{"id":12711,"date":"2012-12-08T08:58:45","date_gmt":"2012-12-08T06:58:45","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12711"},"modified":"2012-12-08T08:58:45","modified_gmt":"2012-12-08T06:58:45","slug":"vii-b-118-09-kein-insolvenzrechtliches-aufrechnungsverbot-zwischen-aufhebung-des-insolvenzverfahrens-und-erteilung-der-restschuldbefreiung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-118-09-kein-insolvenzrechtliches-aufrechnungsverbot-zwischen-aufhebung-des-insolvenzverfahrens-und-erteilung-der-restschuldbefreiung\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;118\/09 &#8211; Kein insolvenzrechtliches Aufrechnungsverbot zwischen Aufhebung des Insolvenzverfahrens und Erteilung der Restschuldbefreiung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 7.1.2010, VII B 118\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Kein insolvenzrechtliches Aufrechnungsverbot zwischen Aufhebung des Insolvenzverfahrens und Erteilung der Restschuldbefreiung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. &Uuml;ber das Verm&ouml;gen des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) wurde im Mai 2002 das Insolvenzverfahren er&ouml;ffnet. Im Schlusstermin wurde mit Beschluss des Insolvenzgerichts vom 12. August 2003 das Insolvenzverfahren aufgehoben und zugleich die Restschuldbefreiung f&uuml;r den Kl&auml;ger angek&uuml;ndigt, falls dieser w&auml;hrend der Laufzeit der Abtretungserkl&auml;rung gem&auml;&szlig; &sect; 287 Abs. 2 der Insolvenzordnung &#8211;InsO&#8211; (sog. Wohlverhaltensphase) &#8211;die am 28. Mai 2008 endete&#8211; seinen Obliegenheiten nachkomme und keine Versagungsgr&uuml;nde vorl&auml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus der Veranlagung des Kl&auml;gers zur Einkommensteuer f&uuml;r das Jahr 2007 ergab sich laut Steuerbescheid vom 14. Juli 2008 wegen &uuml;berzahlter Lohnsteuer ein Erstattungsanspruch des Kl&auml;gers in H&ouml;he von &#8230; EUR. Gegen diesen Anspruch erkl&auml;rte der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Aufrechnung mit einer Steuerforderung aus der Einkommensteuerveranlagung 1995 und erlie&szlig; auf Antrag des Kl&auml;gers einen entsprechenden Abrechnungsbescheid.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) ab. Das FG urteilte, dass die allgemeinen Voraussetzungen f&uuml;r eine Aufrechnung vorl&auml;gen. Im Zeitpunkt der Aufrechnungserkl&auml;rung habe eine Aufrechnungslage bestanden, da die Restschuldbefreiung nicht schon mit dem Ablauf der sog. Wohlverhaltensphase, sondern erst mit der Rechtskraft des die Restschuldbefreiung erteilenden Beschlusses des Insolvenzgerichts vom 4. Dezember 2008 erteilt worden sei. Insolvenzrechtliche Vorschriften st&uuml;nden nicht entgegen. &sect; 294 Abs. 3 InsO hindere die Aufrechnung gegen auf &uuml;berzahlter Lohnsteuer beruhende Erstattungsanspr&uuml;che des Schuldners nicht; der vom Kl&auml;ger geltend gemachte Versto&szlig; gegen &sect; 287 Abs. 2 InsO sei nicht erkennbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Nichtzulassungsbeschwerde des Kl&auml;gers, welche er auf die Zulassungsgr&uuml;nde der Fortbildung des Rechts und der Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) st&uuml;tzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg, weil die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde schon nicht schl&uuml;ssig dargelegt sind, wie es &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO verlangt, jedenfalls aber nicht vorliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es bedarf keiner Kl&auml;rung in einem Revisionsverfahren, sondern ergibt sich eindeutig aus &sect; 300 und &sect; 301 InsO, dass der Insolvenzschuldner nicht bereits mit dem Ende der sog. Wohlverhaltensphase von seinen restlichen Schulden befreit wird, sondern erst mit dem die Restschuldbefreiung erteilenden Beschluss des Insolvenzgerichts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu dem Zeitpunkt, als das FA im Streitfall die Aufrechnung erkl&auml;rte, hatte es daher nach wie vor eine Forderung gegen den Kl&auml;ger, mit der es die Aufrechnung gegen dessen Erstattungsanspruch erkl&auml;ren konnte, da das Insolvenzverfahren bereits aufgehoben war und insolvenzrechtliche Aufrechnungsverbote somit nicht entgegenstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den von der Beschwerde angef&uuml;hrten Urteilen des beschlie&szlig;enden Senats (Urteile vom 21. November 2006 VII R 1\/06, BFHE 216, 1, BStBl II 2008, 272, und VII R 66\/05, BFH\/NV 2007, 1066) sowie des Bundesgerichtshofs (Urteil vom 21. Juli 2005 IX ZR 115\/04, BGHZ 163, 391) besteht in der Wohlverhaltensphase kein allgemeines Aufrechnungsverbot f&uuml;r Insolvenzgl&auml;ubiger und hindert auch &sect; 294 Abs. 3 InsO nicht die Aufrechnungserkl&auml;rung des FA als Insolvenzgl&auml;ubiger gegen einen Steuererstattungsanspruch des Insolvenzschuldners. Weshalb nach dem Ende der Wohlverhaltensphase &#8211;solange Restschuldbefreiung nicht erteilt ist&#8211; eine solche Aufrechnung unzul&auml;ssig sein soll und worauf die Beschwerde ihre entsprechende Rechtsauffassung meint st&uuml;tzen zu k&ouml;nnen, ist nicht ersichtlich. Aus den vorgenannten Urteilen l&auml;sst sich jedenfalls nichts f&uuml;r diese Ansicht herleiten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 7.1.2010, VII B 118\/09 Kein insolvenzrechtliches Aufrechnungsverbot zwischen Aufhebung des Insolvenzverfahrens und Erteilung der Restschuldbefreiung Tatbestand 1&nbsp; I. &Uuml;ber das Verm&ouml;gen des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) wurde im Mai 2002 das Insolvenzverfahren er&ouml;ffnet. Im Schlusstermin wurde mit Beschluss des Insolvenzgerichts vom 12. 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