{"id":12692,"date":"2012-12-08T08:55:40","date_gmt":"2012-12-08T06:55:40","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12692"},"modified":"2012-12-08T08:55:40","modified_gmt":"2012-12-08T06:55:40","slug":"iii-s-11-09-pkh-gehoersverletzung-durch-unterbliebene-mitteilung-eines-auskunftsersuchens-unzulaessigkeit-von-beweisermittlungsantraegen-keine-kindergeldberechtigung-geduldeter-auslaender","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-s-11-09-pkh-gehoersverletzung-durch-unterbliebene-mitteilung-eines-auskunftsersuchens-unzulaessigkeit-von-beweisermittlungsantraegen-keine-kindergeldberechtigung-geduldeter-auslaender\/","title":{"rendered":"III&nbsp;S&nbsp;11\/09&nbsp;(PKH) &#8211; Geh&ouml;rsverletzung durch unterbliebene Mitteilung eines Auskunftsersuchens &#8211; Unzul&auml;ssigkeit von Beweisermittlungsantr&auml;gen &#8211; keine Kindergeldberechtigung geduldeter Ausl&auml;nder"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.1.2010, III S 11\/09 (PKH)<\/p>\n<p class=\"titel\">Geh&ouml;rsverletzung durch unterbliebene Mitteilung eines Auskunftsersuchens &#8211; Unzul&auml;ssigkeit von Beweisermittlungsantr&auml;gen &#8211; keine Kindergeldberechtigung geduldeter Ausl&auml;nder<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Antragstellerin (Kl&auml;gerin) begehrt die Bewilligung von Prozesskostenhilfe (PKH) und die Beiordnung eines Rechtvertreters f&uuml;r eine noch einzulegende Nichtzulassungsbeschwerde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin ist libanesische Staatsangeh&ouml;rige und h&auml;lt sich seit 1989 in der Bundesrepublik Deutschland auf. Sie war seit M&auml;rz 2001 ausl&auml;nderrechtlich geduldet, im August 2005 wurde ihr eine befristete Aufenthaltserlaubnis nach &sect; 25 Abs. 5 des Aufenthaltsgesetzes erteilt. Die Beklagte (Familienkasse) lehnte die Festsetzung von Kindergeld ab. Der hiergegen gerichtete Einspruch hatte keinen Erfolg. Im anschlie&szlig;enden Klageverfahren gew&auml;hrte die Familienkasse f&uuml;r die Zeit ab August 2005 Kindergeld. Die Klage, mit der die Kl&auml;gerin Kindergeld f&uuml;r den Zeitraum Januar 2001 bis Juli 2005 begehrte, hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Der Antrag auf Bewilligung von PKH und Beiordnung eines Rechtsvertreters wird abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 142 der Finanzgerichtsordnung (FGO) i.V.m. &sect; 114 der Zivilprozessordnung erh&auml;lt eine Partei, die nach ihren pers&ouml;nlichen und wirtschaftlichen Verh&auml;ltnissen die Kosten der Prozessf&uuml;hrung nicht, nur zum Teil oder nur in Raten aufbringen kann, auf Antrag PKH, wenn die beabsichtigte Rechtsverfolgung hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet und nicht mutwillig erscheint.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die beabsichtigte Nichtzulassungsbeschwerde hat keine hinreichende Aussicht auf Erfolg, da die von der &#8211;anwaltlich vertretenen&#8211; Kl&auml;gerin geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde nicht vorliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Rechtssache hat keine grunds&auml;tzliche Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO). Der Senat hat bereits mehrfach entschieden, dass es verfassungsrechtlich unbedenklich ist, einem Ausl&auml;nder, dessen Aufenthalt ausl&auml;nderrechtlich oder aufenthaltsrechtlich lediglich geduldet ist, keinen Anspruch auf Kindergeld einzur&auml;umen (Urteile vom 15. M&auml;rz 2007 III R 93\/03, BFHE 217, 443, BStBl II 2009, 905, und vom 22. November 2007 III R 54\/02, BFHE 220, 45, BStBl II 2009, 913). Im Urteil in BFHE 220, 45, BStBl II 2009, 913 hat er dargelegt, weshalb er die im Vorlagebeschluss des Finanzgerichts (FG) K&ouml;ln vom 9. Mai 2007&nbsp;&nbsp;10 K 1690\/07 (Entscheidungen der Finanzgerichte 2007, 1247) vorgebrachten verfassungs- und v&ouml;lkerrechtlichen Bedenken gegen die Neuregelung der Kindergeldberechtigung von Ausl&auml;ndern nicht teilt (s. Art. 2 des Gesetzes zur Anspruchsberechtigung von Ausl&auml;ndern wegen Kindergeld, Erziehungsgeld und Unterhaltsvorschuss vom 13. Dezember 2006, BGBl I 2006, 2915, BStBl I 2007, 62). Das Bundesverfassungsgericht hat inzwischen die Vorlage des FG K&ouml;ln als unzul&auml;ssig beurteilt (Beschluss vom 6. November 2009&nbsp;&nbsp;2 BvL 4\/07, BFH\/NV 2010, 153). Auch wurde bereits entschieden, dass &sect; 62 Abs. 2 des Einkommensteuergesetzes n.F. nicht dem Urteil des Europ&auml;ischen Gerichtshofs f&uuml;r Menschenrechte vom 25. Oktober 2005 in der Sache 59140\/00, Okpisz\/Deutschland (BFH\/NV 2006, Beilage 3, 357) widerspricht (s. Senatsurteil in BFHE 220, 45, BStBl II 2009, 913).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ein Verfahrensmangel nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO ist nicht erkennbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach Ansicht der Kl&auml;gerin ist dem FG deshalb ein Verfahrensmangel unterlaufen, weil es einen namentlich benannten Sachbearbeiter der Ausl&auml;nderbeh&ouml;rde nicht als Zeuge zu der Frage vernommen habe, &uuml;ber welchen Aufenthaltstitel die Kl&auml;gerin in der Zeit vom 25. Januar 2001 bis zum 21. M&auml;rz 2001 verf&uuml;gt habe. Eine Verletzung der Pflicht zur Sachaufkl&auml;rung (&sect; 76 Abs. 1 FGO) ist darin allerdings nicht zu sehen. Die Kl&auml;gerin hat selbst nicht behauptet, dass sie in der besagten Zeit eine ausl&auml;nderrechtliche Aufenthaltsgenehmigung besa&szlig;, die sie zum Bezug von Kindergeld berechtigte. Das FG brauchte den angebotenen Zeugenbeweis nicht zu erheben. Denn ein Gericht muss einem Beweisermittlungs- oder -ausforschungsantrag, der so unbestimmt ist, dass im Grunde erst die Beweiserhebung selbst die entscheidungserheblichen Tatsachen und Behauptungen aufdecken soll, in der Regel nicht nachgehen (vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 6. September 2005 IV B 14\/04, BFH\/NV 2005, 2166, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Vortrag der Kl&auml;gerin, ihr sei lediglich die Antwort der Ausl&auml;nderbeh&ouml;rde auf ein Auskunftsersuchen des Gerichts mitgeteilt worden, nicht aber die vorherige Anfrage, ergibt keinen Anhaltspunkt f&uuml;r eine Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r (Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes, &sect; 96 Abs. 2 FGO). Auch wenn das FG der Kl&auml;gerin den Inhalt der an die Ausl&auml;nderbeh&ouml;rde gerichteten Anfrage nicht mitgeteilt hat, so hat es dennoch nicht seine Entscheidung auf Grundlagen gest&uuml;tzt, die die Kl&auml;gerin nicht zur Kenntnis nehmen konnte (vgl. BFH-Urteil vom 17. Oktober 2001 I R 103\/00, BFHE 197, 68, BStBl II 2004, 171).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.1.2010, III S 11\/09 (PKH) Geh&ouml;rsverletzung durch unterbliebene Mitteilung eines Auskunftsersuchens &#8211; Unzul&auml;ssigkeit von Beweisermittlungsantr&auml;gen &#8211; keine Kindergeldberechtigung geduldeter Ausl&auml;nder Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Antragstellerin (Kl&auml;gerin) begehrt die Bewilligung von Prozesskostenhilfe (PKH) und die Beiordnung eines Rechtvertreters f&uuml;r eine noch einzulegende Nichtzulassungsbeschwerde. 2&nbsp; Die Kl&auml;gerin ist libanesische Staatsangeh&ouml;rige und h&auml;lt &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-s-11-09-pkh-gehoersverletzung-durch-unterbliebene-mitteilung-eines-auskunftsersuchens-unzulaessigkeit-von-beweisermittlungsantraegen-keine-kindergeldberechtigung-geduldeter-auslaender\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;S&nbsp;11\/09&nbsp;(PKH) &#8211; Geh&ouml;rsverletzung durch unterbliebene Mitteilung eines Auskunftsersuchens &#8211; Unzul&auml;ssigkeit von Beweisermittlungsantr&auml;gen &#8211; keine Kindergeldberechtigung geduldeter Ausl&auml;nder<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-12692","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12692","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12692"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12692\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12692"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12692"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12692"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}