{"id":12766,"date":"2012-12-19T15:33:27","date_gmt":"2012-12-19T13:33:27","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12766"},"modified":"2012-12-19T15:33:27","modified_gmt":"2012-12-19T13:33:27","slug":"x-r-49-07-versteuerung-von-unterhaltsleistungen-unabhaengig-von-steuerlicher-auswirkung-des-sonderausgabenabzugs-beim-geber-realsplitting-korrespondenzprinzip-doppelfunktion-des-antrags-des-gebers-kei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-49-07-versteuerung-von-unterhaltsleistungen-unabhaengig-von-steuerlicher-auswirkung-des-sonderausgabenabzugs-beim-geber-realsplitting-korrespondenzprinzip-doppelfunktion-des-antrags-des-gebers-kei\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;49\/07 &#8211; Versteuerung von Unterhaltsleistungen unabh&auml;ngig von steuerlicher Auswirkung des Sonderausgabenabzugs beim Geber &#8211; Realsplitting &#8211; Korrespondenzprinzip &#8211; Doppelfunktion des Antrags des Gebers &#8211; Keine verfassungsrechtlich gebotene einschr&auml;nkende Auslegung des &sect; 22 Nr. 1a EStG &#8211; Pflicht des Gebers zum Ersatz steuerlicher Belastungen &#8211; Keine steuerliche Entlastung entgegen der Steuererkl&auml;rung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.12.2009, X R 49\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Versteuerung von Unterhaltsleistungen unabh&auml;ngig von steuerlicher Auswirkung des Sonderausgabenabzugs beim Geber &#8211; Realsplitting &#8211; Korrespondenzprinzip &#8211; Doppelfunktion des Antrags des Gebers &#8211; Keine verfassungsrechtlich gebotene einschr&auml;nkende Auslegung des &sect; 22 Nr. 1a EStG &#8211; Pflicht des Gebers zum Ersatz steuerlicher Belastungen &#8211; Keine steuerliche Entlastung entgegen der Steuererkl&auml;rung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) erzielte im Streitjahr (2003) Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit. Ferner erhielt sie von ihrem getrennt lebenden Ehemann Unterhaltsleistungen in H&ouml;he von mindestens 13.805 EUR. Am 29. September 2002 stimmte sie mit der Anlage U f&uuml;r 2001 dem Sonderausgabenabzug des Ehemannes zu. Die Zustimmung widerrief sie am 30. Dezember 2005. Der Ehemann machte im Rahmen seiner Einkommensteuererkl&auml;rung 2003 die Unterhaltsleistungen als Sonderausgaben geltend. Sie wirkten sich jedoch auf seine Steuerlast nicht aus, da die festgesetzte Einkommensteuer ohnehin Null betrug.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen des Einkommensteuerbescheids 2003 f&uuml;r die Kl&auml;gerin vom 21. Februar 2006 ber&uuml;cksichtigte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Unterhaltsleistungen nach Abzug des Werbungskosten-Pauschbetrags von 102 EUR in H&ouml;he von 13.703 EUR als sonstige Eink&uuml;nfte. Der auf die fehlende Auswirkung des Sonderausgabenabzugs beim Ehemann gest&uuml;tzte Einspruch blieb erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage mit dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2008, 444 ver&ouml;ffentlichten Urteil vom 7. November 2007 statt. Die Eink&uuml;nfte seien nicht nach &sect; 22 Nr. 1a des Einkommensteuergesetzes i.d.F. des Streitjahres (EStG) zu versteuern, da sie nach &sect; 10 Abs. 1 Nr. 1 EStG nicht vom Geber abgezogen werden k&ouml;nnten. Unter Beachtung des Korrespondenzprinzips und der Gesetzesgeschichte sei das Tatbestandsmerkmal des &sect; 22 Nr. 1a EStG &quot;abgezogen werden k&ouml;nnen&quot; dahin auszulegen, dass die Ber&uuml;cksichtigung der Unterhaltsaufwendungen zu einer Steuerminderung beim Geber f&uuml;hren m&uuml;sse. Dies folge auch aus der verfassungskonformen Auslegung des &sect; 22 Nr. 1a EStG im Hinblick auf die Art. 3 und 6 des Grundgesetzes (GG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision macht das FA einen Versto&szlig; gegen &sect; 22 Nr. 1a EStG i.V.m. &sect; 10 Abs. 1 Nr. 1 EStG geltend. F&uuml;r die Behandlung der Unterhaltsleistungen als sonstige Eink&uuml;nfte nach &sect; 22 Nr. 1a EStG sei allein der durch die Zustimmungserkl&auml;rung des Empf&auml;ngers qualifizierte Antrag des Gebers rechtlich relevant. Er &auml;ndere den Rechtscharakter der Ausgaben und bewirke gleichzeitig die Steuerpflicht beim Empf&auml;nger. Der Gesetzgeber habe den Beteiligten die Entscheidung &uuml;berlassen, den Unterhaltsvorgang ganz oder teilweise dem steuerlich relevanten Bereich zuzuordnen und so die f&uuml;r sie g&uuml;nstigste Steuerbelastung zu erreichen, ihnen allerdings auch das mit der &Uuml;berf&uuml;hrung des Vorgangs in die Steuerpflicht verbundene Verm&ouml;gensrisiko auferlegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen und schlie&szlig;t sich der Rechtsauffassung des FG an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt gem&auml;&szlig; &sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Abweisung der Klage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die der Kl&auml;gerin erbrachten Unterhaltsleistungen unterliegen als sonstige Leistungen i.S. von &sect; 22 Nr. 1a EStG gem&auml;&szlig; &sect; 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 7 EStG der Einkommensteuer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Leisten geschiedene oder dauernd getrennt lebende Ehegatten einander Unterhalt, so korrespondiert grunds&auml;tzlich die Steuerpflicht des Unterhaltsempf&auml;ngers mit dem Sonderausgabenabzug des Leistenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 22 Nr. 1a EStG sind sonstige Eink&uuml;nfte Eink&uuml;nfte aus Unterhaltsleistungen, soweit sie nach &sect; 10 Abs. 1 Nr. 1 EStG vom Geber abgezogen werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect; 10 Abs. 1 Nr. 1 EStG sind Sonderausgaben u.a. Unterhaltsleistungen an den geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtigen Ehegatten bis zu 13.805 EUR im Kalenderjahr, wenn der Geber dies mit Zustimmung des Empf&auml;ngers beantragt. Der Geber kann den Antrag jeweils nur f&uuml;r ein Kalenderjahr stellen und nicht zur&uuml;cknehmen (&sect; 10 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG). Die Zustimmung (des Empf&auml;ngers) ist mit Ausnahme der nach &sect; 894 Abs. 1 der Zivilprozessordnung (ZPO) als erteilt geltenden bis auf Widerruf wirksam (&sect; 10 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 EStG). Der Widerruf ist vor Beginn des Kalenderjahres, f&uuml;r das die Zustimmung erstmals nicht gelten soll, gegen&uuml;ber dem Finanzamt zu erkl&auml;ren (&sect; 10 Abs. 1 Nr. 1 Satz 4 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Fehlt die Zustimmung des Empf&auml;ngers und gilt sie auch nicht nach &sect; 894 Abs. 1 ZPO als erteilt, so ist der Sonderausgabenabzug nach &sect; 10 Abs. 1 Nr. 1 EStG nicht m&ouml;glich. Der Geber kann dann die Unterhaltsleistungen als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen nach &sect; 33a Abs. 1 Satz 1 EStG geltend machen (S&ouml;hn, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect; 10 Rz C 104). Bei dem Empf&auml;nger bleiben sie steuerfrei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Antrag des Gebers und die Zustimmung des Empf&auml;ngers sind rechtsgestaltend. Sie &uuml;berf&uuml;hren die Unterhaltsleistungen in den steuerrechtlich relevanten Bereich und &auml;ndern so ihren Rechtscharakter (u.a. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 14. April 2005 XI R 33\/03, BFHE 210, 235, BStBl II 2005, 825; S&ouml;hn, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, a.a.O., &sect; 10 Rz C 101; Risthaus in Herrmann\/Heuer\/Raupach &#8211;HHR&#8211;, &sect; 22 EStG Rz 373; Bl&uuml;mich\/Hutter, &sect; 10 EStG Rz 73).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Bei dem Geber werden die Unterhaltsleistungen in Sonderausgaben umqualifiziert, die gem&auml;&szlig; &sect; 2 Abs. 4 EStG sein zu versteuerndes Einkommen mindern. Bei dem Empf&auml;nger werden die sonst steuerfreien Unterhaltsleistungen durch die in &sect; 22 Nr. 1a EStG enthaltene Bezugnahme zu steuerbaren Eink&uuml;nften umqualifiziert. Sie erh&ouml;hen so abz&uuml;glich etwaiger Werbungskosten, ggf. des Pauschbetrags von 102 EUR gem&auml;&szlig; &sect; 9a Satz 1 Nr. 3 EStG, die Bemessungsgrundlage f&uuml;r die tarifliche Einkommensteuer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Zwar legt der Wortlaut von &sect; 22 Nr. 1a EStG (&quot;abgezogen werden k&ouml;nnen&quot;) nahe, die Steuerpflicht beim Empf&auml;nger lediglich an eine dem Grunde nach bestehende Abzugsm&ouml;glichkeit beim Geber &#8211;und nicht au&szlig;erdem an den Antrag&#8211; zu kn&uuml;pfen. Da aber die Unterhaltsleistungen erst durch den Antrag zu Sonderausgaben werden, hat der Antrag eine Doppelfunktion. Er ist nicht nur Verfahrensvoraussetzung f&uuml;r die steuerliche Ber&uuml;cksichtigung der Unterhaltsleistungen, sondern gleichzeitig materiell-rechtliche Voraussetzung f&uuml;r die Abzugsm&ouml;glichkeit dem Grunde nach (vgl. BFH-Urteil vom 12. Juli 1989 X R 8\/84, BFHE 157, 484, BStBl II 1989, 957). Eine (abstrakte) Abzugsm&ouml;glichkeit ohne Antrag gibt es nicht (im Schrifttum unklar, vgl. S&ouml;hn, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, a.a.O., &sect; 10 Rz C 102, sowie Fischer, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, a.a.O., &sect; 22 Rz B 372; HHR\/Risthaus, &sect; 22 EStG Rz 373; Bl&uuml;mich\/Stuhrmann, &sect; 22 EStG Rz 159).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Wirtschaftlich f&uuml;hrt dieses Vorgehen bei einheitlicher Betrachtung beider Unterhaltsbeteiligter zumeist zu einer Minderung der Steuerlast.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Verteilung der Besteuerungsgrundlage auf zwei Steuerpflichtige mildert bei einer Gesamtbetrachtung regelm&auml;&szlig;ig die Auswirkungen des steigenden Grenzsteuersatzes nach &sect; 32a Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 bis 4 EStG. Wirtschaftlich betrachtet wird das Ehegattensplitting nach &sect; 32a Abs. 5 EStG, das die Unterhaltsbeteiligten bis zum Kalenderjahr der Trennung in Anspruch nehmen konnten, in begrenztem Umfang fortgesetzt (&quot;begrenztes Realsplitting&quot;; vgl. BFH-Urteil vom 25. M&auml;rz 1986 IX R 4\/83, BFHE 146, 403, BStBl II 1986, 603).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Geber ist grunds&auml;tzlich zivilrechtlich verpflichtet, dem Empf&auml;nger die aus der Versteuerung der Unterhaltsleistungen entstehenden steuerlichen Belastungen zu ersetzen, um so den Nettounterhalt zu gew&auml;hrleisten (Urteil des Bundesgerichtshofs vom 11. Mai 2005 XII ZR 108\/02, Neue Juristische Wochenschrift 2005, 2223, sowie BFH-Urteil vom 25. Oktober 1988 IX R 53\/84, BFHE 155, 99, BStBl II 1989, 192). Der Geber verf&uuml;gt meist &uuml;ber h&ouml;here (steuerpflichtige) Eink&uuml;nfte. Der Betrag, um den der Sonderausgabenabzug seine Einkommensteuer mindert, ist regelm&auml;&szlig;ig h&ouml;her als die Steuer, die er dem Empf&auml;nger ersetzen muss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Steuerpflicht dieser Leistungen bei dem Empf&auml;nger h&auml;ngt nicht davon ab, ob und inwieweit der Sonderausgabenabzug beim Geber tats&auml;chlich zu einer Steuerminderung gef&uuml;hrt hat (ebenso im Ergebnis Fischer, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, a.a.O., &sect; 22 Rz B 372; wohl auch Ross in Dankmeyer\/Lochte, Einkommensteuer, &sect; 22 Rz 93; a.A. HHR\/Risthaus, &sect; 22 EStG Rz 373; FG D&uuml;sseldorf, Urteil vom 19. Dezember 1988&nbsp;&nbsp;2 K 51\/83 E, EFG 1989, 231; FG Hamburg, Urteil vom 13. Juni 1995 III 170\/93, EFG 1995, 894).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es besteht nach Wortlaut, Systematik sowie Sinn und Zweck des Gesetzes kein Anlass, &sect; 22 Nr. 1a EStG einschr&auml;nkend auszulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) &sect; 22 Nr. 1a EStG setzt seinem Wortlaut nach lediglich voraus, dass die Leistungen &quot;vom Geber abgezogen werden k&ouml;nnen&quot;. Das hei&szlig;t in doppelter Hinsicht, dass es einer einkommensteuerlichen Auswirkung eines Sonderausgabenabzugs beim Geber nicht bedarf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Zum einen bedeutet der Umstand, dass der Geber die Leistungen als Sonderausgaben abziehen kann, namentlich einen entsprechenden Antrag gestellt hat, noch nicht, dass eine entsprechende Veranlagung durchgef&uuml;hrt wurde und sich der Sonderausgabenabzug einkommensteuerlich auswirkt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Zum anderen muss der Sonderausgabenabzug im Rahmen der Veranlagung nicht zu einer Minderung der Einkommensteuer f&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Abzug von Sonderausgaben ist ein Zwischenschritt innerhalb der Berechnung des zu versteuernden Einkommens nach &sect; 2 Abs. 2 bis 5 EStG. Die Rechenschritte sind unabh&auml;ngig davon durchzuf&uuml;hren, wie hoch die in die Rechnung eingehenden und die aus ihr resultierenden Betr&auml;ge sind. Der Sonderausgabenabzug mindert folglich auch dann das Einkommen sowie das zu versteuernde Einkommen, wenn der Gesamtbetrag der Eink&uuml;nfte so niedrig ist, dass die festzusetzende Einkommensteuer bereits ohne den Sonderausgabenabzug Null betragen h&auml;tte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Es widerspr&auml;che der Systematik des Gesetzes, die Korrespondenz zwischen dem Sonderausgabenabzug beim Geber und der Steuerpflicht des Empf&auml;ngers als Korrespondenz in der steuerlichen Auswirkung zu verstehen. Die Korrespondenz betrifft die Bemessungsgrundlagen, nicht das steuerliche Ergebnis. Dem entspricht die in dem BFH-Urteil vom 31. M&auml;rz 2004 X R 18\/03 (BFHE 206, 68, BStBl II 2004, 1047, unter II.2.c bb) enthaltene Formulierung &quot;Abzugstatbestand&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Unterhaltsleistungen gehen sowohl beim Geber &uuml;ber den Sonderausgabenabzug als auch beim Empf&auml;nger &uuml;ber die sonstigen Eink&uuml;nfte in die Bemessungsgrundlagen der jeweiligen tariflichen Einkommensteuer ein. Ob und in welchem Umfang sie sich auf die konkrete Steuerlast der Beteiligten auswirken, h&auml;ngt von den weiteren Ausgangsgr&ouml;&szlig;en zur Ermittlung des zu versteuernden Einkommens und daher von den jeweiligen individuellen Verh&auml;ltnissen ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine steuermindernde Ber&uuml;cksichtigung der Unterhaltsleistungen &uuml;ber den Einkommensteuertarif hat der Gesetzgeber gerade nicht vorgenommen. Insofern unterscheidet sich das begrenzte Realsplitting der getrennt lebenden oder geschiedenen Eheleute methodisch grundlegend von dem echten Splitting-Verfahren der zusammen veranlagten Ehegatten. Die Ber&uuml;cksichtigung des steuerlichen Ergebnisses bei der steuerlichen Behandlung der Unterhaltsleistungen w&auml;re ein Eingriff in die gesetzliche Systematik.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die gesetzliche Regelung entspricht dem Prinzip der materiell-rechtlichen Korrespondenz, das seinerseits auf dem Konzept des Transfers von Eink&uuml;nften beruht (BFH-Urteil in BFHE 206, 68, BStBl II 2004, 1047).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Gesetzgeber hat nicht den Weg gew&auml;hlt, die Unterhaltsleistungen bei dem Empf&auml;nger generell steuerbar, bei dem Geber generell abziehbar zu gestalten. Ebenso hat er sich nicht f&uuml;r den Weg der Steueranrechnung entschieden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da Eink&uuml;nfte Teil der Bemessungsgrundlage sind, kann ein Transfer von Eink&uuml;nften systematisch zutreffend nur &uuml;ber eine Verlagerung der Bemessungsgrundlage umgesetzt werden. Ob es folgerichtig ist, dass der Abzug beim Geber erst auf der Ebene der Sonderausgaben stattfindet, kann dahinstehen, soweit, wie hier, die Besteuerung des Empf&auml;ngers zu beurteilen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die Ber&uuml;cksichtigung der konkreten steuerlichen Entlastung des Gebers widerspr&auml;che im Ergebnis auch dem Antragserfordernis sowie dem Verbot der Antragsr&uuml;cknahme in &sect; 10 Abs. 1 Nr. 1 EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Der Sonderausgabenabzug beim Geber beruht auf einem steuerlichen Wahlrecht, f&uuml;r dessen wirksame Aus&uuml;bung es regelm&auml;&szlig;ig der Zustimmung des Finanzamts nicht bedarf. Umgekehrt pr&uuml;ft das Finanzamt nicht, ob die Geltendmachung eines Wahlrechts f&uuml;r den Steuerpflichtigen tats&auml;chlich steuerlich g&uuml;nstiger ist. Vielmehr ist es verpflichtet, bei wirksamer Wahl die Steuerfestsetzung entsprechend vorzunehmen. Eine G&uuml;nstigerpr&uuml;fung von Amts wegen (wie etwa gem&auml;&szlig; &sect; 31 Satz 4 EStG zwischen Kindergeld und Kinderfreibetrag) ist nicht vorgesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da der Steuerpflichtige frei entscheiden kann, ob und wie er sein Wahlrecht aus&uuml;bt, ist er selbst daf&uuml;r verantwortlich, ob er die mit seiner Wahlrechtsaus&uuml;bung verfolgten Zwecke erreicht. Es gibt keinen Grund, dies bei der steuerlichen Behandlung von Unterhaltsleistungen anders zu beurteilen als bei anderen steuerlichen Wahlrechten. Soweit sich der Steuerpflichtige bei der Entscheidung &uuml;ber die Aus&uuml;bung seines Wahlrechts vom steuerlichen Ergebnis leiten l&auml;sst, ist dies Motiv seiner Erkl&auml;rung, aber nicht Erkl&auml;rungsinhalt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Stellt der Steuerpflichtige nach Aus&uuml;bung seines Wahlrechts fest, dass das Ergebnis nicht seinen Vorstellungen entspricht, sei es, weil er fehlerhaft gerechnet hat, sei es, weil sp&auml;tere Ereignisse die Berechnungsgrundlagen ver&auml;ndern, h&auml;ngt es von den entsprechenden spezialgesetzlichen Vorschriften ab, ob er dies korrigieren und seine Wahl &auml;ndern darf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vorliegend untersagt &sect; 10 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG die R&uuml;cknahme des Antrags und damit die &Auml;nderung der Wahl.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ccc) Nicht m&ouml;glich ist es, das Antragserfordernis oder das Verbot der Antragsr&uuml;cknahme unmittelbar nur auf die Besteuerung des Gebers zu beziehen und auf die Besteuerung des Empf&auml;ngers nicht oder nur eingeschr&auml;nkt zu &uuml;bertragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies verstie&szlig;e gegen die in &sect; 22 Nr. 1a EStG ausdr&uuml;cklich angeordnete Verkn&uuml;pfung der Steuerpflicht mit der Abzugsm&ouml;glichkeit beim Geber, die ihrerseits materiell-rechtlich von dem Antrag abh&auml;ngt (vgl. oben unter II.1.b bb).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Schlie&szlig;lich gebietet auch der mit der Verkn&uuml;pfung zwischen Sonderausgabenabzug beim Geber und Steuerpflicht beim Empf&auml;nger verfolgte Zweck nicht, die Steuerpflicht des Empf&auml;ngers nur bei tats&auml;chlicher steuerlicher Entlastung des Gebers eintreten zu lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Es besteht Einigkeit, dass der wirtschaftliche Zweck der Regelungen darin besteht, den Unterhaltsbeteiligten in Anlehnung an das vormalige Ehegattensplitting eine steuerliche Entlastung zu erm&ouml;glichen, die der Leistungsf&auml;higkeit beider Rechnung tr&auml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Allerdings hat es der Gesetzgeber den getrennt lebenden oder geschiedenen Ehegatten &uuml;berlassen, die Verh&auml;ltnisse so zu gestalten, dass sie zur steuerlichen Entlastung f&uuml;hren. Ob vor diesem Hintergrund der Gesetzeszweck allein in der steuerlichen Entlastung zu sehen ist, oder ob nicht vielmehr die Gestaltungsfreiheit der Unterhaltsbeteiligten mit R&uuml;cksicht auf au&szlig;ersteuerliche &Uuml;berlegungen Bestandteil des Gesetzeszwecks geworden ist, kann dahinstehen. Selbst dann, wenn sich der Zweck der Vorschrift in der steuerlichen Entlastung ersch&ouml;pfte, k&auml;me eine entsprechende Erg&auml;nzung von &sect; 22 Nr. 1a EStG nicht in Betracht. Eine solche Korrektur widerspr&auml;che der in den Vorschriften zul&auml;ssigerweise enthaltenen Typisierung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Typischerweise f&uuml;hrt die Inanspruchnahme des Sonderausgabenabzugs beim Geber und die Steuerpflicht beim Empf&auml;nger bei einer Gesamtbetrachtung beider Unterhaltsbeteiligter zu einer steuerlichen Entlastung. Unterhalt wird typischerweise gezahlt, weil der Empf&auml;nger geringere Eink&uuml;nfte hat als der Geber. Etwaigen Ausnahmef&auml;llen tr&auml;gt das Gesetz dadurch Rechnung, dass es die steuerliche Ber&uuml;cksichtigung der Unterhaltsleistungen nur auf Antrag ber&uuml;cksichtigt. Der Gesetzeszweck wird gewahrt, wenn und soweit die Beteiligten dies wollen und ihre Befugnisse entsprechend aus&uuml;ben, was sie typischerweise tun. Es verh&auml;lt sich insoweit nicht anders als bei dem Splittingtarif der Ehegatten, der nur Anwendung findet, wenn die Ehegatten dies wollen und die Zusammenveranlagung w&auml;hlen, ohne dass das Finanzamt berechtigt oder verpflichtet w&auml;re, zu pr&uuml;fen, ob eine andere Veranlagungsform g&uuml;nstiger gewesen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es besteht allerdings kein Anlass, unter Korrektur dieser Typisierung Beteiligte ihren eigenen Erkl&auml;rungen entgegen steuerlich zu entlasten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die dargestellte Typisierung ist verfassungsgem&auml;&szlig;. Das GG gebietet keine einschr&auml;nkende Auslegung von &sect; 22 Nr. 1a EStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein Eingriff in den Schutzbereich von Ehe und Familie liegt solange nicht vor, als die Beteiligten in Gestalt von Antrag und Zustimmung selbst die steuerliche Ber&uuml;cksichtigung der Unterhaltsleistungen als ehebedingte Aufwendungen in der Hand haben. Das Verfassungsrecht sch&uuml;tzt nicht vor pers&ouml;nlichen Fehleinsch&auml;tzungen hinsichtlich der Auswirkungen steuerlicher Wahlrechte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das gilt auch unter Ber&uuml;cksichtigung des Umstandes, dass der Antrag auf Ber&uuml;cksichtigung der Unterhaltsleistungen als Sonderausgaben nicht zur&uuml;ckgenommen werden kann. Problematisch k&ouml;nnte allenfalls sein, wenn die Beteiligten sich aufgrund sp&auml;terer &Auml;nderungen der einkommensteuerlichen Bemessungsgrundlagen im Nachhinein ohne oder gegen ihren Willen aufgrund des Antrags einer Belastung ausgesetzt s&auml;hen, mit der sie nicht rechnen mussten. Solche Konstellationen sind nicht erkennbar. Soweit die steuerliche Auswirkung des Wahlrechts von den Verh&auml;ltnissen desjenigen Veranlagungszeitraums abh&auml;ngt, f&uuml;r den es ausge&uuml;bt wird, sind dem Steuerpflichtigen die ma&szlig;gebenden Tatsachen zu dem Zeitpunkt, zu dem er sein Wahlrecht aus&uuml;bt, bekannt. Dasselbe gilt, soweit die steuerliche Auswirkung von einem Verlustvortrag abh&auml;ngt. H&auml;ngt sie von einem Verlustr&uuml;cktrag aus dem Folgejahr ab, so kann der Steuerpflichtige &uuml;ber seine Belastung ebenfalls disponieren, da der Verlustr&uuml;cktrag gem&auml;&szlig; &sect; 10d Abs. 1 Satz 7 EStG nach Grund und Umfang antragsabh&auml;ngig ist. Ein Verzicht auf den R&uuml;cktrag l&auml;sst die einkommensteuerliche Auswirkung des Sonderausgabenabzugs bestehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Schlie&szlig;lich m&uuml;ssten, um sicherzustellen, dass bei einer Gesamtbetrachtung eine steuerliche Entlastung eintritt, bei jeder Bescheid&auml;nderung bei jedem Beteiligten die steuerlichen Auswirkungen bei Geber und Empf&auml;nger verglichen werden. Eine so weitgehende G&uuml;nstigerpr&uuml;fung ist verfassungsrechtlich nicht geboten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.12.2009, X R 49\/07 Versteuerung von Unterhaltsleistungen unabh&auml;ngig von steuerlicher Auswirkung des Sonderausgabenabzugs beim Geber &#8211; Realsplitting &#8211; Korrespondenzprinzip &#8211; Doppelfunktion des Antrags des Gebers &#8211; Keine verfassungsrechtlich gebotene einschr&auml;nkende Auslegung des &sect; 22 Nr. 1a EStG &#8211; Pflicht des Gebers zum Ersatz steuerlicher Belastungen &#8211; Keine steuerliche Entlastung entgegen der Steuererkl&auml;rung &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-49-07-versteuerung-von-unterhaltsleistungen-unabhaengig-von-steuerlicher-auswirkung-des-sonderausgabenabzugs-beim-geber-realsplitting-korrespondenzprinzip-doppelfunktion-des-antrags-des-gebers-kei\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;49\/07 &#8211; Versteuerung von Unterhaltsleistungen unabh&auml;ngig von steuerlicher Auswirkung des Sonderausgabenabzugs beim Geber &#8211; Realsplitting &#8211; Korrespondenzprinzip &#8211; Doppelfunktion des Antrags des Gebers &#8211; Keine verfassungsrechtlich gebotene einschr&auml;nkende Auslegung des &sect; 22 Nr. 1a EStG &#8211; Pflicht des Gebers zum Ersatz steuerlicher Belastungen &#8211; Keine steuerliche Entlastung entgegen der Steuererkl&auml;rung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-12766","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12766","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12766"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12766\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12766"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12766"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12766"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}