{"id":12783,"date":"2012-12-08T08:59:44","date_gmt":"2012-12-08T06:59:44","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12783"},"modified":"2012-12-08T08:59:44","modified_gmt":"2012-12-08T06:59:44","slug":"i-b-76-09-grundsaetzliche-bedeutung-vga-bei-uebertragung-eines-grundstuecks-auf-einen-gesellschafter-unter-verkehrswert-verletzung-rechtlichen-gehoers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-76-09-grundsaetzliche-bedeutung-vga-bei-uebertragung-eines-grundstuecks-auf-einen-gesellschafter-unter-verkehrswert-verletzung-rechtlichen-gehoers\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;76\/09 &#8211; Grunds&auml;tzliche Bedeutung: vGA bei &Uuml;bertragung eines Grundst&uuml;cks auf einen Gesellschafter unter Verkehrswert &#8211; Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.12.2009, I B 76\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Grunds&auml;tzliche Bedeutung: vGA bei &Uuml;bertragung eines Grundst&uuml;cks auf einen Gesellschafter unter Verkehrswert &#8211; Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) macht geltend, die Revision sei wegen eines Verfahrensmangels (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) zuzulassen, da ihr das Finanzgericht (FG) das rechtliche Geh&ouml;r (Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes, &sect; 96 Abs. 2 FGO) versagt habe. Das FG sei nicht auf ihre Argumentation eingegangen, der angemessene Fremdvergleichspreis f&uuml;r das ver&auml;u&szlig;erte Grundst&uuml;ck lasse sich aus dem 14 Monate vor der Ver&auml;u&szlig;erung liegenden Erwerb ableiten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat den Anspruch der Kl&auml;gerin auf Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs nicht verletzt. Es hat den Verkehrswert des an den Gesellschafter X ver&auml;u&szlig;erten Grundst&uuml;ckes anhand mehrerer ihm vorliegender Gutachten ermittelt und ist zu der &Uuml;berzeugung gelangt, der Verkehrswert habe zum Bewertungsstichtag mindestens &#8230; DM (netto) betragen. Das FG hat in seiner Entscheidung auf den vorherigen Grundst&uuml;ckserwerb und die sich hieraus ergebende Gesch&auml;ftschance der Kl&auml;gerin hingewiesen und hat damit deutlich gemacht, dass es den Vortrag der Kl&auml;gerin zur Kenntnis genommen hat, aber davon ausgegangen ist, die Anschaffungskosten der Kl&auml;gerin f&uuml;r das Grundst&uuml;ck spiegelten nicht den Verkehrswert zum Zeitpunkt der Weiterver&auml;u&szlig;erung des Grundst&uuml;cks an X wider.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Rechtssache kommt keine grunds&auml;tzliche Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Kl&auml;gerin h&auml;lt f&uuml;r grunds&auml;tzlich kl&auml;rungsbed&uuml;rftig die Frage, ob die Voraussetzungen einer verdeckten Gewinnaussch&uuml;ttung (vGA) i.S. des &sect; 8 Abs. 3 Satz 2 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes vorliegen, wenn im Zeitpunkt des Zuflusses der vGA der Gesellschafter die Beteiligung bereits rechtswirksam abgetreten hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Frage ist nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig, da sie bereits durch die Rechtsprechung entschieden ist. Die Kl&auml;gerin hat das Grundst&uuml;ck durch notariellen Vertrag vom 28. Dezember 1994 an X verkauft. Zu diesem Zeitpunkt war X noch Gesellschafter. Denn nach den Feststellungen des FG hat X die Gesch&auml;ftsanteile erst am 30. Dezember 1994 an die Erwerberin abgetreten. Zwar gingen Besitz, Nutzungen, Lasten und Gefahr sowie die Verkehrssicherungspflicht hinsichtlich des Grundst&uuml;ckes erst am 31. Dezember 1994 auf X &uuml;ber, zu einem Zeitpunkt, als er nicht mehr Gesellschafter der Kl&auml;gerin war. Dies hindert jedoch nicht die Annahme einer vGA.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Abschluss des schuldrechtlichen Vertrages war die Kl&auml;gerin verpflichtet, das Grundst&uuml;ck ohne ausreichende Gegenleistung zu dem vereinbarten Kaufpreis auf X zu &uuml;bereignen. Diese im Gesellschaftsverh&auml;ltnis wurzelnde Verpflichtung f&uuml;hrte bei der Kl&auml;gerin zu einer Verm&ouml;gensminderung, die objektiv geeignet war, bei X einen Vorteil in Gestalt eines sonstigen Bezuges i.S. des &sect; 20 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 des Einkommensteuergesetzes auszul&ouml;sen (Senatsurteil vom 7. August 2002 I R 2\/02, BFHE 200, 197, BStBl II 2004, 131). Dass X zum Zeitpunkt des Zuflusses (Grundst&uuml;cks&uuml;bereignung) nicht mehr Gesellschafter der Kl&auml;gerin war, steht dem nicht entgegen. Ma&szlig;geblich sind grunds&auml;tzlich die Verh&auml;ltnisse zum Zeitpunkt der schuldrechtlichen Verpflichtung. Sind Leistung und Gegenleistung inkongruent und beruht dies auf dem Gesellschaftsverh&auml;ltnis, ist zu diesem Zeitpunkt auf der Ebene der Kapitalgesellschaft eine vGA anzunehmen, auch wenn der Vorteil dem Gesellschafter erst zu einem Zeitpunkt zuflie&szlig;t, zu dem er nicht mehr Gesellschafter ist (vgl. z.B. Senatsurteil vom 18. Dezember 1996 I R 139\/94, BFHE 182, 184, BStBl II 1997, 301; Gosch, KStG, 2. Aufl., &sect; 8 Rz 211).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die weitere von der Kl&auml;gerin aufgeworfene Frage, ob eine vGA auch dann vorliege, wenn eine Kapitalgesellschaft ihr Grundst&uuml;ck zum Buchwert an einen ausscheidenden Gesellschafter ver&auml;u&szlig;ere, der ausscheidende Gesellschafter sich aber bereits in einem vorangehenden Anteilsverkaufs- und Abtretungsvertrag gegen&uuml;ber einem dritten Erwerber der Gesellschaftsanteile verpflichtet habe, das Grundst&uuml;ck zum Buchwert auszugliedern, w&auml;re in einem Revisionsverfahren nicht kl&auml;rungsf&auml;hig. Denn nach den Feststellungen des FG war X gegen&uuml;ber der Erwerberin der Anteile nicht verpflichtet, das Grundst&uuml;ck zum Buchwert, sondern zum Verkehrswert auszugliedern. Davon abgesehen w&auml;re die Ver&auml;u&szlig;erung des Grundst&uuml;cks unter seinem Verkehrswert an X auch bei einer dementsprechenden Verpflichtung des X gegen&uuml;ber der Erwerberin der Anteile gleichwohl durch das Gesellschaftsverh&auml;ltnis veranlasst. Denn ein ordentlicher und gewissenhafter Gesch&auml;ftsleiter h&auml;tte eine entsprechende Verpflichtung eines Dritten ohne ausreichende Gegenleistung nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Auch der dritten Frage kommt keine grunds&auml;tzliche Bedeutung zu. Das FG hat den Verkehrswert des ver&auml;u&szlig;erten Grundst&uuml;cks in mehrfacher Hinsicht ermittelt und seiner Entscheidung den geringsten Wert zu Grunde gelegt. Nach der W&uuml;rdigung des FG hat die Kl&auml;gerin dem X den Grund und Boden zirka 48 % unter diesem Wert ver&auml;u&szlig;ert. Es unterliegt keinem Zweifel, dass bei einem derart krassen Missverh&auml;ltnis zwischen Verkehrswert und vereinbartem Kaufpreis von einer vGA ausgegangen werden kann (Senatsurteil vom 28. Juni 1989 I R 89\/85, BFHE 157, 408, BStBl II 1989, 854).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.12.2009, I B 76\/09 Grunds&auml;tzliche Bedeutung: vGA bei &Uuml;bertragung eines Grundst&uuml;cks auf einen Gesellschafter unter Verkehrswert &#8211; Verletzung rechtlichen Geh&ouml;rs Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. 2&nbsp; 1. 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