{"id":12775,"date":"2012-12-08T08:59:45","date_gmt":"2012-12-08T06:59:45","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12775"},"modified":"2012-12-08T08:59:45","modified_gmt":"2012-12-08T06:59:45","slug":"iv-r-18-07-ehegatten-in-guetergemeinschaft-als-mitunternehmer-der-landwirtschaft-und-forstwirtschaft-unterlassene-aussetzung-des-klageverfahrens-bei-fehlender-gewinnfeststellung-fuehrt-zur-zurueckverw","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-18-07-ehegatten-in-guetergemeinschaft-als-mitunternehmer-der-landwirtschaft-und-forstwirtschaft-unterlassene-aussetzung-des-klageverfahrens-bei-fehlender-gewinnfeststellung-fuehrt-zur-zurueckverw\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;18\/07 &#8211; Ehegatten in G&uuml;tergemeinschaft als Mitunternehmer der Landwirtschaft und Forstwirtschaft &#8211; Unterlassene Aussetzung des Klageverfahrens bei fehlender Gewinnfeststellung f&uuml;hrt zur Zur&uuml;ckverweisung &#8211; Vorgreiflichkeit des Feststellungsverfahrens &#8211; Bilanzberichtigung wegen Buchwertabspaltung f&uuml;r Milchlieferrechte &#8211; Keine gewinnwirksame Nachholung von Abspaltung und Ausbuchung des Buchwerts von in bestandskr&auml;ftig veranlagter Vergangenheit ver&auml;u&szlig;erten Milchlieferrechten &#8211; Billigkeitsregelung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.12.2009, IV R 18\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Ehegatten in G&uuml;tergemeinschaft als Mitunternehmer der Landwirtschaft und Forstwirtschaft &#8211; Unterlassene Aussetzung des Klageverfahrens bei fehlender Gewinnfeststellung f&uuml;hrt zur Zur&uuml;ckverweisung &#8211; Vorgreiflichkeit des Feststellungsverfahrens &#8211; Bilanzberichtigung wegen Buchwertabspaltung f&uuml;r Milchlieferrechte &#8211; Keine gewinnwirksame Nachholung von Abspaltung und Ausbuchung des Buchwerts von in bestandskr&auml;ftig veranlagter Vergangenheit ver&auml;u&szlig;erten Milchlieferrechten &#8211; Billigkeitsregelung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind Eheleute, die in G&uuml;tergemeinschaft leben. Sie erzielten in den Streitjahren (1999 und 2000) Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft und wurden zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Den Gewinn ermittelten sie durch Bestandsvergleich (&sect; 4 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;) f&uuml;r das landwirtschaftliche Normalwirtschaftsjahr (1. Juli bis 30. Juni gem&auml;&szlig; &sect; 4a Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Wirtschaftsjahr 1990\/1991 hatten die Kl&auml;ger eine Milchreferenzmenge (Milchlieferrechte) f&uuml;r &#8230; DM ver&auml;u&szlig;ert. Sie bildeten auf der Grundlage des Schreibens des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 15. April 1991 IV B 2 -S 2132- 10\/91 (BStBl I 1991, 497) einen passiven Rechnungsabgrenzungsposten, den sie &uuml;ber eine Laufzeit von zehn Jahren aufl&ouml;sten. Der Erl&ouml;s war dabei nicht um den Buchwert der Milchlieferrechte gemindert worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Wirtschaftsjahr 1999\/2000 erfassten die Kl&auml;ger letztmalig einen Erl&ouml;s in H&ouml;he von &#8230; DM aus der Aufl&ouml;sung des Rechnungsabgrenzungspostens. Nachdem der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden hatte, dass gegebenenfalls von dem nach &sect; 55 Abs. 1 EStG pauschalierten Wert des Grund und Bodens ein Buchwert f&uuml;r die Milchlieferrechte abzuspalten sei (BFH-Urteile vom 5. M&auml;rz 1998 IV R 8\/95, BFHE 185, 434, BStBl II 2003, 54; vom 5. M&auml;rz 1998 IV R 23\/96, BFHE 185, 435, BStBl II 2003, 56), beantragten die Kl&auml;ger, in der ersten offenen Bilanz (im Wirtschaftsjahr 1999\/2000) den abgespaltenen Buchwert der ver&auml;u&szlig;erten Milchlieferrechte in voller H&ouml;he gewinnmindernd zu ber&uuml;cksichtigen. Dieser betrug unstreitig &#8230; DM.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem folgte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) in den Einkommensteuerbescheiden f&uuml;r die Streitjahre nicht. Das FA ber&uuml;cksichtigte den abgespaltenen Buchwert der Milchlieferrechte lediglich insoweit gewinnmindernd, als im Wirtschaftsjahr 1999\/2000 ein zeitanteiliger Ertrag aus der Aufl&ouml;sung des Rechnungsabgrenzungspostens anzusetzen war. Um den danach nicht gewinnmindernd ber&uuml;cksichtigten anteiligen Buchwert der ver&auml;u&szlig;erten Milchlieferrechte erh&ouml;hte es auf der Grundlage des BMF-Schreibens vom 14. Januar 2003 IV A 6 -S 2134- 52\/02 (BStBl I 2003, 78) im Billigkeitswege den zun&auml;chst durch die Abspaltung verminderten Buchwert des Grund und Bodens.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der dagegen nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobenen Klage gab das Finanzgericht (FG) statt. Es entschied, der Buchwert der ver&auml;u&szlig;erten Milchlieferrechte sei im Rahmen einer Bilanzberichtigung in voller H&ouml;he gewinnwirksam auszubuchen. Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2007, 1315 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen richtet sich die Revision des FA. Nach den von der Rechtsprechung entwickelten Grunds&auml;tzen zur Bilanzberichtigung seien die Bilanzans&auml;tze der Kl&auml;ger insoweit fehlerhaft gewesen, als der Buchwert der Milchlieferrechte noch nicht vom Buchwert des Grund und Bodens abgespalten worden sei. Die Bilanzberichtigung sei jedoch entgegen der Auffassung des FG erfolgsneutral durchzuf&uuml;hren, da die Abspaltung keine Gewinnauswirkung gehabt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Besonderheit des Streitfalls liege darin, dass die Milchlieferrechte bereits ver&auml;u&szlig;ert worden seien, als der Buchwert daf&uuml;r noch dem Grund und Boden zugerechnet worden sei und dies auch nicht &quot;falsch&quot; i.S. des &sect; 4 Abs. 2 Satz 1 EStG gewesen sei. Deshalb sei der Buchwert der Milchlieferrechte im Wirtschaftsjahr der Ver&auml;u&szlig;erung nicht als Aufwand abgesetzt, sondern als Buchwert des Grund und Bodens fortgef&uuml;hrt worden. Das h&auml;tte nach Ver&ouml;ffentlichung der BFH-Rechtsprechung zur Buchwertabspaltung ge&auml;ndert werden m&uuml;ssen. Die Milchlieferrechte seien aber schon vorher ver&auml;u&szlig;ert worden. F&uuml;r diesen Fall gebe das BFH-Urteil vom 21. Oktober 1976 IV R 222\/72 (BFHE 120, 369, BStBl II 1977, 148) vor, dass eine erfolgswirksame Ausbuchung zu erfolgen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet. Das angefochtene Urteil war aufzuheben und die Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ckzuverweisen (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Es liegt ein Versto&szlig; gegen die Grundordnung des Verfahrens vor, da das FG das Verfahren &uuml;ber die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der angefochtenen Einkommensteuerbescheide nicht gem&auml;&szlig; &sect; 74 FGO ausgesetzt hat, bis &uuml;ber die Feststellung der Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft gesondert und einheitlich entschieden worden ist. Dieser Verfahrensfehler ist von Amts wegen zu ber&uuml;cksichtigen (BFH-Urteil vom 14. Februar 2008 IV R 44\/05, BFH\/NV 2008, 1156, unter II.1. der Gr&uuml;nde, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Einkommensteuerpflichtige Eink&uuml;nfte sind grunds&auml;tzlich dann nach &sect; 179 Abs. 2 Satz 2, &sect; 180 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a der Abgabenordnung (AO) gesondert und einheitlich festzustellen, wenn an den Eink&uuml;nften mehrere Personen beteiligt und die Eink&uuml;nfte diesen Personen steuerlich zuzurechnen sind. Das FG muss in einem solchen Fall das Klageverfahren gegen die Einkommensteuerbescheide aussetzen, bis das FA entweder eine gesonderte und einheitliche Feststellung durchgef&uuml;hrt oder, soweit es sich um einen Fall von geringer Bedeutung (&sect; 180 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 AO) handelt, einen negativen Feststellungsbescheid gem&auml;&szlig; &sect; 180 Abs. 3 Satz 2 AO erlassen hat (BFH-Urteil in BFH\/NV 2008, 1156, unter II.1.a der Gr&uuml;nde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach den Feststellungen des FG haben die Kl&auml;ger in den Streitjahren gemeinschaftlich Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft erzielt. Dies wird durch die Mitteilung des Prozessbevollm&auml;chtigten an das FG vom 23. Februar 2007 best&auml;tigt, wonach die Kl&auml;ger im G&uuml;terstand der G&uuml;tergemeinschaft leben. Sie bilden daher auch ohne ausdr&uuml;cklich vereinbarten Gesellschaftsvertrag eine Mitunternehmerschaft i.S. von &sect; 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, &sect; 13 Abs. 7 EStG, so dass die Gewinne aus Land- und Forstwirtschaft gesondert und einheitlich festzustellen sind (BFH-Urteil in BFH\/NV 2008, 1156, unter II.1.b der Gr&uuml;nde, m.w.N.). Das gilt grunds&auml;tzlich auch dann, wenn das f&uuml;r dieses Verfahren zust&auml;ndige FA gleichzeitig auch f&uuml;r die Festsetzung der Einkommensteuer aller an den Eink&uuml;nften beteiligten Steuerpflichtigen zust&auml;ndig ist (BFH-Urteil in BFH\/NV 2008, 1156, unter II.1.c der Gr&uuml;nde, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das FG muss das gegen die Einkommensteuerbescheide gerichtete Verfahren auch dann nach &sect; 74 FGO bis zum Abschluss eines Feststellungsverfahrens aussetzen, wenn der Erlass eines Negativbescheides gem&auml;&szlig; &sect; 180 Abs. 3 Satz 2 AO wegen geringer Bedeutung des Falls m&ouml;glich erscheint. Eine Ausnahme von diesem Grundsatz f&uuml;r einen Fall von offensichtlich geringer Bedeutung kommt vorliegend schon deshalb nicht in Betracht, weil die H&ouml;he der Eink&uuml;nfte nicht feststeht; denn sie h&auml;ngt von einer zwischen den Verfahrensbeteiligten streitigen Rechtsfrage &#8211;ob eine Bilanzberichtigung gewinnwirksam vorzunehmen war&#8211; ab (BFH-Urteil in BFH\/NV 2008, 1156, unter II.1.e der Gr&uuml;nde, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das angefochtene Urteil ist aufzuheben, weil es der Vorgreiflichkeit des Feststellungsverfahrens nicht Rechnung tr&auml;gt. Die Sache geht an das FG zur&uuml;ck, das das Verfahren nach &sect; 74 FGO aussetzen und den Abschluss des Feststellungsverfahrens abwarten muss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Aus prozess&ouml;konomischen Gr&uuml;nden weist der Senat &#8211;ohne Bindungswirkung (&sect; 126 Abs. 5 FGO) f&uuml;r das Feststellungsverfahren&#8211; darauf hin, dass die Kl&auml;ger entgegen der Auffassung des FG den f&uuml;r das Wirtschaftsjahr 1999\/2000 ermittelten Gewinn nicht um den aus dem Pauschalwert des Grund und Bodens (&sect; 55 Abs. 1 EStG) abgespaltenen Buchwert der im Wirtschaftsjahr 1990\/1991 ver&auml;u&szlig;erten Milchlieferrechte vermindern konnten, soweit dieser den Erl&ouml;s aus der Aufl&ouml;sung des Rechnungsabgrenzungspostens &uuml;berstieg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 4 Abs. 2 Satz 1 EStG ist ein falscher Bilanzansatz zu berichtigen. Allerdings gen&uuml;gt es nach st&auml;ndiger Rechtsprechung daf&uuml;r nicht, dass der Bilanzansatz bei r&uuml;ckschauender Betrachtung objektiv unzutreffend ist. Er ist vielmehr nicht fehlerhaft i.S. des &sect; 4 Abs. 2 Satz 1 EStG, wenn und soweit er demjenigen Kenntnisstand Rechnung tr&auml;gt, den der Steuerpflichtige im Zeitpunkt der Bilanzaufstellung bei pflichtgem&auml;&szlig;er und gewissenhafter Pr&uuml;fung haben konnte (vgl. BFH-Urteil vom 5. Juni 2007 I R 46\/06, BFH\/NV 2007, 2254, unter II.2.b der Gr&uuml;nde, m.w.N.). Dem entsprechend ist ein Bilanzansatz nicht falsch, wenn er der im Zeitpunkt der Bilanzaufstellung vorliegenden h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung entspricht; fehlerhaft wird ein solcher Ansatz durch eine sp&auml;tere &Auml;nderung der Rechtsprechung erst in der Bilanz, in der die &Auml;nderung der Rechtsprechung erstmals ber&uuml;cksichtigt werden kann (BFH-Urteil vom 12. November 1992 IV R 59\/91, BFHE 170, 217, BStBl II 1993, 392, unter 3.a der Gr&uuml;nde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine Bilanzberichtigung ist grunds&auml;tzlich in der Schlussbilanz des ersten Jahres vorzunehmen, in dem dies mit steuerlicher Wirkung m&ouml;glich ist (BFH-Urteil vom 13. Februar 2008 I R 44\/07, BFHE 220, 429, BStBl II 2008, 673, unter II.1.d aa der Gr&uuml;nde). Sie ist f&uuml;r solche Jahre nicht mehr zul&auml;ssig, f&uuml;r die bereits eine bestandskr&auml;ftige Veranlagung vorliegt (u.a. BFH-Urteil vom 13. Februar 2003 IV R 72\/00, BFH\/NV 2003, 1155, unter 2.b der Gr&uuml;nde, m.w.N.). Nach dem Grundsatz des formellen Bilanzenzusammenhangs muss das der bestandskr&auml;ftigen Veranlagung zugrunde gelegte, in der Schlussbilanz des betreffenden Wirtschaftsjahres ausgewiesene Betriebsverm&ouml;gen mit dem Anfangsverm&ouml;gen des folgenden Wirtschaftsjahres identisch sein. Aus dieser sog. Zweischneidigkeit der Bilanzen folgt, dass ein Fehlerausgleich erst beim Endverm&ouml;gen f&uuml;r ein noch nicht bestandskr&auml;ftig veranlagtes Wirtschaftsjahr m&ouml;glich ist (im Einzelnen BFH-Urteil vom 30. M&auml;rz 2006 IV R 25\/04, BFHE 213, 315, BStBl II 2008, 171, unter II.2. der Gr&uuml;nde, m.w.N.). Wenn jedoch der Buchungsfehler in den Vorjahren ohne Auswirkung auf die H&ouml;he der festgesetzten Steuern geblieben ist, kann er an der Fehlerquelle oder in der letzten Anfangsbilanz gewinnneutral berichtigt werden (BFH-Urteil vom 29. Oktober 1991 VIII R 51\/84, BFHE 166, 431, BStBl II 1992, 512, unter II.3. der Gr&uuml;nde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ob eine Bilanzberichtigung erfolgswirksam vorzunehmen ist, richtet sich stets nach der Fehlerursache (BFH-Urteil vom 6. August 1998 IV R 67\/97, BFHE 186, 402, BStBl II 1999, 14, unter 3. der Gr&uuml;nde). Gebietet die Fehlerursache eine erfolgsneutrale Berichtigung, so ist diese zwar innerhalb der Steuerbilanz gewinnwirksam auszuweisen, au&szlig;erhalb derselben jedoch nach Einlagegrunds&auml;tzen wieder zu neutralisieren (BFH-Urteil in BFHE 186, 402, BStBl II 1999, 14, unter 3. der Gr&uuml;nde). Ist ein gewinnneutraler Vorgang Fehlerursache, k&ouml;nnen darauf beruhende, in der Vergangenheit nicht erfasste m&ouml;gliche Gewinnauswirkungen nicht durch eine Bilanzberichtigung nachgeholt werden (BFH-Urteil vom 26. November 2008 X R 23\/05, BFHE 224, 61, BStBl II 2009, 407, unter II.2.b bb (3) der Gr&uuml;nde). F&uuml;r eine Bilanzberichtigung ist nur insoweit Raum, als zu dem ma&szlig;geblichen Stichtag noch ein Bilanzierungsfehler vorliegt (BFH-Urteil vom 11. Februar 1998 I R 150\/94, BFHE 185, 565, BStBl II 1998, 503, unter II.3. der Gr&uuml;nde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Ein Milchlieferrecht war bei Einf&uuml;hrung der Bodengewinnbesteuerung zum 1. Juli 1970 noch kein selbstst&auml;ndiges Wirtschaftsgut. Denn die Befugnis zur Milcherzeugung und -vermarktung war mit dem Grund und Boden verbunden und wurde aus ihm abgeleitet; erst durch die mit der Milch-Garantiemengen-Verordnung vom 25. Mai 1984 (BGBl I 1984, 720) eingef&uuml;hrte Produktionsbeschr&auml;nkung hat sie sich zu einem immateriellen Wirtschaftsgut verselbstst&auml;ndigt (BFH-Urteil vom 25. November 1999 IV R 64\/98, BFHE 190, 214, BStBl II 2003, 61, unter 1.a der Gr&uuml;nde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund der Verselbstst&auml;ndigung ist ein Teil der Anschaffungskosten f&uuml;r den Grund und Boden dem neuen Wirtschaftsgut Milchlieferrecht zuzuordnen (BFH-Urteil vom 24. August 2000 IV R 11\/00, BFHE 192, 547, BStBl II 2003, 64, unter 1.b und 4. der Gr&uuml;nde). Dazu ist der Buchwert des Grund und Bodens im selben Verh&auml;ltnis aufzuteilen, in dem sich die Marktpreise f&uuml;r die Milchlieferrechte einerseits und f&uuml;r den nackten Grund und Boden andererseits im Zeitpunkt der Entstehung des Wirtschaftsguts Milchlieferrechte gegen&uuml;berstanden (BFH-Urteil in BFHE 192, 547, BStBl II 2003, 64, unter 4. der Gr&uuml;nde; BMF-Schreiben in BStBl I 2003, 78, Rz 8). Die Aufteilung ist auch dann vorzunehmen, wenn der Grund und Boden mit dem Pauschalwert gem&auml;&szlig; &sect; 55 Abs. 1 EStG angesetzt wurde (u.a. BFH-Urteil in BFHE 185, 434, BStBl II 2003, 54, unter 2. der Gr&uuml;nde). Die Aufteilung f&uuml;hrt zu einem abgespaltenen Buchwert der Milchlieferrechte auf der einen Seite und zu einem um diesen Ansatz verminderten Buchwert des Grund und Bodens auf der anderen Seite (Aktivtausch).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Eine Bilanz, in der die Abspaltung von dem Buchwert des Grund und Bodens f&uuml;r ein verselbstst&auml;ndigtes Wirtschaftsgut Milchlieferrecht nicht ber&uuml;cksichtigt wurde, ist objektiv unzutreffend. Das kann in zwei Punkten der Fall sein, und zwar einerseits, wenn es an dem Ausweis eines Buchwerts f&uuml;r das Wirtschaftsgut Milchlieferrecht fehlt, und andererseits &#8211;damit korrespondierend&#8211; wenn der Buchwert des Grund und Bodens zu hoch angesetzt ist. Fehlerhaft i.S. des &sect; 4 Abs. 2 Satz 1 EStG ist eine derartige Bilanz, wenn sie aufgestellt wurde, nachdem gekl&auml;rt war, dass eine Buchwertabspaltung erfolgen musste. Das war nach der Ver&ouml;ffentlichung der entscheidenden h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung (BFH-Urteile in BFHE 185, 434, nachtr&auml;glich BStBl II 2003, 54; in BFHE 190, 214, nachtr&auml;glich BStBl II 2003, 61; in BFHE 192, 547, nachtr&auml;glich BStBl II 2003, 64) der Fall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) Sofern danach am ma&szlig;geblichen Bilanzstichtag beide Wirtschaftsg&uuml;ter noch vorhanden waren, ist die Bilanz in beiden Punkten fehlerhaft; andernfalls lediglich hinsichtlich des Bilanzansatzes f&uuml;r das noch vorhandene Wirtschaftsgut.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Sind sowohl das Wirtschaftsgut Milchlieferrecht als auch der Grund und Boden noch vorhanden, f&uuml;hrt die Fehlerberichtigung zu einem Aktivtausch. Die Bilanzberichtigung hat dem entsprechend keine Gewinnauswirkung (s. oben unter II.3.c; gl.A. Felsmann, Einkommensbesteuerung der Land- und Forstwirte, A Rz 1480).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ist lediglich das Wirtschaftsgut Milchlieferrecht noch vorhanden, wurde jedoch der zugeh&ouml;rige Grund und Boden ver&auml;u&szlig;ert oder entnommen, so dass der Buchwert ausgebucht wurde, ist der abgespaltene Buchwert der Milchlieferrechte im Wege der Bilanzberichtigung einzubuchen. Die Einbuchung muss der Fehlerursache entsprechend &#8211;zun&auml;chst unterbliebener Aktivtausch&#8211; erfolgsneutral sein (s. oben unter II.3.c; gl.A. Felsmann, a.a.O., A Rz 1480a). Die Erh&ouml;hung des Betriebsverm&ouml;gens ist deshalb au&szlig;erhalb der Steuerbilanz nach Einlagegrunds&auml;tzen wieder zu neutralisieren (BFH-Urteil in BFHE 186, 402, BStBl II 1999, 14, unter 3. der Gr&uuml;nde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Wurden die Milchlieferrechte bereits ver&auml;u&szlig;ert, ohne den Buchwert abzuspalten und gegenzurechnen, und ist nur der Grund und Boden noch vorhanden, ist dessen Buchwert zwar nach den vorstehend wiedergegebenen Grunds&auml;tzen gleichwohl um den auf die Milchlieferrechte entfallenden abzuspaltenden Buchwert zu vermindern, sofern es nicht aus Billigkeitsgr&uuml;nden bei dem urspr&uuml;nglichen Ansatz des Grund und Bodens verbleibt (BMF-Schreiben in BStBl I 2003, 78, Rz 22). Wird aber eine Buchwertabspaltung vorgenommen, muss sie &#8211;entgegen der Auffassung des FG und der Kl&auml;ger&#8211; auch in diesem Fall erfolgsneutral sein (s. oben unter II.3.c; ebenso zur Entnahme BFH-Urteil in BFHE 120, 369, BStBl II 1977, 148, unter 3. der Gr&uuml;nde). Die innerhalb der Bilanz gewinnwirksame Ausbuchung ist au&szlig;erhalb der Steuerbilanz nach Einlagegrunds&auml;tzen zu neutralisieren (BFH-Urteil in BFHE 186, 402, BStBl II 1999, 14, unter 3. der Gr&uuml;nde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Das folgt daraus, dass die Fehlerursache auch in diesem Fall der unterbliebene Aktivtausch ist, der keine Gewinnauswirkung hat. Der sp&auml;tere Verkauf der Milchlieferrechte hat darauf keinen Einfluss; an dem Buchwert des &#8211;nicht ver&auml;u&szlig;erten&#8211; Grund und Bodens &auml;ndert sich dadurch nichts. Die Fehlerursache ist dieselbe wie in den oben unter II.3.f aa und II.3.f bb dargelegten F&auml;llen und kann daher ebenfalls keine Gewinnauswirkung haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wurde bei dem Verkauf der Milchlieferrechte ein zu hoher Gewinn ausgewiesen, war dies Folge der fehlenden Gegenrechnung des (abgespaltenen) Buchwerts. Eine erfolgswirksame Nachholung der Ausbuchung dieses Buchwerts kommt jedoch nicht in Betracht. Das Wirtschaftsgut Milchlieferrecht ist nicht mehr vorhanden. Der unterbliebene Bilanzausweis des Milchlieferrechts kann daher nicht mehr nachgeholt werden, so dass eine gewinnwirksame Ausbuchung dieses Wirtschaftsguts nicht mehr m&ouml;glich ist. Die auf der Buchwertabspaltung beruhende Korrektur des Buchwerts des Grund und Bodens rechtfertigt keine andere Beurteilung, weil es sich dabei um ein anderes Wirtschaftsgut handelt, das noch vorhanden ist. Die Buchwertabspaltung selbst ist zwar der Grund f&uuml;r die Minderung des Buchwerts des Grund und Bodens; sie ist jedoch erfolgsneutral und kann nicht mehr zu einer Einbuchung des bereits nicht mehr vorhandenen Milchlieferrechts f&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Der Grundsatz von Treu und Glauben rechtfertigt es &#8211;entgegen der Auffassung des FG&#8211; ebenso wenig wie Billigkeitserw&auml;gungen, die oben unter II.3.c dargelegten Grunds&auml;tze zu durchbrechen und die Abspaltung und Ausbuchung des Buchwerts der in bestandskr&auml;ftig veranlagter Vergangenheit ver&auml;u&szlig;erten Milchlieferrechte gewinnwirksam nachzuholen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Der Grundsatz von Treu und Glauben verlangt, dass im Rechtsverkehr jeder auf die berechtigten Belange des anderen Teils angemessen R&uuml;cksicht nimmt und sich mit seinem eigenen fr&uuml;heren Verhalten, auf das der andere vertraut hat, nicht in Widerspruch setzt (u.a. Dr&uuml;en in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 4 AO Rz 139, m.w.N.). F&uuml;r einen Versto&szlig; gegen diesen Grundsatz gibt es vorliegend keinerlei Anhaltspunkte. Denn der Streitfall ist mit solchen F&auml;llen nicht vergleichbar, in denen die Richtigstellung eines Bilanzierungsfehlers versagt wird, weil der Steuerpflichtige bewusst unrichtig bilanziert hat, um Steuervorteile zu erlangen (vgl. BFH-Urteil vom 8. Dezember 1988 IV R 33\/87, BFHE 155, 532, BStBl II 1989, 407, unter 4. der Gr&uuml;nde), oder in denen das FA dem Steuerpflichtigen unrichtige Wertans&auml;tze aufgedr&auml;ngt hat (vgl. BFH-Urteil vom 19. Januar 1982 VIII R 21\/77, BFHE 135, 282, BStBl II 1982, 456, unter I.3.c der Gr&uuml;nde).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Mit Billigkeitsgr&uuml;nden l&auml;sst sich die Nachholung der gewinnwirksamen Ausbuchung des abgespaltenen Buchwerts der schon fr&uuml;her ver&auml;u&szlig;erten Milchlieferrechte ebenfalls nicht rechtfertigen. Zwar trifft es zu, dass die Kl&auml;ger die Entwicklung der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung zur Buchwertabspaltung im Zeitpunkt der Gewinnrealisierung wegen der ver&auml;u&szlig;erten Milchlieferrechte nicht voraussehen konnten. Auch wenn man mit dem FG annimmt, dass sich daraus ein Anspruch auf Vertrauensschutz ergeben konnte (zum Vertrauensschutz vgl. einerseits bei der &Auml;nderung von Steuerbescheiden BFH-Urteil vom 10. Juni 2008 VIII R 79\/05, BFHE 222, 320, BStBl II 2008, 863, unter II.3. der Gr&uuml;nde, sowie andererseits bei &Auml;nderung der h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 17. Dezember 2007 GrS 2\/04, BFHE 220, 129, BStBl II 2008, 608, unter D.IV.2.b der Gr&uuml;nde), tr&auml;gt dem die Billigkeitsregelung der Finanzverwaltung im BMF-Schreiben in BStBl I 2003, 78 (Rz 22) hinreichend Rechnung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach kann auf die Abspaltung vom Buchwert des Grund und Bodens verzichtet werden, wenn das Milchlieferrecht in einem Zeitraum, f&uuml;r den die Veranlagung bereits bestandskr&auml;ftig durchgef&uuml;hrt worden ist, ohne Gegenrechnung eines abgespaltenen Buchwerts ver&auml;u&szlig;ert oder entnommen worden ist. Damit wird der Totalgewinn zutreffend erfasst und der Steuerpflichtige so besteuert, wie es seiner Rechtsansicht im Zeitpunkt der Gewinnrealisierung durch die Ver&auml;u&szlig;erung der Milchlieferrechte entsprach. Ein Anspruch auf weiterreichende Billigkeitsma&szlig;nahmen kommt daher nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>g) Das FA hat im Streitfall den abgespaltenen Buchwert der Milchlieferrechte insoweit gewinnmindernd ber&uuml;cksichtigt, als dadurch im Wirtschaftsjahr 1999\/2000 der Ertrag aus der Aufl&ouml;sung des Rechnungsabgrenzungspostens neutralisiert werden konnte; im &Uuml;brigen hat es im Billigkeitswege von einer Minderung des Buchwerts des Grund und Bodens abgesehen. Das ist nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.12.2009, IV R 18\/07 Ehegatten in G&uuml;tergemeinschaft als Mitunternehmer der Landwirtschaft und Forstwirtschaft &#8211; Unterlassene Aussetzung des Klageverfahrens bei fehlender Gewinnfeststellung f&uuml;hrt zur Zur&uuml;ckverweisung &#8211; Vorgreiflichkeit des Feststellungsverfahrens &#8211; Bilanzberichtigung wegen Buchwertabspaltung f&uuml;r Milchlieferrechte &#8211; Keine gewinnwirksame Nachholung von Abspaltung und Ausbuchung des Buchwerts von in bestandskr&auml;ftig veranlagter Vergangenheit ver&auml;u&szlig;erten Milchlieferrechten &#8211; &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-18-07-ehegatten-in-guetergemeinschaft-als-mitunternehmer-der-landwirtschaft-und-forstwirtschaft-unterlassene-aussetzung-des-klageverfahrens-bei-fehlender-gewinnfeststellung-fuehrt-zur-zurueckverw\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV&nbsp;R&nbsp;18\/07 &#8211; Ehegatten in G&uuml;tergemeinschaft als Mitunternehmer der Landwirtschaft und Forstwirtschaft &#8211; Unterlassene Aussetzung des Klageverfahrens bei fehlender Gewinnfeststellung f&uuml;hrt zur Zur&uuml;ckverweisung &#8211; Vorgreiflichkeit des Feststellungsverfahrens &#8211; Bilanzberichtigung wegen Buchwertabspaltung f&uuml;r Milchlieferrechte &#8211; Keine gewinnwirksame Nachholung von Abspaltung und Ausbuchung des Buchwerts von in bestandskr&auml;ftig veranlagter Vergangenheit ver&auml;u&szlig;erten Milchlieferrechten &#8211; Billigkeitsregelung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-12775","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12775","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12775"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12775\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12775"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12775"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12775"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}