{"id":12631,"date":"2012-12-19T15:52:37","date_gmt":"2012-12-19T13:52:37","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12631"},"modified":"2012-12-19T15:52:37","modified_gmt":"2012-12-19T13:52:37","slug":"ii-b-143-09-keine-antragsbefugnis-der-personengesellschaft-bei-der-bedarfsbewertung-nach-par-138-abs-5-bewg-af-im-falle-der-schenkung-eines-gesellschaftsanteils-zulaessigkeit-der-von-der-personengesel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-143-09-keine-antragsbefugnis-der-personengesellschaft-bei-der-bedarfsbewertung-nach-par-138-abs-5-bewg-af-im-falle-der-schenkung-eines-gesellschaftsanteils-zulaessigkeit-der-von-der-personengesel\/","title":{"rendered":"II&nbsp;B&nbsp;143\/09 &#8211; Keine Antragsbefugnis der Personengesellschaft bei der Bedarfsbewertung nach &sect; 138 Abs. 5 BewG a.F. im Falle der Schenkung eines Gesellschaftsanteils &#8211; Zul&auml;ssigkeit der von der Personengesellschaft eingelegten Beschwerde gegen AdV-Ablehnung &#8211; Keine gewillk&uuml;rte Prozessstandschaft &#8211; Unrichtige Rechtsmittelbelehrung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.1.2010, II B 143\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Antragsbefugnis der Personengesellschaft bei der Bedarfsbewertung nach &sect; 138 Abs. 5 BewG a.F. im Falle der Schenkung eines Gesellschaftsanteils &#8211; Zul&auml;ssigkeit der von der Personengesellschaft eingelegten Beschwerde gegen AdV-Ablehnung &#8211; Keine gewillk&uuml;rte Prozessstandschaft &#8211; Unrichtige Rechtsmittelbelehrung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Antragstellerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Antragstellerin) ist eine Kommanditgesellschaft, die Eigent&uuml;merin der bebauten Grundst&uuml;cke B-Stra&szlig;e &#8230; und G-Stra&szlig;e &#8230; in X ist. Am 26. November 2002 wurde jeweils ein Gesellschaftsanteil an der Antragstellerin schenkweise auf M und A &uuml;bertragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Antragsgegner und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) stellte mit Bescheid vom 7. Februar 2006 den Grundbesitzwert f&uuml;r die wirtschaftliche Einheit in X, B-Stra&szlig;e &#8230;\/G-Stra&szlig;e &#8230; auf den 26. November 2002 f&uuml;r Zwecke der Schenkungsteuer gesondert auf 4.080.000 EUR fest und rechnete diesen der Antragstellerin als Grundst&uuml;ckseigent&uuml;merin zu. Der Bescheid weist als Beteiligte am Besteuerungsverfahren M aus. Er ist an sie adressiert und wurde ihr auch bekannt gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen diesen Bescheid legten M und A Einspruch ein. Die beantragte Aussetzung der Vollziehung (AdV) lehnte das FA mit Verf&uuml;gung vom 29. M&auml;rz 2006 ab. Nach einem Verb&ouml;serungshinweis wurde der Grundbesitzwert in der gegen&uuml;ber M ergangenen Einspruchsentscheidung vom 11. Mai 2009 auf 5.338.500 EUR erh&ouml;ht. Der Einspruch von M wurde als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. In der Rechtsbehelfsbelehrung ist unter Wiedergabe der in &sect; 48 Abs. 1 Nr. 1 bis Nr. 5 der Finanzgerichtsordnung (FGO) genannten Personen darauf hingewiesen worden, dass diese Personen zur Klageerhebung berechtigt sind. Die von der Antragstellerin erhobene Klage, die sich gegen die H&ouml;he der f&uuml;r die Ermittlung des Grundbesitzwerts ma&szlig;geblichen Mieten richtet, ist noch beim Finanzgericht (FG) anh&auml;ngig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 29. Mai 2009 erlie&szlig; das FA gegen&uuml;ber A einen nach &sect; 173 Abs. 1 Nr. 1 der Abgabenordnung (AO) ge&auml;nderten Bescheid, in dem ebenfalls der Grundbesitzwert f&uuml;r die wirtschaftliche Einheit in X, B-Stra&szlig;e &#8230;\/G-Stra&szlig;e &#8230; auf den 26. November 2002 f&uuml;r Zwecke der Schenkungsteuer gesondert auf 5.338.500 EUR festgestellt und der Antragstellerin zugerechnet wurde. Als Beteiligte am Besteuerungsverfahren ist A angegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schriftsatz vom 20. Juli 2009 beantragte die Antragstellerin beim FG eine AdV des Bescheides &uuml;ber die gesonderte Feststellung des Grundbesitzwerts gegen&uuml;ber A vom 29. Mai 2009 und der Einspruchsentscheidung gegen&uuml;ber M vom 11. Mai 2009. Das FG lehnte den Antrag mangels Antragsbefugnis der Antragstellerin ab. Beteiligte des Feststellungsverfahrens und damit antragsbefugt seien nur M und A als jeweilige Erwerberinnen der Gesellschaftsanteile.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der vom FG zugelassenen Beschwerde r&uuml;gt die Antragstellerin die Verletzung des &sect; 138 Abs. 5 Satz 3 des Bewertungsgesetzes (in der f&uuml;r Besteuerungszeitpunkte bis 31. Dezember 2006 geltenden Fassung &#8211;BewG&#8211;) und des &sect; 179 Abs. 2 Satz 1 AO. Ihre Antrags- und Klagebefugnis ergebe sich aus der Zurechnung des Grundbesitzwerts, zumindest aber aus &sect; 48 Abs. 1 Nr. 1 FGO. In der sp&auml;ter eingef&uuml;gten Vorschrift des &sect; 154 Abs. 1 Nr. 1 des Bewertungsgesetzes (in der f&uuml;r Besteuerungszeitpunkte nach dem 31. Dezember 2006 geltenden Fassung &#8211;BewG n.F.&#8211;) sei ausdr&uuml;cklich geregelt, dass diejenigen am Feststellungsverfahren beteiligt seien, denen der Gegenstand der Feststellung zuzurechnen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antragstellerin beantragt, den angefochtenen Beschluss aufzuheben und die Vollziehung des Bescheides &uuml;ber die gesonderte Feststellung des Grundst&uuml;ckswerts auf den 26. November 2002 f&uuml;r Zwecke der Schenkungsteuer vom 7. Februar 2006 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 11. Mai 2009 sowie des &Auml;nderungsbescheides vom 29. Mai 2009 bis zu einer Entscheidung im Klageverfahren ohne Sicherheitsleistung auszusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Beschwerde zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist zwar zul&auml;ssig, weil der den Antrag ablehnende Beschluss des FG gegen die Antragstellerin als Beteiligte ergangen ist (vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 8. Oktober 1998 VIII B 61\/98, BFH\/NV 1999, 291). Sie ist jedoch unbegr&uuml;ndet. Das FG hat zu Recht entschieden, dass die Antragstellerin nicht antragsbefugt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die AdV eines Verwaltungsaktes nach &sect; 69 Abs. 3 Satz 1 FGO kann nur derjenige beantragen, der durch den Bescheid beschwert ist (vgl. BFH-Beschluss vom 29. November 1995 X B 328\/94, BFHE 179, 222, BStBl II 1996, 322). Ebenso wie f&uuml;r die Rechtsbehelfs- bzw. Klagebefugnis gegen einen Verwaltungsakt (vgl. &sect; 350 AO, &sect; 40 Abs. 2 FGO) ist Voraussetzung f&uuml;r die Antragsbefugnis eine Verletzung rechtlich gesch&uuml;tzter Interessen durch den angefochtenen Verwaltungsakt. Ein Antrag auf AdV eines Feststellungsbescheides kann deshalb grunds&auml;tzlich nur von demjenigen gestellt werden, gegen den sich der angefochtene Feststellungsbescheid richtet oder der selbst klagebefugt ist (vgl. BFH-Beschluss vom 10. November 1993 I S 9\/93, BFH\/NV 1994, 684, unter A.3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Antragstellerin ist nicht Inhaltsadressatin der Bescheide &uuml;ber die gesonderte Feststellung des Grundbesitzwerts auf den 26. November 2002 sowie der darin enthaltenen Zurechnungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 138 Abs. 5 Satz 1 BewG sind Grundbesitzwerte gesondert festzustellen, wenn sie f&uuml;r die Erbschaftsteuer (Schenkungsteuer) erforderlich sind (Bedarfsbewertung). Ein Bescheid, in dem f&uuml;r Zwecke der Schenkungsteuer ein Grundbesitzwert gesondert festgestellt wird, richtet sich daher nach seinem Inhalt und seinen Wirkungen gegen denjenigen, gegen den die Schenkungsteuer festgesetzt wird. Steuerschuldner ist nach &sect; 20 Abs. 1 Satz 1 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes der Erwerber, bei einer Schenkung auch der Schenker.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegenstand der Schenkung war im Streitfall nicht ein Anteil an dem der Antragstellerin geh&ouml;renden Grundbesitz, sondern jeweils ein Gesellschaftsanteil an der Antragstellerin. Da die Antragstellerin weder Schenkerin noch Erwerberin dieser Gesellschaftsanteile ist, kann sie nicht f&uuml;r die Schenkungsteuer in Anspruch genommen werden. Die Feststellung des Grundbesitzwerts beschwert daher die Antragstellerin nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) In dem Feststellungsbescheid sind gem&auml;&szlig; &sect; 138 Abs. 5 Satz 2 Nr. 2 BewG auch Feststellungen zu treffen &uuml;ber die Zurechnung der wirtschaftlichen Einheit. F&uuml;r die Feststellung von Grundbesitzwerten gelten die Vorschriften der AO &uuml;ber die Feststellung von Einheitswerten des Grundbesitzes sinngem&auml;&szlig; (&sect; 138 Abs. 5 Satz 3 BewG). Nach &sect; 179 Abs. 2 Satz 1 AO richtet sich ein Feststellungsbescheid gegen den Steuerpflichtigen, dem der Gegenstand der Feststellung bei der Besteuerung zuzurechnen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vom FA vorgenommene Zurechnung des Grundbesitzwerts zur Antragstellerin als Eigent&uuml;merin der Grundst&uuml;cke ist keine Feststellung, die sich an die Antragstellerin als Adressatin richtet. Denn &sect; 179 Abs. 2 Satz 1 AO stellt ausdr&uuml;cklich auf eine Zurechnung bei der Besteuerung ab. Die sinngem&auml;&szlig;e Anwendung dieser Vorschrift im Rahmen der Bedarfsbewertung f&uuml;r Zwecke der Schenkungsteuer ist deshalb so zu verstehen, dass die Feststellung &uuml;ber die Zurechnung f&uuml;r denjenigen bestimmt ist, der als Steuerschuldner der Schenkungsteuer in Anspruch genommen werden kann. Dies trifft auf die Antragstellerin nicht zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antragstellerin kann insoweit keine Beschwer i.S. von &sect; 40 Abs. 2 FGO geltend machen. Eine Verletzung von Rechten der Antragstellerin scheidet schon deshalb aus, weil die Zurechnung des auf den 26. November 2002 festgestellten Grundbesitzwerts weder steuerliche Folgen noch sonstige Belastungen bei der Antragstellerin ausl&ouml;st. Soweit sich nach der Rechtsprechung des Senats (Urteil vom 29. November 2006 II R 42\/05, BFHE 215, 529, BStBl II 2007, 319) die Rechtswirkung der in einem Feststellungsbescheid getroffenen Zurechnungsentscheidung in der Bestimmung des Inhaltsadressaten ersch&ouml;pft, &auml;ndert dies nichts an der im Streitfall fehlenden Beschwer der Antragstellerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Eine Antragsbefugnis der Antragstellerin ergibt sich auch nicht aus &sect; 48 Abs. 1 Nr. 1 FGO. Danach k&ouml;nnen u.a. zur Vertretung berufene Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer gegen Bescheide &uuml;ber die einheitliche und gesonderte Feststellung von Besteuerungsgrundlagen Klage erheben. Die Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer handeln dabei als Organe der Gesellschaft in gesetzlicher Prozessstandschaft f&uuml;r die Gesellschafter (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. BFH-Beschluss vom 14. Dezember 2000 VIII B 66\/00, BFH\/NV 2001, 792; BFH-Urteil vom 16. Oktober 2008 IV R 74\/06, BFH\/NV 2009, 725). Die Personengesellschaft hat insoweit die Befugnis, die Rechte der Gesellschafter im eigenen Namen geltend zu machen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Voraussetzungen des &sect; 48 Abs. 1 Nr. 1 FGO sind jedoch mangels einer einheitlichen Feststellung des Grundbesitzwerts nach &sect; 138 BewG nicht erf&uuml;llt. Die einheitliche Feststellung des Grundbesitzwerts ist auf die F&auml;lle beschr&auml;nkt, in denen der Gegenstand der Feststellung gem&auml;&szlig; &sect; 179 Abs. 2 Satz 2 AO mehreren Personen zuzurechnen ist (vgl. BFH-Urteil vom 24. Mai 2005 II R 57\/03, BFH\/NV 2005, 1982, m.w.N.). Hieran fehlt es im Streitfall. Der Grundbesitz wurde allein der Antragstellerin als der zivilrechtlichen Eigent&uuml;merin zugerechnet. Der Umstand, dass mehreren Personen, M und A, zur gleichen Zeit Gesellschaftsanteile zugewendet wurden, erfordert ebenfalls keine einheitliche Feststellung des Grundst&uuml;ckswerts. Denn insoweit liegen mehrere Erwerbsvorg&auml;nge vor, f&uuml;r die jeweils ein gesondertes Feststellungsverfahren durchzuf&uuml;hren ist (vgl. BFH-Urteil vom 18. August 2004 II R 22\/04, BFHE 207, 48, BStBl II 2005, 19, zur schenkweisen &Uuml;bertragung von Miteigentumsanteilen an einem Grundst&uuml;ck).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Antragsbefugnis der Antragstellerin kann auch nicht deshalb bejaht werden, weil sie als Eigent&uuml;merin des Grundbesitzes Angaben zum Wert machen kann, w&auml;hrend die neuen Gesellschafterinnen m&ouml;glicherweise nicht &uuml;ber diesbez&uuml;gliche Kenntnisse verf&uuml;gen. F&uuml;r eine gewillk&uuml;rte Prozessstandschaft ist im Finanzgerichtsprozess grunds&auml;tzlich kein Raum (vgl. BFH-Beschluss vom 22. Dezember 2008 I B 81\/08, BFH\/NV 2009, 948, unter II.3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Neuregelung der Rechtsbehelfsbefugnis in &sect; 155 Satz 1 i.V.m. &sect; 154 Abs. 1 Nr. 1 BewG n.F., nach der diejenigen, denen der Gegenstand der Feststellung zuzurechnen ist, zur Einlegung von Rechtsbehelfen gegen den Feststellungsbescheid befugt sind, kann eine Antragsbefugnis nicht begr&uuml;nden. Sie ist erstmals f&uuml;r Besteuerungszeitpunkte nach dem 31. Dezember 2006 anzuwenden (&sect; 158 Abs. 1 BewG in der bis 31. Dezember 2008 geltenden Fassung) und gilt damit nicht f&uuml;r die schenkweise &Uuml;bertragung der Gesellschaftsanteile am 26. November 2002.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Eine Antragsbefugnis der Antragstellerin ergibt sich nicht daraus, dass die Rechtsbehelfsbelehrung in der gegen&uuml;ber M ergangenen Einspruchsentscheidung vom 11. Mai 2009 hinsichtlich der zur Klageerhebung berechtigten Personen insoweit fehlerhaft war, als die in &sect; 48 Abs. 1 Nr. 1 bis Nr. 5 FGO genannten Personen wiedergegeben wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Abgesehen davon, dass die Belehrung die Klage und nicht einen Antrag auf AdV betrifft, f&uuml;hrt eine unrichtige Belehrung nach &sect; 55 FGO dazu, dass die Einlegung des Rechtsbehelfs nur innerhalb eines Jahres seit Bekanntgabe i.S. des &sect; 54 Abs. 1 FGO zul&auml;ssig ist, es sei denn, dass die Einlegung vor Ablauf des Jahres infolge h&ouml;herer Gewalt unm&ouml;glich war. Eine unrichtige Rechtsmittelbelehrung hat nicht zur Folge, dass das nach dem Gesetz unzul&auml;ssige Rechtsmittel als zul&auml;ssiges Rechtsmittel behandelt wird (vgl. BFH-Beschluss vom 24. Januar 2008 XI R 63\/06, BFH\/NV 2008, 606). Da eine unrichtige Belehrung regelm&auml;&szlig;ig nur die Rechtsbehelfsfrist verl&auml;ngert und f&uuml;r einen Antrag auf AdV beim FG keine Antragsfrist vorgegeben ist, wirkt sich die fehlerhafte Rechtsbehelfsbelehrung im hier anh&auml;ngigen Verfahren nicht aus. Es kann deshalb f&uuml;r dieses Verfahren dahinstehen, ob bei einer fehlerhaften Belehrung &uuml;ber die Person des zur Klageerhebung Berechtigten eine Klage des Adressaten, an den sich die Einspruchsentscheidung richtet, analog &sect; 55 Abs. 2 FGO innerhalb eines Jahres seit Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung zul&auml;ssig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.1.2010, II B 143\/09 Keine Antragsbefugnis der Personengesellschaft bei der Bedarfsbewertung nach &sect; 138 Abs. 5 BewG a.F. im Falle der Schenkung eines Gesellschaftsanteils &#8211; Zul&auml;ssigkeit der von der Personengesellschaft eingelegten Beschwerde gegen AdV-Ablehnung &#8211; Keine gewillk&uuml;rte Prozessstandschaft &#8211; Unrichtige Rechtsmittelbelehrung Tatbestand 1&nbsp; I. Antragstellerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Antragstellerin) ist eine Kommanditgesellschaft, die &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-143-09-keine-antragsbefugnis-der-personengesellschaft-bei-der-bedarfsbewertung-nach-par-138-abs-5-bewg-af-im-falle-der-schenkung-eines-gesellschaftsanteils-zulaessigkeit-der-von-der-personengesel\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;B&nbsp;143\/09 &#8211; Keine Antragsbefugnis der Personengesellschaft bei der Bedarfsbewertung nach &sect; 138 Abs. 5 BewG a.F. im Falle der Schenkung eines Gesellschaftsanteils &#8211; Zul&auml;ssigkeit der von der Personengesellschaft eingelegten Beschwerde gegen AdV-Ablehnung &#8211; Keine gewillk&uuml;rte Prozessstandschaft &#8211; Unrichtige Rechtsmittelbelehrung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-12631","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12631","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12631"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12631\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12631"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12631"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12631"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}