{"id":12657,"date":"2012-12-08T08:57:49","date_gmt":"2012-12-08T06:57:49","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12657"},"modified":"2012-12-08T08:57:49","modified_gmt":"2012-12-08T06:57:49","slug":"vi-r-2-08-uebernahme-von-steuerberatungskosten-ist-arbeitslohn-nettolohnvereinbarung-ganz-ueberwiegend-eigenbetriebliches-interesse-des-arbeitgebers-an-der-kostenuebernahme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-2-08-uebernahme-von-steuerberatungskosten-ist-arbeitslohn-nettolohnvereinbarung-ganz-ueberwiegend-eigenbetriebliches-interesse-des-arbeitgebers-an-der-kostenuebernahme\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;2\/08 &#8211; &Uuml;bernahme von Steuerberatungskosten ist Arbeitslohn &#8211; Nettolohnvereinbarung &#8211; Ganz &uuml;berwiegend eigenbetriebliches Interesse des Arbeitgebers an der Kosten&uuml;bernahme"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.1.2010, VI R 2\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">&Uuml;bernahme von Steuerberatungskosten ist Arbeitslohn &#8211; Nettolohnvereinbarung &#8211; Ganz &uuml;berwiegend eigenbetriebliches Interesse des Arbeitgebers an der Kosten&uuml;bernahme<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die &Uuml;bernahme von Steuerberatungskosten f&uuml;r die Erstellung von Einkommensteuererkl&auml;rungen der Arbeitnehmer durch den Arbeitgeber f&uuml;hrt bei Vorliegen einer Nettolohnvereinbarung zu Arbeitslohn.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob die &Uuml;bernahme von Steuerberatungskosten im Rahmen einer Nettolohnvereinbarung zu Arbeitslohn f&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) besch&auml;ftigt u.a. von ihrer Muttergesellschaft aus Japan entsandte Arbeitnehmer. Mit diesen bestehen Nettolohnvereinbarungen. Danach tr&auml;gt der Arbeitgeber Steuern und Sozialabgaben f&uuml;r die Arbeitnehmer; diese treten dem Arbeitgeber unwiderruflich alle Erstattungen von Steuern und Sozialabgaben ab. Nach den Feststellungen einer im Jahr 2004 bei der Kl&auml;gerin durchgef&uuml;hrten Lohnsteuer-Au&szlig;enpr&uuml;fung hatte die Kl&auml;gerin im Jahr 2003 f&uuml;r f&uuml;nf japanische Mitarbeiter die Kosten f&uuml;r die Erstellung der Einkommensteuererkl&auml;rungen 2001 &uuml;bernommen. Der Pr&uuml;fer vertrat die Auffassung, insoweit liege steuerpflichtiger Arbeitslohn vor. Von der Nachversteuerung f&uuml;r zwei bereits vor dem Kalenderjahr 2003 ins Ausland verzogene Mitarbeiter wurde abgesehen. Bei den &uuml;brigen drei Arbeitnehmern berechnete der Pr&uuml;fer die Mehrsteuern netto zu Lasten des Arbeitgebers (Nettobetrag 1.067,20 EUR, Lohnsteuer 3.196 EUR). Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) nahm die Kl&auml;gerin insoweit durch Haftungsbescheid vom 4. Juni 2004 &uuml;ber Lohnsteuer in H&ouml;he von 3.196 EUR zuz&uuml;glich Solidarit&auml;tszuschlag in H&ouml;he von 175,78 EUR sowie wegen weiterer hier nicht streitiger Punkte in Anspruch. Gegen den Bescheid legte die Kl&auml;gerin Einspruch ein. Mit Einspruchsentscheidung vom 10. April 2007 wurde die Haftungssumme aus anderen Gr&uuml;nden teilweise herabgesetzt; hinsichtlich der &Uuml;bernahme der Steuerberatungskosten wies das FA den Einspruch als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Das Finanzgericht (FG) wies die hiergegen erhobene Klage mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2008, 545 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das Urteil des FG D&uuml;sseldorf vom 5. Dezember 2007&nbsp;&nbsp;7 K 1743\/07 H(L) aufzuheben und den Haftungsbescheid vom 4. Juni 2004 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 10. April 2007 insoweit abzu&auml;ndern, als die Kl&auml;gerin wegen der &Uuml;bernahme der Steuerberatungskosten f&uuml;r ihre Arbeitnehmer in Haftung genommen wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht entschieden, dass die &Uuml;bernahme der Kosten f&uuml;r die Erstellung der pers&ouml;nlichen Steuererkl&auml;rungen ihrer japanischen Arbeitnehmer durch die Kl&auml;gerin zu Arbeitslohn f&uuml;hrt und deshalb der angefochtene Haftungsbescheid auch hinsichtlich der auf diese Beitr&auml;ge entfallenden Lohnsteuer (zuz&uuml;glich Annexsteuern) rechtm&auml;&szlig;ig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 42d Abs. 1 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) haftet der Arbeitgeber f&uuml;r die Lohnsteuer, die er nach &sect; 38 Abs. 3 Satz 1 EStG bei jeder Lohnzahlung vom Arbeitslohn f&uuml;r Rechnung des Arbeitnehmers einzubehalten und nach &sect; 41a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG abzuf&uuml;hren hat. Hiervon ist im Streitfall &#8211;auch nach &uuml;bereinstimmender Auffassung der Beteiligten&#8211; auszugehen. Insbesondere steht die Ermessensentscheidung des FA, die Kl&auml;gerin in Haftung zu nehmen, zu Recht au&szlig;er Streit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die &Uuml;bernahme der Steuerberatungskosten f&uuml;r die Erstellung der Steuererkl&auml;rungen ihrer japanischen Arbeitnehmer durch die Kl&auml;gerin f&uuml;hrt zu Arbeitslohn.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG geh&ouml;ren u.a. Bez&uuml;ge und Vorteile, die f&uuml;r eine Besch&auml;ftigung im &ouml;ffentlichen oder privaten Dienst gew&auml;hrt werden, zu den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit. Dem Tatbestandsmerkmal &quot;f&uuml;r&quot; ist nach st&auml;ndiger Rechtsprechung zu entnehmen, dass ein dem Arbeitnehmer vom Arbeitgeber zugewendeter Vorteil Entlohnungscharakter f&uuml;r das Zurverf&uuml;gungstellen der Arbeitskraft haben muss, um als Arbeitslohn angesehen zu werden. Dagegen sind solche Vorteile kein Arbeitslohn, die sich bei objektiver W&uuml;rdigung aller Umst&auml;nde nicht als Entlohnung, sondern lediglich als notwendige Begleiterscheinung betriebsfunktionaler Zielsetzung erweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein Vorteil wird dann aus ganz &uuml;berwiegend eigenbetrieblichem Interesse gew&auml;hrt, wenn im Rahmen einer Gesamtw&uuml;rdigung aus den Begleitumst&auml;nden zu schlie&szlig;en ist, dass der jeweils verfolgte betriebliche Zweck im Vordergrund steht. In diesem Fall des &quot;ganz &uuml;berwiegend&quot; eigenbetrieblichen Interesses kann ein damit einhergehendes eigenes Interesse des Arbeitnehmers, den betreffenden Vorteil zu erlangen, vernachl&auml;ssigt werden. Die danach erforderliche Gesamtw&uuml;rdigung hat insbesondere Anlass, Art und H&ouml;he des Vorteils, Auswahl der Beg&uuml;nstigten, freie oder nur gebundene Verf&uuml;gbarkeit, Freiwilligkeit oder Zwang zur Annahme des Vorteils und seine besondere Geeignetheit f&uuml;r den jeweils verfolgten betrieblichen Zweck zu ber&uuml;cksichtigen. Tritt das Interesse des Arbeitnehmers gegen&uuml;ber dem des Arbeitgebers in den Hintergrund, kann eine Lohnzuwendung zu verneinen sein. Ist aber &#8211;neben dem eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers&#8211; ein nicht unerhebliches Interesse des Arbeitnehmers gegeben, so liegt die Vorteilsgew&auml;hrung nicht im ganz &uuml;berwiegend eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers und f&uuml;hrt zur Lohnzuwendung (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 11. April 2006 VI R 60\/02, BFHE 212, 574, BStBl II 2006, 691, m.w.N.; vom 26. Juli 2007 VI R 64\/06, BFHE 218, 370, BStBl II 2007, 892; vom 17. Januar 2008 VI R 26\/06, BFHE 220, 266, BStBl II 2008, 378; vom 12. Februar 2009 VI R 32\/08, BFHE 224, 314, BStBl II 2009, 462, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach diesen Grunds&auml;tzen hat das FG eine Gesamtw&uuml;rdigung vorgenommen. Es ist dabei zu dem Ergebnis gelangt, dass die &Uuml;bernahme der Steuerberatungskosten f&uuml;r die Steuererkl&auml;rungen der japanischen Arbeitnehmer durch die Kl&auml;gerin auch im eigenen Interesse der ausl&auml;ndischen Arbeitnehmer erfolgte und deshalb Arbeitslohn anzunehmen sei. Diese Gesamtw&uuml;rdigung, die revisionsrechtlich nur begrenzt &uuml;berpr&uuml;fbar ist (vgl. z.B. BFH-Beschl&uuml;sse vom 10. Februar 2005 VI B 113\/04, BFHE 209, 211, BStBl II 2005, 488; vom 10. November 2005 VI B 75\/05, BFH\/NV 2006, 530; BFH-Urteil vom 12. April 2007 VI R 77\/04, BFH\/NV 2007, 1643; in BFHE 224, 314, BStBl II 2009, 462; Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 118 Rz 30; Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 118 FGO Rz 87, m.w.N.), ist m&ouml;glich; sie l&auml;sst keinen Rechtsfehler erkennen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach den von der Kl&auml;gerin nicht mit zul&auml;ssigen und begr&uuml;ndeten Verfahrensr&uuml;gen angegriffenen Feststellungen des FG gr&uuml;ndet die &Uuml;bernahme der Steuerberatungskosten auf der zwischen der Kl&auml;gerin und ihren ausl&auml;ndischen Arbeitnehmern getroffenen Nettolohnabrede. Deshalb &#8211;die Kl&auml;gerin &uuml;bernimmt nach eigenem Vorbringen die Steuerberatungskosten nur beim Vorliegen solcher Vereinbarungen&#8211; ist es revisionsrechtlich nicht zu beanstanden, wenn das FG das ganz &uuml;berwiegend eigenbetriebliche Interesse an der Kosten&uuml;bernahme nach den Motiven f&uuml;r den Abschluss der Nettolohnvereinbarung insgesamt bestimmt und nicht nach dem wirtschaftlichen Verbleib der Steuererstattungen im Einzelnen beurteilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auch die W&uuml;rdigung, dass der Abschluss der Nettolohnvereinbarungen im Streitfall sogar im &uuml;berwiegenden Interesse der ausl&auml;ndischen Arbeitnehmer liegt, ist frei von Rechtsfehlern. Dieser Schluss liegt schon deshalb nahe, weil die Nettolohnvereinbarung f&uuml;r den Arbeitgeber unzweckm&auml;&szlig;ig (Schaub, Arbeitsrechts-Handbuch, 13. Aufl. 2009, &sect; 71 Rz 108) und risikobehaftet (K&uuml;ttner\/Griese, Personalbuch 2009, Stichwort Nettolohnvereinbarung, Rz 1) ist. Dies deshalb, weil der (ausl&auml;ndische) Arbeitnehmer die Lohnkostenbelastung durch &Auml;nderung von in seiner Sph&auml;re liegenden individuellen Umst&auml;nden beeinflussen kann. Au&szlig;erdem wirken sich Beitragserh&ouml;hungen zu Lasten des Arbeitgebers aus. In diesem Fall muss er einen h&ouml;heren Bruttolohn berechnen, um dem Arbeitnehmer den vereinbarten Nettolohn zu zahlen. Dar&uuml;ber hinaus ist f&uuml;r den Arbeitgeber kalkulatorisch ohne Belang, ob er eine Brutto- oder Nettolohnvereinbarung abschlie&szlig;t. Die Arbeitskosten sind auch bei der Nettolohnabrede ein &#8211;wenn auch aus dem Nettolohn hochgerechnetes&#8211; Bruttoentgelt (vgl. Senatsurteil vom 30. Juli 2009 VI R 29\/06, BFHE 226, 219, BStBl II 2010, 148).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den ausl&auml;ndischen Arbeitnehmern hingegen wird mit dem zugesagten Nettolohn eine handhabbare Entscheidungs- und Vergleichsgr&ouml;&szlig;e zur Verf&uuml;gung gestellt, die ihnen erlaubt, den wirtschaftlichen Nutzen des Auslandsaufenthalts zu bewerten. Dar&uuml;ber hinaus muss sich der Arbeitnehmer bei einer Nettolohnabrede weder mit steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Vorschriften einer ausl&auml;ndischen Rechtsordnung noch mit den Fragen grenz&uuml;berschreitender Besteuerung befassen. Die Kl&auml;gerin hat selbst einger&auml;umt, dass sich die Attraktivit&auml;t der Auslandsverg&uuml;tung f&uuml;r den Arbeitnehmer nach dem zur Verf&uuml;gung stehenden Nettolohn bemesse und deshalb &uuml;blicherweise bei der Entsendung ins Ausland ein Nettolohn vereinbart werde. Dabei verkennt der Senat nicht, dass vorliegend die Nettolohnvereinbarungen auch im Interesse der Kl&auml;gerin liegen. Derartige Vereinbarungen dienen im Streitfall der Minimierung von Lohnkosten. Eine Bruttolohnvereinbarung w&uuml;rde bei jeder Ver&auml;nderung der f&uuml;r die Berechnung des Nettolohns ma&szlig;geblichen Gr&ouml;&szlig;en eine Vertragsanpassung erfordern und w&auml;re daher mit einem administrativen Mehraufwand f&uuml;r die Kl&auml;gerin verbunden. Gleichwohl vermag dieser Umstand ein ganz &uuml;berwiegend eigenbetriebliches Interesse der Kl&auml;gerin am Abschluss von Nettolohnvereinbarungen nicht zu begr&uuml;nden. Er macht vielmehr deutlich, dass die Nettolohnvereinbarung einerseits auf dem Wunsch der Arbeitnehmer nach Vergleichbarkeit von Inlands- und Auslandsgehalt beruht und andererseits dem Interesse des Arbeitgebers, diesem Wunsch m&ouml;glichst kosteng&uuml;nstig, leicht administrierbar und flexibel Rechnung zu tragen, dient.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vom FG auf dieser Grundlage vorgenommene Gewichtung, dass der Abschluss der Nettolohnvereinbarung und damit auch die &Uuml;bernahme der Steuerberatungskosten durch die Kl&auml;gerin nicht in ihrem ganz &uuml;berwiegend eigenbetrieblichen Interesse, sondern zumindest auch im Eigeninteresse der Arbeitnehmer lag, ist jedenfalls m&ouml;glich und l&auml;sst keinen Rechtsfehler erkennen. Die eigenbetrieblichen Interessen der Kl&auml;gerin an der &Uuml;bernahme der streitigen Kosten treten gegen&uuml;ber dem offenkundigen eigenen Interesse der ausl&auml;ndischen Arbeitnehmer zumindest nicht evident hervor. Die vom FG angestellte Gesamtw&uuml;rdigung ist daher aus revisionsgerichtlicher Sicht nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die BFH-Entscheidung vom 14. August 2001 XI R 22\/00 (BFHE 196, 500, BStBl II 2002, 180 &lt;Outplacement-Beratung&gt;) vermag das Begehren der Kl&auml;gerin ebenfalls nicht zu rechtfertigen. Dort hat der BFH entschieden, dass eine Entlassungsentsch&auml;digung auch dann als steuerbeg&uuml;nstigter Arbeitslohn zu beurteilen ist, wenn in einem sp&auml;teren Veranlagungszeitraum aus sozialer F&uuml;rsorge f&uuml;r eine gewisse &Uuml;bergangszeit erg&auml;nzende Entsch&auml;digungszusatzleistungen (beispielsweise eine Outplacement-Beratung) erbracht werden. Der Umstand, dass sozial motivierte Zusatzleistungen einer Zusammenballung von Eink&uuml;nften i.S. von &sect;&sect; 34, 24 Nr. 1 EStG nicht entgegenstehen, erlaubt keinen Schluss, ob vorliegend die &Uuml;bernahme der Steuerberatungskosten zum Arbeitslohn zu z&auml;hlen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Dass das FA die streitbefangene Lohnsteuer nebst Annexsteuern &#8211;ungeachtet der Frage des eigenbetrieblichen Interesses&#8211; durch einen Haftungsbescheid festsetzen durfte, ist zwischen den Beteiligten zu Recht ebenso wenig streitig wie die Bemessung der Haftungsschuld selbst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.1.2010, VI R 2\/08 &Uuml;bernahme von Steuerberatungskosten ist Arbeitslohn &#8211; Nettolohnvereinbarung &#8211; Ganz &uuml;berwiegend eigenbetriebliches Interesse des Arbeitgebers an der Kosten&uuml;bernahme Leits&auml;tze Die &Uuml;bernahme von Steuerberatungskosten f&uuml;r die Erstellung von Einkommensteuererkl&auml;rungen der Arbeitnehmer durch den Arbeitgeber f&uuml;hrt bei Vorliegen einer Nettolohnvereinbarung zu Arbeitslohn. Tatbestand 1&nbsp; I. Streitig ist, ob die &Uuml;bernahme von &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-2-08-uebernahme-von-steuerberatungskosten-ist-arbeitslohn-nettolohnvereinbarung-ganz-ueberwiegend-eigenbetriebliches-interesse-des-arbeitgebers-an-der-kostenuebernahme\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;2\/08 &#8211; &Uuml;bernahme von Steuerberatungskosten ist Arbeitslohn &#8211; Nettolohnvereinbarung &#8211; Ganz &uuml;berwiegend eigenbetriebliches Interesse des Arbeitgebers an der Kosten&uuml;bernahme<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-12657","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12657","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12657"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12657\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12657"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12657"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12657"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}