{"id":12686,"date":"2012-12-19T15:35:49","date_gmt":"2012-12-19T13:35:49","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12685"},"modified":"2012-12-19T15:35:49","modified_gmt":"2012-12-19T13:35:49","slug":"viii-b-139-08-keine-wiederholung-der-pruefungen-des-einspruchsverfahrens-bei-aenderungsantrag-nach-par-172-ao","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-139-08-keine-wiederholung-der-pruefungen-des-einspruchsverfahrens-bei-aenderungsantrag-nach-par-172-ao\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;B&nbsp;139\/08 &#8211; Keine Wiederholung der Pr&uuml;fungen des Einspruchsverfahrens bei &Auml;nderungsantrag nach &sect; 172 AO"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 5.2.2010, VIII B 139\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Wiederholung der Pr&uuml;fungen des Einspruchsverfahrens bei &Auml;nderungsantrag nach &sect; 172 AO<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Beteiligten streiten dar&uuml;ber, ob der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;), verpflichtet ist, auf einen Antrag des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) hin den Gewinnfeststellungsbescheid f&uuml;r das Streitjahr (2000) in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 22. Februar 2007 nach &sect; 172 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a der Abgabenordnung (AO) zu &auml;ndern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der andernorts wohnende Kl&auml;ger betrieb im Streitjahr bis zur Einstellung seiner freiberuflichen T&auml;tigkeit am 31. Dezember 2003 ein Konstruktionsb&uuml;ro f&uuml;r Maschinenbau in gemieteten R&auml;umen in X. Nach Durchf&uuml;hrung einer Au&szlig;enpr&uuml;fung &auml;nderte das FA den zun&auml;chst erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; erteilten Gewinnfeststellungsbescheid f&uuml;r das Streitjahr nach &sect; 164 Abs. 2 AO. Dabei rechnete das FA ein im Streitjahr ver&auml;u&szlig;ertes und zuvor zwangsverwaltetes Grundst&uuml;ck in Z (B-Str. 8), auf dem sich das Konstruktionsb&uuml;ro fr&uuml;her befunden hatte, bis zur Ver&auml;u&szlig;erung mit einem Anteil von 60 % dem Betriebsverm&ouml;gen zu und erh&ouml;hte die Eink&uuml;nfte aus der freiberuflichen T&auml;tigkeit um den entsprechenden anteiligen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Einspruch des Kl&auml;gers hatte insoweit keinen Erfolg, da der Kl&auml;ger vor dem Streitjahr keine eindeutige Entnahmeerkl&auml;rung bez&uuml;glich des Grundst&uuml;cks in Z abgegeben hatte. W&auml;hrend der durch die Einspruchsentscheidung vom 22. Februar 2007 (Einspruchsentscheidung 1) in Lauf gesetzten Klagefrist stellte der Kl&auml;ger einen &Auml;nderungsantrag nach &sect; 172 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a AO. Er begehrte erneut die vollst&auml;ndige Nichterfassung des Erl&ouml;ses aus der Grundst&uuml;cksver&auml;u&szlig;erung. Erstmals stellte er hilfsweise den Antrag, die Grundst&uuml;cksver&auml;u&szlig;erung als nach &sect;&sect; 16, 34 des Einkommensteuergesetzes steuerbeg&uuml;nstigte Teilbetriebsver&auml;u&szlig;erung zu behandeln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der gegen die Ablehnung dieses Antrags gerichtete Einspruch blieb erfolglos. Das FA verwies in der Einspruchsentscheidung vom 17. August 2007 (Einspruchsentscheidung 2) hinsichtlich des Hauptantrags auf die Einspruchsentscheidung 1. Dem Hilfsantrag habe nicht entsprochen werden k&ouml;nnen, da es sich im Streitfall nicht um eine Teilbetriebsver&auml;u&szlig;erung gehandelt habe, sondern um eine Betriebsverlegung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die daraufhin erhobene Klage blieb erfolglos. Die Entscheidungsgr&uuml;nde des angefochtenen Urteils sind in Entscheidungen der Finanzgerichte 2009, 1432 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Beschwerde r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung von materiellem Recht und von Verfahrensrecht und macht s&auml;mtliche Zulassungsgr&uuml;nde nach &sect; 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist nicht begr&uuml;ndet. 1. Die Rechtssache hat keine grunds&auml;tzliche Bedeutung. Grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. von &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO kommt einer Rechtssache zu, wenn eine Frage zu entscheiden ist, an deren Beantwortung ein allgemeines Interesse besteht, weil ihre Kl&auml;rung das Interesse der Allgemeinheit an der Entwicklung und Handhabung der Rechts betrifft (st&auml;ndige Rechtsprechung, s. Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 115 Rz 23 ff., m.w.N.; Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 27. April 2007 VIII B 250\/05, BFH\/NV 2007, 1675). Es muss sich um eine aus rechtssystematischen Gr&uuml;nden bedeutsame und auch f&uuml;r die einheitliche Rechtsanwendung wichtige Frage handeln. Diese Voraussetzungen m&uuml;ssen in der Beschwerdeschrift dargelegt werden (&sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO). Allein das Fehlen einer Entscheidung des BFH zu der konkreten Fallgestaltung begr&uuml;ndet weder einen Kl&auml;rungsbedarf noch das erforderliche Allgemeininteresse (BFH-Beschluss vom 19. Januar 2006 VIII B 114\/05, BFH\/NV 2006, 709, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hinsichtlich des im erstinstanzlichen Verfahren verfolgten Hauptantrags hat der Kl&auml;ger schon keine entscheidungserhebliche Rechtsfrage formuliert. Hiervon abgesehen entspricht es dem eindeutig erkennbaren Gesetzeszweck und ist deshalb nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, dass das Einspruchsverfahren eine grunds&auml;tzlich abschlie&szlig;ende Pr&uuml;fung im Verwaltungsverfahren bedeutet (vgl. &sect; 348 Nr. 1 AO). Deshalb k&ouml;nnen Tat- und Rechtsfragen, &uuml;ber die in der Einspruchsentscheidung bereits entschieden worden ist, im Regelfall nicht in einem &Auml;nderungsverfahren nach &sect; 172 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a AO erneut gepr&uuml;ft werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Rechtsstreit ist auch hinsichtlich des erstmals im Antragsverfahren gestellten Hilfsantrags nicht von grunds&auml;tzlicher Bedeutung. Die vom Kl&auml;ger in den Mittelpunkt seiner Beschwerdebegr&uuml;ndung gestellte Frage, ob &sect; 172 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a AO eine Ermessensnorm ist und wie gegebenenfalls diese Ermessensnorm anzuwenden ist, kann mangels Kl&auml;rungsf&auml;higkeit im Streitfall dahingestellt bleiben. Sie ist nicht entscheidungserheblich, weil weder die Feststellungen des Finanzgerichts noch das Vorbringen des Kl&auml;gers hinreichende sachliche Anhaltspunkte f&uuml;r eine Teilbetriebsver&auml;u&szlig;erung im Streitjahr erkennen lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Aus diesem Grund greifen auch die anderen geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde nach &sect; 115 Abs. 2 Nrn. 2 und 3 FGO (Rechtsfortbildung, Sicherung einheitlicher Rechtsprechung, Verfahrensmangel), zu deren Begr&uuml;ndung sich der Kl&auml;ger wiederum auf den nach seiner Auffassung in Rechtsprechung und Literatur noch nicht hinreichend gekl&auml;rten Normcharakter des &sect; 172 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a AO beruft, nicht durch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 5.2.2010, VIII B 139\/08 Keine Wiederholung der Pr&uuml;fungen des Einspruchsverfahrens bei &Auml;nderungsantrag nach &sect; 172 AO Tatbestand 1&nbsp; I. Die Beteiligten streiten dar&uuml;ber, ob der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;), verpflichtet ist, auf einen Antrag des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) hin den Gewinnfeststellungsbescheid f&uuml;r das Streitjahr (2000) in Gestalt der Einspruchsentscheidung &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-139-08-keine-wiederholung-der-pruefungen-des-einspruchsverfahrens-bei-aenderungsantrag-nach-par-172-ao\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;B&nbsp;139\/08 &#8211; Keine Wiederholung der Pr&uuml;fungen des Einspruchsverfahrens bei &Auml;nderungsantrag nach &sect; 172 AO<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-12686","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12686","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12686"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12686\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12686"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12686"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12686"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}