{"id":12788,"date":"2012-12-19T15:33:22","date_gmt":"2012-12-19T13:33:22","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12788"},"modified":"2012-12-19T15:33:22","modified_gmt":"2012-12-19T13:33:22","slug":"ii-r-37-08-abzugsfaehigkeit-der-kosten-einer-erbauseinandersetzung-als-nachlassverbindlichkeiten-begriff-der-auseinandersetzung-der-erbengemeinschaft-abzugsfaehigkeit-der-kosten-fuer-die-erstellung-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-37-08-abzugsfaehigkeit-der-kosten-einer-erbauseinandersetzung-als-nachlassverbindlichkeiten-begriff-der-auseinandersetzung-der-erbengemeinschaft-abzugsfaehigkeit-der-kosten-fuer-die-erstellung-de\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;37\/08 &#8211; Abzugsf&auml;higkeit der Kosten einer Erbauseinandersetzung als Nachlassverbindlichkeiten &#8211; Begriff der Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft &#8211; Abzugsf&auml;higkeit der Kosten f&uuml;r die Erstellung der Erbschaftsteuererkl&auml;rung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.12.2009, II R 37\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Abzugsf&auml;higkeit der Kosten einer Erbauseinandersetzung als Nachlassverbindlichkeiten &#8211; Begriff der Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft &#8211; Abzugsf&auml;higkeit der Kosten f&uuml;r die Erstellung der Erbschaftsteuererkl&auml;rung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die Kosten einer Erbauseinandersetzung sind gem&auml;&szlig; &sect; 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStG als Nachlassverbindlichkeiten abzugsf&auml;hig. Dazu geh&ouml;ren auch die Aufwendungen f&uuml;r die Bewertung der im Nachlass befindlichen Grundst&uuml;cke durch Sachverst&auml;ndige.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist aufgrund gesetzlicher Erbfolge Miterbe zu 1\/4 seines im Dezember 1997 verstorbenen Onkels. Zum Nachlass geh&ouml;rte u.a. umfangreicher Grundbesitz. Es kam zu einer teilweisen Erbauseinandersetzung zwischen den Miterben, insbesondere hinsichtlich des Grundbesitzes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber&uuml;cksichtigte bei der Festsetzung der Erbschaftsteuer in H&ouml;he von 2.802.404,09 EUR gegen den Kl&auml;ger von den zum Abzug nach &sect; 10 Abs. 5 Nr. 3 Satz 1 des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes (ErbStG) geltend gemachten Aufwendungen f&uuml;r die Erbauseinandersetzung lediglich die auf den Kl&auml;ger entfallenden Gerichtskosten f&uuml;r den grundbuchamtlichen Vollzug der Teilerbauseinandersetzung &uuml;ber Immobilien in H&ouml;he von 1.773,50 DM. Die Sachverst&auml;ndigenkosten f&uuml;r die zur Vorbereitung der Erbauseinandersetzung und der Erbschaftsteuererkl&auml;rung vorgenommene Ermittlung der Grundst&uuml;ckswerte sowie die anl&auml;sslich der Erbauseinandersetzung angefallenen Notariats- und Rechtsanwaltskosten und weiteren Gerichtskosten lie&szlig; das FA nicht zum Abzug zu (&Auml;nderungsbescheid vom 28. Januar 2005). Der Einspruch blieb insoweit erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Klage beantragte der Kl&auml;ger, Sachverst&auml;ndigenkosten in H&ouml;he von 274.964 DM und Notariats- und weitere Gerichtskosten anl&auml;sslich der Teilerbauseinandersetzung &uuml;ber Immobilien in H&ouml;he von insgesamt 106.169,70 DM jeweils zu 1\/4 sowie ihm pers&ouml;nlich entstandene Rechtsanwaltskosten f&uuml;r die Erbauseinandersetzung in H&ouml;he von 321.815 DM in voller H&ouml;he bei der Ermittlung des Werts des Erwerbs abzuziehen und die Erbschaftsteuer demgem&auml;&szlig; um 68.533,26 EUR auf 2.733.870,83 EUR herabzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage durch das in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2008, 1905 ver&ouml;ffentlichte Urteil mit der Begr&uuml;ndung ab, zu den nach &sect; 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStG abziehbaren Kosten z&auml;hlten nur die unmittelbar mit der Erf&uuml;llung des Erblasserwillens zusammenh&auml;ngenden und daher nicht auf einem eigenen Willensentschluss des oder der Erben beruhenden Aufwendungen. Dies entspreche der st&auml;ndigen h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung (zuletzt Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 20. Juni 2007 II R 29\/06, BFHE 217, 187, BStBl II 2007, 722). Grund f&uuml;r diese Rechtsprechung sei die sich aus &sect; 10 Abs. 8 ErbStG ergebende Nichtabziehbarkeit der eigenen Erbschaftsteuer. Der Erbe solle seine eigene Erbschaftsteuerschuld nicht durch Aufwendungen mindern k&ouml;nnen, die nicht durch letztwillige Verf&uuml;gungen des Erblassers veranlasst seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision macht der Kl&auml;ger neben der R&uuml;ge von Verfahrensm&auml;ngeln geltend, die Vorentscheidung beruhe auf einer unrichtigen Anwendung von &sect; 10 Abs. 5 Nr. 3 und Abs. 8 ErbStG. Die f&uuml;r die Erbauseinandersetzung entstandenen Kosten stellten unmittelbar mit der Verteilung des Nachlasses im Zusammenhang stehende Aufwendungen und somit nach &sect; 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStG zu ber&uuml;cksichtigende Kosten dar. Die anwaltlich beratenen und vertretenen Miterben h&auml;tten von Anfang an eine zeitnahe Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft angestrebt, insbesondere hinsichtlich der zahlreichen Immobilien. Um eine wertgerechte Verteilung der Immobilien zu Alleineigentum der Miterben vornehmen zu k&ouml;nnen, seien die Immobilien durch einen Sachverst&auml;ndigen bewertet worden. Um die Grundst&uuml;cke gem&auml;&szlig; dieser Bewertung auf die Miterben verteilen zu k&ouml;nnen, habe eine notarielle Urkunde erstellt werden m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und die Erbschaftsteuer unter &Auml;nderung des angefochtenen Erbschaftsteuerbescheids in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 28. Januar 2005 auf 2.733.870,83 EUR herabzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Vorentscheidung weise keine Verfahrensm&auml;ngel auf und sei auch in der Sache zutreffend. Nach &sect; 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStG seien nur die unmittelbar mit der Erf&uuml;llung des Erblasserwillens zusammenh&auml;ngenden und daher nicht auf einem eigenen Willensentschluss des oder der Erben beruhenden Kosten abziehbar. Die vom Kl&auml;ger geltend gemachten Aufwendungen seien danach nicht abzugsf&auml;hig. Sie beruhten auf der dem Erbfall nachfolgenden, vom Willen des Erblassers abweichenden Erbauseinandersetzung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Das FG hat zu Unrecht angenommen, dass die vom Kl&auml;ger geltend gemachten Kosten dem Grunde nach nicht gem&auml;&szlig; &sect; 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStG abzugsf&auml;hig seien. Da das FG noch keine Feststellungen zur H&ouml;he der dem Kl&auml;ger entstandenen abziehbaren Kosten getroffen hat, war die Vorentscheidung aufzuheben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Soweit sich nicht aus &sect; 10 Abs. 6 bis 9 ErbStG etwas anderes ergibt, sind nach &sect; 10 Abs. 5 Nr. 3 Satz 1 ErbStG als Nachlassverbindlichkeiten abzugsf&auml;hig u.a. die Kosten, die dem Erwerber unmittelbar im Zusammenhang mit der Abwicklung, Regelung oder Verteilung des Nachlasses entstehen. Zu den Kosten f&uuml;r die &quot;Verteilung des Nachlasses&quot; geh&ouml;ren insbesondere die Aufwendungen f&uuml;r die Auseinandersetzung einer Erbengemeinschaft gem&auml;&szlig; &sect; 2042 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB). Unter Auseinandersetzung einer Erbengemeinschaft ist die Verteilung der Nachlassgegenst&auml;nde unter den Miterben nach Tilgung der Nachlassverbindlichkeiten zu verstehen. Durch diese Verteilung wird das Alleineigentum eines jeden Miterben an den ihm bei der Verteilung zugewiesenen Verm&ouml;gensgegenst&auml;nden begr&uuml;ndet und die nach dem Erbfall entstandene Gemeinschaft zur gesamten Hand (&sect; 2032 Abs. 1 BGB) aufgehoben. Der Begriff der Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft umfasst sowohl die mit ihr verbundenen schuldrechtlichen Vereinbarungen als auch deren dinglichen Vollzug (Palandt\/Edenhofer, B&uuml;rgerliches Gesetzbuch, Kommentar, 69. Aufl., &sect; 2042 Rz 1).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Als Kosten der Verteilung des Nachlasses geh&ouml;ren die unmittelbar im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft entstandenen Aufwendungen zu den nach &sect; 10 Abs. 5 Nr. 3 Satz 1 ErbStG abziehbaren Kosten (FG M&uuml;nchen, Beschluss vom 27. Februar 1996&nbsp;&nbsp;4 V 2089\/95, Umsatzsteuer- und Verkehrsteuer-Recht 1996, 248; Gebel in Troll\/Gebel\/J&uuml;licher, ErbStG, &sect; 10 Rz 213, 215; Kapp\/Ebeling, Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, Kommentar, &sect; 10 ErbStG Rz 118; Herrmann in Wilms\/Jochum, Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, &sect; 10 Rz 137 f.; Meincke, Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, Kommentar, 15. Aufl., &sect; 10 Rz 44; Tetens in R&ouml;dl\/Prei&szlig;er u.a., Erbschaft- und Schenkungsteuer, Kompakt-Kommentar, 2009, &sect; 10 Kap. 6.4.4; Szczesny in Tiedtke, ErbStG, 2009, &sect; 10 Rz 64; J&uuml;ptner in Fischer\/J&uuml;ptner\/Pahlke, ErbStG, 2009, &sect; 10 Rz 211;&cedil; Schuck in Viskorf\/Knobel\/Schuck, Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, Bewertungsgesetz, 3. Aufl., &sect; 10 ErbStG Rz 100; Moench\/Weinmann, Erbschaft- und Schenkungsteuer, &sect; 10 Rz 79; H&ouml;gl in G&uuml;rsching\/Stenger, Bewertungsrecht, &sect; 10 ErbStG Rz 124). Soweit nicht letztwillige Verf&uuml;gungen des Erblassers nach &sect; 2044 BGB oder die in &sect;&sect; 2043 und 2045 BGB geregelten Gr&uuml;nde der Erbauseinandersetzung vor&uuml;bergehend entgegenstehen, entspricht diese einer ordnungsgem&auml;&szlig;en Abwicklung und Regelung des Nachlasses. Die Erbengemeinschaft ist nicht auf Dauer angelegt, sondern auf Auseinandersetzung gerichtet (Urteil des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; vom 11. September 2002 XII ZR 187\/00, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 2002, 3389; BGH-Beschluss vom 17. Oktober 2006 VIII ZB 94\/05, NJW 2006, 3715).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zu den danach zu ber&uuml;cksichtigenden Kosten der Erbauseinandersetzung z&auml;hlen insbesondere die Aufwendungen f&uuml;r die durch einen Sachverst&auml;ndigen vorgenommene Bewertung der Nachlassgegenst&auml;nde, wenn diese auf der Grundlage der Bewertung in das Alleineigentum einzelner Miterben &uuml;bertragen werden sollen, ferner die f&uuml;r die &Uuml;bertragung der Nachlassgegenst&auml;nde, insbesondere von Grundbesitz, auf die Miterben entstandenen Notariats- und Gerichtskosten, die Aufwendungen f&uuml;r die anwaltliche Beratung und au&szlig;ergerichtliche und gerichtliche Vertretung der Miterben bei der Erbauseinandersetzung sowie die bei einem etwaigen Rechtsstreit der Miterben &uuml;ber die Auseinandersetzung angefallenen Gerichtskosten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die Abziehbarkeit der unmittelbar mit der Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft im Zusammenhang stehenden Kosten nach &sect; 10 Abs. 5 Nr. 3 Satz 1 ErbStG spielt es keine Rolle, ob die Erbengemeinschaft aufgrund gesetzlicher Erbfolge oder der Einsetzung mehrerer Erben durch den Erblasser entstanden ist und ob der Erblasser nach &sect; 2048 BGB Teilungsanordnungen verf&uuml;gt hat oder ob die Erbauseinandersetzung auf einer Vereinbarung oder dem Ergebnis eines Rechtsstreits der Miterben beruht. F&uuml;r eine Unterscheidung dieser Fallgruppen bietet &sect; 10 Abs. 5 Nr. 3 Satz 1 ErbStG keine Grundlage. Diese Vorschrift macht die Abziehbarkeit der Kosten nur davon abh&auml;ngig, dass sie dem Erwerber unmittelbar im Zusammenhang mit der Abwicklung, Regelung oder Verteilung des Nachlasses entstehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieser Beurteilung steht entgegen der Ansicht des FG die bisherige Rechtsprechung des BFH nicht entgegen. Nach dem BFH-Urteil in BFHE 217, 187, BStBl II 2007, 722 sind die vom Erben aufgewendeten Kosten f&uuml;r einen Rechtsstreit, der die von ihm zu tragende eigene Erbschaftsteuer betrifft, nicht gem&auml;&szlig; &sect; 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStG abzugsf&auml;hig. Dies ergibt sich aus &sect; 10 Abs. 8 ErbStG, wonach die vom Erwerber zu entrichtende eigene Erbschaftsteuer nicht als Nachlassverbindlichkeit i.S. des &sect; 10 Abs. 5 ErbStG abzugsf&auml;hig ist. Nach der dem &sect; 10 Abs. 8 ErbStG zugrunde liegenden Wertung erstreckt sich das Abzugsverbot auch auf die einem Erwerber entstehenden Rechtsverfolgungskosten, die er zur Abwehr der von ihm zu entrichtenden eigenen Erbschaftsteuer aufwendet (ebenso BFH-Urteil vom 1. Juli 2008 II R 71\/06, BFHE 222, 63, BStBl II 2008, 874, unter II.2.b bb). Bei den Kosten einer Erbauseinandersetzung geht es demgegen&uuml;ber nicht um Rechtsverfolgungskosten zur Abwehr der von den Erben zu entrichtenden eigenen Erbschaftsteuer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass nur die unmittelbar mit der Erf&uuml;llung des Erblasserwillens zusammenh&auml;ngenden und daher nicht auf einem eigenen Willensentschluss des oder der Erben beruhenden Kosten nach &sect; 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStG abziehbar seien, wie das FG annimmt, l&auml;sst sich der Vorschrift nicht entnehmen. Wie der BFH bereits entschieden hat (BFH-Urteil in BFHE 222, 63, BStBl II 2008, 874, unter II.2.b bb), sind die dem Alleinerben entstandenen Gutachterkosten f&uuml;r die Ermittlung des Verkehrswerts eines zum Nachlass geh&ouml;renden Grundst&uuml;cks nach &sect; 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStG abzugsf&auml;hig, wenn diese in einem zivilrechtlichen Klageverfahren eines Pflichtteilsberechtigten gegen den Erben angefallen sind. Dass der Zivilprozess nicht auf dem Willen des Erblassers beruhte, hat der BFH nicht als entscheidend angesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus dem vom FA angef&uuml;hrten BFH-Urteil vom 28. Juni 1995 II R 89\/92 (BFHE 178, 214, BStBl II 1995, 786) ergibt sich ebenfalls nichts anderes. Der BFH hat in dieser Entscheidung den Abzug der Aufwendungen f&uuml;r eine Erbauseinandersetzung nicht abgelehnt, sondern ausgef&uuml;hrt, dem Erben bei der ordnungsgem&auml;&szlig;en Abwicklung, Regelung oder Verteilung des auf ihn &uuml;bergegangenen Nachlasses entstehende Aufwendungen seien nach &sect; 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStG abziehbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die vom Kl&auml;ger geltend gemachten Aufwendungen sind daher dem Grunde nach gem&auml;&szlig; &sect; 10 Abs. 5 Nr. 3 Satz 1 ErbStG abziehbar, soweit sie, wie von ihm vorgetragen, in unmittelbarem Zusammenhang mit der Erbauseinandersetzung und somit der Verteilung des Nachlasses im Sinne dieser Vorschrift stehen. Der vollen Abziehbarkeit des vom Kl&auml;ger getragenen Anteils an den Sachverst&auml;ndigenkosten f&uuml;r die Ermittlung der Grundst&uuml;ckswerte steht nicht entgegen, dass die Bewertung der Grundst&uuml;cke nach den Angaben des Kl&auml;gers nicht nur der Vorbereitung der Erbauseinandersetzung, sondern auch der Abgabe der Erbschaftsteuererkl&auml;rung gedient hat. Zum einen &auml;ndert diese weitere Zwecksetzung nichts am unmittelbaren Zusammenhang der Kosten mit der Verteilung des Nachlasses. Zum anderen z&auml;hlen die Kosten der Erstellung der Erbschaftsteuererkl&auml;rung zu den nach &sect; 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStG abziehbaren Kosten (ebenso H 29 der Erbschaftsteuer-Richtlinien 1999\/2003).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da das FG von einer anderen Ansicht ausgegangen ist, war die Vorentscheidung aufzuheben. Auf die vom Kl&auml;ger erhobenen Verfahrensr&uuml;gen braucht danach nicht eingegangen zu werden (BFH-Urteil in BFHE 222, 63, BStBl II 2008, 874, unter II.2.b dd).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Sache ist nicht spruchreif. Das FG hat noch keine Feststellungen zur H&ouml;he der vom Kl&auml;ger getragenen und dem Grunde nach gem&auml;&szlig; &sect; 10 Abs. 5 Nr. 3 Satz 1 ErbStG abziehbaren Kosten der Erbauseinandersetzung getroffen. Diese Feststellungen werden nunmehr nachzuholen sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.12.2009, II R 37\/08 Abzugsf&auml;higkeit der Kosten einer Erbauseinandersetzung als Nachlassverbindlichkeiten &#8211; Begriff der Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft &#8211; Abzugsf&auml;higkeit der Kosten f&uuml;r die Erstellung der Erbschaftsteuererkl&auml;rung Leits&auml;tze Die Kosten einer Erbauseinandersetzung sind gem&auml;&szlig; &sect; 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStG als Nachlassverbindlichkeiten abzugsf&auml;hig. Dazu geh&ouml;ren auch die Aufwendungen f&uuml;r die Bewertung der &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-37-08-abzugsfaehigkeit-der-kosten-einer-erbauseinandersetzung-als-nachlassverbindlichkeiten-begriff-der-auseinandersetzung-der-erbengemeinschaft-abzugsfaehigkeit-der-kosten-fuer-die-erstellung-de\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;37\/08 &#8211; Abzugsf&auml;higkeit der Kosten einer Erbauseinandersetzung als Nachlassverbindlichkeiten &#8211; Begriff der Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft &#8211; Abzugsf&auml;higkeit der Kosten f&uuml;r die Erstellung der Erbschaftsteuererkl&auml;rung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-12788","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12788","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12788"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12788\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12788"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12788"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12788"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}