{"id":12786,"date":"2012-12-19T15:33:23","date_gmt":"2012-12-19T13:33:23","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12786"},"modified":"2012-12-19T15:33:23","modified_gmt":"2012-12-19T13:33:23","slug":"x-r-54-06-ermittlungspflichten-des-fa-vor-einer-oeffentlichen-zustellung-wegen-unbekannten-aufenthaltsorts-materielle-beschwer-des-fa-im-revisionsverfahren-bei-antrag-auf-aufhebung-des-gesamten-fg-urt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-54-06-ermittlungspflichten-des-fa-vor-einer-oeffentlichen-zustellung-wegen-unbekannten-aufenthaltsorts-materielle-beschwer-des-fa-im-revisionsverfahren-bei-antrag-auf-aufhebung-des-gesamten-fg-urt\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;54\/06 &#8211; Ermittlungspflichten des FA vor einer &ouml;ffentlichen Zustellung wegen &quot;unbekannten Aufenthaltsorts&quot; &#8211; Materielle Beschwer des FA im Revisionsverfahren bei Antrag auf Aufhebung des gesamten FG-Urteils trotz teilweisen Obsiegens &#8211; Beurteilung der Erfolgsaussichten einer Auslandszustellung &#8211; Subsidiarit&auml;t der Feststellungsklage als negative Sachentscheidungsvoraussetzung &#8211; Feststellungsklage neben Anfechtungsklage bei gewollter Beseitigung eines Rechtsscheins"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.12.2009, X R 54\/06<\/p>\n<p class=\"titel\">Ermittlungspflichten des FA vor einer &ouml;ffentlichen Zustellung wegen &quot;unbekannten Aufenthaltsorts&quot; &#8211; Materielle Beschwer des FA im Revisionsverfahren bei Antrag auf Aufhebung des gesamten FG-Urteils trotz teilweisen Obsiegens &#8211; Beurteilung der Erfolgsaussichten einer Auslandszustellung &#8211; Subsidiarit&auml;t der Feststellungsklage als negative Sachentscheidungsvoraussetzung &#8211; Feststellungsklage neben Anfechtungsklage bei gewollter Beseitigung eines Rechtsscheins<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Geht das FA davon aus, dass sich ein Steuerpflichtiger in einem bestimmten Land aufh&auml;lt, ohne dessen dortige Anschrift zu kennen, muss es im Vorfeld einer &ouml;ffentlichen Zustellung wegen &quot;unbekannten Aufenthaltsorts&quot; gem&auml;&szlig; &sect; 15 Abs. 1 Buchst. a VwZG versuchen, die g&uuml;ltige ausl&auml;ndische Anschrift im Wege des zwischenstaatlichen Informationsaustauschs zu ermitteln (vgl. dazu f&uuml;r die Streitjahre BMF-Schreiben vom 3. Februar 1999, BStBl I 1999, 228, f&uuml;r die Zeit danach vom 25. Januar 2006, BStBl I 2006, 26). Erst wenn feststeht, dass eine Anschriftenermittlung auf diesem Wege nicht m&ouml;glich oder fehlgeschlagen ist, darf das FA zur &ouml;ffentlichen Zustellung &uuml;bergehen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) wurde im Streitjahr 2001 einzeln veranlagt. Im Streitjahr 2001 ver&auml;u&szlig;erte der Kl&auml;ger seine Anteile an einer GmbH.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Noch im Streitjahr verzog er nach Spanien und meldete sich bei dem f&uuml;r ihn zust&auml;ndigen deutschen Einwohnermeldeamt unter Angabe einer neuen Anschrift in M ab. Bereits im Dezember des Streitjahres zog der Kl&auml;ger von M nach P (ebenfalls Spanien) um. Er meldete sich bei den spanischen Beh&ouml;rden in P an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) sch&auml;tzte die Besteuerungsgrundlagen zur Einkommen- und Umsatzsteuer f&uuml;r 1999 und 2000 und &uuml;bersandte die Bescheide an die ihm vom Einwohnermeldeamt mitgeteilte Anschrift in M. Sie kamen jedoch, ohne dass das Finanzgericht (FG) hierzu Einzelheiten festgestellt h&auml;tte, als &quot;unzustellbar&quot; zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da der deutschen Meldebeh&ouml;rde nur die Anschrift in M bekannt war, wandte sich das FA an den Sohn des Kl&auml;gers und bat diesen mit Schreiben vom 28. Mai, 16. Juli und 7. August 2002, die aktuelle Anschrift des Kl&auml;gers mitzuteilen. Der fr&uuml;here Steuerberater des Kl&auml;gers, der wegen r&uuml;ckst&auml;ndiger Honorarforderungen in den Jahren 2002 bis 2004 nicht mehr f&uuml;r den Kl&auml;ger t&auml;tig war und deshalb keine Empfangsvollmacht besa&szlig;, teilte dem FA auf Anfrage mit Schreiben vom 2. Juli 2002 ohne Angabe einer genauen Anschrift mit, der Kl&auml;ger lebe in Spanien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 20. August 2002 zeigte der Rechtsanwalt S gegen&uuml;ber dem FA an, die Interessen des Sohnes des Kl&auml;gers zu vertreten. S erkl&auml;rte dem FA mit Schreiben vom 30. August 2002 namens und im Auftrag des Sohnes des Kl&auml;gers, &quot;unabh&auml;ngig von der Frage, ob mein Mandant &uuml;berhaupt die Anschrift des Vaters hat, was ich ausdr&uuml;cklich offen lassen m&ouml;chte, ist mein Mandant &#8211;auch unterstellt, er h&auml;tte tats&auml;chlich eine genaue Anschrift seines Vaters&#8211; derzeit unter den gegebenen Umst&auml;nden nicht bereit, die Anschrift seines Vaters zu benennen&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA stellte daraufhin die &#8211;hier nicht streitigen&#8211; Einkommen- und Umsatzsteuerbescheide f&uuml;r 1999 und 2000 &ouml;ffentlich zu (Tag des Aushangs: 5. September 2002).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r das Streitjahr 2001 wurden die Besteuerungsgrundlagen zur Einkommensteuer mit Bescheid unter dem 6. Mai 2003 ebenfalls gesch&auml;tzt. Das FA fragte erneut beim Einwohnermeldeamt nach, ob diesem zwischenzeitlich eine andere Anschrift des Kl&auml;gers bekanntgeworden sei. Dies verneinte das Einwohnermeldeamt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Weder versandte das FA in der Folge den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr an die Anschrift in M, noch versuchte es, den Bescheid dort im Wege einer f&ouml;rmlichen Auslandszustellung bekanntzugeben. Es stellte den Einkommensteuerbescheid &ouml;ffentlich zu (Tag des Aushangs: 26. Mai 2003). In der begleitenden Verf&uuml;gung ist die Anschrift des Kl&auml;gers in M angegeben sowie der Zusatz enthalten, der derzeitige Aufenthaltsort des Kl&auml;gers sei unbekannt und &quot;Zustellungsversuche durch die Post und Ermittlungen &uuml;ber den Aufenthaltsort seien ergebnislos geblieben&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf Anforderung des sp&auml;ter auch f&uuml;r den Kl&auml;ger t&auml;tig gewordenen und mit einer Zustellungsvollmacht ausgestatteten S &uuml;bersandte das FA ihm Ende April 2004 unter anderem eine Kopie des Steuerbescheids f&uuml;r das Streitjahr, um die vom FA im Wege der Vollstreckung geltend gemachten Steuerforderungen zu pr&uuml;fen. Der Kl&auml;ger legte mit Schreiben vom 19. Mai 2004 Einspruch gegen den Einkommensteuerbescheid des Streitjahres ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA verwarf den Einspruch mit Einspruchsentscheidung vom 15. April 2005 als unzul&auml;ssig. Ma&szlig;geblicher Bekanntgabezeitpunkt des Einkommensteuerbescheids f&uuml;r das Streitjahr sei aufgrund der &ouml;ffentlichen Zustellung der 10. Juni 2003. Der Kl&auml;ger habe erst im Mai 2004 verfristet Einspruch eingelegt. Die Wiedereinsetzung sei zu versagen, da der Kl&auml;ger seinen Antrag nicht entsprechend &sect; 110 Abs. 2 der Abgabenordnung (AO) innerhalb eines Monats begr&uuml;ndet habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger erhob Klage. Die &ouml;ffentliche Zustellung sei unwirksam. Das FA habe zuvor weder versucht, den Einkommensteuerbescheid des Streitjahres &uuml;ber die zust&auml;ndige spanische Beh&ouml;rde bzw. die diplomatische Vertretung des Bundes in Spanien zuzustellen, noch habe es in der erforderlichen Weise versucht, seine im Jahr 2003 g&uuml;ltige Anschrift in P zu ermitteln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er beantragte vor dem FG, 1. die Einspruchsentscheidung vom 15. April 2005 aufzuheben, 2. die Unwirksamkeit des Einkommensteuerbescheids 2001 in der &ouml;ffentlich bekanntgegebenen Form festzustellen, und 3. die Unwirksamkeit des Einkommensteuerbescheids 2001 in Form der sp&auml;ter ausgeh&auml;ndigten Kopie festzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG gab der Klage teilweise statt. Es hob die Einspruchsentscheidung auf und stellte antragsgem&auml;&szlig; fest, der Einkommensteuerbescheid des Streitjahres sei nicht wirksam &ouml;ffentlich zugestellt worden. Es wies die Klage hinsichtlich des Feststellungsantrags unter Nr. 3 des Klageantrags ab. Seine Entscheidung ist in den Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2007, 158 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung seiner Revision tr&auml;gt das FA vor, das FG verneine zu Unrecht, dass der Aufenthaltsort des Kl&auml;gers im Zeitpunkt der &ouml;ffentlichen Zustellung &quot;unbekannt&quot; i.S. des &sect; 15 Abs. 1 Buchst. a des Verwaltungszustellungsgesetzes (VwZG) des Bundes in der im Jahr 2003 anzuwendenden Fassung gewesen sei. Der Kl&auml;ger habe den deutschen Meldebeh&ouml;rden nur die Anschrift in M, nicht aber den Umzug nach P bekannt gemacht. Er habe nach seinem Wegzug mit dem Zugang von Steuerbescheiden rechnen m&uuml;ssen. Das Verhalten des Kl&auml;gers f&uuml;hre dazu, dass das FA, nachdem es davon habe ausgehen m&uuml;ssen, der Kl&auml;ger wohne nicht mehr in M und vergeblich versucht habe, aus inl&auml;ndischen Quellen eine neue Anschrift zu ermitteln, zu keinen weiteren Ermittlungen verpflichtet gewesen sei. Es habe insbesondere entgegen der Auffassung des FG vor der &ouml;ffentlichen Zustellung weder die Anschrift der zust&auml;ndigen Meldebeh&ouml;rde in M ausfindig machen, noch die Anfrage ins Spanische &uuml;bersetzen und dorthin senden, noch pr&uuml;fen m&uuml;ssen, ob f&uuml;r eine solche Anfrage &uuml;berhaupt eine Rechtsgrundlage bestanden habe. Die Argumentation des FG sei au&szlig;erdem unschl&uuml;ssig. Es habe eine Pflicht des FA bejaht, bei den Meldebeh&ouml;rden in M zu recherchieren, selbst aber nicht einmal festgestellt, ob sich der Kl&auml;ger in M an- und wieder abgemeldet habe, sondern dies nur als &quot;nahe liegend&quot; angesehen. Es stehe im Streitfall lediglich fest, dass der Kl&auml;ger den deutschen Meldebeh&ouml;rden die Anschrift in M mitgeteilt und sich bei den Beh&ouml;rden in P angemeldet habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision des FA als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist zul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der vom FA im Revisionsverfahren gestellte Antrag, das FG-Urteil vollst&auml;ndig aufzuheben, richtet sich gegen alle darin enthaltenen Streitgegenst&auml;nde. Das FA ist im Streitfall materiell auch beschwert, soweit das FG das Feststellungsbegehren unter Nr. 3 des Klageantrags abgewiesen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Bundesfinanzhof (BFH) kann bei mehreren Streitgegenst&auml;nden in einem angefochtenen FG-Urteil &uuml;ber die Revision zu einzelnen Streitgegenst&auml;nden (hier die Antr&auml;ge unter Nr. 1 bis 3 des Klageantrags) nur entscheiden, wenn sich die Revisionsr&uuml;gen gesondert auf die einzelnen Streitgegenst&auml;nde beziehen und das Revisionsbegehren f&uuml;r jeden Streitgegenstand zul&auml;ssig ist (vgl. z.B. Senatsurteil vom 11. Februar 2009 X R 51\/06, BFHE 226, 1, BStBl II 2009, 892).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FA hat in der Revision beantragt, das FG-Urteil insgesamt aufzuheben und die Klage abzuweisen, obwohl es hinsichtlich der Feststellung unter Nr. 3 des Klageantrags vor dem FG obsiegt hat. Die Revision des FA ist jedoch auch insoweit zul&auml;ssig, da es trotz der Klageabweisung durch das FG-Urteil materiell beschwert ist (vgl. zu der erforderlichen materiellen Beschwer des FA z.B. das Senatsurteil vom 29. April 2009 X R 16\/06, BFHE 225, 4, BStBl II 2009, 732; Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., Vor &sect; 115 Rz 12 und 14, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die materielle Beschwer des FA besteht hier darin, dass das FG den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr aufgrund des angenommenen Bekanntgabezeitpunkts Ende April 2004 nicht als bestandskr&auml;ftig angesehen hat. Das FA kann seine abweichende Rechtsauffassung, der Bescheid sei schon im Wege der &ouml;ffentlichen Zustellung im Juni 2003 bekanntgegeben und aufgrund des verfristeten Einspruchs bestandskr&auml;ftig geworden, nur durchsetzen, wenn das FG-Urteil in der Revision hinsichtlich aller Streitgegenst&auml;nde aufgehoben wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Bestehen Zweifel am Zugang eines Steuerbescheids und gibt die Beh&ouml;rde daraufhin nochmals (zur Heilung) einen inhaltsgleichen Verwaltungsakt bekannt oder &uuml;bermittelt sie eine Bescheidkopie, so tritt nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH die Bekanntgabe gem&auml;&szlig; &sect; 124 Abs. 1 Satz 1 AO jedenfalls mit dem Zugang des wiederholenden Bescheids oder der Kopie ein, wenn die Bekanntgabe zuvor nicht wirksam war (vgl. Senatsbeschluss vom 7. November 2008 X B 55\/08, BFH\/NV 2009, 195; Tipke in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 124 AO Rz 11; G&uuml;roff in Beermann\/Gosch, AO &sect; 124 Rz 7). Das FG hat sich im Streitfall auf diese Rechtsprechung gest&uuml;tzt und ist von der Bekanntgabe des Bescheids erst Ende April 2004 ausgegangen. K&auml;me der erkennende Senat in der Revision zu dem Ergebnis, der Steuerbescheid des Streitjahres sei bereits im Juni 2003 aufgrund der &ouml;ffentlichen Zustellung wirksam bekanntgegeben worden, k&auml;me es auf den Zugang des wiederholenden Steuerbescheids durch &Uuml;bermittlung der Bescheidkopie im Streitfall nicht mehr an. Ma&szlig;geblich w&auml;re dann f&uuml;r alle Folgefragen (Festsetzungsverj&auml;hrung, Verzinsung und Beginn der Einspruchsfrist) nur der fr&uuml;here Bekanntgabezeitpunkt (vgl. Tipke in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect; 124 AO Rz 11). Im Streitfall schlie&szlig;en sich demnach die m&ouml;glichen Bekanntgabezeitpunkte wechselseitig aus, d.h. der unter dem 6. Mai 2003 erlassene Einkommensteuerbescheid des Streitjahres ist dem Kl&auml;ger entweder im Wege der &ouml;ffentlichen Zustellung im Juni 2003 oder erst Ende April 2004 durch &Uuml;bermittlung der Bescheidkopie bekanntgegeben worden (vgl. hierzu den Senatsbeschluss vom 15. Dezember 2004 X B 3\/04, BFH\/NV 2005, 496).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) K&ouml;nnte das FA das FG-Urteil mangels Beschwer hinsichtlich der Feststellung laut Ziffer Nr. 3 des Klageantrags nicht anfechten, w&auml;re das FG-Urteil insoweit rechtskr&auml;ftig und bindend f&uuml;r die Beteiligten (&sect; 110 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FA m&uuml;sste dann gegen sich gelten lassen, dass der Einkommensteuerbescheid des Streitjahres unter dem 6. Mai 2003 erst mit Zugang der Bescheidkopie Ende April 2004 wirksam bekanntgegeben worden ist. Hierdurch w&auml;re gleichsam f&uuml;r das vorliegende Verfahren f&uuml;r die Streitgegenst&auml;nde unter Nr. 1 und 2 des Klageantrags bindend entschieden, dass vom sp&auml;teren Bekanntgabezeitpunkt auszugehen w&auml;re. Somit kann das FA das FG-Urteil auch hinsichtlich der Feststellung unter Nr. 3 des Klageantrags mit der Revision angreifen, obwohl es vor dem FG in diesem Punkt obsiegt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet und zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 FGO), soweit sie sich gegen die isolierte Aufhebung der Einspruchsentscheidung richtet. Der Einspruch des Kl&auml;gers ist nicht verfristet, weil die &ouml;ffentliche Zustellung des Einkommensteuerbescheids f&uuml;r das Streitjahr unwirksam war und dieser erst Ende April 2004 bekanntgegeben worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FA hat den Einkommensteuerbescheid des Streitjahres nicht gem&auml;&szlig; &sect; 15 Abs. 1 Buchst. a VwZG a.F. i.V.m. &sect; 122 Abs. 5 AO wirksam &ouml;ffentlich zugestellt. Es ist nicht seiner Verpflichtung nachgekommen, im Vorfeld der &ouml;ffentlichen Zustellung den Aufenthaltsort des Kl&auml;gers mit allen zumutbaren und geeigneten Ma&szlig;nahmen zu ermitteln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Ein Steuerbescheid kann gem&auml;&szlig; &sect; 15 Abs. 1 Buchst. a VwZG a.F. i.V.m. &sect; 122 Abs. 5 AO &ouml;ffentlich zugestellt werden, wenn der Aufenthaltsort des Empf&auml;ngers &quot;unbekannt&quot; ist. Wegen des Anspruchs des Zustellungsempf&auml;ngers auf rechtliches Geh&ouml;r (Art. 103 Abs. 1 des Grundgesetzes, vgl. grundlegend Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 26. Oktober 1987&nbsp;&nbsp;1 BvR 198\/87, Neue Juristische Wochenschrift 1988, 2361) ist die Zustellungsfiktion verfassungsrechtlich nur zu rechtfertigen, wenn eine andere Form der Zustellung aus sachlichen Gr&uuml;nden nicht oder nur schwer durchf&uuml;hrbar ist. &sect; 15 Abs. 1 Buchst. a VwZG a.F. setzt deshalb voraus, dass nicht nur der zustellenden Beh&ouml;rde die Anschrift des Zustellungsempf&auml;ngers unbekannt, sondern dessen Aufenthaltsort allgemein unbekannt ist. Die &ouml;ffentliche Zustellung ist erst als &quot;letztes Mittel&quot; zul&auml;ssig, wenn alle M&ouml;glichkeiten ersch&ouml;pft sind, das Schriftst&uuml;ck dem Empf&auml;nger in anderer Weise zu &uuml;bermitteln (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 13. Januar 2005 V R 44\/03, BFH\/NV 2005, 998, m.w.N.; vom 6. Juni 2000 VII R 55\/99, BFHE 192, 200, BStBl II 2000, 560; Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 18. April 1997 8 C 43.95, BVerwGE 104, 301; Engelhardt\/App, VwVG\/VwZG, 7. Aufl. 2006, &sect; 10 VwZG Rz 3, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Anforderungen an die Beh&ouml;rde, den Aufenthaltsort des Bekanntgabeadressaten ermitteln zu m&uuml;ssen, d&uuml;rfen jedoch im Einzelfall nicht &uuml;berspannt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Eine Rechtspflicht der zustellenden Beh&ouml;rde, Anschriften im Ausland zu ermitteln, wird in der Rechtsprechung daher regelm&auml;&szlig;ig verneint, wenn ein Fall der &quot;Auslandsflucht&quot; vorliegt (vgl. die BFH-Entscheidungen in BFH\/NV 2005, 998; vom 16. Januar 2001 VI S 25\/00, BFH\/NV 2001, 802) oder wenn sich der Empf&auml;nger beim inl&auml;ndischen Melderegister &quot;ins Ausland&quot; ohne Angabe einer Anschrift abmeldet (vgl. z.B. die Entscheidungen des FG D&uuml;sseldorf vom 17. Februar 2006&nbsp;&nbsp;1 K 2677\/05, E, U, EFG 2006, 865; des FG M&uuml;nchen vom 17. Juni 2003&nbsp;&nbsp;6 K 336\/03, nicht ver&ouml;ffentlicht &#8211;n.v.&#8211;; des Bundespatentgerichts vom 7. Juli 2004&nbsp;&nbsp;28 W (pat) 227\/03, Mitteilungen der Deutschen Patentanw&auml;lte 2005, 131; des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; vom 8. Juni 1978 IX ZR 11\/74, Rechtsprechung zum Wiedergutmachungsrecht 1978, 184, und Schwarz in H&uuml;bschmann\/Hepp\/ Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, &sect; 10 VwZG Rz 18). Dem schlie&szlig;t sich der erkennende Senat an. Das FA ist in diesen F&auml;llen vorrangig nur zu Ermittlungsma&szlig;nahmen im Inland verpflichtet, z.B. durch Nachfragen beim Einwohnermeldeamt und bei Kontaktpersonen des Empf&auml;ngers. Gleiches gilt, wenn sich der Zustellungsempf&auml;nger in einer Weise verh&auml;lt, die auf seine Absicht schlie&szlig;en l&auml;sst, den Aufenthaltsort zu verheimlichen (vgl. Schwarz in HHSp, &sect; 10 VwZG Rz 17).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Ein solcher Fall liegt hier aber nicht vor. Das FA hat trotz der fehlgeschlagenen Zustellung der Bescheide f&uuml;r die Jahre 1999 und 2000 an die Anschrift in M aufgrund der Auskunft des ehemaligen Steuerberaters im Jahr 2002, der Kl&auml;ger lebe in Spanien, und der Abmeldung des Kl&auml;gers unter Angabe der Anschrift in M, gen&uuml;gend Anhaltspunkte gehabt, um zumindest von einem fortbestehenden Aufenthalt des Kl&auml;gers in Spanien auszugehen. Es durfte sich daher nicht wie bei Steuerpflichtigen, die sich &quot;ins Ausland&quot; ohne eine neue Anschrift abmelden oder fl&uuml;chtig sind, von vornherein auf inl&auml;ndische Ermittlungsma&szlig;nahmen beschr&auml;nken.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Im Streitfall ist somit zu entscheiden, welche konkreten Ermittlungspflichten ein FA vor einer &ouml;ffentlichen Zustellung hinsichtlich der ausl&auml;ndischen Anschrift eines Steuerpflichtigen hat, wenn es diesen in einem bestimmten Land vermutet und durch Ermittlungsma&szlig;nahmen bei inl&auml;ndischen Beh&ouml;rden und Kontaktpersonen keine weitere Aufkl&auml;rung erreichen kann. Der Senat ist der Auffassung, dass ein FA in diesem Fall alle objektiv geeignet erscheinenden, rechtlich zul&auml;ssigen und zumutbaren Ermittlungsm&ouml;glichkeiten des grenz&uuml;berschreitenden Informationsaustausches auszusch&ouml;pfen hat. Es muss insbesondere kl&auml;ren, ob ein solcher Informationsaustausch mit Beh&ouml;rden des vermuteten Aufenthaltsstaats m&ouml;glich ist und an diese ein Auskunftsersuchen richten, um die dortige Anschrift des Steuerpflichtigen zu ermitteln. Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat f&uuml;r den Zeitraum vom 3. Februar 1999 bis zum 24. Januar 2006 &#8211;und somit f&uuml;r das hier ma&szlig;gebliche Zustellungsjahr 2003&#8211; unter dem 3. Februar 1999 (BStBl I 1999, 228, 974) ein Merkblatt zur zwischenstaatlichen Amtshilfe durch Auskunftsaustausch in Steuersachen ver&ouml;ffentlicht (f&uuml;r die Zeit danach BMF-Schreiben vom 25. Januar 2006, BStBl I 2006, 26); in diesem fasst das BMF die wesentlichen Rechtsgrundlagen f&uuml;r Auskunftsersuchen deutscher Finanz&auml;mter und das zu beachtende Verfahren zusammen. In Tz. 2.2.4 weist das BMF darauf hin, im Rahmen einer Voranfrage k&ouml;nnten Ausk&uuml;nfte &uuml;ber &quot;Namen, Anschrift oder andere allgemein zug&auml;ngliche Angaben&quot; von Steuerpflichtigen in anderen Staaten eingeholt werden (siehe erg&auml;nzend hierzu H&ouml;ppner, in: Becker\/H&ouml;ppner\/Grotherr\/Kroppen, DBA, Art. 26 OECD-MA Rz 137); Anschlussersuchen und Richtigstellungen sind ebenfalls m&ouml;glich (Tz. 2.2.7 des BMF-Schreibens in BStBl I 1999, 228). Erst wenn feststeht, dass eine Anschriftenermittlung im Wege des grenz&uuml;berschreitenden Informationsaustausches entweder nicht m&ouml;glich oder ein konkretes Auskunftsersuchen fehlgeschlagen ist, darf das FA demnach zur &ouml;ffentlichen Zustellung &uuml;bergehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Dem FG ist nach Ma&szlig;gabe dieser Grunds&auml;tze jedenfalls im Ergebnis zuzustimmen, dass die &ouml;ffentliche Zustellung im Streitfall unwirksam war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Das FG hat seine Entscheidung im Wesentlichen damit begr&uuml;ndet, es sei dem FA m&ouml;glich und zumutbar gewesen, ankn&uuml;pfend an die bekannte Anschrift in M bei den dortigen spanischen Meldebeh&ouml;rden zu recherchieren, um die seit Dezember 2001 g&uuml;ltige Anschrift des Kl&auml;gers in P zu erfahren. Der Senat l&auml;sst offen, ob dem zu folgen ist. Es spricht manches daf&uuml;r, dass die vom FG verlangte direkte Recherche eines deutschen FA bei ausl&auml;ndischen Meldebeh&ouml;rden gegen&uuml;ber einer Anschriftenermittlung im Wege des grenz&uuml;berschreitenden Auskunftsverkehrs von vornherein ein weniger geeignetes Mittel ist, da ein solches Auskunftsersuchen weder auf einer gesicherten Rechtsgrundlage noch auf einem regelm&auml;&szlig;ig praktizierten Verfahren beruht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Das FA hat im Streitfall mit der Anfrage beim Einwohnermeldeamt und beim Sohn des Kl&auml;gers im Vorfeld der &ouml;ffentlichen Zustellung nicht alles Erforderliche getan, weil es vor der &ouml;ffentlichen Zustellung h&auml;tte versuchen m&uuml;ssen, die neue Anschrift des Kl&auml;gers in P im Wege des grenz&uuml;berschreitenden Auskunftsaustausches zu erfahren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Auf Grundlage der sog. Amtshilferichtlinie (Richtlinie 77\/799\/EWG des Rates vom 19. Dezember 1977 &uuml;ber die gegenseitige Amtshilfe zwischen den zust&auml;ndigen Beh&ouml;rden der Mitgliedstaaten im Bereich der direkten Steuern) bestand im Jahr 2003 im Verh&auml;ltnis zu Spanien eine Rechtsgrundlage f&uuml;r ein solches Auskunftsersuchen. Die Mitgliedstaaten gew&auml;hren einander gem&auml;&szlig; Art. 1 Abs. 1 dieser Richtlinie gegenseitig alle Ausk&uuml;nfte, die f&uuml;r die zutreffende Festsetzung der Steuern vom Einkommen (und damit gem&auml;&szlig; Art. 1 Abs. 3 dieser Richtlinie auch bei der Festsetzung der Einkommensteuer) geeignet sein k&ouml;nnen. Art. 2 dieser Richtlinie erm&auml;chtigt auch deutsche Finanz&auml;mter dazu, &#8211;nach dem im BMF-Schreiben in BStBl I 1999, 228 vorgegebenen Verfahren&#8211; ein Auskunftsersuchen an die zust&auml;ndige Beh&ouml;rde eines anderen Mitgliedstaats zu richten. Zu den austauschbaren &quot;Informationen&quot; in diesem Sinne geh&ouml;ren nach Auffassung des Senats grunds&auml;tzlich auch personenbezogene Informationen wie die Anschrift eines im Hoheitsbereich des anderen Mitgliedstaats lebenden Steuerpflichtigen (siehe auch H&ouml;ppner, in: Becker\/H&ouml;ppner\/Grotherr\/Kroppen, a.a.O., Art. 26 OECD-MA Rz 307).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Neben dem Informationsaustausch aufgrund der Amtshilferichtlinie gibt es im Zustellungsjahr 2003 im Verh&auml;ltnis zu Spanien auch einen abkommensrechtlichen Auskunftsanspruch. Das Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Spanischen Staat zur Vermeidung der Doppelbesteuerung und zur Verhinderung der Steuerverk&uuml;rzung bei den Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen vom 5. Dezember 1966 (BGBl II 1968, 9) &#8211;DBA Spanien&#8211; enth&auml;lt in Art. 26 Abs. 1 eine sog. &quot;gro&szlig;e Auskunftsklausel&quot;, da nicht nur Informationen zur &quot;Durchf&uuml;hrung des Abkommens&quot;, sondern auch zur &quot;Durchf&uuml;hrung des innerstaatlichen Rechts der Vertragstaaten&quot; im Wege einer Einzelauskunft ausgetauscht werden k&ouml;nnen (vgl. Eilers in Debatin\/ Wassermeyer MA Art. 26 Rz 24-27, Herlinghaus in Debatin\/ Wassermeyer Spanien Art. 26 Rz 3; ausf&uuml;hrlich Engelschalk in Vogel\/Lehner, DBA, 5. Aufl., Art. 26 Rz 64-67; H&ouml;ppner, in: Becker\/H&ouml;ppner\/Grotherr\/Kroppen, a.a.O., Art. 26 DBA Spanien Rz 3 und Art. 26 OECD-MA Rz 187). Informationen im Sinne des Abkommensrechts sind auch die Verh&auml;ltnisse einer bestimmbaren nat&uuml;rlichen Person (vgl. H&ouml;ppner, in: Becker\/H&ouml;ppner\/Grotherr\/ Kroppen, a.a.O., Art. 26 OECD-MA Rz 111). Hierzu geh&ouml;rt nach Ansicht des Senats auch deren Anschrift im anderen Abkommensstaat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Das FA h&auml;tte demnach vor der &ouml;ffentlichen Zustellung &uuml;ber das damals zust&auml;ndige Bundesamt f&uuml;r Finanzen (BfF) an die zust&auml;ndigen spanischen Beh&ouml;rden ein Auskunftsersuchen oder eine Voranfrage richten m&uuml;ssen, um die Anschrift des Kl&auml;gers in Spanien zu ermitteln. Das FA hatte aufgrund der ihm vorliegenden Informationen hinreichende Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass sich der Kl&auml;ger tats&auml;chlich noch in Spanien &#8211;und nicht in einem dritten Staat&#8211; aufh&auml;lt. Eine Anfrage bei dem BfF w&auml;re im Streitfall zumutbar gewesen, da ein solches Ersuchen &uuml;ber den Dienstweg nach Auffassung des Senats kaum mehr Aufwand erfordert, als eine Anfrage bei einem deutschen Einwohnermeldeamt. Erst wenn das Auskunftsersuchen ergeben h&auml;tte, dass die Anschrift des Kl&auml;gers auch auf diese Weise nicht zu ermitteln gewesen w&auml;re, h&auml;tte das FA &ouml;ffentlich zustellen d&uuml;rfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zutreffend hat das FG entschieden, dass die Voraussetzungen einer &ouml;ffentlichen Zustellung gem&auml;&szlig; &sect; 15 Abs. 1 Buchst. c VwZG a.F. ebenfalls nicht vorlagen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Eine Auslandszustellung verspricht nach dieser Regelung keinen Erfolg, wenn sie an sich m&ouml;glich w&auml;re, ihre Durchf&uuml;hrung aber etwa wegen Kriegs, Abbruchs der diplomatischen Beziehungen, Verweigerung der Rechtshilfe oder unzureichender Vornahme durch die &ouml;rtlichen Beh&ouml;rden nicht zu erwarten ist. Im Streitfall kommt &#8211;wie das FG zutreffend erkannt hat&#8211; allenfalls das Merkmal in Betracht, dass es bei der Auslandszustellung in Spanien zu einer Verweigerung der Rechtshilfe oder mangelnden Unterst&uuml;tzung &ouml;rtlicher Beh&ouml;rden gekommen w&auml;re. Unter dieses Merkmal kann nach der Rechtsprechung und dem Schrifttum auch der im Streitfall vorliegende Sachverhalt subsumiert werden, dass ein Zustellungsempf&auml;nger im Ausland lebt, sein Aufenthaltsort dort aber unbekannt ist (vgl. BFH-Urteil vom 13. M&auml;rz 1973 VII R 53\/70, BFHE 109, 213, BStBl II 1973, 644; Beschluss des S&auml;chsischen FG vom 27. Oktober 2005&nbsp;&nbsp;3 V 248\/05, n.v.; Engelhardt\/App, a.a.O., &sect; 10 VwZG Rz 7).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Amtshilferichtlinie vom 19. Dezember 1977 sieht die Zustellungshilfe eines Mitgliedstaats f&uuml;r Steuerbescheide eines anderen Mitgliedstaats im Zustellungsjahr des Streitfalls (2003) noch nicht ausdr&uuml;cklich vor. Es ist daher davon auszugehen, dass spanische Beh&ouml;rden keine Zustellungshilfe auf dieser Grundlage gew&auml;hrt h&auml;tten. Erst mit der Richtlinie 2004\/56\/EG des Rates vom 21. April 2004 zur &Auml;nderung der Richtlinie 77\/799\/EWG &uuml;ber die gegenseitige Amtshilfe zwischen den zust&auml;ndigen Beh&ouml;rden der Mitgliedstaaten im Bereich der direkten Steuern, bestimmter Verbrauchsteuern und der Steuern auf Versicherungspr&auml;mien ist die Amtshilferichtlinie entsprechend erweitert und Art. 8a Abs. 1 eingef&uuml;gt worden, nachdem auf Antrag die ersuchte Beh&ouml;rde eines anderen Mitgliedstaats Steuerbescheide nach Ma&szlig;gabe ihres nationalen Rechts in ihrem Hoheitsgebiet zustellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Auf der Grundlage des Art. 26 DBA Spanien wurde im Jahr 2003 ebenfalls keine Zustellungshilfe durch spanische Beh&ouml;rden gew&auml;hrt, allerdings hat Spanien keine Einw&auml;nde gegen Zustellungen durch ausl&auml;ndische Auslandsvertretungen (hier: gem&auml;&szlig; &sect; 14 VwZG a.F.) auf seinem Territorium erhoben (vgl. H&ouml;ppner, in: Becker\/H&ouml;ppner\/Grotherr\/Kroppen, a.a.O., Art. 26 DBA Spanien Rz 1 und Art. 26 OECD-MA Rz 31; Engelschalk in Vogel\/ Lehner, a.a.O., Art. 26 Rz 9).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Demnach konnten im Jahr 2003 deutsche Steuerbescheide in Spanien nur &uuml;ber die deutschen Auslandsvertretungen gem&auml;&szlig; &sect; 14 VwZG a.F. zugestellt werden. Wenn das Aufenthaltsland des Zustellungsempf&auml;ngers bekannt, die konkrete Anschrift dort aber nicht bekannt war, war eine Auslandszustellung gem&auml;&szlig; &sect; 14 VwZG a.F. i.S. des &sect; 15 Abs. 1 Buchst. c VwZG a.F. unausf&uuml;hrbar, wenn mindestens ein zeitnaher gescheiterter Zustellungsversuch vorlag (vgl. z.B. BFH-Urteil in BFHE 109, 213, BStBl II 1973, 644; Beschluss des S&auml;chsischen FG vom 27. Oktober 2005&nbsp;&nbsp;3 V 248\/05, n.v.). Das FG hat f&uuml;r den Senat bindend festgestellt, dass das FA f&uuml;r den Einkommensteuerbescheid des Streitjahres &uuml;berhaupt keinen f&ouml;rmlichen Zustellungsversuch gem&auml;&szlig; &sect; 14 VwZG a.F. in Spanien unternommen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Im Streitfall ist der Einkommensteuerbescheid des Streitjahres somit erst durch die &Uuml;bergabe der Bescheidkopien an den Bevollm&auml;chtigten des Kl&auml;gers Ende April 2004 bekanntgegeben worden (vgl. zur Heilung des Zustellungsmangels durch &Uuml;bergabe einer Fotokopie des Steuerbescheids den Senatsbeschluss in BFH\/NV 2009, 195; BFH-Urteil in BFHE 192, 200, BStBl II 2000, 560). Hiergegen hat der Kl&auml;ger fristgerecht Einspruch erhoben. Das FG-Urteil ist demnach nicht zu beanstanden, soweit das FG die Einspruchsentscheidung aufgehoben hat. Das FA hat im Einspruchsverfahren den Einkommensteuerbescheid des Streitjahres nunmehr vollinhaltlich zu pr&uuml;fen (&sect; 367 Abs. 2 Satz 1 AO) und den Kl&auml;ger erneut zu bescheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Revision des FA ist auch insoweit unbegr&uuml;ndet, als das FA begehrt, das FG-Urteil hinsichtlich der Feststellung, die &ouml;ffentliche Zustellung des Einkommensteuerbescheids des Streitjahres sei unwirksam, aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Feststellungsklage unter Nr. 2 des Klageantrags ist zul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das Vorliegen der Sachurteilsvoraussetzungen hat der BFH als Revisionsgericht von Amts wegen in jeder Lage des Verfahrens zu pr&uuml;fen (BFH-Urteil vom 3. April 2008 IV R 54\/04, BFHE 220, 495, BStBl II 2008, 742, m.w.N.). Die sog. Subsidiarit&auml;t der Feststellungsklage (&sect; 41 Abs. 2 Satz 1 FGO) ist eine negative Sachentscheidungsvoraussetzung (BFH-Urteile vom 3. September 2009 IV R 38\/07, BFHE 226, 283, BStBl II 2010, 60; vom 10. Mai 1977 VII R 69\/76, BFHE 123, 94, BStBl II 1977, 785; Steinhauff in HHSp, &sect; 41 FGO Rz 350).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Gem&auml;&szlig; &sect; 41 Abs. 2 Satz 1 FGO kann eine Feststellung nicht begehrt werden, soweit der Kl&auml;ger seine Rechte durch eine Gestaltungs- oder Leistungsklage verfolgen kann. Dies gilt aufgrund der R&uuml;ckausnahme in &sect; 41 Abs. 2 Satz 2 FGO nicht, wenn die Feststellung der Nichtigkeit eines Verwaltungsakts begehrt wird. Die Voraussetzungen des &sect; 41 Abs. 2 Satz 2 FGO liegen auch im Streitfall vor. Der Senat schlie&szlig;t sich den &Uuml;berlegungen des FG Hamburg in der Entscheidung vom 14. August 2002 V 285\/01 (n.v.) an. In dieser Entscheidung hat das FG Hamburg erkannt, eine Feststellungsklage, die erhoben werde, um den Rechtsschein der ordnungsgem&auml;&szlig;en Bekanntgabe eines Verwaltungsakts zu beseitigen, sei gem&auml;&szlig; &sect; 41 Abs. 2 Satz 2 FGO wie eine Klage zu behandeln, die auf die Feststellung der Nichtigkeit eines bestimmten Verwaltungsakts gerichtet sei. Deshalb k&ouml;nne eine solche Feststellungsklage neben einer gegen den Bescheid gerichteten Anfechtungsklage erhoben werden. Die im Streitfall erhobene Feststellungsklage ist in entsprechender Anwendung dieses Grundsatzes neben der vom Kl&auml;ger erhobenen isolierten Anfechtungsklage zul&auml;ssig, obwohl die mit der Feststellungsklage begehrte Frage, ob die &ouml;ffentliche Zustellung wirksam war, zugleich als materielle Vorfrage im Rahmen der isolierten Anfechtungsklage gegen die Einspruchsentscheidung zu kl&auml;ren ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat in der Sache zutreffend die begehrte Feststellung ausgesprochen (vgl. oben unter II.2.a dd).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Revision ist schlie&szlig;lich auch unbegr&uuml;ndet, als sie sich gegen den Streitgegenstand unter Nr. 3 des Klageantrags richtet. Das Feststellungsbegehren ist insoweit aus denselben Erw&auml;gungen (wie unter II.3.a. dargelegt) zul&auml;ssig. Die revisionsgerichtliche Pr&uuml;fung beschr&auml;nkt sich aufgrund der begrenzten materiellen Beschwer des FA hinsichtlich dieses Streitgegenstandes auf die Frage, ob das FG zutreffend entschieden hat, dass der Einkommensteuerbescheid des Streitjahres erst bekanntgegeben worden ist, als das FA dem Bevollm&auml;chtigten des Kl&auml;gers Ende April 2004 die Bescheidkopie &uuml;bersandt hat (vgl. zur Beschwer des FA oben unter II.1.). Dies hat das FG in der Sache zutreffend bejaht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.12.2009, X R 54\/06 Ermittlungspflichten des FA vor einer &ouml;ffentlichen Zustellung wegen &quot;unbekannten Aufenthaltsorts&quot; &#8211; Materielle Beschwer des FA im Revisionsverfahren bei Antrag auf Aufhebung des gesamten FG-Urteils trotz teilweisen Obsiegens &#8211; Beurteilung der Erfolgsaussichten einer Auslandszustellung &#8211; Subsidiarit&auml;t der Feststellungsklage als negative Sachentscheidungsvoraussetzung &#8211; Feststellungsklage neben Anfechtungsklage bei gewollter Beseitigung eines &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-54-06-ermittlungspflichten-des-fa-vor-einer-oeffentlichen-zustellung-wegen-unbekannten-aufenthaltsorts-materielle-beschwer-des-fa-im-revisionsverfahren-bei-antrag-auf-aufhebung-des-gesamten-fg-urt\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;54\/06 &#8211; Ermittlungspflichten des FA vor einer &ouml;ffentlichen Zustellung wegen &quot;unbekannten Aufenthaltsorts&quot; &#8211; Materielle Beschwer des FA im Revisionsverfahren bei Antrag auf Aufhebung des gesamten FG-Urteils trotz teilweisen Obsiegens &#8211; Beurteilung der Erfolgsaussichten einer Auslandszustellung &#8211; Subsidiarit&auml;t der Feststellungsklage als negative Sachentscheidungsvoraussetzung &#8211; Feststellungsklage neben Anfechtungsklage bei gewollter Beseitigung eines Rechtsscheins<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-12786","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12786","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12786"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12786\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12786"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12786"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12786"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}