{"id":12817,"date":"2012-12-20T02:51:34","date_gmt":"2012-12-20T00:51:34","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12817"},"modified":"2012-12-20T02:51:34","modified_gmt":"2012-12-20T00:51:34","slug":"vii-b-174-08-wer-ist-bei-kurzzeitiger-verpachtung-milcherzeuger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-174-08-wer-ist-bei-kurzzeitiger-verpachtung-milcherzeuger\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;174\/08 &#8211; Wer ist bei kurzzeitiger Verpachtung Milcherzeuger?"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.8.2009, VII B 174\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Wer ist bei kurzzeitiger Verpachtung Milcherzeuger?<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) hat den von ihm zur Milchbewirtschaftung genutzten landwirtschaftlichen Betrieb f&uuml;r mehrere Jahre zwei anderen Landwirten jeweils f&uuml;r einen Teilzeitraum des Milchwirtschaftsjahres, n&auml;mlich f&uuml;r den Monat Dezember bzw. die Monate April bis Juni verpachtet. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Hauptzollamt) sieht den Kl&auml;ger gleichwohl als Erzeuger der gesamten auf dem Hof produzierten Milch an; deshalb sind wegen &Uuml;berlieferung der betrieblichen Referenzmenge f&uuml;r die Milchwirtschaftsjahre 2001\/02 und 2003\/04 Anmeldungen &uuml;ber insgesamt ca. 100.000 EUR Milchabgabe ergangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die dagegen erhobene Klage hat das Finanzgericht (FG) im zweiten Rechtsgang als unbegr&uuml;ndet abgewiesen, weil es nach Beweiserhebung zu der &Uuml;berzeugung gelangt ist, dass es die Gesamtw&uuml;rdigung der Verh&auml;ltnisse nicht zulasse, die P&auml;chter als Erzeuger der in der Pachtzeit an die Molkerei gelieferten Milchmengen anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen die Nichtzulassung der Revision in diesem Urteil richtet sich die Beschwerde des Kl&auml;gers.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde (&sect; 116 Abs. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) ist &#8211;sofern man ihrem Vorbringen eine Darlegung eines Revisionszulassungsgrundes (&sect; 115 Abs. 2 FGO), die den Anforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO gen&uuml;gt, &uuml;berhaupt entnehmen kann und die Beschwerde nicht mangels solcher Darlegungen als unzul&auml;ssig ansehen muss&#8211; jedenfalls unbegr&uuml;ndet, weil keiner der in &sect; 115 Abs. 2 FGO aufgef&uuml;hrten Revisionszulassungsgr&uuml;nde vorliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Beschwerde misst der Rechtssache zu Unrecht grunds&auml;tzliche Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Grunds&auml;tzliche Bedeutung hat eine Rechtssache, wenn in dem angestrebten Revisionsverfahren voraussichtlich eine &uuml;ber den Entscheidungsfall hinaus bedeutsame Rechtsfrage gekl&auml;rt werden kann. Eine solche Rechtsfrage l&auml;sst sich dem Beschwerdevorbringen indes nicht entnehmen und ist auch sonst nicht erkennbar. Die Ma&szlig;st&auml;be, anhand derer zu beurteilen ist, ob &#8211;insbesondere bei kurzzeitigen Pachtvertr&auml;gen&#8211; die Erzeugerstellung von dem Hofeigent&uuml;mer auf den P&auml;chter &uuml;bergeht, hat der beschlie&szlig;ende Senat, wie die Beschwerde selbst vortr&auml;gt, u.a. in dem im ersten Rechtsgang ergangenen Urteil vom 25. September 2007 VII R 28\/06 (BFHE 218, 448, Zeitschrift f&uuml;r Z&ouml;lle und Verbrauchsteuern 2007, 329) eingehend dargestellt. Er hat insbesondere hervorgehoben, dass sich nicht anhand eines einzigen oder einiger weniger positiver oder negativer Merkmale feststellen l&auml;sst, ob jemand Milcherzeuger geworden oder die Milcherzeugerstellung bei dem Verp&auml;chter verblieben ist, sondern dass dies eine umfassende Feststellung und abw&auml;gende W&uuml;rdigung der Merkmale erfordert, die f&uuml;r eine solche Stellung typisch bzw. untypisch sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Welche Rechtsfrage dar&uuml;ber hinaus in dem von der Beschwerde angestrebten Revisionsverfahren gekl&auml;rt werden soll, ist dem Beschwerdevorbringen nicht zu entnehmen. Die insoweit formulierte Frage, &quot;unter welchen Voraussetzungen im Fall der streitgegenst&auml;ndlichen Pachtvertr&auml;ge eine Zurechnung der ermolkenen Referenzmenge zu den P&auml;chtern stattfinden kann&quot;, bezieht sich zum einen ersichtlich auf die konkreten Umst&auml;nde des Streitfalls &#8211;ist also nicht rechtsgrunds&auml;tzlich bedeutsam&#8211; und ist zum anderen, wie auf der Hand liegt, zu allgemein, um in einem Revisionsverfahren gekl&auml;rt werden zu k&ouml;nnen. Auch aus dem Vorbringen der Beschwerde, der Fall sei &quot;exemplarisch&quot; f&uuml;r den &Uuml;bergang der Erzeugerstellung auf einen anderen, der einen Betrieb kurzzeitig gepachtet hat, und er werfe die Frage auf, ob die von dem beschlie&szlig;enden Senat grunds&auml;tzlich bejahte M&ouml;glichkeit, durch einen entsprechenden Pachtvertrag die Milcherzeugerstellung auf einen anderen zu &uuml;bertragen, einen praktischen Anwendungsbereich hat, ergibt sich keine rechtlich hinreichend konkrete, kl&auml;rungsf&auml;hige Rechtsfrage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Soweit die Beschwerde sinngem&auml;&szlig; geltend macht, die W&uuml;rdigung der Verh&auml;ltnisse in dem Urteil des FG sei &quot;denkgesetzwidrig&quot;, nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme habe n&auml;mlich nur in Betracht kommen k&ouml;nnen, die P&auml;chter als Milcherzeuger anzusehen, kann dies ebenfalls nicht zur Zulassung der Revision f&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die tats&auml;chliche W&uuml;rdigung des FG und die &#8211;in erster Linie ihm vorbehaltene&#8211; Anwendung eines Typbegriffs wie des Begriffs des Milcherzeugers auf einen konkreten Streitfall unter umfassender W&uuml;rdigung der daf&uuml;r ma&szlig;geblichen Verh&auml;ltnisse ist zwar nicht jeder revisionsrechtlichen Pr&uuml;fung entzogen. Ihre Fehlerhaftigkeit kann nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2&nbsp;&nbsp;2. Alternative FGO zur Zulassung einer Revision jedoch nur dann f&uuml;hren, wenn sie unter keinem erdenklichen Gesichtspunkt nachvollziehbar und vertretbar, also &quot;objektiv willk&uuml;rlich&quot; ist. Dass es im Streitfall so w&auml;re, will die Beschwerde zwar m&ouml;glicherweise behaupten, ohne es jedoch in substantiierter Weise f&uuml;r den beschlie&szlig;enden Senat nachvollziehbar darzulegen. Es ist auch zweifellos nicht der Fall. Das FG hat vielmehr unter umfassender und eingehender W&uuml;rdigung der Verh&auml;ltnisse des Streitfalls eine abgewogene W&uuml;rdigung der Verh&auml;ltnisse vorgenommen und ist zu dem &#8211;m&ouml;glicherweise nicht zwingenden, aber allemal m&ouml;glichen&#8211; Ergebnis gelangt, dass der Kl&auml;ger auch in den Pachtzeiten Erzeuger der auf seinem Hof produzierten Milch geblieben sei. Wenn die Beschwerde insofern die Zulassung der Revision h&auml;tte erstreiten wollen, h&auml;tte sie konkret die &#8211;vom FG festgestellten&#8211; Umst&auml;nde benennen m&uuml;ssen, die das FG &uuml;berhaupt nicht oder in einer zu ihrer wirklichen Bedeutung offenkundig au&szlig;er Verh&auml;ltnis stehenden Weise ber&uuml;cksichtigt hat; sie h&auml;tte mit anderen Worten plausibel machen m&uuml;ssen, warum es bei willk&uuml;rfreier Rechtsanwendung v&ouml;llig ausgeschlossen ist, den Kl&auml;ger als Milcherzeuger anzusehen. Dass dies der Beschwerdeschrift zu entnehmen w&auml;re, kann offensichtlich keine Rede sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 26.8.2009, VII B 174\/08 Wer ist bei kurzzeitiger Verpachtung Milcherzeuger? Tatbestand 1&nbsp; I. 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