{"id":12363,"date":"2012-12-19T15:44:33","date_gmt":"2012-12-19T13:44:33","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12363"},"modified":"2012-12-19T15:44:33","modified_gmt":"2012-12-19T13:44:33","slug":"x-b-71-09-verletzung-von-par-96-abs-1-satz-1-fgo-ruege-mangelnder-sachaufklaerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-71-09-verletzung-von-par-96-abs-1-satz-1-fgo-ruege-mangelnder-sachaufklaerung\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;71\/09 &#8211; Verletzung von &sect; 96 Abs. 1 Satz 1 FGO &#8211; R&uuml;ge mangelnder Sachaufkl&auml;rung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.3.2010, X B 71\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Verletzung von &sect; 96 Abs. 1 Satz 1 FGO &#8211; R&uuml;ge mangelnder Sachaufkl&auml;rung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) sind Eheleute, die f&uuml;r die Streitjahre zusammen zur Einkommensteuer veranlagt wurden. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt) erlie&szlig; gegen sie f&uuml;r die Streitjahre ge&auml;nderte Einkommensteuerbescheide, in denen u.a. von der Kl&auml;gerin geltend gemachte Verluste aus dem Betrieb einer Segelyacht steuerlich nicht mehr anerkannt wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die gegen diese Bescheide gerichtete Klage wies das Finanzgericht (FG) ab. Es verneinte das Vorliegen einer Einkunftserzielungsabsicht. Die Revision lie&szlig; es nicht zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Nichtzulassungsbeschwerde machen die Kl&auml;ger geltend, die Revision sei zuzulassen. Das angefochtene Urteil beruhe auf Verfahrensfehlern. Auch sei es greifbar gesetzwidrig. Zudem seien die Zulassungsgr&uuml;nde des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 und Nr. 2 Alternative 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger tragen insbesondere vor, das FG habe die von ihnen vorgelegten Berechnungen, aus denen sich ergebe, dass mit einem Totalgewinn zu rechnen gewesen sei, teilweise nicht zur Kenntnis genommen. Insbesondere habe das FG nicht erkannt, dass die darin angesetzten voraussichtlichen Einnahmen aus der Vercharterung des Schiffs bereits um die Provisionen gek&uuml;rzt seien, die an das Charterunternehmen zu zahlen seien. Bei dieser Sachlage seien entgegen der Ansicht des FG die Provisionszahlungen nicht zus&auml;tzlich als voraussichtliche Ausgaben anzusetzen. Die Annahme des FG, in den Berechnungen seien die voraussichtlichen Einnahmen unrealistisch hoch und die voraussichtlichen Ausgaben zu niedrig angesetzt, lie&szlig;en den Inhalt der vorgelegten Berechnungen au&szlig;er Acht. Die angesetzten Einnahmen l&auml;gen unterhalb der in den Prospekten angegebenen H&ouml;he. Auch sei bei den angesetzten Ausgaben ein Puffer in den Berechnungen ber&uuml;cksichtigt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG habe ferner seine Sachaufkl&auml;rungspflicht verletzt. Es habe den von ihnen benannten Zeugen X nicht vernommen. Auch die Einholung des von ihnen beantragten Sachverst&auml;ndigengutachtens durch den benannten Wirtschaftspr&uuml;fer\/Steuerberater Y habe das FG unterlassen. Bis zum Schluss der m&uuml;ndlichen Verhandlung h&auml;tten sie, die Kl&auml;ger, keine Kenntnis gehabt, wie das FG mit den Beweisantr&auml;gen umgehe. Das FG sei sich bis zum Schluss dieser Verhandlung nicht dar&uuml;ber im Klaren gewesen, wie und auf welcher Grundlage es entscheiden werde. Die Einholung eines Sachverst&auml;ndigengutachtens zur Beantwortung der Frage, ob die in den kl&auml;gerischen Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit des Betriebs wiedergegebenen Daten realit&auml;tsgerecht seien, h&auml;tte sich dem FG von Amts wegen aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen. Es habe im Urteil nicht dargelegt, dass es &uuml;ber die erforderliche eigene Sachkunde zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit eines Schiffsvermietungsbetriebs verf&uuml;ge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung und zur Rechtsfortbildung folge im Streitfall daraus, dass umstritten sei, ob &sect; 2a des Einkommensteuergesetzes (EStG) europarechtswidrig sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg. Die in der Beschwerdebegr&uuml;ndung der Kl&auml;ger geltend gemachten Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision (&sect; 115 Abs. 2 FGO) sind nicht gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das angefochtene Urteil des FG beruht nicht auf Verfahrensfehlern (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG hat nicht dadurch den Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r (Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes &#8211;GG&#8211;) verletzt und &sect; 96 Abs. 1 Satz 1 FGO missachtet, dass es das kl&auml;gerische Vorbringen zum Teil nicht zur Kenntnis genommen und in seine Erw&auml;gungen einbezogen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Verletzung des &sect; 96 Abs. 1 Satz 1 FGO liegt vor, wenn das FG seiner Entscheidung einen Sachverhalt zugrunde gelegt hat, der dem schriftlichen Vorbringen der Beteiligten nicht entspricht, oder eine nach den Akten klar feststehende Tatsache unber&uuml;cksichtigt geblieben ist (Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 5. Juli 2007 V B 6\/06, BFH\/NV 2007, 1809). Kein Verfahrensfehler, sondern eine dem materiellen Recht zuzuordnende unzutreffende Rechtsanwendung ist hingegen gegeben, wenn das FG eine unzutreffende Sachverhalts- oder Beweisw&uuml;rdigung vornimmt (Senatsbeschluss vom 12. Oktober 2006 X B 165\/05, BFH\/NV 2007, 42).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Vortrag der Kl&auml;ger, das FG habe nicht zur Kenntnis genommen, dass die zu beurteilende Segelyacht von den Kl&auml;gern nicht selbst genutzt worden sei, trifft nicht zu. Im Tatbestand des angefochtenen Urteils (Seite 8) ist dieses Vorbringen der Kl&auml;ger ausdr&uuml;cklich festgehalten. Bei dieser Sachlage ist im Allgemeinen davon auszugehen, dass das Gericht dieses Vorbringen auch in seine Entscheidungsfindung einbezogen hat (BFH-Beschluss vom 7. Mai 2009 IX B 13\/09, BFH\/NV 2009, 1266).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auch die R&uuml;ge, das FG habe die von den Kl&auml;gern im Rahmen der Betriebspr&uuml;fung vorgelegte Kalkulation &uuml;ber die voraussichtlichen Einnahmen und Ausgaben sowie die im Klageverfahren vorgelegte Prognoserechnung vom 26. Juni 2006 (vgl. Anlagen zur Beschwerdebegr&uuml;ndung) nur zum Teil und damit in unzureichender Weise zur Kenntnis genommen, weshalb das Urteil auf einem Verfahrensfehler beruhe, greift nicht durch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Die Kl&auml;ger tragen vor, das FG habe bei seiner W&uuml;rdigung, wonach der in der Kalkulation ausgewiesene Gewinn von voraussichtlich j&auml;hrlich 24.100 DM (128.000 DM .\/. 103.900 DM) noch um die j&auml;hrliche Absetzung f&uuml;r Abnutzung von 56.000 DM zu k&uuml;rzen sei, den bei der Ver&auml;u&szlig;erung des Schiffs erzielbaren Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn, der in der Kalkulation wiedergegeben sei, unber&uuml;cksichtigt gelassen. Beziehe man diese Punkte in die Gewinnermittlung ein, ergebe sich ein als gewerblich zu beurteilender Totalgewinn.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beachten bei ihrem Vortrag nicht, dass sich die von ihnen angef&uuml;hrte Urteilsbegr&uuml;ndung (Seite 14) lediglich auf den j&auml;hrlich erzielbaren laufenden Gewinn bezieht. Dass im Rahmen der Totalgewinnprognose bei gewerblichen Eink&uuml;nften auch ein bei der Ver&auml;u&szlig;erung oder Aufgabe des Unternehmens voraussichtlich entstehender au&szlig;erordentlicher Gewinn i.S. der &sect;&sect; 16 Abs. 1 und 34 EStG zu ber&uuml;cksichtigen ist, hat das FG zutreffend erkannt (Seite 15 Absatz 2 des angefochtenen Urteils). Dessen H&ouml;he hat es in seiner Urteilsbegr&uuml;ndung auf Seite 14 aber nicht dargestellt, weil es die in den Berechnungen der Kl&auml;ger prognostizierten Zahlen zur H&ouml;he der erzielbaren Einnahmen und der voraussichtlich anfallenden Ausgaben als nicht realit&auml;tsgerecht angesehen hat, was &#8211;wie nachstehend noch auszuf&uuml;hren ist&#8211; jedenfalls im Ergebnis nicht zu beanstanden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus diesem Grund ist es in diesem Zusammenhang auch nicht entscheidend, dass in der Kalkulation die zu leistenden Provisionen als Ausgaben angesetzt sind, die vom FG aus der Prognoserechnung vom 26. Juni 2006 &uuml;bernommenen Einnahmen aber bereits um diese Provisionen gek&uuml;rzt sind (siehe hierzu auch die nachstehenden Ausf&uuml;hrungen).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Ein durchgreifender Verfahrensfehler ergibt sich auch nicht aus dem Vortrag der Kl&auml;ger, das FG habe nicht zur Kenntnis genommen, die in ihren Berechnungen angesetzten voraussichtlichen Einnahmen seien bereits um die an das Charterunternehmen zu leistenden Provisionen in H&ouml;he von 30 % gek&uuml;rzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar trifft es zu, dass in der Prognoserechnung vom 26. Juni 2006 die um die Provisionszahlungen gek&uuml;rzten Einnahmen angegeben sind. Damit hat das FG zu Unrecht bem&auml;ngelt, in der Prognoserechnung seien die Provisionszahlungen nicht als voraussichtlich entstehende Ausgaben angesetzt. Dieser Fehler des FG wirkt sich aber deswegen nicht aus, weil das Gericht zugunsten der Kl&auml;ger f&auml;lschlicherweise angenommen hat, die in den Berechnungen angesetzten voraussichtlichen Einnahmen von w&ouml;chentlich 6.400 DM bzw. 6.900 DM seien diejenigen, die nach den Darstellungen der Kl&auml;ger am Markt erzielbar waren und nicht lediglich die um die Provisionen gek&uuml;rzten Einnahmen. Da das FG aber bereits die angesetzten w&ouml;chentlichen Einnahmen von 6.400 DM bzw. von 6.900 DM, mithin also Betr&auml;ge in H&ouml;he von 70 % der angesetzten (angeblichen) Marktpreise als unrealistisch &uuml;berh&ouml;ht angesehen hat (siehe dazu unten bei 1.b, bb), w&auml;re es erst recht zu diesem Ergebnis gekommen, wenn es von den von den Kl&auml;gern angesetzten ungek&uuml;rzten Einnahmen in H&ouml;he von 9.143 DM bzw. 9.857 DM ausgegangen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat auch nicht dadurch gegen Art. 103 Abs. 1 GG und gegen die Sachaufkl&auml;rungspflicht versto&szlig;en, dass es dem Antrag der Kl&auml;ger, einen Zeugen zu vernehmen bzw. ein Sachverst&auml;ndigengutachten einzuholen, nicht nachgekommen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect; 76 Abs. 1 Satz 1 FGO erforscht das Gericht den Sachverhalt von Amts wegen. Gem&auml;&szlig; den S&auml;tzen 2 und 3 dieser Vorschrift haben hierbei die Beteiligten mitzuwirken. Kommen die Beteiligten dieser Mitwirkungspflicht nicht nach, reduziert sich die Ermittlungspflicht des FG. Stellen Beteiligte, die in der m&uuml;ndlichen Verhandlung rechtskundig vertreten sind, keine auf eine weitere Sachaufkl&auml;rung gerichteten Antr&auml;ge, kommt eine Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht durch das FG nur in Betracht, wenn sich dem FG eine weitere Sachaufkl&auml;rung auch ohne Antrag h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen (st&auml;ndige Rechtsprechung; vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 8. September 2006 V B 126\/05, BFH\/NV 2006, 2300). Dies kann etwa dann der Fall sein, wenn das FG seinem Urteil einen Geschehensablauf zugrunde legt, der unter Ber&uuml;cksichtigung der Lebenserfahrung als ungew&ouml;hnlich erscheint, und nach Aktenlage Anlass zu der Annahme besteht, dass der vom FG angenommene Sachverhalt sich so nicht abgespielt hat (Senatsbeschluss vom 10. Januar 2007 X B 113\/06, BFH\/NV 2007, 935). Die Tatsachen, aus denen sich eine Verpflichtung zur weiteren Sachaufkl&auml;rung auch ohne Antrag ergeben soll, sind vorzutragen (Senatsbeschluss vom 18. Oktober 2005 X B 51\/05, BFH\/NV 2006, 116).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Bei der Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht handelt es sich um einen verzichtbaren Verfahrensmangel. Bei diesem geht das R&uuml;gerecht nicht nur durch eine ausdr&uuml;ckliche oder konkludente Verzichtserkl&auml;rung gegen&uuml;ber dem FG verloren, sondern auch durch das blo&szlig;e Unterlassen einer rechtzeitigen R&uuml;ge (Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 115 Rz 100 ff., m.w.N. aus der Rechtsprechung des BFH).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die rechtskundig vertretenen Kl&auml;ger war erkennbar, dass das FG ihren Beweisantr&auml;gen nicht nachgehen wird. Denn sowohl der von ihnen benannte Zeuge als auch der benannte Sachverst&auml;ndige waren nicht zu der m&uuml;ndlichen Verhandlung geladen worden. Die Kl&auml;ger mussten deshalb damit rechnen, das FG werde ihren Beweisantr&auml;gen nicht folgen. Gegenteiliges ergibt sich nicht aus ihrem Vortrag, das FG sei sich bis zum Schluss der m&uuml;ndlichen Verhandlung hinsichtlich der Sachbehandlung unschl&uuml;ssig gewesen. Sie schildern damit keinen Sachverhalt, aus dem sich ergibt, dass mit einer weiteren Sachaufkl&auml;rung durch den Einzelrichter gerechnet werden konnte. Die Kl&auml;ger tragen nicht vor, dass sie das &Uuml;bergehen ihrer Beweisantr&auml;ge in der m&uuml;ndlichen Verhandlung ger&uuml;gt haben. Auch aus der Niederschrift &uuml;ber diese Verhandlung ist nicht zu entnehmen, dass eine solche R&uuml;ge erhoben worden ist. Die Kl&auml;ger haben daher insoweit ihr R&uuml;gerecht verloren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dem FG musste sich eine weitere Sachaufkl&auml;rung auch nicht von Amts wegen aufdr&auml;ngen. Insbesondere bedurfte es nicht der Einholung eines Sachverst&auml;ndigengutachtens zur Beurteilung, ob die in den kl&auml;gerischen Berechnungen wiedergegebenen Prognosen realit&auml;tsgerecht sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein Sachverst&auml;ndigengutachten muss das Gericht dann nicht einholen, wenn es nach pflichtgem&auml;&szlig;em Ermessen zu dem Ergebnis kommt, selbst die erforderliche Sachkunde zu besitzen. Die Grenze des Ermessens ist erst dann erreicht, wenn sich die Notwendigkeit der Hinzuziehung eines Sachverst&auml;ndigen mangels eigener Sachkunde aufdr&auml;ngen musste (Senatsbeschluss vom 26. Juni 2007 X B 69\/06, BFH\/NV 2007, 1707).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies ist hier nicht der Fall. Das FG hat zu Recht die in den Berechnungen der Kl&auml;ger wiedergegebene Prognose &uuml;ber die voraussichtlichen Einnahmen und Ausgaben mit den in den Streitjahren tats&auml;chlich erzielten Ergebnissen verglichen. Auch hat es die von den Kl&auml;gern vorgelegten Abrechnungen ber&uuml;cksichtigt. Hierzu bedurfte es nicht der Einholung eines Sachverst&auml;ndigengutachtens. Bei seiner &Uuml;berpr&uuml;fung hat das FG festgestellt, dass die in den Prognoserechnungen angegebenen Einnahmen aus sog. Bareboat-Vercharterungen zu Hauptsaisonpreisen f&uuml;r ann&auml;hernd 20 Wochen j&auml;hrlich im klaren Gegensatz stehen zu den in den Streitjahren tats&auml;chlich erfolgten Vercharterungen, bei denen regelm&auml;&szlig;ig geringere Preise angesetzt waren. Insbesondere hat das FG ber&uuml;cksichtigt, dass die prognostizierten Unterhaltungskosten in erheblichem Umfang von den tats&auml;chlich angefallenen Kosten abweichen, die sich nicht allein durch unerwartete Gro&szlig;reparaturen erkl&auml;ren lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist auch nicht gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO wegen schwerwiegender M&auml;ngel der angefochtenen Entscheidung zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieser Grund f&uuml;r die Zulassung der Revision ist nur gegeben, wenn die angefochtene Entscheidung objektiv willk&uuml;rlich und unter keinem Gesichtspunkt rechtlich vertretbar ist (BFH-Beschluss vom 1. September 2008 IV B 4\/08, BFH\/NV 2009, 35). Daran fehlt es im Streitfall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Annahme des FG, die Kl&auml;gerin habe keine Einkunftserzielungsabsicht gehabt, hat das FG nachvollziehbar begr&uuml;ndet; sachwidrige Erw&auml;gungen sind nicht erkennbar. Die Entscheidung des FG ist rechtlich auch nicht unvertretbar. Dies zeigt insbesondere die vom FG angestellte &Uuml;berlegung, dass die Kl&auml;gerin auch nach Abzug der Aufwendungen f&uuml;r die Gro&szlig;reparaturen und unter Ber&uuml;cksichtigung des Gewinns aus der Ver&auml;u&szlig;erung des Schiffs einen erheblichen Totalverlust erzielt hat. Dieser steht im Gegensatz zu dem prognostizierten, nicht unerheblichen Gesamtgewinn. Bei dieser Sachlage ist die Wertung des FG, die Daten in den von den Kl&auml;gern vorgelegten Berechnungen seien nicht realit&auml;tsgerecht, jedenfalls nicht fernliegend. Dabei ist zudem zu ber&uuml;cksichtigen, dass dem angefochtenen Urteil nicht entnommen werden kann, die Kl&auml;ger h&auml;tten konkrete Gr&uuml;nde daf&uuml;r genannt, weshalb das tats&auml;chlich erzielte Ergebnis so sehr von der Prognose abweicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Auch eine Zulassung der Revision gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 und Nr. 2 Alternative 1 FGO kommt nicht in Betracht. Die von den Kl&auml;gern aufgeworfene Rechtsfrage, ob &sect; 2a EStG mit europarechtlichen Regelungen vereinbar ist, ist im Streitfall nicht entscheidungserheblich. Diese Frage stellt sich nur dann, wenn das Bestehen einer Einkunftserzielungsabsicht bejaht werden kann. Dies hat das FG aber in rechtlich nicht zu beanstandender Weise verneint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.3.2010, X B 71\/09 Verletzung von &sect; 96 Abs. 1 Satz 1 FGO &#8211; R&uuml;ge mangelnder Sachaufkl&auml;rung Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) sind Eheleute, die f&uuml;r die Streitjahre zusammen zur Einkommensteuer veranlagt wurden. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt) erlie&szlig; gegen sie f&uuml;r die Streitjahre ge&auml;nderte Einkommensteuerbescheide, in denen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-71-09-verletzung-von-par-96-abs-1-satz-1-fgo-ruege-mangelnder-sachaufklaerung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;B&nbsp;71\/09 &#8211; Verletzung von &sect; 96 Abs. 1 Satz 1 FGO &#8211; R&uuml;ge mangelnder Sachaufkl&auml;rung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-12363","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12363","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12363"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12363\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12363"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12363"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12363"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}