{"id":12712,"date":"2012-12-08T08:55:39","date_gmt":"2012-12-08T06:55:39","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12712"},"modified":"2012-12-08T08:55:39","modified_gmt":"2012-12-08T06:55:39","slug":"vi-b-95-09-grundsaetzliche-bedeutung-bewirtungsaufwand-eines-arbeitnehmers-als-werbungskosten-aufwendungen-fuer-eine-feier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-b-95-09-grundsaetzliche-bedeutung-bewirtungsaufwand-eines-arbeitnehmers-als-werbungskosten-aufwendungen-fuer-eine-feier\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;B&nbsp;95\/09 &#8211; Grunds&auml;tzliche Bedeutung &#8211; Bewirtungsaufwand eines Arbeitnehmers als Werbungskosten &#8211; Aufwendungen f&uuml;r eine Feier"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.1.2010, VI B 95\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Grunds&auml;tzliche Bedeutung &#8211; Bewirtungsaufwand eines Arbeitnehmers als Werbungskosten &#8211; Aufwendungen f&uuml;r eine Feier<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob Bewirtungs- und Druckkosten als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger T&auml;tigkeit anzuerkennen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Beschwerdegegner (Kl&auml;ger) war als Oberarzt mit festen Bez&uuml;gen in einem Krankenhaus als Arbeitnehmer besch&auml;ftigt. Seine T&auml;tigkeit dort endete nach 36 Jahren mit Erreichen der Altersgrenze und dem Eintritt in den gesetzlichen Ruhestand. Anl&auml;sslich dieses Ereignisses lud der Kl&auml;ger Mitarbeiter, Kollegen und Vorgesetzte zum Teil durch pers&ouml;nliche Einladungskarten zu einer Feier ein, die in R&auml;umen des Krankenhauses stattfand. Der Kl&auml;ger begehrte im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung 2006 die Aufwendungen hierf&uuml;r als Werbungskosten bei seinen Eink&uuml;nften aus &sect; 19 des Einkommensteuergesetzes zu ber&uuml;cksichtigen. Dem folgte der Beklagte und Beschwerdef&uuml;hrer (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) nicht. Das Finanzgericht gab der Klage statt. Die Revision wurde nicht zugelassen. Hiergegen wendet sich das FA mit vorliegender Nichtzulassungsbeschwerde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Es kann dahingestellt bleiben, ob die Beschwerde den Begr&uuml;ndungserfordernissen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO) gen&uuml;gt, denn sie ist jedenfalls unbegr&uuml;ndet, da der Rechtssache keine grunds&auml;tzliche Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) zukommt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Rechtssache hat grunds&auml;tzliche Bedeutung nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO, wenn die f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalls ma&szlig;gebliche Rechtsfrage das abstrakte Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Rechtsfrage muss im konkreten Fall kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und in einem k&uuml;nftigen Revisionsverfahren kl&auml;rungsf&auml;hig sein (st&auml;ndige Rechtsprechung, Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 24. Juli 2008 VI B 7\/08, BFH\/NV 2008, 1838; vom 12. Oktober 2007 VI B 161\/06, BFH\/NV 2008, 45; vom 10. Oktober 2007 VI B 33\/07, BFH\/NV 2008, 44; Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 115 Rz 23, m.w.N.). An der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit fehlt es u.a. dann, wenn die in Rede stehende Rechtsfrage &#8211;wie im Streitfall&#8211; bereits durch die Rechtsprechung des BFH hinreichend gekl&auml;rt ist und keine neuen Gesichtspunkte erkennbar sind, welche eine erneute Pr&uuml;fung und Entscheidung dieser Frage durch den BFH erfordern (BFH-Beschl&uuml;sse vom 13. Juni 2007 X B 34\/06, BFH\/NV 2007, 1703, und vom 14. Juli 2008 VIII B 179\/07, BFH\/NV 2008, 1874).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der erkennende Senat hat in mehreren Urteilen entschieden, dass f&uuml;r die Beurteilung, ob die Aufwendungen f&uuml;r eine Feier beruflich oder privat veranlasst sind, in erster Linie auf den Anlass der Feier abzustellen ist (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 10. Juli 2008 VI R 26\/07, BFH\/NV 2008, 1831; vom 6. M&auml;rz 2008 VI R 68\/06, BFH\/NV 2008, 1316; vom 1. Februar 2007 VI R 25\/03, BFHE 216, 522, BStBl II 2007, 459, m.w.N.). Indes ist der Anlass einer Feier nur ein erhebliches Indiz, nicht aber das allein entscheidende Kriterium f&uuml;r die Beurteilung der beruflichen oder privaten Veranlassung der Bewirtungsaufwendungen. Trotz eines herausgehobenen pers&ouml;nlichen Ereignisses kann sich aus den &uuml;brigen Umst&auml;nden des Einzelfalls ergeben, dass die Aufwendungen f&uuml;r die Feier beruflich veranlasst sind. F&uuml;r die Zuordnung der Aufwendungen zum beruflichen oder privaten Bereich ist daher auch von Bedeutung, wer als Gastgeber auftritt, wer die G&auml;steliste bestimmt, ob es sich bei den G&auml;sten um Kollegen, Gesch&auml;ftsfreunde oder Mitarbeiter (des Steuerpflichtigen oder des Arbeitgebers), um Angeh&ouml;rige des &ouml;ffentlichen Lebens, der Presse, um Verbandsvertreter oder um private Bekannte oder Angeh&ouml;rige des Steuerpflichtigen handelt. Zu ber&uuml;cksichtigen ist au&szlig;erdem, an welchem Ort die Veranstaltung stattfindet, ob sich die finanziellen Aufwendungen im Rahmen vergleichbarer betrieblicher Veranstaltungen bewegen und ob das Fest den Charakter einer privaten Feier aufweist oder ob das nicht der Fall ist (BFH-Urteile vom 11. Januar 2007 VI R 52\/03, BFHE 216, 320, BStBl II 2007, 317; in BFHE 216, 522, BStBl II 2007, 459; in BFH\/NV 2008, 1316).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Damit ist gekl&auml;rt, unter welchen Voraussetzungen Bewirtungsaufwendungen eines Arbeitnehmers als Werbungskosten anzuerkennen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ebenso ist gekl&auml;rt, dass die Beurteilung, ob Aufwendungen beruflich oder privat veranlasst, in erster Linie der tatrichterlichen W&uuml;rdigung des FG obliegt (vgl. z.B. BFH-Urteil in BFH\/NV 2008, 1316, m.w.N.). Die Finanzgerichte und nicht der BFH haben anhand einer Gesamtw&uuml;rdigung aller Umst&auml;nde des Einzelfalls im Einzelnen zu bestimmen, wo die Grenze zwischen betrieblichem und privatem Bereich verl&auml;uft und welche Indizien f&uuml;r sich allein ausreichend sind, um eine betriebliche Veranlassung zu bejahen. Der BFH ist hieran gebunden, soweit die W&uuml;rdigung verfahrensrechtlich einwandfrei zustande gekommen und nicht durch Denkfehler oder die Verletzung von Erfahrungss&auml;tzen beeinflusst ist (BFH-Beschluss vom 18. Oktober 2007 VIII B 212\/06, BFH\/NV 2008, 210, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.1.2010, VI B 95\/09 Grunds&auml;tzliche Bedeutung &#8211; Bewirtungsaufwand eines Arbeitnehmers als Werbungskosten &#8211; Aufwendungen f&uuml;r eine Feier Tatbestand 1&nbsp; I. Streitig ist, ob Bewirtungs- und Druckkosten als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger T&auml;tigkeit anzuerkennen sind. 2&nbsp; Der Kl&auml;ger und Beschwerdegegner (Kl&auml;ger) war als Oberarzt mit festen Bez&uuml;gen in einem Krankenhaus als &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-b-95-09-grundsaetzliche-bedeutung-bewirtungsaufwand-eines-arbeitnehmers-als-werbungskosten-aufwendungen-fuer-eine-feier\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;B&nbsp;95\/09 &#8211; Grunds&auml;tzliche Bedeutung &#8211; Bewirtungsaufwand eines Arbeitnehmers als Werbungskosten &#8211; Aufwendungen f&uuml;r eine Feier<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-12712","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12712","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12712"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12712\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12712"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12712"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12712"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}