{"id":12683,"date":"2012-12-08T08:55:47","date_gmt":"2012-12-08T06:55:47","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12683"},"modified":"2012-12-08T08:55:47","modified_gmt":"2012-12-08T06:55:47","slug":"viii-b-128-09-zufluss-bei-gutschrift-notwendige-beiladung-unterlassen-einer-einfachen-beiladung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-128-09-zufluss-bei-gutschrift-notwendige-beiladung-unterlassen-einer-einfachen-beiladung\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;B&nbsp;128\/09 &#8211; Zufluss bei Gutschrift &#8211; notwendige Beiladung &#8211; Unterlassen einer einfachen Beiladung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.1.2010, VIII B 128\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Zufluss bei Gutschrift &#8211; notwendige Beiladung &#8211; Unterlassen einer einfachen Beiladung<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision (&sect; 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) liegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision ist nicht wegen Verfahrensfehlern (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zu Unrecht r&uuml;gt der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) die fehlende notwendige Beiladung der im Klageverfahren von ihm benannten Personen, da die Voraussetzungen f&uuml;r eine notwendige Beiladung nicht erf&uuml;llt sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Beiladung ist nur dann i.S. des &sect; 60 Abs. 3 FGO notwendig, wenn an dem streitigen Rechtsverh&auml;ltnis Dritte derart beteiligt sind, dass die Entscheidung auch ihnen gegen&uuml;ber nur einheitlich ergehen kann. Das ist dann der Fall, wenn die Entscheidung notwendigerweise und unmittelbar Rechte Dritter gestaltet, best&auml;tigt, ver&auml;ndert oder zum Erl&ouml;schen bringt, insbesondere also in F&auml;llen, in denen das, was einen Prozessbeteiligten beg&uuml;nstigt oder benachteiligt, notwendigerweise umgekehrt den Dritten benachteiligen oder beg&uuml;nstigen muss (vgl. Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 26. Oktober 2001 VII B 165\/01, BFH\/NV 2002, 502; vom 19. Februar 2002 IX B 130\/01, BFH\/NV 2002, 802, m.w.N.). Ein solches Verh&auml;ltnis der gegenseitigen Abh&auml;ngigkeit liegt hier jedoch nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Streitgegenstand ist die Einkommensteuer des mit seiner Ehefrau zusammen veranlagten Kl&auml;gers. Im Verfahren vor dem Finanzgericht (FG) war auch die Ehefrau Kl&auml;gerin. Eine notwendige Beiladung (&sect; 60 Abs. 3 FGO) dritter Personen zu diesem Rechtsstreit kommt nicht in Betracht, da die Festsetzung der Einkommensteuer unmittelbar nur die Inhaltsadressaten bindet. Entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers ist im Streitfall nicht dar&uuml;ber zu entscheiden, &quot;wer tats&auml;chlich Inhaber der ausgewiesenen Verbindlichkeit war&quot;, sondern nur, ob dem Kl&auml;ger die auf dem Verrechnungskonto gutgeschriebenen Zinsen auch zugeflossen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Das Unterlassen einer einfachen Beiladung (&sect; 60 Abs. 1 FGO) stellt keinen Verfahrensmangel i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO dar (vgl. BFH-Beschluss vom 29. Oktober 2002 V B 186\/01, BFH\/NV 2003, 780, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Es kann dahinstehen, ob das FG &#8211;wie der Kl&auml;ger meint&#8211; beim Setzen einer Ausschlussfrist Verfahrensrecht nicht beachtet hat. Auf dem Verfahrensfehler k&ouml;nnte, auch wenn er vorl&auml;ge, das Urteil nicht beruhen, weil das FG die nach Fristablauf vorgelegten Unterlagen nicht zur&uuml;ckgewiesen, sondern in seinem Urteil ber&uuml;cksichtigt hat. Etwas anderes ergibt sich nicht daraus, dass es in den Entscheidungsgr&uuml;nden nicht zu jedem einzelnen Dokument Stellung genommen hat. Es ist im Regelfall davon auszugehen, dass das FG tats&auml;chliches Vorbringen der Beteiligten vollst&auml;ndig zur Kenntnis genommen und erwogen hat, auch wenn dies in den Entscheidungsgr&uuml;nden nicht zum Ausdruck kommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das FG hat auch nicht das rechtliche Geh&ouml;r des Kl&auml;gers und seiner Ehefrau verletzt. Es ist insbesondere weder dargetan noch ersichtlich, weshalb sich die Ehefrau des Kl&auml;gers zum Verfahren angeblich nicht hinreichend &auml;u&szlig;ern konnte. Nach Aktenlage konnte sich die fachkundig vertretene Ehefrau des Kl&auml;gers im Verfahren zu allem &auml;u&szlig;ern, was ihr f&uuml;r die Entscheidung bedeutsam erschien. Unerheblich ist danach, ob der Kl&auml;ger die angebliche Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs seiner Ehefrau, die nicht selbst Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt hat, mit Erfolg selbst r&uuml;gen k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die behauptete Abweichung von Entscheidungen des BFH liegt nicht vor. Das FG hat seiner Entscheidung die einschl&auml;gige Rechtsprechung des BFH zum Zufluss von Gutschriften auf Verrechnungskonten (vgl. Senatsurteil vom 22. Juli 1997 VIII R 57\/95, BFHE 184, 21, BStBl II 1997, 755) ausdr&uuml;cklich zugrunde gelegt und ist insbesondere in rechtlicher Hinsicht davon ausgegangen, dass der Zufluss bei Zahlungsunf&auml;higkeit des Schuldners verneint werden muss. Davon ausgehend hat das FG die vom Kl&auml;ger und seiner Ehefrau behauptete Zahlungsunf&auml;higkeit des Schuldners nicht feststellen k&ouml;nnen. Darin liegt indes keine Abweichung. Die vom Kl&auml;ger angef&uuml;hrten Entscheidungen, von denen das FG angeblich abgewichen sein soll, betreffen andere Fragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Rechtssache hat auch keine grunds&auml;tzliche Bedeutung. Insbesondere w&auml;re die vom Kl&auml;ger als grunds&auml;tzlich bedeutsam angesehene Rechtsfrage, ob Ertr&auml;ge (Zinsen) aus Kapitalforderungen (Darlehen) zu den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen gem&auml;&szlig; &sect; 20 Abs. 1 Nr. 7 des Einkommensteuergesetzes geh&ouml;ren, wenn eine Auszahlung des Betrages aufgrund der wirtschaftlichen Situation der Firma nicht realisiert werden konnte und die Auszahlung einen Versto&szlig; gegen die &sect; 177a des Handelsgesetzbuchs i.V.m. &sect;&sect; 30, 31, 32, 32a des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschr&auml;nkter Haftung darstellt, im Streitfall weder kl&auml;rungsbed&uuml;rftig noch kl&auml;rungsf&auml;hig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Rechtsprechung ist gekl&auml;rt, dass eine Zurechnung von Zinseinnahmen aufgrund nicht ausgezahlter Gutschriften nicht in Betracht kommt, wenn der Schuldner zahlungsunf&auml;hig ist. Davon ist auch das FG ausgegangen. Im &Uuml;brigen beruht die Entscheidung des FG auf der tats&auml;chlichen W&uuml;rdigung der gesamten Umst&auml;nde des Falles, an die der BFH auch im Rahmen einer Revision grunds&auml;tzlich gebunden w&auml;re (&sect; 118 Abs. 2 FGO). Der Kl&auml;ger verkennt m&ouml;glicherweise, dass es f&uuml;r die Zurechnung der Einnahmen auf den Zeitpunkt der Entstehung der Einkommensteuer (vgl. &sect; 38 der Abgabenordnung) und nicht darauf ankommt, ob er die gutgeschriebenen, aber nicht ausgezahlten Zinsen sp&auml;ter noch realisieren konnte. Im &Uuml;brigen ergibt sich aus der zum 30. Juni 1994 ausgewiesenen bilanziellen &Uuml;berschuldung der Schuldnerin nicht automatisch deren Zahlungsunf&auml;higkeit. Das FG hat demgegen&uuml;ber u.a. darauf abgestellt, dass die Schuldnerin im Wirtschaftsjahr 2003\/04 noch einen Jahres&uuml;berschuss von 72.498,35 EUR erzielt habe, der f&uuml;r Auszahlungen zur Verf&uuml;gung gestanden h&auml;tte und dass die Schuldnerin im Streitjahr ihre laufenden steuerlichen Zahlungspflichten erf&uuml;llt habe. Letztlich wendet sich der Kl&auml;ger mit der Beschwerde deshalb gegen die seiner Ansicht nach unrichtige Beweisw&uuml;rdigung im Einzelfall. Mit diesem Vorbringen kann die Zulassung der Revision indes nicht erreicht werden. Das gilt auch, soweit der Kl&auml;ger die Zulassung der Revision wegen Rechtsfortbildung verlangt. Der Streitfall gibt dazu keine Veranlassung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.1.2010, VIII B 128\/09 Zufluss bei Gutschrift &#8211; notwendige Beiladung &#8211; Unterlassen einer einfachen Beiladung Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision (&sect; 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) liegen nicht vor. 2&nbsp; 1. Die Revision ist nicht wegen Verfahrensfehlern (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO) &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-128-09-zufluss-bei-gutschrift-notwendige-beiladung-unterlassen-einer-einfachen-beiladung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;B&nbsp;128\/09 &#8211; Zufluss bei Gutschrift &#8211; notwendige Beiladung &#8211; Unterlassen einer einfachen Beiladung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-12683","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12683","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12683"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12683\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12683"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12683"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12683"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}