{"id":12878,"date":"2012-12-19T15:41:24","date_gmt":"2012-12-19T13:41:24","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12878"},"modified":"2012-12-19T15:41:24","modified_gmt":"2012-12-19T13:41:24","slug":"ii-b-118-08-grundsaetzliche-bedeutung-und-verfassungsmaessigkeit-der-staffelung-der-grundsteuermesszahlen-nach-gemeindegruppen-bei-grundstuecken-im-beitrittsgebiet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-118-08-grundsaetzliche-bedeutung-und-verfassungsmaessigkeit-der-staffelung-der-grundsteuermesszahlen-nach-gemeindegruppen-bei-grundstuecken-im-beitrittsgebiet\/","title":{"rendered":"II&nbsp;B&nbsp;118\/08 &#8211; Grunds&auml;tzliche Bedeutung und Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Staffelung der Grundsteuermesszahlen nach Gemeindegruppen bei Grundst&uuml;cken im Beitrittsgebiet"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 23.11.2009, II B 118\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Grunds&auml;tzliche Bedeutung und Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Staffelung der Grundsteuermesszahlen nach Gemeindegruppen bei Grundst&uuml;cken im Beitrittsgebiet<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) hat keinen Zulassungsgrund i.S. des &sect; 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) in der vom Gesetz vorgeschriebenen Weise (&sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO) dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Darlegung des Zulassungsgrundes der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) oder der Erforderlichkeit einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO) verlangt substantiierte Ausf&uuml;hrungen zur Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit einer hinreichend bestimmten Rechtsfrage, die im konkreten Streitfall kl&auml;rbar, d.h. entscheidungserheblich ist (Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl. 2006, &sect; 116 Rz 32).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur schl&uuml;ssigen Darlegung der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit dieser Rechtsfrage ist auszuf&uuml;hren, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden ihre Beantwortung zweifelhaft und umstritten ist; hierzu muss sich der Beschwerdef&uuml;hrer mit der Rechtsprechung des BFH und den &Auml;u&szlig;erungen im Schrifttum auseinandersetzen (BFH-Beschluss vom 15. Oktober 2008 II B 74\/08, BFH\/NV 2009, 125). Liegt zu der vom Beschwerdef&uuml;hrer herausgestellten Rechtsfrage bereits h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung vor, ist fundiert darzulegen, weshalb diese Rechtsprechung noch nicht zu einer hinreichenden Kl&auml;rung gef&uuml;hrt habe oder aufgrund welcher neuen Entwicklung sie nunmehr erneut in Frage gestellt werden m&uuml;sse (BFH-Beschluss vom 19. Oktober 2007 II B 107\/06, BFH\/NV 2008, 573).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Derartige Ausf&uuml;hrungen sind auch dann erforderlich, wenn die Verfassungswidrigkeit einer Norm geltend gemacht wird. In diesem Fall ist zur Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung der Rechtssache eine an den Vorgaben des Grundgesetzes (GG) sowie der dazu ergangenen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) orientierte rechtliche Auseinandersetzung notwendig (BFH-Beschl&uuml;sse vom 11. April 2007 II B 104\/06, BFH\/NV 2007, 1280; vom 4. Juli 2007 II B 95\/06, BFH\/NV 2007, 1829).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Beschwerdebegr&uuml;ndung entspricht diesen Anforderungen nicht. Die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Anwendung verschiedener Steuermesszahlen innerhalb einer Gemeinde als Folge einer Eingemeindung ist bereits h&ouml;chstrichterlich entschieden und wurde von der Kl&auml;gerin nicht substantiiert in Frage gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect; 41 Satz 1 des Grundsteuergesetzes sind die Grundsteuermesszahlen nach den &sect;&sect; 29 bis 33 der Grundsteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung (GrStDV) vom 1. Juli 1937 (RGBl I 1937, 733) festzusetzen, wenn &#8211;wie bei Grundst&uuml;cken im Beitrittsgebiet (&sect; 129 Abs. 1 des Bewertungsgesetzes)&#8211; der Einheitswert nach den Wertverh&auml;ltnissen am 1. Januar 1935 festzustellen ist. Dabei werden bebaute Grundst&uuml;cke gem&auml;&szlig; &sect; 29 GrStDV in vier Grundst&uuml;cks- und drei Gemeindegruppen (Gemeindegr&ouml;&szlig;enklassen) eingeteilt. Abgesehen von der Grundst&uuml;cksgruppe I (Altbauten, die nicht Einfamilienh&auml;user sind) sinken die Steuermesszahlen mit zunehmender Gemeindegr&ouml;&szlig;e. Bei Umgemeindungen, die nach dem 1. Januar 1935 rechtswirksam geworden sind, rechnen nach &sect; 30 Abs. 3 GrStDV die betroffenen Gemeinden weiterhin zu der Gemeindegruppe, der sie ohne die Umgemeindung zuzurechnen waren. Diese Regeln f&uuml;hren im Streitfall dazu, dass f&uuml;r das Grundst&uuml;ck der Kl&auml;gerin eine Steuermesszahl von 8 v.T. festzusetzen ist, w&auml;hrend f&uuml;r Grundst&uuml;cke, die bereits am 1. Januar 1935 zum Stadtgebiet von A geh&ouml;rten, eine Steuermesszahl von 6 v.T. ma&szlig;gebend ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Bundesverwaltungsgericht hat in der Staffelung der Grundsteuermesszahlen nach Gemeindegruppen keinen Versto&szlig; gegen Art. 3 Abs. 1 GG gesehen (Urteil vom 5. April 2006&nbsp;&nbsp;10 C 6\/05, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2007, 163, unter II.2.c). Die Differenzierung sollte ansonsten drohende ungleiche Grundsteuerbelastungen ausgleichen, weil nach damaligen statistischen Erhebungen die Einheitswerte im Zeitpunkt der Hauptfeststellung auf den 1. Januar 1935 in gr&ouml;&szlig;eren Gemeinden dem Verkehrswert recht nahe k&auml;men, w&auml;hrend sie in kleineren Gemeinden dahinter zur&uuml;ck blieben (vgl. auch BFH-Urteil vom 9. Dezember 1966 III 168\/63, BFHE 87, 572, BStBl III 1967, 228). Die Rechtfertigung f&uuml;r die Differenzierung der Steuermesszahlen sei durch eine Umgemeindung nach dem 1. Januar 1935 nicht entfallen, da die Einheitswerte f&uuml;r Grundst&uuml;cke im Beitrittsgebiet weiterhin nach den Wertverh&auml;ltnissen an diesem Tag ermittelt werden. Im &Uuml;brigen habe die Anwendung verschiedener Messzahlen f&uuml;r in derselben Gemeinde liegende Grundst&uuml;cke ihre prim&auml;re Ursache nicht in der &Uuml;berleitungsregelung des &sect; 30 Abs. 3 GrStDV, sondern in der Messzahlstaffelung des &sect; 29 GrStDV selbst; insoweit bewege sich der Gesetzgeber aber innerhalb seiner Gestaltungsfreiheit. Mit diesen Erw&auml;gungen hat sich die Kl&auml;gerin in der Beschwerdebegr&uuml;ndung nicht auseinandergesetzt. Aus ihren Ausf&uuml;hrungen ergeben sich insbesondere keine Gesichtspunkte, die eine Vorlage an das BVerfG erforderlich erscheinen lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 23.11.2009, II B 118\/08 Grunds&auml;tzliche Bedeutung und Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Staffelung der Grundsteuermesszahlen nach Gemeindegruppen bei Grundst&uuml;cken im Beitrittsgebiet Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) hat keinen Zulassungsgrund i.S. des &sect; 115 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) in der vom Gesetz vorgeschriebenen Weise (&sect; 116 Abs. 3 Satz &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-b-118-08-grundsaetzliche-bedeutung-und-verfassungsmaessigkeit-der-staffelung-der-grundsteuermesszahlen-nach-gemeindegruppen-bei-grundstuecken-im-beitrittsgebiet\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;B&nbsp;118\/08 &#8211; Grunds&auml;tzliche Bedeutung und Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der Staffelung der Grundsteuermesszahlen nach Gemeindegruppen bei Grundst&uuml;cken im Beitrittsgebiet<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-12878","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12878","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12878"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12878\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12878"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12878"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12878"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}