel gegeben, auf dem die Entscheidung beruhen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das Finanzgericht (FG) hat sich in seiner Entscheidung unter Bezugnahme auf die dazu ergangene h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung ausf&uuml;hrlich mit der Frage auseinandergesetzt, ob die an den Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) aufgrund der Vereinbarung vom 15. Mai 1998 gezahlten Gelder als Entsch&auml;digung gem&auml;&szlig; &sect; 24 Nr. 1a des Einkommensteuergesetzes (EStG) zu bewerten waren. Mit der Begr&uuml;ndung, die Zahlungen seien zur Abgeltung bereits erdienter Anspr&uuml;che erfolgt und die Vereinbarung vom 15. Mai 1998 enthalte &#8211;entgegen dem urspr&uuml;nglichen Wunsch des Kl&auml;gers&#8211; gerade nicht die Formulierung &quot;Entsch&auml;digung&quot;, hat das FG eine solche letztlich verneint. Indem sich die Kl&auml;ger gegen diese W&uuml;rdigung des FG wenden, r&uuml;gen sie im Ergebnis die materielle Unrichtigkeit des finanzgerichtlichen Urteils. Auf falsche materielle Rechtsanwendung kann die Zulassung der Revision indes nicht gest&uuml;tzt werden (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 28. April 2003 VIII B 260\/02, BFH\/NV 2003, 1336; vom 23. Juni 2003 IX B 119\/02, BFH\/NV 2003, 1289).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) In dieser W&uuml;rdigung des FG liegt auch keine Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs (Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes, &sect; 96 Abs. 2 FGO) aufgrund einer &Uuml;berraschungsentscheidung. Eine solche ist nur anzunehmen, wenn das Gericht seine Entscheidung auf einen bis dahin nicht er&ouml;rterten rechtlichen oder tats&auml;chlichen Gesichtspunkt gest&uuml;tzt und damit dem Rechtsstreit eine Wendung gegeben hat, mit der auch ein kundiger Prozessbeteiligter nach dem bisherigen Prozessverlauf nicht rechnen musste (Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 29. Mai 1991&nbsp;&nbsp;1 BvR 1383\/90, BVerfGE 84, 188; BFH-Urteil vom 17. Februar 1998 VIII R 28\/95, BFHE 186, 29, BStBl II 1998, 505; BFH-Beschl&uuml;sse vom 1. Juli 1998 IV B 152\/97, BFH\/NV 1998, 1511; vom 14. Juni 1999 I B 127\/98, BFH\/NV 1999, 1609; Senatsurteil vom 23. Februar 2000 VIII R 80\/98, BFH\/NV 2000, 978). Im Streitfall ist eine &Uuml;berraschungsentscheidung bereits deshalb zu verneinen, weil es nach der Begr&uuml;ndung des FG-Urteils auf die genaue H&ouml;he der bis zur Vereinbarung vom 15. Mai 1998 f&auml;lligen Anspr&uuml;che des Kl&auml;gers schon deshalb nicht entscheidend ankam, weil nach dem eindeutigen Wortlaut der Vereinbarung vom 15. Mai 1998 die Zahlung von 225.000 DM zuz&uuml;glich Umsatzsteuer &quot;alle offenen&quot; Anspr&uuml;che des Kl&auml;gers abdecken sollte. Aufgrund dieser Vertragsformulierung ist die Vertragsauslegung des FG jedenfalls vertretbar und f&uuml;r die Beteiligten nicht &uuml;berraschend. Das gilt umso mehr, als auch der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) in seinen im Klageverfahren eingereichten Schrifts&auml;tzen im Zusammenhang mit den an den Kl&auml;ger erfolgten Zahlungen mehrfach auf die Problematik &quot;Entsch&auml;digung gem&auml;&szlig; &sect; 24 Nr. 1a EStG&quot; eingegangen ist und auch die Berichterstatterin des FG in ihrem Schreiben an den Kl&auml;ger vom 26. M&auml;rz 2009 dieses Thema aufgegriffen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ein Verfahrensmangel gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO ist auch im Hinblick auf die Anwendung des &sect; 177 der Abgabenordnung (AO) nicht gegeben. Die &#8211;unterstellt&#8211; fehlerhafte Anwendung verfahrensrechtlicher Vorschriften durch das FA im Besteuerungs- oder im Einspruchsverfahren ist kein Verfahrensmangel im revisionsrechtlichen Sinn (s. Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 115 Rz 77, m.w.N.). Das FG hat sich unter Nr. 5 der Entscheidungsgr&uuml;nde detailliert mit der Anwendung des &sect; 177 AO befasst und ist nach Abs. 3 der Vorschrift zu dem Ergebnis gekommen, eine Saldierung sei bis zur Grenze der Steuererm&auml;&szlig;igung durch &sect; 34 Abs. 3 EStG vorzunehmen. Wenn die Kl&auml;ger sich dagegen wenden, r&uuml;gen sie letztlich eine fehlerhafte materielle Rechtsanwendung. Wie vorstehend bereits ausgef&uuml;hrt, kann die Zulassung der Revision darauf nicht gest&uuml;tzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Weshalb der Rechtsstreit eine &uuml;ber den Einzelfall hinausgehende grunds&auml;tzliche Bedeutung haben sollte, ist nicht erkennbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.4.2010, VIII B 142\/09 Nichtzulassungsbeschwerde: materiellrechtliche Fehler, rechtliches Geh&ouml;r, Verfahrensmangel Gr&uuml;nde 1&nbsp; 1. Von der Darstellung des Tatbestandes sieht der Senat gem&auml;&szlig; &sect; 116 Abs. 5 Satz 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) ab. 2&nbsp; 2. 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