{"id":12623,"date":"2012-12-08T08:54:27","date_gmt":"2012-12-08T06:54:27","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12623"},"modified":"2012-12-08T08:54:27","modified_gmt":"2012-12-08T06:54:27","slug":"ii-r-57-08-vorrang-eines-auskunftsersuchens-gemaess-par-93-ao-gegenueber-vorlageverlangen-nach-par-97-ao","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-57-08-vorrang-eines-auskunftsersuchens-gemaess-par-93-ao-gegenueber-vorlageverlangen-nach-par-97-ao\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;57\/08 &#8211; Vorrang eines Auskunftsersuchens gem&auml;&szlig; &sect; 93 AO gegen&uuml;ber Vorlageverlangen nach &sect; 97 AO"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.2.2010, II R 57\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Vorrang eines Auskunftsersuchens gem&auml;&szlig; &sect; 93 AO gegen&uuml;ber Vorlageverlangen nach &sect; 97 AO<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Das FA darf im Besteuerungsverfahren eines Bankkunden von der Bank im Regelfall erst dann die Vorlage von Kontoausz&uuml;gen als Urkunden i.S. von &sect; 97 AO verlangen, wenn die Bank eine zuvor geforderte Auskunft &uuml;ber das Konto nach &sect; 93 AO nicht erteilt hat, wenn die Auskunft unzureichend ist oder Bedenken gegen ihre Richtigkeit bestehen .<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Im Rahmen einer Au&szlig;enpr&uuml;fung forderte der Betriebspr&uuml;fer von A die Vorlage von Ausz&uuml;gen f&uuml;r das von ihr bei der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), einer Bank, unterhaltene Konto, um pr&uuml;fen zu k&ouml;nnen, ob A aufgrund regelm&auml;&szlig;iger Abhebungen von dem Konto gen&uuml;gend Mittel zur Bestreitung ihres Lebensunterhalts zur Verf&uuml;gung gestanden hatten. Andernfalls waren nach Ansicht des Pr&uuml;fers Hinzusch&auml;tzungen zu den von A erkl&auml;rten steuerpflichtigen Einnahmen vorzunehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da A die Kontoausz&uuml;ge nach ihren Angaben nicht aufbewahrt hatte, verlangte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) von der Kl&auml;gerin mit Verf&uuml;gung vom 29. Juni 2007 gem&auml;&szlig; &sect; 97 Abs. 1 bis 3 der Abgabenordnung (AO) die Vorlage der Kontoausz&uuml;ge f&uuml;r den Zeitraum August 2002 bis September 2004 in lesbar gemachter Form und f&uuml;hrte aus, A sei einem Vorlageverlangen nicht nachgekommen. Eine Sachverhaltsaufkl&auml;rung sei deshalb unm&ouml;glich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin lehnte die begehrte Vorlage unter Verweis auf &sect; 97 Abs. 2 Satz 1 AO und ein bisher fehlendes Auskunftsersuchen nach &sect; 93 AO ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung der nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobenen Klage brachte die Kl&auml;gerin vor, das FA habe das in &sect; 97 Abs. 2 Satz 1 AO zum Ausdruck kommende Rangverh&auml;ltnis zwischen den unterschiedlichen Formen des Eingriffs nicht eingehalten, obwohl insoweit kein Ermessen bestehe. Der Wortlaut der Norm gebe eine klare Reihenfolge der Beweismittel vor, wonach zun&auml;chst ein Auskunftsersuchen zu stellen sei. Auch der Grundsatz der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit f&uuml;hre nicht zu einem Vorrang des Vorlageersuchens, da das FA mit einem Auskunftsersuchen genau diejenigen Informationen und Unterlagen erhalte, die es ben&ouml;tige. Das FA k&ouml;nne die vorgeschriebene Reihenfolge der Einholung von Beweismitteln nicht au&szlig;er Acht lassen, um aus rein fiskalischen Motiven der Kostentragungspflicht bei Auskunftsersuchen zu entgehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage mit in Entscheidungen der Finanzgerichte 2008, 1760 ver&ouml;ffentlichtem Urteil als unbegr&uuml;ndet ab. Das FA habe ermessensfehlerfrei die Vorlage der angeforderten Kontoausz&uuml;ge verlangt. Die Aufforderung vom 29. Juni 2007 stelle sich als isoliertes Vorlageersuchen dar, weil das FA Kontoausz&uuml;ge f&uuml;r ein bestimmtes Konto und einen klar eingegrenzten Zeitraum verlangt habe. Die angeforderten Kontoausz&uuml;ge seien f&uuml;r die Besteuerung anderer Personen als der Kl&auml;gerin ben&ouml;tigt worden und erforderlich gewesen, weil zur Erstellung einer Geldverkehrsrechnung und zur Kl&auml;rung, ob A &uuml;ber die erkl&auml;rten Einnahmen hinaus weitere Einnahmen zuzurechnen seien, nur die Anforderung von Kontoausz&uuml;gen und deren Pr&uuml;fung geeignet gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision macht die Kl&auml;gerin die Verletzung des &sect; 97 Abs. 2 Satz 1 AO geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Vorentscheidung sowie das Vorlageverlangen vom 29. Juni 2007 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 2. November 2007 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung sowie des angegriffenen Vorlageverlangens in Gestalt der Einspruchsentscheidung (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Vorentscheidung verletzt &sect; 97 Abs. 2 Satz 1 AO. Entgegen der Auffassung des FG ist das Vorlageverlangen des FA ermessensfehlerhaft i.S. des &sect; 102 Satz 1 FGO und somit rechtswidrig und verletzt die Kl&auml;gerin in ihren Rechten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Dem FG ist zun&auml;chst darin zu folgen, dass das FA im Streitfall durch sein Schreiben vom 29. Juni 2007 ein Vorlageersuchen i.S. des &sect; 97 Abs. 1 Satz 1 AO an die Kl&auml;gerin gerichtet hat. Danach kann die Finanzbeh&ouml;rde von den Beteiligten und anderen Personen die Vorlage von B&uuml;chern, Aufzeichnungen, Gesch&auml;ftspapieren und anderen Urkunden zur Einsicht und Pr&uuml;fung verlangen. Sie hat dabei nach den Vorgaben des Satzes 2 der Vorschrift anzugeben, ob die Urkunden f&uuml;r die Besteuerung des zur Vorlage Aufgeforderten oder anderer Personen ben&ouml;tigt werden. Ein reines Vorlageverlangen i.S. des &sect; 97 AO liegt (nur) dann vor, wenn keinerlei eigenes Wissen des in Anspruch Genommenen &#8211;als Vorfrage der Vorlage von Urkunden&#8211; abgefragt bzw. darauf (unausgesprochen) zur&uuml;ckgegriffen werden muss. Die begehrte Urkundenvorlage darf auch nicht inzident einer Auskunft gleichkommen, wie sie in anderen Verfahren ein Zeuge bekundet (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 24. M&auml;rz 1987 VII R 113\/84, BFHE 149, 143, BStBl II 1988, 163; vom 8. August 2006 VII R 29\/05, BFHE 214, 97, BStBl II 2007, 80). Hat das FA &#8211;wie im Streitfall&#8211; die vorzulegenden Unterlagen durch Nennung des betroffenen Kontos sowie des Vorlagezeitraums so konkret und eindeutig benannt, dass sich die geforderte T&auml;tigkeit des Vorlageverpflichteten auf rein mechanische Hilfst&auml;tigkeiten wie das Heraussuchen und Lesbarmachen der angeforderten Unterlagen beschr&auml;nkt, so liegt ein Vorlageverlangen i.S. des &sect; 97 Abs. 1 Satz 1 AO vor (vgl. BFH-Urteil in BFHE 214, 97, BStBl II 2007, 80).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Entgegen der Annahme des FG verst&ouml;&szlig;t das streitbefangene Vorlageverlangen allerdings gegen &sect; 97 Abs. 2 Satz 1 AO. Danach soll die Vorlage von B&uuml;chern, Aufzeichnungen, Gesch&auml;ftspapieren und anderen Urkunden in der Regel erst dann verlangt werden, wenn der Vorlagepflichtige eine Auskunft nicht erteilt hat, die Auskunft unzureichend ist oder Bedenken gegen ihre Richtigkeit bestehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) &sect; 97 Abs. 2 Satz 1 AO dient der Wahrung des Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsgrundsatzes. Die Finanzbeh&ouml;rden m&uuml;ssen einen Sachverhalt in erster Linie durch die Einholung von Ausk&uuml;nften aufkl&auml;ren. Das Vorlageverlangen ist lediglich hilfsweise zul&auml;ssig, weil Aufkl&auml;rungsma&szlig;nahmen Eingriffscharakter haben und deshalb unter mehreren Alternativen das mildeste Mittel auszuw&auml;hlen ist. Der Gesetzgeber ist insoweit in &sect; 97 Abs. 2 Satz 1 AO in Ausgestaltung des verfassungsrechtlich verankerten Grundsatzes der Erforderlichkeit davon ausgegangen, dass die Verpflichtung zur Auskunftserteilung nach &sect; 93 AO regelm&auml;&szlig;ig das weniger belastende Mittel als die Verpflichtung zur Vorlage von Urkunden ist (vgl. Schuster in H&uuml;bschmann\/Hepp\/ Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, &sect; 97 AO Rz 18). Diese Annahme beruht &#8211;wie &sect; 107 Satz 1 AO zeigt&#8211; nicht etwa auf einem vom Gesetzgeber unterstellten geringeren kostenm&auml;&szlig;igen Aufwand der um Auskunft ersuchten Person, sondern auf der Vorstellung, dass ein Auskunftsersuchen mit Blick auf die Preisgabe pers&ouml;nlicher oder personenbezogener Daten weniger stark in die Pers&ouml;nlichkeitssph&auml;re der um Auskunft ersuchten Person eingreift als ein Herausgabeverlangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Entsprechend den vorgenannten Erw&auml;gungen hat der Gesetzgeber &sect; 97 Abs. 2 Satz 1 AO als Sollvorschrift abgefasst, weshalb die Finanzbeh&ouml;rde in der Regel nach ihr verfahren muss und nur in atypischen F&auml;llen von ihr abweichen darf. Dabei ist am Zweck der Vorschrift zu messen, ob ein atypischer Fall vorliegt (vgl. BFH-Urteile vom 27. Oktober 1981 VII R 2\/80, BFHE 134, 231, 235, BStBl II 1982, 141; vom 24. Oktober 1989 VII R 1\/87, BFHE 158, 502, BStBl II 1990, 198). Die Vorlage von Urkunden ohne vorheriges Auskunftsersuchen kann gefordert werden, wenn das Vorliegen steuerrelevanter Tatsachen nur durch die Vorlage eines Schriftst&uuml;ckes beweisbar oder eine Auskunft zur Wahrheitsfindung untauglich ist. Da es sich bei der Subsidiarit&auml;tsklausel in &sect; 97 Abs. 2 Satz 1 AO um eine Vorschrift im Interesse und zugunsten des Vorlagepflichtigen handelt, berechtigt allerdings allein die Tatsache, dass die Vorlage einer Urkunde in der Sache das geeignetste Aufkl&auml;rungsmittel ist, die Finanzbeh&ouml;rde nicht dazu, von vornherein von einem Auskunftsersuchen abzusehen und sofort die Urkundenvorlage zu verlangen (Schuster in HHSp, &sect; 97 AO Rz 18). Dies stellt &#8211;entgegen der Annahme des FG&#8211; keine &quot;F&ouml;rmelei&quot; dar, sondern ergibt sich aus dem Schutzcharakter des &sect; 97 Abs. 2 Satz 1 AO. Es ist deshalb Aufgabe des FA, das Vorliegen eines atypischen und das unmittelbare Vorlageverlangen rechtfertigenden Falles darzulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Im Streitfall liegt kein atypischer Fall i.S. des &sect; 97 Abs. 2 Satz 1 AO vor, der das unmittelbare Vorlageverlangen des FA rechtfertigen k&ouml;nnte. Das FA hat die Vornahme von Zusch&auml;tzungen bei der Besteuerung der A als erforderlich angesehen, wenn A nicht aufgrund regelm&auml;&szlig;iger Abhebungen von dem Konto bei der Kl&auml;gerin gen&uuml;gend Mittel zur Bestreitung ihres Lebensunterhalts zur Verf&uuml;gung gestanden hatten. Der aufzukl&auml;rende Sachverhalt ist danach nicht so gelagert, dass es um die Sichtung solcher steuererheblicher Kontenbewegungen gegangen w&auml;re, die nicht durch eine Auskunft kl&auml;rbar gewesen w&auml;ren. Vielmehr w&auml;re es dem FA m&ouml;glich gewesen, die Kl&auml;gerin im Wege eines Auskunftsverlangens dazu aufzufordern, zur Frage regelm&auml;&szlig;iger Abhebungen Stellung zu nehmen. Insoweit h&auml;tte die Frage, ob A in dem entsprechenden Zeitraum regelm&auml;&szlig;ige Barabhebungen von dem Konto vorgenommen hat und welche H&ouml;he diese ggf. aufgewiesen haben, zur Aufkl&auml;rung des Sachverhalts ausgereicht. Es w&auml;re der Kl&auml;gerin unter Heranziehung ihrer Kontounterlagen m&ouml;glich gewesen, diese Fragen zu beantworten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Es ist nicht erkennbar, dass bei der Kl&auml;gerin mit unzureichenden oder unrichtigen Angaben in einer Auskunft zu rechnen gewesen w&auml;re (vgl. zur entsprechenden Richtigkeitsannahme Klein\/Brockmeyer, AO, 9. Aufl., &sect; 107 Rz 3). Im &Uuml;brigen w&auml;re es an der Kl&auml;gerin gewesen, dar&uuml;ber zu entscheiden, ob sie das Auskunftsverlangen ggf. freiwillig durch die Vorlage von Kontoausz&uuml;gen beantworten wolle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 24.2.2010, II R 57\/08 Vorrang eines Auskunftsersuchens gem&auml;&szlig; &sect; 93 AO gegen&uuml;ber Vorlageverlangen nach &sect; 97 AO Leits&auml;tze Das FA darf im Besteuerungsverfahren eines Bankkunden von der Bank im Regelfall erst dann die Vorlage von Kontoausz&uuml;gen als Urkunden i.S. von &sect; 97 AO verlangen, wenn die Bank eine zuvor geforderte Auskunft &uuml;ber &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-57-08-vorrang-eines-auskunftsersuchens-gemaess-par-93-ao-gegenueber-vorlageverlangen-nach-par-97-ao\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;57\/08 &#8211; Vorrang eines Auskunftsersuchens gem&auml;&szlig; &sect; 93 AO gegen&uuml;ber Vorlageverlangen nach &sect; 97 AO<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-12623","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12623","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12623"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12623\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12623"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12623"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12623"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}