{"id":12865,"date":"2012-12-08T08:59:58","date_gmt":"2012-12-08T06:59:58","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12865"},"modified":"2012-12-08T08:59:58","modified_gmt":"2012-12-08T06:59:58","slug":"i-r-49-08-leistungen-gegen-entgelt-an-vermieter-altenbetreuter-wohnungen-kein-betrieb-der-wohlfahrtspflege-oder-zweckbetrieb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-49-08-leistungen-gegen-entgelt-an-vermieter-altenbetreuter-wohnungen-kein-betrieb-der-wohlfahrtspflege-oder-zweckbetrieb\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;49\/08 &#8211; Leistungen gegen Entgelt an Vermieter altenbetreuter Wohnungen kein Betrieb der Wohlfahrtspflege oder Zweckbetrieb"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.12.2009, I R 49\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Leistungen gegen Entgelt an Vermieter altenbetreuter Wohnungen kein Betrieb der Wohlfahrtspflege oder Zweckbetrieb<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Verpflichtet sich eine gem&auml;&szlig; &sect; 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG steuerbefreite K&ouml;rperschaft gegen&uuml;ber der steuerpflichtigen Vermieterin von Wohnungen, Leistungen gegen Entgelt im Bereich des altenbetreuten Wohnens zu erbringen, begr&uuml;ndet die K&ouml;rperschaft damit weder einen Betrieb der Wohlfahrtspflege noch einen steuerbefreiten Zweckbetrieb.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) ist ein eingetragener Verein der freien Wohlfahrtspflege.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect; 2 seiner Satzung versteht er sich in seinem Wirken als Interessenvertreter der &auml;lteren Menschen und Kinder sowie hilfsbed&uuml;rftiger B&uuml;rger aller Altersgruppen ohne Ansehen der Person. Er setzt sich f&uuml;r die Wahrung und Verwirklichung der sozialen, kulturellen und &ouml;kologischen Rechte dieser Personen ein. Der Kl&auml;ger leistet mit seinen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern beratende, betreuende, pflegende und unterst&uuml;tzende Hilfe mit dem Ziel, eine aktive Teilnahme am &ouml;ffentlichen Leben zu erm&ouml;glichen. Er unterst&uuml;tzt und f&ouml;rdert das &ouml;ffentliche Gesundheits- und Wohlfahrtswesen, das freiwillige soziale Engagement in allen T&auml;tigkeitsfeldern des Kl&auml;gers unter besonderer Ber&uuml;cksichtigung der offenen Altenhilfe, vor allem in Form von Nachbarschafts- und Selbsthilfe, die Kinder-, Jugend-, Familien-, Behinderten- und Gesundheitshilfe sowie die Solidarit&auml;t von Menschen aller Generationen. Nach &sect; 3 der Satzung ist der Kl&auml;ger selbstlos t&auml;tig. Seine Mittel d&uuml;rfen nur f&uuml;r die satzungsm&auml;&szlig;igen Zwecke verwendet werden; Zuwendungen an Mitglieder sind nicht zul&auml;ssig. Nach &sect; 13 der Satzung wird die Arbeit des Kl&auml;gers aus Mitgliedsbeitr&auml;gen, Sammlungen, Spenden, Einnahmen aus Lotterien (zweimal j&auml;hrlich) sowie der eigenen T&auml;tigkeit im Rahmen von Zweckbetrieben finanziert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger hat als sog. Betreiber mit der V-KG als Vermieterin am 9. April 1997 f&uuml;r das Objekt E einen Betreibervertrag f&uuml;r 20 Jahre fest (mit Option zur Verl&auml;ngerung um 10 Jahre) abgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Pr&auml;ambel des Vertrags ist hierzu festgestellt, dass die V-KG Wohnungen im Objekt E vermietet. Sie werde mit Senioren f&uuml;r dieses Objekt Mietvertr&auml;ge abschlie&szlig;en, bei denen neben der Vermietung der Wohnung die Erbringung von sog. Basisleistungen zugesichert werde. Dar&uuml;ber hinaus werde die V-KG den Bewohnern zusichern, dass der Kl&auml;ger als Betreiber auch Zusatzleistungen erbringe. Nach &sect; 1 Abs. 1 des Vertrages verpflichtet sich der Kl&auml;ger, die Versorgung der Bewohner sicherzustellen. Er soll den Senioren aus eigenem Antrieb Betreuungs-, Service- und Pflegeleistungen anbieten und die Senioren auf ggf. bestehenden Betreuungs-, Service- und Pflegebedarf hinweisen. Er habe sich deshalb von sich aus und regelm&auml;&szlig;ig &uuml;ber die Bed&uuml;rfnisse der Bewohner und insbesondere deren Gesundheitszustand zu informieren. Er habe die mit den Bewohnern direkt bzw. mit dem Vermieter vertraglich vereinbarten Betreuungs-, Service- und Pflegeleistungen fachgerecht zu erbringen oder die Erbringung durch Dritte sicherzustellen. Es sei ihm freigestellt, andere Dienstleistungsunternehmen in Anspruch zu nehmen. Nach &sect; 1 Abs. 2 des Vertrages verpflichtet sich der Kl&auml;ger, die Betreuungs-, Service- und Pflegeleistungen f&uuml;r die Bewohner im eigenen Namen und auf eigene Rechnung fachgerecht zu erbringen. Im Gegenzug verpflichtet sich die V-KG, ab dem 1. Januar 1997 mindestens 10.900 DM je Monat und ab Juli 1997 11.680 DM je Monat an Betreuungsentgelt f&uuml;r sog. Basisleistungen an den Betreiber abzuf&uuml;hren. Dieses Betreuungsentgelt soll durch die V-KG von den Mietern vereinnahmt werden. Wird ein h&ouml;heres Betreuungsentgelt von den Mietern f&uuml;r die Erbringung von Basisleistungen erl&ouml;st, sind die daraus resultierenden Mehreinnahmen an den Kl&auml;ger abzuf&uuml;hren. Die Abrechnung erfolgt halbj&auml;hrlich. Das Betreuungsentgelt erh&ouml;ht sich mit Anpassung der vereinbarten Staffelmieten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect; 2 Abs. 1 erbringt der Kl&auml;ger die Basisleistungen nach Anlage 1 und Zusatzleistungen nach Anlage 2 des Vertrages. Diese Leistungen sind mit der V-KG und den Mietern abzustimmen. Die Erbringung der Basisleistungen wird grunds&auml;tzlich im Mietvertrag vereinbart. &Uuml;ber Zusatzleistungen ist mit den jeweiligen Bewohnern ein gesonderter Betreuungsvertrag zu schlie&szlig;en. Ein Betreuungsvertrag &uuml;ber Zusatzleistungen soll vom Kl&auml;ger mit einem Mieter nur dann abgeschlossen werden, wenn dieser auch mit der V-KG einen Vertrag &uuml;ber die Erbringung von Basisleistungen abgeschlossen hat und das Entgelt hierf&uuml;r bezahlt. F&uuml;r den Fall, dass der Kl&auml;ger einen Betreuungsvertrag &uuml;ber Basisleistungen oder Zusatzleistungen direkt abgeschlossen hat, sollen diese auf die Verpflichtung der V-KG zur Abf&uuml;hrung angerechnet werden. Der Kl&auml;ger hat &uuml;ber Gemeinschafts- und Funktionsr&auml;ume im Haus E mit der V-KG einen gesonderten Mietvertrag geschlossen. Er ist verpflichtet, diese R&auml;ume zur Betreuung der Senioren zu nutzen und dort regelm&auml;&szlig;ig und in ausreichendem Umfang Basis- und Zusatzleistungen anzubieten und zu erbringen. Der Unterhalt und Betrieb dieser Fl&auml;chen sollen durch den Kl&auml;ger auf dessen Namen und Kosten erfolgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Laut der Anlage zum Vertrag umfassen die Grundleistungen u.a. die zeitweise werkt&auml;gliche Pr&auml;senz einer Fachkraft &quot;Sozial- und Gesundheitsbetreuung&quot;, die Vermittlung von Mahlzeitendiensten, die Organisation des Gemeinschaftsbereichs (Veranstaltungen), die Vermittlung ambulanter Hilfsleistungen allgemeiner Art, die Vermittlung von Dienstleistungen, z.B. Wohnungsreinigung, und die Vermittlung eines Pflegeplatzes. Die Zusatzleistungen umfassen u.a. die Grund- und Behandlungspflege bei vor&uuml;bergehender Pflegebed&uuml;rftigkeit, die hauswirtschaftliche Versorgung, Pflegeleistungen nach den Pflegestufen des Sozialgesetzbuchs (SGB) &#8211;Elftes Buch (XI)&#8211; soziale Pflegeversicherung sowie die hauswirtschaftliche Versorgung bei Pflegebed&uuml;rftigkeit nach den Bestimmungen des SGB XI sowie hauswirtschaftliche Leistungen, soweit diese nicht nach dem SGB &#8211;F&uuml;nftes Buch (V)&#8211; Krankenversicherung und SGB XI erbracht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In den Mietvertr&auml;gen zwischen der V-KG und dem jeweiligen Bewohner ist bestimmt, dass die V-KG die Wohnung im Rahmen des altenbetreuten Wohnens zur Verf&uuml;gung stellt. Die V-KG habe einen Betreuungsvertrag zu Gunsten der Wohnungsmietergemeinschaft E geschlossen, wonach die genannten Grundleistungen zur Verf&uuml;gung gestellt w&uuml;rden, ohne dass diese gesondert zu bezahlen, sondern bereits in der Miete enthalten seien. Die Mieter k&ouml;nnten weitere Zusatzleistungen in Anspruch nehmen, allerdings nur aufgrund gesondert mit dem Kl&auml;ger abzuschlie&szlig;ender Vereinbarung und Bezahlung. Die Miete wird aufgegliedert nach Grundmiete inklusive Basisleistungen sowie Basisleistung f&uuml;r die zweite und jede weitere Person je Monat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) war der Auffassung, dass die Basisleistungen im Rahmen des betreuten Wohnens als wirtschaftlicher Gesch&auml;ftsbetrieb zu beurteilen seien, und erlie&szlig; f&uuml;r das Streitjahr 1997 entsprechende Steuerbescheide.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der dagegen erhobenen Klage gab das S&auml;chsische Finanzgericht (FG) mit Urteil vom 2. April 2008&nbsp;&nbsp;8 K 1798\/03, ver&ouml;ffentlicht in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2008, 1851, statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA r&uuml;gt die Verletzung materiellen Rechts und beantragt mit der Revision, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Das FG hat zu Unrecht angenommen, dass der Kl&auml;ger mit den Basisleistungen im Bereich des betreuten Wohnens einen Zweckbetrieb unterhalten hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Steuerbefreiung nach &sect; 5 Abs. 1 Nr. 9 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG), &sect; 3 Nr. 6 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG) wird K&ouml;rperschaften gew&auml;hrt, die nach der Satzung und der tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung ausschlie&szlig;lich und unmittelbar gemeinn&uuml;tzigen, mildt&auml;tigen oder kirchlichen Zwecken dienen (&sect; 51 bis &sect; 68 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;). Wird ein wirtschaftlicher Gesch&auml;ftsbetrieb (&sect; 14 AO) unterhalten, ist die Steuerbefreiung insoweit ausgeschlossen (&sect; 5 Abs. 1 Nr. 9 Satz 2 KStG; &sect; 3 Nr. 6 Satz 2 GewStG). Die K&ouml;rperschaft verliert die Steuerbeg&uuml;nstigung jedoch nur, soweit der wirtschaftliche Gesch&auml;ftsbetrieb kein Zweckbetrieb (&sect;&sect; 65 bis 68 AO) ist (&sect; 64 Abs. 1 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Kl&auml;ger hat sich gegen&uuml;ber dem Vermieter der Wohnungen gegen Entgelt verpflichtet, die sog. Basisleistungen bereitzustellen. Er hat damit einen wirtschaftlichen Gesch&auml;ftsbetrieb i.S. des &sect; 14 AO unterhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Dieser wirtschaftliche Gesch&auml;ftsbetrieb ist kein Betrieb der Wohlfahrtspflege i.S. des &sect; 66 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach dieser Vorschrift ist eine Einrichtung der Wohlfahrtspflege ein Zweckbetrieb, wenn sie in besonderem Ma&szlig;e den in &sect; 53 AO genannten Personen dient. Wohlfahrtspflege ist die planm&auml;&szlig;ige, zum Wohle der Allgemeinheit und nicht des Erwerbes wegen ausge&uuml;bte Sorge f&uuml;r notleidende oder gef&auml;hrdete Mitmenschen (&sect; 66 Abs. 2 Satz 1 AO). Nach Abs. 3 der Vorschrift dient eine Einrichtung der Wohlfahrtspflege in besonderem Ma&szlig;e den in &sect; 53 AO genannten Personen, wenn diesen mindestens zwei Drittel ihrer Leistungen zugute kommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Voraussetzungen des &sect; 66 AO liegen im Streitfall schon deshalb nicht vor, weil der Kl&auml;ger seine Leistungen nicht gegen&uuml;ber den in &sect; 53 AO genannten Personen, sondern gegen&uuml;ber der V-KG erbracht hat, die selbst nicht unter den Anwendungsbereich des &sect; 66 AO f&auml;llt. Diese allein war Berechtigte der Leistungen und nur ihr gegen&uuml;ber war der Kl&auml;ger aus dem Vertrag verpflichtet, die Basisleistungen bereitzustellen. Die V-KG nutzte ihrerseits die Leistungen des Kl&auml;gers, indem sie ihren Mietern Grundleistungen gegen Entgelt zur Verf&uuml;gung stellte. Spiegelbildlich hierzu waren die Mieter verpflichtet, das Entgelt f&uuml;r die Bereitstellung der Basisleistungen an die V-KG zu entrichten; sie konnten nur von dieser die Leistungen verlangen und sich bei Leistungsst&ouml;rungen an diese halten. Ein unmittelbarer Erf&uuml;llungsanspruch der Mieter gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger bestand nicht, so dass auch kein Vertrag zu Gunsten Dritter vorlag (&sect; 328 Abs. 1 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs). Leistungsbeziehungen bestanden vielmehr nur zwischen dem Kl&auml;ger und der V-KG einerseits sowie der V-KG und den Mietern der Wohnungen andererseits.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch bei wirtschaftlicher Betrachtung &#8211;so wohl das FG&#8211; kann der Kl&auml;ger nicht als Vertragspartner der Mieter angesehen werden. Nach den Feststellungen des FG, nach denen die Grundmiete die Basisleistungen f&uuml;r eine Person enthielt und die Mieter verpflichtet waren, f&uuml;r weitere Personen die Basisleistungen gesondert zu verg&uuml;ten, war allein die V-KG Vertragspartner. Ferner war zwischen dem Kl&auml;ger und der V-KG vereinbart, dass der Kl&auml;ger nur dann mit den Mietern Vertr&auml;ge &uuml;ber Zusatzleistungen abschlie&szlig;en solle, wenn die Mieter mit der V-KG einen Vertrag &uuml;ber die Erbringung von Basisleistungen abgeschlossen h&auml;tten. Es war damit allein die V-KG, die daf&uuml;r zu sorgen hatte, dass die Grundleistungen tats&auml;chlich erbracht wurden, und die im Falle von Leistungsst&ouml;rungen den Mietern haftete. Die V-KG hatte nach den Feststellungen des FG das vereinbarte Entgelt an den Kl&auml;ger unabh&auml;ngig davon zu entrichten, wie viele Wohnungen sie im Rahmen des betreuten Wohnens vermietete. Die Basisleistungen wurden damit gegen&uuml;ber den Mietern wirtschaftlich auf Rechnung und Gefahr der V-KG erbracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger war folglich im Hinblick auf die Basisleistungen nur als Erf&uuml;llungsgehilfe der V-KG in die Leistungsbeziehungen zwischen der V-KG und den Mietern eingeschaltet. Seine Leistungen dienten damit nicht unmittelbar den in &sect; 53 AO genannten Personen, sondern der V-KG. Sie kamen den in &sect; 53 AO genannten Personen allenfalls mittelbar zugute. Dies reicht jedoch f&uuml;r die Annahme eines Zweckbetriebes nach &sect; 66 AO nicht aus (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 18. M&auml;rz 2004 V R 101\/01, BFHE 205, 342, BStBl II 2004, 798; vom 18. Oktober 1990 V R 76\/89, BFHE 162, 510, BStBl II 1991, 268; vom 18. Oktober 1990 V R 35\/85, BFHE 162, 502, BStBl II 1991, 157). Ferner liegt eine planm&auml;&szlig;ige Sorge zum Wohl der Allgemeinheit nicht vor, wenn die Einrichtung entgeltliche Leistungen gegen&uuml;ber einer nicht steuerbeg&uuml;nstigten Person erbringt, die sie ihrerseits gegen Bezahlung den in &sect; 53 AO genannten Personen zur Verf&uuml;gung stellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem steht nicht entgegen, dass der Kl&auml;ger aufgrund gesonderter Vereinbarungen mit den Mietern Zusatzleistungen erbrachte, die das FA als Zweckbetrieb i.S. des &sect; 66 AO beurteilt hat. Die Basisleistungen einerseits und die gegen&uuml;ber den Mietern erbrachten Zusatzleistungen andererseits sind unterschiedliche T&auml;tigkeiten, die jeweils gesondert daraufhin untersucht werden m&uuml;ssen, ob sie die Voraussetzungen eines Zweckbetriebes erf&uuml;llen oder nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Der Kl&auml;ger hat mit den Basisleistungen auch keinen Zweckbetrieb i.S. des &sect; 65 AO unterhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein Zweckbetrieb ist nach dieser Vorschrift gegeben, wenn der wirtschaftliche Gesch&auml;ftsbetrieb in seiner Gesamtrichtung dazu dient, die steuerbeg&uuml;nstigten Zwecke zu verwirklichen (&sect; 65 Nr. 1 AO), die Zwecke nur durch einen solchen Gesch&auml;ftsbetrieb erreicht werden k&ouml;nnen (&sect; 65 Nr. 2 AO) und der wirtschaftliche Gesch&auml;ftsbetrieb zu steuerpflichtigen Betrieben derselben oder &auml;hnlicher Art nicht in gr&ouml;&szlig;erem Umfang in Wettbewerb tritt, als es bei Erf&uuml;llung der steuerbeg&uuml;nstigten Zwecke unvermeidbar ist (&sect; 65 Nr. 3 AO). Diese Voraussetzungen sind nicht erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der Rechtsprechung w&auml;ren die steuerbeg&uuml;nstigten Zwecke ohne die wirtschaftliche Bet&auml;tigung nur dann nicht erreichbar, wenn der wirtschaftliche Gesch&auml;ftsbetrieb sich von der Verfolgung des steuerbeg&uuml;nstigten Zwecks nicht trennen lie&szlig;e, sondern als das unentbehrliche und einzige Mittel zur Erreichung des steuerbeg&uuml;nstigten Zwecks anzusehen w&auml;re (BFH-Urteile vom 1. August 2002 V R 21\/01, BFHE 200, 101, BStBl II 2003, 438; vom 19. Februar 2004 V R 39\/02, BFHE 205, 329, BStBl II 2004, 672; vgl. auch Senatsurteil vom 6. April 2005 I R 85\/04, BFHE 209, 345, BStBl II 2005, 545). Der wirtschaftliche Gesch&auml;ftsbetrieb des Kl&auml;gers zielte jedoch nicht nur auf die selbstlose Unterst&uuml;tzung der in seiner Satzung genannten hilfsbed&uuml;rftigen Personen ab. Der Kl&auml;ger unterst&uuml;tzte vielmehr durch seine T&auml;tigkeit auch eine steuerpflichtige Personengesellschaft, die ihrerseits die Leistungen im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Bet&auml;tigung nutzte, sei es, dass sie hierdurch h&ouml;here Mieten erzielen oder die Vermietbarkeit ihrer Wohnungen verbessern konnte. Zur Erf&uuml;llung der satzungsm&auml;&szlig;igen Zwecke des Kl&auml;gers war es jedoch nicht notwendig, die Personengesellschaft zwischenzuschalten. Er h&auml;tte vielmehr seine Leistungen &#8211;wie etwa die Vermittlung von Mahlzeiten- und Pflegediensten, die Organisation von Veranstaltungen f&uuml;r betagte Personen&#8211; auch direkt an hilfsbed&uuml;rftige Personen erbringen k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dar&uuml;ber hinaus tr&auml;te der wirtschaftliche Gesch&auml;ftsbetrieb zu steuerpflichtigen Betrieben derselben oder &auml;hnlicher Art in gr&ouml;&szlig;erem Umfang potentiell oder konkret in Wettbewerb (vgl. Senatsurteile vom 27. Oktober 1993 I R 60\/91, BFHE 174, 97, BStBl II 1994, 573; vom 26. April 1995 I R 35\/93, BFHE 177, 339, BStBl II 1995, 767), als es bei Erf&uuml;llung der steuerbeg&uuml;nstigten Zwecke unvermeidbar ist (&sect; 65 Nr. 3 AO). Hiervon ist schon deshalb auszugehen, weil es zu einer zus&auml;tzlichen, durch die Verwirklichung der steuerbeg&uuml;nstigten Zwecke nicht erforderlichen Beeintr&auml;chtigung des Wettbewerbs f&uuml;hren w&uuml;rde, w&auml;ren auch Leistungen im Bereich des altenbetreuten Wohnens, die gegen&uuml;ber steuerpflichtigen Rechtssubjekten erbracht werden, die nicht zu dem durch die Satzung beg&uuml;nstigten Personenkreis geh&ouml;ren, in die Steuerfreiheit einbezogen. Denn dadurch w&uuml;rden sich die Leistungen auch in wettbewerbsrelevanter Weise auf den Wirtschaftssektor &#8211;hier den Wohnungsmarkt&#8211; auswirken, auf dem sich der steuerpflichtige Leistungsempf&auml;nger bet&auml;tigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Das FG ist von anderen Grunds&auml;tzen ausgegangen. Sein Urteil ist aufzuheben; die Klage ist abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.12.2009, I R 49\/08 Leistungen gegen Entgelt an Vermieter altenbetreuter Wohnungen kein Betrieb der Wohlfahrtspflege oder Zweckbetrieb Leits&auml;tze Verpflichtet sich eine gem&auml;&szlig; &sect; 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG steuerbefreite K&ouml;rperschaft gegen&uuml;ber der steuerpflichtigen Vermieterin von Wohnungen, Leistungen gegen Entgelt im Bereich des altenbetreuten Wohnens zu erbringen, begr&uuml;ndet die K&ouml;rperschaft damit weder &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-49-08-leistungen-gegen-entgelt-an-vermieter-altenbetreuter-wohnungen-kein-betrieb-der-wohlfahrtspflege-oder-zweckbetrieb\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;49\/08 &#8211; Leistungen gegen Entgelt an Vermieter altenbetreuter Wohnungen kein Betrieb der Wohlfahrtspflege oder Zweckbetrieb<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-12865","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12865","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12865"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12865\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12865"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12865"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12865"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}