{"id":12708,"date":"2012-12-19T15:35:47","date_gmt":"2012-12-19T13:35:47","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12708"},"modified":"2012-12-19T15:35:47","modified_gmt":"2012-12-19T13:35:47","slug":"ix-b-164-09-verletzung-des-rechtlichen-gehoers-als-verfahrensmangel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-b-164-09-verletzung-des-rechtlichen-gehoers-als-verfahrensmangel\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;B&nbsp;164\/09 &#8211; Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs als Verfahrensmangel"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 5.2.2010, IX B 164\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs als Verfahrensmangel<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die R&uuml;ge der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin), das Gericht habe ihren Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r (Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes, &sect; 96 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) verletzt, weil das Gericht ihren Antrag auf Vertagung in der m&uuml;ndlichen Verhandlung zu Unrecht abgelehnt habe, greift nicht durch. Die rechtskundig vertretene Kl&auml;gerin hatte in der m&uuml;ndlichen Verhandlung hinreichend Gelegenheit, sich zu dem Inhalt der Bankbescheinigungen zu &auml;u&szlig;ern; ihrem Vertagungsantrag musste das Finanzgericht (FG) nicht entsprechen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Recht eines Verfahrensbeteiligten auf Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs kann zwar auch durch die fehlerhafte Ablehnung eines Vertagungsantrags verletzt sein (vgl. z.B. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 21. Dezember 2001 IX B 75\/01, BFH\/NV 2002, 662, m.w.N.). Liegen erhebliche Gr&uuml;nde gem&auml;&szlig; &sect; 227 der Zivilprozessordnung (ZPO) i.V.m. &sect; 155 FGO f&uuml;r eine Termins&auml;nderung vor, so verdichtet sich das einger&auml;umte Ermessen des Gerichts zu einer Rechtspflicht. Der Termin muss dann grunds&auml;tzlich zur Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs aufgehoben, verlegt oder die Verhandlung vertagt werden, selbst wenn das Gericht die Sache f&uuml;r entscheidungsreif h&auml;lt und die Erledigung des Rechtsstreits durch die Termins&auml;nderung verz&ouml;gert w&uuml;rde. Welche Gr&uuml;nde als erheblich anzusehen sind, richtet sich dabei nach den Verh&auml;ltnissen des Einzelfalles (BFH-Beschluss vom 12. Juni 2009 IX B 57\/09, BFH\/NV 2009, 1453, m.w.N.). Mangelnde Vorbereitung eines Verfahrensbeteiligten ist kein erheblicher Grund, es sei denn, der Beteiligte kann sie gen&uuml;gend entschuldigen (&sect; 155 FGO i.V.m. &sect; 227 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 ZPO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei Anlegung dieser Ma&szlig;st&auml;be hat das FG zu Recht von einer Vertagung abgesehen. Die Richtigkeit der in den Bankbescheinigungen ausgewiesenen Schuldzinsen war ein wesentlicher Streitpunkt zwischen den Beteiligten; der Beklagte hatte sie im finanzgerichtlichen Verfahren schrifts&auml;tzlich bestritten. Vor diesem Hintergrund musste die fachkundig vertretene Kl&auml;gerin damit rechnen, dass die dort ausgewiesenen Summen und Betr&auml;ge Gegenstand der m&uuml;ndlichen Verhandlung sein w&uuml;rden und das FG sie nicht ohne weiteres seiner Entscheidung zugrunde legen w&uuml;rde. Es w&auml;re darum Sache der Kl&auml;gerin gewesen, zur Vorbereitung des Termins geeignete Bankausk&uuml;nfte einzuholen, die die von ihr geltend gemachten Schuldzinsen untermauerten. Wenn das Gericht vor diesem Hintergrund nach Er&ouml;rterung der Problematik in der Verhandlung eine Vertagung unter Verweis auf die mangelhafte Vorbereitung der Kl&auml;gerin ablehnt, ist dies nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Soweit dem Vorbringen der Kl&auml;gerin die R&uuml;ge der Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht gem&auml;&szlig; &sect; 76 Abs. 1 Satz 1 FGO zu entnehmen ist, gen&uuml;gt die Beschwerdebegr&uuml;ndung nicht den Darlegungsanforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO. Es fehlt schon an der genauen Bezeichnung der Beweise unter Einschluss der Beweismittel und -tatsachen, deren Erhebung sich dem FG als noch erforderlich h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen. Au&szlig;erdem h&auml;tte die Kl&auml;gerin darlegen m&uuml;ssen, welche entscheidungserheblichen Tatsachen sich hierbei voraussichtlich ergeben h&auml;tten. Die blo&szlig;e M&ouml;glichkeit, dass sich die Tatsachengrundlage nach weiteren Ermittlungen anders darstellen k&ouml;nnte, gen&uuml;gt nicht. Ferner h&auml;tte f&uuml;r eine ordnungsgem&auml;&szlig;e R&uuml;ge dargelegt werden m&uuml;ssen, weshalb in der m&uuml;ndlichen Verhandlung keine entsprechenden Antr&auml;ge gestellt wurden, da ein Verfahrensmangel nach &sect; 155 FGO i.V.m. &sect; 295 ZPO nicht mehr erfolgreich geltend gemacht werden kann, wenn er eine Verfahrensvorschrift betrifft, auf deren Einhaltung die Prozessbeteiligten verzichten k&ouml;nnen und auch verzichtet haben, indem sie ihre Verletzung ausweislich der Niederschrift &uuml;ber die m&uuml;ndliche Verhandlung nicht ger&uuml;gt haben (z.B. BFH-Beschluss vom 29. Oktober 2004 XI B 213\/02, BFH\/NV 2005, 566, m.w.N.) Hieran fehlt es im Streitfall. Der hilfsweise gestellte Vertagungsantrag macht die erforderlichen Darlegungen nicht entbehrlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 5.2.2010, IX B 164\/09 Verletzung des rechtlichen Geh&ouml;rs als Verfahrensmangel Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. 2&nbsp; 1. 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