{"id":12780,"date":"2012-12-19T15:33:24","date_gmt":"2012-12-19T13:33:24","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12780"},"modified":"2012-12-19T15:33:24","modified_gmt":"2012-12-19T13:33:24","slug":"ii-r-28-08-disquotale-einlage-von-vermoegen-in-eine-gmbh-durch-gesellschafter-keine-freigebige-zuwendung-an-die-anderen-gesellschafter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-28-08-disquotale-einlage-von-vermoegen-in-eine-gmbh-durch-gesellschafter-keine-freigebige-zuwendung-an-die-anderen-gesellschafter\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;28\/08 &#8211; Disquotale Einlage von Verm&ouml;gen in eine GmbH durch Gesellschafter keine freigebige Zuwendung an die anderen Gesellschafter"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.12.2009, II R 28\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Disquotale Einlage von Verm&ouml;gen in eine GmbH durch Gesellschafter keine freigebige Zuwendung an die anderen Gesellschafter<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Erh&ouml;ht sich der Wert der GmbH-Beteiligung eines Gesellschafters dadurch, dass ein anderer Gesellschafter Verm&ouml;gen in die GmbH einbringt, ohne eine dessen Wert entsprechende Gegenleistung zu erhalten, liegt keine freigebige Zuwendung des einbringenden Gesellschafters an den anderen Gesellschafter vor (Best&auml;tigung der Rechtsprechung, Abweichung von R 18 Abs. 3 ErbStR)&nbsp;&nbsp;.<\/p>\n<p>2. Dies gilt auch, wenn bei der Kapitalerh&ouml;hung einer GmbH die neu entstehende Stammeinlage durch eine Sacheinlage erbracht wird und diese Einlage mehr wert ist als die &uuml;bernommene neue Stammeinlage .<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) war mit einem Anteil von 75.000 DM am insgesamt 300.000 DM betragenden Stammkapital einer GmbH (GmbH 1) beteiligt. Neben weiteren Personen war auch ihr Ehemann (E) Gesellschafter der GmbH 1.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit notariell beurkundetem Beschluss vom 28. Dezember 1994 erh&ouml;hten die Gesellschafter der GmbH 1 deren Stammkapital um 100.000 DM. Zur &Uuml;bernahme der beiden neuen Stammeinlagen in H&ouml;he von je 50.000 DM wurden E sowie ein weiterer Gesellschafter der GmbH 1 zugelassen. Die Stammeinlagen waren durch Einbringung der Gesch&auml;ftsanteile an einer weiteren GmbH (GmbH 2), an deren Stammkapital diese beiden Gesellschafter je zur H&auml;lfte beteiligt waren, zu erbringen. Der Gesellschafterbeschluss wurde wie vorgesehen vollzogen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) kam im Anschluss an eine Au&szlig;enpr&uuml;fung zu dem Ergebnis, der Wert der Beteiligungen an der GmbH 1 habe sich durch die Einbringung der Anteile an der GmbH 2 um 532 DM je 100 DM des Stammkapitals erh&ouml;ht. Die sich daraus ergebende Erh&ouml;hung des Werts der Beteiligung der Kl&auml;gerin an der GmbH 1 um 399.000 DM beruhe auf einer freigebigen Zuwendung des E an die Kl&auml;gerin. Das FA setzte demgem&auml;&szlig; gegen die Kl&auml;gerin unter Ber&uuml;cksichtigung des in &sect; 16 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes (ErbStG) vorgesehenen Freibetrags von 250.000 DM Schenkungsteuer von 7.450 DM = 3.809,12 EUR fest. Der Einspruch blieb erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage durch das in Deutsches Steuerrecht\/Entscheidungsdienst 2008, 1271 ver&ouml;ffentlichte Urteil mit der Begr&uuml;ndung ab, die Kl&auml;gerin sei durch die Erh&ouml;hung des Werts ihres Anteils an der GmbH 1 auf Kosten des E bereichert worden. Es sei dabei unerheblich, dass die Werterh&ouml;hung nur zur H&auml;lfte auf der Einbringung der Beteiligung des E an der GmbH 2 in die GmbH 1 beruhe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin Verletzung des &sect; 7 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG. Das FG habe zu Unrecht das Vorliegen einer freigebigen Zuwendung des E an sie angenommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Vorentscheidung, die Einspruchsentscheidung vom 24. September 2007 und den Schenkungsteuerbescheid vom 7. August 2003 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung, der Einspruchsentscheidung und des angefochtenen Schenkungsteuerbescheids (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Unrecht angenommen, es liege eine freigebige Zuwendung des E an die Kl&auml;gerin vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Schenkungsteuer unterliegt als Schenkung unter Lebenden (&sect; 1 Abs. 1 Nr. 2 ErbStG) jede freigebige Zuwendung, soweit der Bedachte durch sie auf Kosten des Zuwendenden bereichert wird (&sect; 7 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG; vgl. auch &sect; 516 Abs. 1 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuches). Erforderlich hierf&uuml;r ist eine Verm&ouml;gensverschiebung, d.h. eine Verm&ouml;gensminderung auf der Seite des Schenkers und eine Verm&ouml;gensmehrung auf der Seite des Beschenkten (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 6. M&auml;rz 1985 II R 19\/84, BFHE 143, 291, BStBl II 1985, 382, und vom 7. November 2007 II R 28\/06, BFHE 218, 414, BStBl II 2008, 258). Der Gegenstand der Schenkung richtet sich nach b&uuml;rgerlichem Recht (BFH-Urteil vom 25. November 2008 II R 38\/06, BFH\/NV 2009, 772). F&uuml;r die Frage, wer an einer freigebigen Zuwendung i.S. des &sect; 7 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG beteiligt ist, kommt es ausschlie&szlig;lich auf die Zivilrechtslage und nicht darauf an, wem nach wirtschaftlicher Betrachtungsweise Verm&ouml;gen oder Einkommen zuzurechnen ist (BFH-Urteile vom 29. November 2006 II R 42\/05, BFHE 215, 529, BStBl II 2007, 319, und in BFHE 218, 414, BStBl II 2008, 258).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Erh&ouml;ht sich der Wert der GmbH-Beteiligung eines Gesellschafters dadurch, dass ein anderer Gesellschafter Verm&ouml;gen in die GmbH einbringt, ohne eine dessen Wert entsprechende Gegenleistung zu erhalten, liegt danach keine freigebige Zuwendung des einbringenden Gesellschafters an den anderen Gesellschafter vor (BFH-Urteile vom 25. Oktober 1995 II R 67\/93, BFHE 179, 157, BStBl II 1996, 160, und vom 19. Juni 1996 II R 83\/92, BFHE 181, 88, BStBl II 1996, 616). Wegen der rechtlichen Eigenst&auml;ndigkeit des Gesellschaftsverm&ouml;gens der GmbH fehlt es in einem solchen Fall an einer zivilrechtlichen Verm&ouml;gensverschiebung zwischen diesen Gesellschaftern (BFH-Urteil in BFHE 218, 414, BStBl II 2008, 258). Dies gilt auch, wenn bei der Kapitalerh&ouml;hung einer GmbH die neu entstehende Stammeinlage durch eine Sacheinlage erbracht wird und diese Einlage mehr wert ist als die &uuml;bernommene neue Stammeinlage. Die vom FG angef&uuml;hrte ertragsteuerrechtliche Beurteilung der Kapitalerh&ouml;hung und Sacheinlage spielt f&uuml;r die Schenkungsteuer, die Verkehrsteuer ist, keine Rolle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Einbringung des Anteils des E an der GmbH 2 in die GmbH 1 und die dadurch bewirkte Erh&ouml;hung des Werts des Anteils der Kl&auml;gerin an der GmbH 1 stellt somit keine freigebige Zuwendung des E an die Kl&auml;gerin dar. Soweit sich aus R 18 Abs. 3 der Erbschaftsteuer-Richtlinien eine andere Beurteilung ergibt, kann dem nicht gefolgt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.12.2009, II R 28\/08 Disquotale Einlage von Verm&ouml;gen in eine GmbH durch Gesellschafter keine freigebige Zuwendung an die anderen Gesellschafter Leits&auml;tze 1. 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