{"id":12701,"date":"2012-12-08T08:55:42","date_gmt":"2012-12-08T06:55:42","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12701"},"modified":"2012-12-08T08:55:42","modified_gmt":"2012-12-08T06:55:42","slug":"viii-b-68-09-zuzahlung-bei-verschmelzung-keine-grundsaetzliche-bedeutung-einer-rechtssache-bei-besonderen-umstaenden-des-einzelfalles-widerspruch-einer-fg-entscheidung-zu-bmf-schreiben-fehlende-hoechs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-68-09-zuzahlung-bei-verschmelzung-keine-grundsaetzliche-bedeutung-einer-rechtssache-bei-besonderen-umstaenden-des-einzelfalles-widerspruch-einer-fg-entscheidung-zu-bmf-schreiben-fehlende-hoechs\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;B&nbsp;68\/09 &#8211; Zuzahlung bei Verschmelzung &#8211; Keine grunds&auml;tzliche Bedeutung einer Rechtssache bei besonderen Umst&auml;nden des Einzelfalles &#8211; Widerspruch einer FG-Entscheidung zu BMF-Schreiben &#8211; Fehlende h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.1.2010, VIII B 68\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Zuzahlung bei Verschmelzung &#8211; Keine grunds&auml;tzliche Bedeutung einer Rechtssache bei besonderen Umst&auml;nden des Einzelfalles &#8211; Widerspruch einer FG-Entscheidung zu BMF-Schreiben &#8211; Fehlende h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision (&sect; 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) liegen nicht vor. Die Rechtssache hat insbesondere keine grunds&auml;tzliche Bedeutung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar ist die vom Beklagten und Beschwerdef&uuml;hrer (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) aufgeworfene Frage h&ouml;chstrichterlich noch nicht gekl&auml;rt, ob eine bare Zuzahlung der &uuml;bernehmenden Kapitalgesellschaft im Rahmen der Verschmelzung zweier Kapitalgesellschaften beim verbleibenden Anteilseigner zu sonstigen Bez&uuml;gen i.S. von &sect; 20 Abs. 1 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) f&uuml;hrt. Die Revision kann deshalb jedoch nicht zugelassen werden. Es kann dahinstehen, ob der Frage &uuml;ber den Einzelfall hinausweisende Bedeutung zuk&auml;me, da sie jedenfalls im Streitfall nicht gekl&auml;rt werden k&ouml;nnte. Nach den bindenden tats&auml;chlichen Feststellungen des Finanzgerichts (FG) hat nicht der &uuml;bernehmende Rechtstr&auml;ger, sondern dessen Mehrheitsgesellschafter die Zuzahlung geleistet und damit seine eigene Verpflichtung aus dem vor dem Landgericht im umwandlungsrechtlichen Spruchverfahren geschlossenen Vergleich erf&uuml;llt. Die Kl&auml;ger und Beschwerdegegner haben hierzu unwidersprochen vorgetragen, der in den Vergleich einbezogene Mehrheitsgesellschafter sei sowohl am &uuml;bertragenden wie am &uuml;bernehmenden Rechtstr&auml;ger mit so gro&szlig;er Mehrheit beteiligt gewesen, dass er im Rahmen der Verschmelzung das Umtauschverh&auml;ltnis zu Lasten der verbleibenden Anteilseigner einseitig habe bestimmen k&ouml;nnen. Die im Verschmelzungsvertrag urspr&uuml;nglich festgelegte bare Zuzahlung habe 0,63 DM je Aktie betragen; im Vergleich sei aber eine weitere Zuzahlung von 100 EUR je Aktie vereinbart worden. Vor diesem Hintergrund hat das FG eine Veranlassung der streitgegenst&auml;ndlichen weiteren Zuzahlung durch das Gesellschaftsverh&auml;ltnis verneint. Unter diesen besonderen Umst&auml;nden des Streitfalles stellt sich eine Rechtsfrage von grunds&auml;tzlicher Bedeutung nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Daran &auml;ndert nichts, dass sich der &uuml;bernehmende Rechtstr&auml;ger nach Auffassung des FA im Vergleich ebenfalls zur Leistung der Zuzahlung verpflichtet hatte. Diesbez&uuml;gliche tats&auml;chliche Feststellungen hat das FG zum einen nicht getroffen. Aus dem &#8211;wie das FG meint&#8211; befreienden Schuldbeitritt des Mehrheitsgesellschafters zu dem Vergleich ist zum andern aber jedenfalls zu ersehen, dass bei wirtschaftlicher Betrachtung des Vorgangs letztlich nicht der &uuml;bernehmende Rechtstr&auml;ger, sondern der dem Vergleich beigetretene Mehrheitsgesellschafter mit der Zahlung belastet werden sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ohne Erfolg wendet das FA auch ein, dass es auf die Person des Leistenden nicht ankomme. Soweit es sich dabei auf das Senatsurteil vom 7. Dezember 2004 VIII R 70\/02 (BFHE 208, 546, BStBl II 2005, 468) st&uuml;tzt, &uuml;bersieht es, dass im dort zugrunde liegenden Fall zumindest eine gesellschaftliche (Mit-)Veranlassung des Bezugs bejaht worden ist. Fehlt dagegen wie im vorliegenden Fall nach Auffassung des Gerichts die gesellschaftliche Veranlassung f&uuml;r eine Leistung vollst&auml;ndig, so kann zum Verst&auml;ndnis des Sachverhalts nicht von dem Umstand abgesehen werden, wer die Leistung erbracht hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache ergibt sich entgegen der Auffassung des FA auch nicht daraus, dass die Finanzverwaltung in Tz. 13.04 Satz 2 ihres Schreibens vom 25. M&auml;rz 1998 (BStBl I 1998, 268) bestimmt hat, die Zuzahlung der &uuml;bernehmenden Kapitalgesellschaft an verbleibende Anteilseigner f&uuml;hre beim Anteilseigner zu sonstigen Bez&uuml;gen i.S. des &sect; 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es bedarf keiner Entscheidung, ob die Voraussetzungen des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO stets dann gegeben sind, wenn das Urteil eines FG einem Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) widerspricht und zu der betreffenden Rechtsfrage noch keine h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung vorliegt. Aus den oben bereits dargelegten tats&auml;chlichen Gr&uuml;nden widerspricht das angefochtene Urteil nicht dem zitierten BMF-Schreiben. Im Streitfall liegt keine Zuzahlung der &uuml;bernehmenden Kapitalgesellschaft, sondern eine Zahlung des Mehrheitsgesellschafters vor. Hierzu verh&auml;lt sich das BMF-Schreiben nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das ergibt sich erg&auml;nzend auch aus einer Zusammenschau mit den Tz. 11.06 ff. (zu &sect; 11 des Umwandlungssteuergesetzes &#8211;UmwStG&#8211;, betreffend Auswirkungen auf den Gewinn der &uuml;bertragenden K&ouml;rperschaft). &sect; 11 Abs. 2 UmwStG erlaubt die Bewertung der &uuml;bergehenden Wirtschaftsg&uuml;ter abweichend von Abs. 1 mit einem h&ouml;heren Wert, soweit u.a. eine Gegenleistung nicht gew&auml;hrt wird oder in Gesellschaftsrechten besteht. Die in &sect; 11 UmwStG nicht geregelte Frage, welche steuerlichen Folgen eine Gegenleistung hat, die nicht in Gesellschaftsrechten besteht, wird a.a.O. in dem BMF-Schreiben erl&auml;utert, wobei danach unterschieden wird, ob die &uuml;bernehmende oder die &uuml;bertragende Kapitalgesellschaft die Zahlung leistet oder Gesellschafter der &uuml;bernehmenden oder &uuml;bertragenden Gesellschaft. Nur die zuletzt genannte Fallgruppe ist im Streitfall einschl&auml;gig. Hierzu hei&szlig;t es in Tz. 11.11 des BMF-Schreibens, die Zahlungen seien nach allgemeinen steuerrechtlichen Grunds&auml;tzen zu beurteilen. Sie f&uuml;hrten zu einem Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;s beim Empf&auml;nger und zu Anschaffungskosten beim leistenden Gesellschafter. Nichts anderes hat das FG angenommen, wenn es im Urteil ausf&uuml;hrt, die im Spruchverfahren erstrittene Zuzahlung sei bei wirtschaftlicher Betrachtung beim Empf&auml;nger als Ausgleich f&uuml;r verlorene Verm&ouml;genssubstanz nicht steuerpflichtig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.1.2010, VIII B 68\/09 Zuzahlung bei Verschmelzung &#8211; Keine grunds&auml;tzliche Bedeutung einer Rechtssache bei besonderen Umst&auml;nden des Einzelfalles &#8211; Widerspruch einer FG-Entscheidung zu BMF-Schreiben &#8211; Fehlende h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Gr&uuml;nde f&uuml;r die Zulassung der Revision (&sect; 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) liegen nicht vor. Die Rechtssache &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-b-68-09-zuzahlung-bei-verschmelzung-keine-grundsaetzliche-bedeutung-einer-rechtssache-bei-besonderen-umstaenden-des-einzelfalles-widerspruch-einer-fg-entscheidung-zu-bmf-schreiben-fehlende-hoechs\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;B&nbsp;68\/09 &#8211; Zuzahlung bei Verschmelzung &#8211; Keine grunds&auml;tzliche Bedeutung einer Rechtssache bei besonderen Umst&auml;nden des Einzelfalles &#8211; Widerspruch einer FG-Entscheidung zu BMF-Schreiben &#8211; Fehlende h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-12701","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12701","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12701"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12701\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12701"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12701"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12701"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}