{"id":12829,"date":"2012-12-19T15:36:36","date_gmt":"2012-12-19T13:36:36","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12829"},"modified":"2012-12-19T15:36:36","modified_gmt":"2012-12-19T13:36:36","slug":"iii-r-84-07-nachweis-des-ernsthaften-bemuehens-um-einen-ausbildungsplatz-bei-vergabe-der-studienplaetze-durch-zvs-rueckforderung-von-kindergeld-bei-weiterleitung-an-vorrangig-berechtigten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-84-07-nachweis-des-ernsthaften-bemuehens-um-einen-ausbildungsplatz-bei-vergabe-der-studienplaetze-durch-zvs-rueckforderung-von-kindergeld-bei-weiterleitung-an-vorrangig-berechtigten\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;84\/07 &#8211; Nachweis des ernsthaften Bem&uuml;hens um einen Ausbildungsplatz bei Vergabe der Studienpl&auml;tze durch ZVS &#8211; R&uuml;ckforderung von Kindergeld bei Weiterleitung an vorrangig Berechtigten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.11.2009, III R 84\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Nachweis des ernsthaften Bem&uuml;hens um einen Ausbildungsplatz bei Vergabe der Studienpl&auml;tze durch ZVS &#8211; R&uuml;ckforderung von Kindergeld bei Weiterleitung an vorrangig Berechtigten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) bezog f&uuml;r seine 1985 geborene Tochter (T), die im Juni 2005 ihr Abitur bestanden und sich anschlie&szlig;end um einen Studienplatz f&uuml;r Medizin beworben hatte, zun&auml;chst Kindergeld. Am 30. September 2005 teilte die Zentralstelle f&uuml;r die Vergabe von Studienpl&auml;tzen (ZVS) T mit, sie sei im Auswahlverfahren der Hochschulen zum Wintersemester 2005\/2006 nicht ber&uuml;cksichtigt worden. In der Folgezeit befand sich T f&uuml;r mehrere Wochen im Ausland, um ihre Englischkenntnisse zu verbessern. Bis zum 15. Januar 2006, dem Bewerbungsschluss bei der ZVS f&uuml;r das Sommersemester 2006, hatte sie sich nicht erneut um einen Studienplatz beworben. In der am 19. April 2006 bei der Beklagten und Revisionsbeklagten (Familienkasse) eingegangenen Erkl&auml;rung zu den Eink&uuml;nften und Bez&uuml;gen der T hei&szlig;t es, T werde ab dem Wintersemester 2006\/2007 eine Hochschulausbildung beginnen. Am 26. April 2006 meldete T sich bei der Agentur f&uuml;r Arbeit als Bewerberin f&uuml;r eine Berufsausbildungsstelle, zum Wintersemester 2006\/2007 nahm sie ein Studium (Kunst, Musik und Medien) auf. Seit M&auml;rz 2006 lebte sie nach der Trennung ihrer Eltern bei ihrer Mutter, der zwischenzeitlich geschiedenen Ehefrau (E) des Kl&auml;gers.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheid vom 19. April 2006 hob die Familienkasse die Festsetzung des Kindergeldes ab Oktober 2005 auf und forderte das f&uuml;r den Zeitraum Oktober 2005 bis April 2006 gezahlte Kindergeld vom Kl&auml;ger zur&uuml;ck. Der Einspruch des Kl&auml;gers blieb erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage durch Urteil vom 26. September 2006&nbsp;&nbsp;12 K 2236\/06 (Entscheidungen der Finanzgerichte 2008, 140) ab. F&uuml;r die Monate Oktober 2005 bis M&auml;rz 2006 habe der Kl&auml;ger ein ernsthaftes und nachhaltiges Bem&uuml;hen der T um einen Ausbildungsplatz nicht nachgewiesen. Ab April 2006 sei zwar die Ausbildungswilligkeit der T belegt. Zu Recht habe die Familienkasse aber die Festsetzung des Kindergeldes gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger auch f&uuml;r April aufgehoben und das Kindergeld von ihm zur&uuml;ckgefordert, weil E vorrangig kindergeldberechtigt sei und die geltend gemachte Weiterleitung nicht nachgewiesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision tr&auml;gt der Kl&auml;ger vor, T sei durchgehend ausbildungswillig gewesen und habe sich bis zum Antritt ihres Studiums im Wintersemester 2006\/2007 fortlaufend und ernsthaft um einen Studien- bzw. Ausbildungsplatz bem&uuml;ht. Da T ihren Ausbildungswillen durch eine Bewerbung bei der ZVS am 15. Juli 2005 belegt habe und eine erneute Bewerbung erst wieder zum 15. Januar 2006 erforderlich gewesen sei, sei ihr Ausbildungswunsch mindestens bis zu diesem Zeitpunkt dokumentiert. Abgesehen davon seien sp&auml;testens mit der Registrierung bei der Agentur f&uuml;r Arbeit im April 2006 und der Aufnahme eines Studiums zum Wintersemester 2006\/2007 etwaige Zweifel an ihrer Ausbildungswilligkeit ausger&auml;umt gewesen. Zudem habe das FG seine Sachaufkl&auml;rungspflicht verletzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;, das Urteil des FG, den Aufhebungsbescheid vom 19. April 2006 und die hierzu ergangene Einspruchsentscheidung vom 18. Mai 2006 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zutreffend entschieden, dass der Aufhebungsbescheid vom 19. April 2006 und die hierzu ergangene Einspruchsentscheidung vom 18. Mai 2006 rechtm&auml;&szlig;ig sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. F&uuml;r den Zeitraum Oktober 2005 bis M&auml;rz 2006 war die Festsetzung des Kindergeldes f&uuml;r T nach &sect; 70 Abs. 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) aufzuheben und das gezahlte Kindergeld nach &sect; 37 Abs. 2 der Abgabenordnung (AO) vom Kl&auml;ger als Leistungsempf&auml;nger zur&uuml;ckzufordern, weil er nicht nachgewiesen oder zumindest glaubhaft gemacht hat, dass sich T in diesem Zeitraum ernsthaft um einen Ausbildungsplatz bem&uuml;ht hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 62 Abs. 1, &sect; 63 Abs. 1 Satz 2 i.V.m. &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG in der f&uuml;r den Streitzeitraum geltenden Fassung besteht f&uuml;r ein &uuml;ber 18 Jahre altes Kind, das das 27. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, Anspruch auf Kindergeld, wenn das Kind eine Berufsausbildung mangels Ausbildungsplatzes nicht beginnen oder fortsetzen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) erfordert die Ber&uuml;cksichtigung eines Kindes gem&auml;&szlig; &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG, dass sich das Kind ernsthaft um einen Ausbildungsplatz bem&uuml;ht hat. Das Bem&uuml;hen ist glaubhaft zu machen. Pauschale Angaben, das Kind sei im fraglichen Zeitraum ausbildungsbereit gewesen, habe sich st&auml;ndig um einen Ausbildungsplatz bem&uuml;ht oder sei stets bei der Agentur f&uuml;r Arbeit als ausbildungsplatzsuchend gemeldet gewesen, reichen nicht aus. Um einer missbr&auml;uchlichen Inanspruchnahme des Kindergeldes entgegenzuwirken, muss sich die Ausbildungsbereitschaft des Kindes durch belegbare Bem&uuml;hungen um einen Ausbildungsplatz objektiviert haben (z.B. Senatsurteil vom 19. Juni 2008 III R 66\/05, BFHE 222, 343, BStBl II 2009, 1005, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Nachweise f&uuml;r die Ausbildungswilligkeit des Kindes und f&uuml;r sein Bem&uuml;hen, einen Ausbildungsplatz zu finden, hat der Kindergeldberechtigte beizubringen. Nachgewiesen werden kann das ernsthafte Bem&uuml;hen um einen Ausbildungsplatz z.B. durch eine Bescheinigung der Agentur f&uuml;r Arbeit, dass das Kind als Bewerber um eine berufliche Ausbildungsstelle registriert ist, durch direkte Bewerbungen an Ausbildungsst&auml;tten und ggf. den daraufhin erfolgten Zwischennachrichten oder auch Absagen (z.B. Senatsbeschluss vom 21. Juli 2005 III S 19\/04 (PKH), BFH\/NV 2005, 2207, und Senatsurteil in BFHE 222, 343, BStBl II 2009, 1005, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Kann eine Ausbildung nur zu bestimmten Zeitpunkten begonnen werden, muss sich das Kind f&uuml;r den n&auml;chstm&ouml;glichen Ausbildungsbeginn bewerben. Wird ein Studienplatz, wie beim Studienfach Medizin, &uuml;ber die ZVS zugeteilt, kann die Ausbildungswilligkeit und das Ausbildungsbem&uuml;hen des Kindes durch die schriftliche Bewerbung bei der ZVS nachgewiesen werden (so auch Dienstanweisung zur Durchf&uuml;hrung des Familienleistungsausgleichs nach dem X. Abschnitt des Einkommensteuergesetzes 2009 &#8211;DA-FamEStG&#8211; 2009&nbsp;&nbsp;63.3.4 Abs. 2 Satz 4, BStBl I 2009, 1033; ebenso DA-FamEStG 2004&nbsp;&nbsp;63.3.4 Abs. 2 Satz 3, BStBl I, 743).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Lehnt die ZVS den Antrag auf Zulassung zu einem Studium ab, kann eine weiter bestehende Ausbildungswilligkeit des Kindes grunds&auml;tzlich vermutet werden, wenn es sich rechtzeitig &#8211;ggf. noch am letzten Tag der Bewerbungsfrist f&uuml;r den n&auml;chstm&ouml;glichen Ausbildungsbeginn&#8211; erneut um die Zuteilung eines Studienplatzes bewirbt. T hat sich jedoch bis zum Ablauf der Bewerbungsfrist bei der ZVS f&uuml;r das Sommersemester 2006 am 15. Januar 2006 nicht wieder um einen Studienplatz beworben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger hat auch sonst keine Unterlagen vorgelegt, aus denen sich ein ernsthaftes Bem&uuml;hen der T um einen Ausbildungsplatz in den Monaten Oktober 2005 bis Januar bzw. M&auml;rz 2006 ergeben k&ouml;nnte. Die Meldung der T vom April 2006 bei der Agentur f&uuml;r Arbeit als Bewerberin f&uuml;r eine Berufsausbildungsstelle und der Beginn eines Studiums im Studiengang Kunst, Musik und Medien ab dem Wintersemester 2006\/2007 k&ouml;nnen ein ernsthaftes Bem&uuml;hen um einen Ausbildungsplatz nicht r&uuml;ckwirkend belegen. Auch der in Kopie vorgelegte Internetausdruck vom Januar 2006 mit einer Auflistung von Hochschulen und handschriftlichen Notizen zu m&ouml;glichen Studienf&auml;chern reicht als Nachweis nicht aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers hat das FG nicht dadurch gegen seine Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect; 76 FGO) versto&szlig;en, dass es die Vernehmung von T zu ihrer Ausbildungswilligkeit abgelehnt hat. Denn die Ausbildungswilligkeit allein, die das FG als wahr unterstellt hat, begr&uuml;ndet keinen Anspruch auf Kindergeld nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG. Hinzukommen muss vielmehr, dass sich die Ausbildungsbereitschaft des Kindes durch belegbare Bem&uuml;hungen um einen Ausbildungsplatz objektiviert hat. Nachweise f&uuml;r ein ernsthaftes Bem&uuml;hen um einen Ausbildungsplatz nach dem Erhalt des Ablehnungsbescheids der ZVS im September 2005 liegen aber nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass T, wie der Kl&auml;ger vortr&auml;gt, bei einer Vernehmung weitere Unterlagen h&auml;tte vorlegen k&ouml;nnen, begr&uuml;ndet ebenfalls keinen Versto&szlig; des FG gegen seine Sachaufkl&auml;rungspflicht. Weder hat der Kl&auml;ger in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG einen entsprechenden Beweisantrag gestellt, noch hat er die Unterlagen und ihren etwaigen Beweiswert bezeichnet, noch ist ersichtlich, weshalb es ihm nicht m&ouml;glich gewesen ist, derartige Unterlagen selbst vorzulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Zu Recht hat die Familienkasse auch die Festsetzung des Kindergeldes gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger f&uuml;r den Monat April 2006 aufgehoben und das Kindergeld von ihm zur&uuml;ckgefordert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zwar bestand aufgrund der Meldung bei der Agentur f&uuml;r Arbeit ab diesem Monat wieder ein Anspruch auf Kindergeld f&uuml;r T nach &sect; 62 Abs. 1, &sect; 63 Abs. 1 Satz 2 i.V.m. &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG. Vorrangig berechtigt war jedoch nach &sect; 64 Abs. 2 Satz 1 EStG E, da T seit M&auml;rz 2006 in den Haushalt der E aufgenommen war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung ist der Kl&auml;ger als Leistungsempf&auml;nger nach &sect; 37 Abs. 2 AO zur R&uuml;ckzahlung des Kindergeldes verpflichtet (z.B. BFH-Urteile vom 1. Juli 2003 VIII R 80\/00, BFH\/NV 2004, 23, und VIII R 94\/01, BFH\/NV 2004, 25). Macht der nachrangig Berechtigte geltend, er habe das zu Unrecht erhaltene Kindergeld an den vorrangig Berechtigten weiter geleitet, hat die Familienkasse jedoch nach der DA-FamEStG 2004&nbsp;&nbsp;64.4 Abs. 4 bis 8 bzw. DA-FamEStG 2009&nbsp;&nbsp;64.4 Abs. 3 von einer R&uuml;ckforderung abzusehen, wenn der Empf&auml;nger auf einem daf&uuml;r vorgesehenen Formular den Erhalt des Kindergeldes best&auml;tigt und erkl&auml;rt, sein Anspruch auf Kindergeld sei erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Entscheidung des FG, die Familienkasse sei zur R&uuml;ckforderung berechtigt gewesen, weil der Kl&auml;ger die behauptete Weiterleitung des Kindergeldes f&uuml;r den Monat April 2006 an E nicht in der daf&uuml;r vorgesehenen Form nachgewiesen habe, l&auml;sst Verfahrensfehler des FG nicht erkennen. Ungeachtet des Umstands, dass der Kl&auml;ger in der m&uuml;ndlichen Verhandlung einen darauf gerichteten Beweisantrag nicht gestellt hat, war das FG auch von Amts wegen nicht verpflichtet, durch schriftliche Befragung oder durch Vernehmung der E zu ermitteln, ob der Kl&auml;ger das Kindergeld f&uuml;r April 2006 &#8211;wie von ihm behauptet&#8211; an E weitergeleitet hat. Denn auch eine Weiterleitung schlie&szlig;t die R&uuml;ckforderung des Kindergeldes nicht von Gesetzes wegen aus (z.B. BFH-Urteile vom 9. Dezember 2002 VIII R 80\/01, BFH\/NV 2003, 606; in BFH\/NV 2004, 25, und vom 16. M&auml;rz 2004 VIII R 48\/03, BFH\/NV 2004, 1218). Das FG war daher auch nicht gehalten, den Kl&auml;ger darauf hinzuweisen, dass eine Weiterleitung nur durch eine den Anforderungen der DA-FamEStG entsprechende Best&auml;tigung der E nachgewiesen werden k&ouml;nne. Abgesehen davon ergibt sich nicht zuletzt aus dem Vortrag des Kl&auml;gers im Revisionsverfahren, dass ihm diese Anforderungen bekannt waren. Denn er hat selbst vorgetragen, das Kindergeld f&uuml;r seine zweite Tochter A an E weitergeleitet zu haben, die &quot;hierf&uuml;r ein von der Beklagten zur Verf&uuml;gung gestelltes Formular unterzeichnet&quot; habe, das f&auml;lschlicherweise auf den Namen der T und nicht der A gelautet habe; er, der Kl&auml;ger, sei sich nicht mehr sicher, ob er den falschen Namen ge&auml;ndert habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.11.2009, III R 84\/07 Nachweis des ernsthaften Bem&uuml;hens um einen Ausbildungsplatz bei Vergabe der Studienpl&auml;tze durch ZVS &#8211; R&uuml;ckforderung von Kindergeld bei Weiterleitung an vorrangig Berechtigten Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) bezog f&uuml;r seine 1985 geborene Tochter (T), die im Juni 2005 ihr Abitur bestanden und sich anschlie&szlig;end um &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-84-07-nachweis-des-ernsthaften-bemuehens-um-einen-ausbildungsplatz-bei-vergabe-der-studienplaetze-durch-zvs-rueckforderung-von-kindergeld-bei-weiterleitung-an-vorrangig-berechtigten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;84\/07 &#8211; Nachweis des ernsthaften Bem&uuml;hens um einen Ausbildungsplatz bei Vergabe der Studienpl&auml;tze durch ZVS &#8211; R&uuml;ckforderung von Kindergeld bei Weiterleitung an vorrangig Berechtigten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-12829","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12829","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12829"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12829\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12829"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12829"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12829"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}