{"id":12818,"date":"2012-12-19T15:41:18","date_gmt":"2012-12-19T13:41:18","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12818"},"modified":"2012-12-19T15:41:18","modified_gmt":"2012-12-19T13:41:18","slug":"v-r-8-09-zur-steuerfreiheit-von-ausfuhrlieferungen-ermessensreduzierung-auf-null-im-billigkeitsverfahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-8-09-zur-steuerfreiheit-von-ausfuhrlieferungen-ermessensreduzierung-auf-null-im-billigkeitsverfahren\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;8\/09 &#8211; Zur Steuerfreiheit von Ausfuhrlieferungen &#8211; Ermessensreduzierung auf Null im Billigkeitsverfahren"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.11.2009, V R 8\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur Steuerfreiheit von Ausfuhrlieferungen &#8211; Ermessensreduzierung auf Null im Billigkeitsverfahren<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) betreibt einen Kraftfahrzeughandel und beanspruchte in seiner Umsatzsteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr 2001 f&uuml;r den am 12. Juli 2001 erfolgten Verkauf eines PKW BMW X5 die Steuerfreiheit f&uuml;r eine Ausfuhrlieferung in ein Drittland. Das Fahrzeug wurde nach der Lieferung des Kl&auml;gers am 27. Oktober 2001 in der Ukraine angemeldet und danach dort mehrfach umgemeldet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erkannte die Steuerfreiheit der Lieferung nicht an, weil der Zollstempel auf dem Ausfuhrnachweis nach einem Gutachten des Zollkriminalamtes vom 11. M&auml;rz 2002 gef&auml;lscht war. Das Zollkriminalamt stellte fest, dass der EG-Dienststempel &quot;Hauptzollamt A (&#8230;) 282 am 25. Juni 2001 ung&uuml;ltig geworden sei&quot;. Au&szlig;erdem sei die vorgeschriebene Stempelfarbe &quot;Zollblau&quot; nicht verwendet worden, die Kontrollzahl entspreche nicht der vorgeschriebenen Angabe f&uuml;r den Zeitraum und die Randkerben seien nicht richtig wiedergegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA setzte mit Bescheid vom 17. Juni 2002 die Umsatzsteuer f&uuml;r 2001 entsprechend fest. Im Rahmen des Einspruchsverfahrens behandelte das FA zwei Fahrzeuglieferungen des Kl&auml;gers an die spanische Firma B nicht als steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung, weil es sich bei B um einen sog. &quot;Missing Trader&quot; gehandelt habe. B sei eine zwar rechtlich existente, aber wirtschaftlich inaktive Firma gewesen. Mit Bescheid vom 4. August 2004 setzte das FA die Umsatzsteuer f&uuml;r 2001 entsprechend ge&auml;ndert fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Klageverfahren behandelte das FA eine weitere Fahrzeuglieferung des Kl&auml;gers an die italienische Firma E nicht als steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung, sondern als steuerpflichtigen Umsatz, weil aufgrund von Ermittlungen der Steuerfahndungsstelle ebenfalls davon auszugehen sei, dass es sich bei E um einen &quot;Missing Trader&quot; gehandelt habe. Dem folgend setzte das FA mit Umsatzsteuerbescheid vom 18. April 2006 und 17. Mai 2006 die Umsatzsteuer f&uuml;r 2001 entsprechend fest und hob den Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage sowohl hinsichtlich der Steuerfreiheit der innergemeinschaftlichen Lieferungen als auch hinsichtlich der Ausfuhrlieferung statt. Zur Begr&uuml;ndung der Steuerfreiheit der Ausfuhrlieferung f&uuml;hrte es im Wesentlichen aus, der Kl&auml;ger k&ouml;nne zwar keinen ordnungsgem&auml;&szlig;en Ausfuhrnachweis vorlegen, weil der Zollstempel auf dem Ausfuhrnachweis nach einem Gutachten des Zollkriminalamtes vom 11. M&auml;rz 2002 gef&auml;lscht gewesen sei. Er habe aber auf Richtigkeit des Zollstempels vertrauen d&uuml;rfen. Es gebe keinen Anhaltspunkt daf&uuml;r, dass der Kl&auml;ger habe erkennen k&ouml;nnen, dass der mit einer anderen Farbe versehene Zollstempel am 25. Juni 2001 ung&uuml;ltig geworden sei, die Kontrollzahl nicht der vorgeschriebenen Angabe f&uuml;r den Zeitraum entsprochen habe und die Randkerben nicht richtig wiedergegeben seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil ist ver&ouml;ffentlicht in &quot;Entscheidungen der Finanzgerichte&quot; 2009, 525.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision macht das FA Verletzung materiellen Rechts geltend, soweit das FG die Lieferung des PKW BMW X5 in die Ukraine als steuerfreie Ausfuhrlieferung behandelt hat. Zur Begr&uuml;ndung tr&auml;gt es im Wesentlichen vor, f&uuml;r eine analoge Anwendung der f&uuml;r innergemeinschaftliche Lieferungen geltenden Regelung des &sect; 6a Abs. 4 des Umsatzsteuergesetzes 1999 (UStG) auf Ausfuhrlieferungen gebe es keinen Raum, weil keine planwidrige Gesetzesl&uuml;cke vorliege, die im Wege der Analogie zu schlie&szlig;en sei. Einen Schutz des guten Glaubens sehe das UStG nicht vor. Auch das Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Gemeinschaften (EuGH) in der Rechtssache C-271\/06 vom 21. Februar 2008, &quot;Netto Supermarkt&quot; (Slg. 2008, I-771, BFH\/NV Beilage 2008, 199) f&uuml;hre zu keinem anderen Ergebnis, weil dieser Entscheidung ein au&szlig;ergew&ouml;hnlicher Sachverhalt im nichtkommerziellen Warenverkehr zugrunde gelegen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das Urteil des FG vom 24. April 2008&nbsp;&nbsp;14 K 4628\/05 insoweit aufzuheben, als das FG die Lieferung des PKW BMW X5 in die Ukraine als steuerfreie Ausfuhrlieferung behandelt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er verteidigt die Vorentscheidung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG (&sect; 126 Abs. 3 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Feststellungen des FG reichen nicht aus, um zu entscheiden, ob es sich bei der Lieferung des PKW BMW X5 um eine nach &sect; 4 Nr. 1 Buchst. a, &sect; 6 Abs. 1 UStG steuerfreie Ausfuhrlieferung gehandelt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Zwar sind die an eine Steuerbefreiung nach &sect; 4 Nr. 1 Buchst. a, &sect; 6 Abs. 1 UStG zu stellenden Nachweisanforderungen nicht erf&uuml;llt (siehe dazu unter II.2.). Die Steuerbefreiung greift aber dennoch ein, wenn trotz der Nichterf&uuml;llung der Nachweispflichten aufgrund der objektiven Beweislage feststeht, dass die materiellen Voraussetzungen einer steuerfreien Ausfuhrlieferung nach &sect; 6 Abs. 1 bis Abs. 3a UStG vorliegen (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 28. Mai 2009 V R 23\/08, BFH\/NV 2009, 1565). Hierf&uuml;r k&ouml;nnte die Formulierung im Tatbestand des FG-Urteils, dass das Fahrzeug nach der Lieferung &quot;&#8230; in der Ukraine angemeldet und danach dort mehrfach umgemeldet worden &#8230;&quot; ist, sprechen. Das FG wird konkrete Feststellungen zu der Frage, ob die Verbringung und der Verbleib des Fahrzeugs im Drittland auch ohne Ausfuhrnachweis feststeht, nachholen m&uuml;ssen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Sollte das nicht der Fall sein, wird das FG bei seiner erneuten Entscheidung Folgendes zu ber&uuml;cksichtigen haben:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine steuerfreie Ausfuhrlieferung liegt gem&auml;&szlig; &sect; 6 Abs. 1 Nr. 2 UStG vor, wenn bei einer Lieferung der Abnehmer den Gegenstand der Lieferung in das Drittlandgebiet, ausgenommen Gebiete nach &sect; 1 Abs. 3 UStG, bef&ouml;rdert oder versendet hat und ein ausl&auml;ndischer Abnehmer ist. Gem&auml;&szlig; &sect; 6 Abs. 4 UStG m&uuml;ssen die Voraussetzungen u.a. des &sect; 6 Abs. 1 UStG vom Unternehmer nachgewiesen werden. Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) kann mit Zustimmung des Bundesrates durch Rechtsverordnung bestimmen, wie der Unternehmer die Nachweise zu f&uuml;hren hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das BMF hat von der Erm&auml;chtigung des &sect; 6 Abs. 4 UStG in &sect; 8 Abs. 1 der Umsatzsteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung Gebrauch gemacht. Danach muss bei Ausfuhrlieferungen der Unternehmer im Geltungsbereich dieser Verordnung durch Belege nachweisen, dass er oder der Abnehmer den Gegenstand der Lieferung in das Drittlandgebiet bef&ouml;rdert oder versendet hat (Ausfuhrnachweis). Das muss sich aus den Belegen eindeutig und leicht nachpr&uuml;fbar ergeben. Diese Voraussetzungen sind hinsichtlich des streitigen Umsatzes nicht erf&uuml;llt, weil der Ausfuhrnachweis gef&auml;lscht war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine analoge Anwendung des &sect; 6a Abs. 4 UStG auf Ausfuhrlieferungen kommt nicht in Betracht. Zum einen hat der liefernde Unternehmer bei der Ausfuhrlieferung, anders als bei der innergemeinschaftlichen Lieferung, die M&ouml;glichkeit, durch Ausfuhrbelege nachzuweisen, dass der Gegenstand in ein anderes Land verbracht worden ist. Dar&uuml;ber hinaus kommt die analoge Anwendung der Regelung &uuml;ber die Steuerschuld des Abnehmers in &sect; 6a Abs. 4 Satz 2 UStG, die in untrennbarem Zusammenhang mit der Vertrauensschutzregelung des &sect; 6a Abs. 4 Satz 1 UStG steht, nicht in Betracht (BFH-Urteil vom 30. Juli 2008 V R 7\/03, BFHE 223, 372, BFH\/NV 2009, 438).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Da aber der leistende Unternehmer bei der Ausfuhrlieferung dann vor einer mit dem innergemeinschaftlich Liefernden vergleichbaren Situation steht, wenn die f&uuml;r die Befreiung erforderliche Mitwirkung des Abnehmers (hier die Vorlage des Ausfuhrnachweises &#8211;Beleg der Zollstelle&#8211;) manipuliert ist und der leistende Unternehmer die Unrichtigkeit dieser &quot;Angabe&quot; des Abnehmers auch bei Beachtung der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns nicht erkennen konnte, kommt ein Erlass aus Billigkeitsgr&uuml;nden in Betracht. Ob die Grunds&auml;tze des Vertrauensschutzes die Gew&auml;hrung der Steuerbefreiung gebieten, obwohl die Voraussetzungen einer Ausfuhrlieferung i.S. des &sect; 6 Abs. 1 UStG nicht erf&uuml;llt sind, kann nur im Billigkeitsverfahren, nicht aber im hier vorliegenden Festsetzungsverfahren entschieden werden (ausf&uuml;hrlich BFH-Urteil in BFHE 223, 372, BFH\/NV 2009, 438). Auch wenn sich der Steuerpflichtige bereits im Festsetzungsverfahren auf Vertrauensschutzgesichtspunkte beruft, sind diese deshalb grunds&auml;tzlich gem&auml;&szlig; &sect; 163 der Abgabenordnung im Billigkeitsverfahren zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. In einem etwaigen Billigkeitsverfahren wird zu ber&uuml;cksichtigen sein, dass das Verwaltungsermessen hinsichtlich der Gew&auml;hrung einer Billigkeitsma&szlig;nahme auf Null reduziert ist, wenn der Steuerpflichtige alle ihm zu Gebote stehenden zumutbaren Ma&szlig;nahmen ergriffen hat, um sicherzustellen, dass die von ihm get&auml;tigten Ums&auml;tze nicht zu einer Beteiligung an einer Steuerhinterziehung f&uuml;hren. Zur Sicherstellung einer richtlinienkonformen Anwendung des nationalen Rechts besteht auch unter Beachtung von &sect; 102 FGO eine insoweit uneingeschr&auml;nkte &Uuml;berpr&uuml;fbarkeit der Ermessensentscheidung des FA durch das FG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.11.2009, V R 8\/09 Zur Steuerfreiheit von Ausfuhrlieferungen &#8211; Ermessensreduzierung auf Null im Billigkeitsverfahren Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) betreibt einen Kraftfahrzeughandel und beanspruchte in seiner Umsatzsteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr 2001 f&uuml;r den am 12. 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