{"id":12490,"date":"2012-12-08T08:54:44","date_gmt":"2012-12-08T06:54:44","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12490"},"modified":"2012-12-08T08:54:44","modified_gmt":"2012-12-08T06:54:44","slug":"iii-r-69-07-nachrangige-zulagenberechtigung-im-falle-der-anschaffung-modernisierter-mietwohngebaeude-begriffe-hersteller-herstellung-herstellungsarbeiten-bzw-herstellungskosten-im-investitionszulagenr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-69-07-nachrangige-zulagenberechtigung-im-falle-der-anschaffung-modernisierter-mietwohngebaeude-begriffe-hersteller-herstellung-herstellungsarbeiten-bzw-herstellungskosten-im-investitionszulagenr\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;69\/07 &#8211; Nachrangige Zulagenberechtigung im Falle der Anschaffung modernisierter Mietwohngeb&auml;ude &#8211; Begriffe Hersteller, Herstellung, Herstellungsarbeiten bzw. Herstellungskosten im Investitionszulagenrecht &#8211; Normzweck des &sect; 3 Abs. 1 Satz 3 InvZulG 1999"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.2.2010, III R 69\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Nachrangige Zulagenberechtigung im Falle der Anschaffung modernisierter Mietwohngeb&auml;ude &#8211; Begriffe Hersteller, Herstellung, Herstellungsarbeiten bzw. Herstellungskosten im Investitionszulagenrecht &#8211; Normzweck des &sect; 3 Abs. 1 Satz 3 InvZulG 1999<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Hersteller ist derjenige, der das Baugeschehen beherrscht und das Bauherrenrisiko tr&auml;gt. Die Anschaffung nach &sect; 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und Nr. 4 InvZulG 1999 ist nicht zulagenbeg&uuml;nstigt, wenn ein anderer Anspruchsberechtigter i.S. des &sect; 3 Abs. 1 Satz 1 Nrn. 1 bis 4 InvZulG 1999 Investitionszulage in Anspruch nimmt.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die X-KG war Eigent&uuml;merin eines unter Denkmalschutz stehenden Geb&auml;udeensembles im F&ouml;rdergebiet (&sect; 1 Abs. 2 des Investitionszulagengesetzes 1999 &#8211;InvZulG 1999&#8211;). Sie teilte das Grundst&uuml;ck in Wohnungseigentum auf und schloss mit zwei Maklerfirmen eine Vertriebsvereinbarung, die vorsah, dass eine etwaige Investitionszulage dem jeweiligen K&auml;ufer zustehen sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit notariell beurkundetem &quot;Werklieferungsvertrag &uuml;ber WEG-Eigentum&quot; kaufte der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) acht Eigentumswohnungen, die die X-KG nach Ma&szlig;gabe einer Grundlagenurkunde herzustellen und auszustatten hatte. Der Festpreis, aufgeteilt auf Grund und Boden, Altbausubstanz, nach &sect; 7i des Einkommensteuergesetzes (EStG) beg&uuml;nstigte sowie nach &sect; 7i EStG nicht beg&uuml;nstigte Baukosten, war in Raten entsprechend dem Baufortschritt f&auml;llig. Besitz, Gefahr, Lasten und Nutzen gingen nach Abnahme des Kaufgegenstandes und vollst&auml;ndiger Kaufpreiszahlung auf den Kl&auml;ger &uuml;ber. Dieser vermietete die Wohnungen. Die X-KG beantragte f&uuml;r nachtr&auml;gliche Herstellungs- bzw. Erhaltungsarbeiten, die das Geb&auml;udeensemble betrafen und teilweise auf die Wohnungen des Kl&auml;gers entfielen, Investitionszulage nach &sect; 3 Abs. 1 Nr. 1 bzw. Nr. 3 InvZulG 1999 f&uuml;r das Jahr 2000. Die f&uuml;r sie zust&auml;ndige Finanzbeh&ouml;rde gew&auml;hrte die Investitionszulage mit Bescheid vom 25. April 2001.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 28. August 2001 beantragte der Kl&auml;ger beim Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) seinerseits Investitionszulage f&uuml;r die Anschaffung der Wohnungen, soweit nachtr&auml;gliche Herstellungsarbeiten nach dem rechtswirksamen Abschluss des obligatorischen Vertrags vom Ver&auml;u&szlig;erer durchgef&uuml;hrt wurden (&sect; 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 InvZulG 1999). Das FA setzte mit Bescheid vom 16. Juni 2003 die Investitionszulage f&uuml;r das Kalenderjahr 2000 auf 0 EUR fest, da aufgrund der Inanspruchnahme der Investitionszulage durch die X-KG die Gew&auml;hrung von Investitionszulage f&uuml;r den Kl&auml;ger ausgeschlossen sei. Der Einspruch blieb erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage durch Urteil vom 15. Februar 2006&nbsp;&nbsp;2 K 2610\/03 (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2006, 921) ab. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte es im Wesentlichen aus, der Kl&auml;ger k&ouml;nne nach &sect; 3 Abs. 1 Satz 3 InvZulG 1999 eine Investitionszulage nicht beanspruchen. Er sei als Erwerber gegen&uuml;ber dem Hersteller nur nachrangig investitionszulagenberechtigt. Der X-KG stehe die festgesetzte Investitionszulage f&uuml;r die streitbefangenen Wohnungen nach &sect; 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und\/oder Nr. 3 InvZulG 1999 zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts. Das FG habe ihn zu Unrecht nicht als Hersteller angesehen. Im Falle der Errichtung oder Sanierung eines Geb&auml;udes durch einen Bautr&auml;ger wolle dieser niemals Hersteller im investitionszulagenrechtlichen Sinne bzw. Eigent&uuml;mer des von ihm errichteten Objektes werden. Der Bautr&auml;ger sei als reiner Gesch&auml;ftsbesorger, Eigentumsverschaffer und Werkleistungserbringer t&auml;tig. Als solcher wolle er auch nicht vermieten, sondern die als Bautr&auml;gerobjekte vertriebenen Immobilien nur kurzfristig in seinem Umlaufverm&ouml;gen halten. Zum Zwecke der Abgrenzung der Begriffe &quot;Bauherr&quot; und &quot;Erwerber&quot; k&ouml;nne nicht auf die zum Bauherrenmodell entwickelten Kriterien zur&uuml;ckgegriffen werden. Da der Bautr&auml;ger seine T&auml;tigkeit mit den vom &quot;Erwerber&quot; aufgebrachten Ratenzahlungen finanziere, trage er ein au&szlig;erordentlich geringes Bauherrenrisiko, das es nicht rechtfertige, ihn als Hersteller i.S. des &sect; 3 InvZulG 1999 anzusehen. Allein der &quot;Erwerber&quot; sei dem wirtschaftlichen Risiko ausgesetzt, dass sich sein eingesetztes Kapital nicht rentiere. Sinn und Zweck des &sect; 3 InvZulG 1999 sei es, private Investitionen in die Modernisierung von Wohnungen zu lenken. Subventioniert werden solle der Investor, weshalb die am Geb&auml;ude durchgef&uuml;hrten Herstellungsarbeiten dem Auftraggeber zuzurechnen seien. Sehe man hingegen den Bautr&auml;ger als Hersteller an, k&ouml;nne der eigentliche Investor auf die Gew&auml;hrung der Investitionszulage nicht mehr vertrauen mit der Folge, dass das InvZulG 1999 sein Ziel verfehle. Zudem habe die X-KG die Wohnungen nicht zur vor&uuml;bergehenden Nutzung &uuml;berlassen, sondern endg&uuml;ltig ver&auml;u&szlig;ert. Bei Gewerbetreibenden wie der X-KG seien im Hinblick auf &sect; 2 InvZulG 1999 nur Wirtschaftsg&uuml;ter des Anlageverm&ouml;gens beg&uuml;nstigt. Ohnehin enthalte &sect; 3 Abs. 1 Satz 3 InvZulG 1999 lediglich ein Kumulationsverbot, ohne dass der Bautr&auml;ger vorrangig investitionszulagenberechtigt sein solle, da in der Vorschrift der Erwerber &#8211;im Gegensatz zu &sect; 3 Abs. 1 Satz 4 InvZulG 1999&#8211; nicht genannt sei. Aus dem FG-Urteil folge gerade eine vom Gesetzgeber nicht gewollte Doppelf&ouml;rderung, da die X-KG gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger einen h&ouml;heren Kaufpreis durchgesetzt und dar&uuml;ber hinaus die Investitionszulage selbst in Anspruch genommen habe. Schlie&szlig;lich mache die in der Vertriebsvereinbarung getroffene Regelung, dass eine etwaige Investitionszulage dem Erwerber zustehe, die Antragstellung des Bautr&auml;gers (&sect; 5 InvZulG 1999) unwirksam.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;, das Urteil des FG sowie die Einspruchsentscheidung vom 27. November 2003 aufzuheben und unter &Auml;nderung des Bescheides &uuml;ber Investitionszulage f&uuml;r das Kalenderjahr 2000 vom 16. Juni 2003 die Investitionszulage auf 46.684,79 EUR festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach zutreffender Entscheidung des FG ist ein Anspruch des Kl&auml;gers auf Investitionszulage ausgeschlossen. Zwar ist die Anschaffung der Wohnungen durch den Kl&auml;ger, soweit nachtr&auml;gliche Herstellungsarbeiten nach dem rechtswirksamen Abschluss des Werklieferungsvertrags durchgef&uuml;hrt worden sind, nach &sect; 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 InvZulG 1999 dem Grunde nach beg&uuml;nstigt; mit der X-KG hat jedoch ein anderer Anspruchsberechtigter vorrangig f&uuml;r das Geb&auml;ude Investitionszulage in Anspruch genommen (&sect; 3 Abs. 1 Satz 3 InvZulG 1999).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table cellpadding=\"1\" cellspacing=\"2\" border=\"0\" class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">a) Beg&uuml;nstigte Investitionen nach &sect; 3 Abs. 1 Satz 1 InvZulG 1999 sind &#8212; unter weiteren&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Voraussetzungen&#8211;:<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">&#8211; nachtr&auml;gliche Herstellungsarbeiten an Geb&auml;uden, die vor dem 1. Januar 1991 fertig gestellt&nbsp;&nbsp; worden sind (&sect; 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 InvZulG 1999),<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">&#8211; die Anschaffung von Geb&auml;uden, die vor dem 1. Januar 1991fertig gestellt worden sind,&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; soweit nachtr&auml;gliche Herstellungsarbeiten nach dem rechtswirksamen Abschluss des&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; obligatorischen Vertrags oder gleichstehenden Rechtsakts durchgef&uuml;hrt worden sind (&sect; 3&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 InvZulG 1999), und<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">&#8211; Erhaltungsarbeiten an Geb&auml;uden, die vor dem 1. Januar 1991 fertig gestellt worden sind (&sect;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 InvZulG 1999), <\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">soweit die Geb&auml;ude mindestens f&uuml;nf Jahre nach Beendigung der nachtr&auml;glichen Herstellungsarbeiten oder der Erhaltungsarbeiten der entgeltlichen &Uuml;berlassung zu Wohnzwecken dienen,<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">&#8211; die Anschaffung neuer Geb&auml;ude bis zum Ends des Jahres der Fertigstellung und die&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Herstellung neuer Geb&auml;ude in bestimmten Gebieten (&sect; 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 InvZulG 1999)<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\"><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Einen Anspruch auf Investitionszulage kann der Kl&auml;ger nur auf &sect; 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 InvZulG 1999 st&uuml;tzen. Er hat die streitbefangenen Wohnungen &#8211;den &quot;Kaufgegenstand&quot; laut &sect; 1 Nr. 6 des &quot;Werklieferungsvertrags &uuml;ber WEG-Eigentum&quot;&#8211; angeschafft und kann weder als deren Hersteller angesehen werden noch hat er an ihnen Erhaltungsarbeiten durchgef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass die Wohnungen bei Vertragsschluss noch nicht fertig gestellt waren, steht der Annahme eines Anschaffungsgesch&auml;fts nicht entgegen (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 17. Dezember 1996 IX R 47\/95, BFHE 182, 178, BStBl II 1997, 348; BFH-Beschluss vom 30. Oktober 2001 X B 28\/01, BFH\/NV 2002, 342). Die im Investitionszulagenrecht verwendeten Begriffe der Herstellung, der Herstellungsarbeiten bzw. der Herstellungskosten entsprechen der einkommensteuerrechtlichen Begriffsbestimmung (Senatsurteile vom 15. Mai 1997 III R 143\/93, BFHE 182, 470, BStBl II 1997, 575; vom 20. Oktober 2005 III R 18\/04, BFH\/NV 2006, 815). Nach &sect; 15 Abs. 1 der Einkommensteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung ist Bauherr, wer auf eigene Rechnung und Gefahr ein Geb&auml;ude baut oder bauen l&auml;sst. Danach ist Bauherr bzw. Hersteller derjenige, der das Baugeschehen beherrscht und das Bauherrenrisiko tr&auml;gt (BFH-Urteil vom 14. November 1989 IX R 197\/84, BFHE 158, 546, BStBl II 1990, 299; BFH-Beschluss in BFH\/NV 2002, 342). Diese Merkmale treffen im Streitfall auf die X-KG zu, nicht aber auf den Kl&auml;ger. Das FG hat f&uuml;r den Senat bindend festgestellt (&sect; 118 Abs. 2 FGO), dass sich die X-KG dem Kl&auml;ger gegen&uuml;ber vertraglich verpflichtete, zu einem Festpreis den &quot;Kaufgegenstand&quot; nach Ma&szlig;gabe der Grundlagenurkunde und der Teilungserkl&auml;rung herzustellen, auszustatten und zu &uuml;bereignen. Im Rahmen des Baufortschritts allenfalls zu ber&uuml;cksichtigende bauliche Sonderw&uuml;nsche des Kl&auml;gers beim Sondereigentum bedurften der Genehmigung durch die X-KG. Diese f&uuml;hrte laut &sect; 2a Abs. 2 des Vertrags das Bauvorhaben im eigenen Namen und auf eigene Rechnung durch (vgl. &sect; 34c Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a der Gewerbeordnung). Danach konnte der Kl&auml;ger auf das Baugeschehen keinen ma&szlig;geblichen Einfluss nehmen. Da die X-KG das Bauvorhaben als Eigent&uuml;merin im eigenen Namen nicht f&uuml;r fremde &#8211;insbesondere nicht des Kl&auml;gers&#8211; Rechnung durchf&uuml;hrte und zudem bis zum Monatsersten nach Abnahme und vollst&auml;ndiger Kaufpreiszahlung die Gefahr trug, lastete auf dem Kl&auml;ger auch kein Risiko, das &uuml;ber dasjenige eines Erwerbers hinausging (vgl. BFH-Urteil in BFHE 158, 546, BStBl II 1990, 299). Dass die X-KG die Bauarbeiten nicht vollumf&auml;nglich vorfinanzierte, sondern vereinbarungsgem&auml;&szlig; in Anlehnung an &sect; 3 Abs. 2 der Makler- und Bautr&auml;gerverordnung dem Bautenstand entsprechend Kaufpreisraten beanspruchen konnte, ist nicht geeignet, den Kl&auml;ger als Hersteller der Wohnungen anzusehen (vgl. BFH-Urteil vom 24. August 2004 IX R 28\/02, BFH\/NV 2005, 49).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Eine Investitionszulage nach &sect; 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 InvZulG 1999 steht dem Kl&auml;ger jedoch nicht zu, da ein anderer Anspruchsberechtigter f&uuml;r das Geb&auml;ude Investitionszulage in Anspruch genommen hat (&sect; 3 Abs. 1 Satz 3 InvZulG 1999).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Anderer Anspruchsberechtigter in diesem Sinne ist im Streitfall die X-KG. Sie hat an dem Geb&auml;udeensemble, das vor dem 1. Januar 1991 fertig gestellt worden ist und zu dem auch die streitgegenst&auml;ndlichen Wohnungen geh&ouml;ren, nachtr&auml;gliche Herstellungsarbeiten (&sect; 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 InvZulG 1999) und\/oder Erhaltungsarbeiten (&sect; 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 InvZulG 1999) durchgef&uuml;hrt. Weiterer Feststellungen des FG, die eine Zuordnung der einzelnen Arbeiten zu dem jeweiligen F&ouml;rdertatbestand erm&ouml;glichen, bedurfte es nicht, da nachtr&auml;gliche Herstellungsarbeiten und Erhaltungsarbeiten gleicherma&szlig;en nach &sect; 3 InvZulG 1999 gef&ouml;rdert werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers ist es ohne Belang, dass das Geb&auml;udeensemble bzw. die streitgegenst&auml;ndlichen Wohnungen vormals nicht zum Anlageverm&ouml;gen der X-KG geh&ouml;rten und diese nicht beabsichtigte, die Wohnungen zu vermieten. Die Investitionszulage f&uuml;r nachtr&auml;gliche Herstellungsarbeiten und Erhaltungsarbeiten an Mietwohngeb&auml;uden h&auml;ngt nach der gesetzlichen Regelung, die die F&ouml;rderung der Modernisierung und Sanierung des Altbaubestands bezweckt (BTDrucks 13\/8059, S. 20 f.), eindeutig nicht von der Zugeh&ouml;rigkeit der Geb&auml;ude zum Anlageverm&ouml;gen oder davon ab, wer die entgeltliche &Uuml;berlassung zu Wohnzwecken verwirklicht (BFH-Urteil vom 14. Dezember 2006 III R 27\/03, BFHE 215, 442, BStBl II 2007, 332). Es gen&uuml;gt, dass die Wohnungen nach den den Senat bindenden Feststellungen des FG (&sect; 118 Abs. 2 FGO) mindestens f&uuml;nf Jahre nach Beendigung der nachtr&auml;glichen Herstellungsarbeiten oder der Erhaltungsarbeiten der entgeltlichen &Uuml;berlassung zu Wohnzwecken dienten. Dem Anspruch der X-KG auf Investitionszulage steht schlie&szlig;lich nicht entgegen, dass nach der Vertriebsvereinbarung die F&ouml;rderung dem jeweiligen K&auml;ufer zustehen sollte. Dabei kann es dahinstehen, ob sich der Kl&auml;ger in diesem Zusammenhang auf die Vereinbarung zwischen der X-KG und den Vertriebspartnern berufen kann, zumal vor dem Hintergrund des in &sect; 137 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs zum Ausdruck kommenden allgemeinen Rechtsgedankens, dass sich niemand durch Rechtsgesch&auml;ft seiner rechtlichen Handlungsfreiheit ent&auml;u&szlig;ern kann (Palandt\/Ellenberger, B&uuml;rgerliches Gesetzbuch, 69. Aufl., &sect; 137 Rz 1). Denn die X-KG hat gegen&uuml;ber der Finanzbeh&ouml;rde zu keiner Zeit auf ihren Anspruch auf Investitionszulage bzw. die M&ouml;glichkeit, diesen Anspruch mit Antrag nach &sect; 5 InvZulG 1999 geltend zu machen, verzichtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Da die X-KG f&uuml;r das Geb&auml;ude Investitionszulage in Anspruch genommen hat, ist der Kl&auml;ger nach &sect; 3 Abs. 1 Satz 3 InvZulG 1999 von der Zulagenf&ouml;rderung der Anschaffungskosten ausgeschlossen. Die Vorschrift soll verhindern, dass Investitionszulage f&uuml;r Investitionen in dasselbe Geb&auml;ude doppelt festgesetzt wird, unabh&auml;ngig davon, ob die am Wirtschaftsverkehr beteiligten Personen die Preise unter Ber&uuml;cksichtigung eines etwaigen Zulagenanspruchs aushandeln. Aus der Vorschrift wird ohne weiteres ersichtlich, dass die Anschaffung nach &sect; 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 und Nr. 4 InvZulG 1999 nicht zulagenbeg&uuml;nstigt ist, wenn ein anderer Anspruchsberechtigter i.S. des &sect; 3 Abs. 1 Satz 1 Nrn. 1 bis 4 InvZulG 1999 Investitionszulage in Anspruch nimmt (Urteil des FG Hamburg vom 5. Juli 2006&nbsp;&nbsp;1 K 148\/05, EFG 2007, 59; ebenso Bl&uuml;mich\/Stuhrmann, &sect; 3 InvZulG 1999 Rz 21; Masuch in Bordewin\/Brandt, &sect; 3 InvZulG Rz 31; Kaligin in Lademann, EStG, &sect; 3 InvZulG 1999 Rz 29).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.2.2010, III R 69\/07 Nachrangige Zulagenberechtigung im Falle der Anschaffung modernisierter Mietwohngeb&auml;ude &#8211; Begriffe Hersteller, Herstellung, Herstellungsarbeiten bzw. Herstellungskosten im Investitionszulagenrecht &#8211; Normzweck des &sect; 3 Abs. 1 Satz 3 InvZulG 1999 Leits&auml;tze Hersteller ist derjenige, der das Baugeschehen beherrscht und das Bauherrenrisiko tr&auml;gt. Die Anschaffung nach &sect; 3 Abs. 1 Satz &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-69-07-nachrangige-zulagenberechtigung-im-falle-der-anschaffung-modernisierter-mietwohngebaeude-begriffe-hersteller-herstellung-herstellungsarbeiten-bzw-herstellungskosten-im-investitionszulagenr\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;69\/07 &#8211; Nachrangige Zulagenberechtigung im Falle der Anschaffung modernisierter Mietwohngeb&auml;ude &#8211; Begriffe Hersteller, Herstellung, Herstellungsarbeiten bzw. 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