{"id":12890,"date":"2012-12-08T08:58:31","date_gmt":"2012-12-08T06:58:31","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12890"},"modified":"2012-12-08T08:58:31","modified_gmt":"2012-12-08T06:58:31","slug":"iii-r-74-07-kindergeld-verletztenrente-aus-der-gesetzlichen-unfallversicherung-als-bezug-des-kindes-beruecksichtigung-einer-nachzahlung-der-verletztenrente-als-bezug-im-jahr-des-zuflusses","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-74-07-kindergeld-verletztenrente-aus-der-gesetzlichen-unfallversicherung-als-bezug-des-kindes-beruecksichtigung-einer-nachzahlung-der-verletztenrente-als-bezug-im-jahr-des-zuflusses\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;74\/07 &#8211; Kindergeld: Verletztenrente aus der gesetzlichen Unfallversicherung als Bezug des Kindes &#8211; Ber&uuml;cksichtigung einer Nachzahlung der Verletztenrente als Bezug im Jahr des Zuflusses"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.12.2009, III R 74\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Kindergeld: Verletztenrente aus der gesetzlichen Unfallversicherung als Bezug des Kindes &#8211; Ber&uuml;cksichtigung einer Nachzahlung der Verletztenrente als Bezug im Jahr des Zuflusses<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Entstehen dem Kind als Folge eines Unfalls Aufwendungen zur Heilung einer gesundheitlichen Beeintr&auml;chtigung, die von der gesetzlichen Unfallversicherung nicht erstattet werden, ist die als Bezug anzusetzende Verletztenrente um diese Aufwendungen zu mindern&nbsp;&nbsp; .<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) bezog f&uuml;r seine im Jahr 1983 geborene Tochter (T) Kindergeld. T erlitt im November 2001 auf dem Schulweg einen schweren Unfall, den der Tr&auml;ger der gesetzlichen Unfallversicherung (Landesunfallkasse) als Arbeitsunfall anerkannte. Nachdem die Verletzungen verheilt waren und T wieder die Schule besuchte, trat bei ihr etwa ein Jahr nach dem Unfall als Folge der schweren Verletzungen eine erhebliche depressive Reaktion auf, die dazu f&uuml;hrte, dass T den Anforderungen in der Schule nicht mehr gewachsen war. Die Psychologin, bei der T psychotherapeutisch behandelt wurde, regte zur St&auml;rkung des Selbstbewusstseins und der Selbst&auml;ndigkeit von T einen Aufenthalt im Ausland an. T entschied sich f&uuml;r einen &#8211;von dem Anbieter (A) organisierten&#8211; Aufenthalt in Schottland von April bis August 2003. Soweit der Schottlandaufenthalt in die Schulzeit fiel, wurde T von der Schule beurlaubt. Der Zeitraum der Beurlaubung betrug weniger als vier Monate. Durch den Auslandsaufenthalt verlor T insgesamt ein Schuljahr und konnte ihr Abitur erst im Jahr 2004 &#8211;statt wie geplant im Jahr 2003&#8211; ablegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend ihres Aufenthalts in Schottland arbeitete T als Kellnerin und erzielte hieraus Einnahmen in H&ouml;he von 573,58 EUR. Die im Zusammenhang mit dem Aufenthalt in Schottland entstandenen Kosten in H&ouml;he von 4.035 EUR (Organisation durch A 700 EUR, Wohnung 1.260 EUR, Verpflegungsmehraufwand 1.575 EUR, Flug 500 EUR) erstattete die Landesunfallkasse nicht, weil derartige Kosten im Leistungskatalog der gesetzlichen Unfallversicherung (Siebtes Buch Sozialgesetzbuch &#8211;SGB VII&#8211;) nicht vorgesehen seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da T durch den Unfall in ihrer Erwerbsf&auml;higkeit gemindert war, setzte die Landesunfallkasse durch Bescheid vom 25. November 2003 eine am 15. November 2001 beginnende Rente als vorl&auml;ufige Entsch&auml;digung fest und zahlte T im Jahr 2003 insgesamt 10.047,35 EUR aus. Hiervon entfielen 5.531,09 EUR auf die Jahre 2001 und 2002 und 4.516,26 EUR auf das Jahr 2003.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beklagte und Revisionskl&auml;gerin (Familienkasse) hob die Festsetzung des Kindergeldes f&uuml;r T durch Bescheid vom 16. Juni 2004 f&uuml;r die Monate Januar bis Dezember 2003 auf, weil die Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge von T aufgrund der Rentennachzahlung den Jahresgrenzbetrag von 7.188 EUR &uuml;berschritten. Der Einspruch des Kl&auml;gers blieb erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hob den Aufhebungsbescheid und die Einspruchsentscheidung durch Urteil vom 7. August 2007&nbsp;&nbsp;1 K 15\/05 (Entscheidungen der Finanzgerichte 2008, 222) auf. Die Kosten in H&ouml;he von 4.035 EUR f&uuml;r den Schottland-Aufenthalt, der laut &auml;rztlichem Gutachten vom M&auml;rz 2007 zur Genesung von T erforderlich gewesen sei, seien dem Jahresgrenzbetrag von 7.188 EUR hinzuzurechnen, weil T aufgrund des Unfalls einen &uuml;ber den allgemeinen Grundbedarf hinausgehenden zus&auml;tzlichen Bedarf gehabt habe. Die als Bezug zu behandelnde Rentennachzahlung in H&ouml;he von 10.047,35 EUR liege unter diesem erh&ouml;hten Jahresgrenzbetrag. Auch ohne Erh&ouml;hung sei der Jahresgrenzbetrag aber nicht &uuml;berschritten. Denn die Rentennachzahlung habe in H&ouml;he der unfallbedingten Aufwendungen f&uuml;r den normalen Lebensunterhalt nicht zur Verf&uuml;gung gestanden. Deshalb seien nach dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 11. Januar 2005&nbsp;&nbsp;2 BvR 167\/02 (BVerfGE 112, 164, BFH\/NV 2005, Beilage 3, 260) die Kosten f&uuml;r den Schottlandaufenthalt von der Rentennachzahlung abzuziehen, so dass die Bez&uuml;ge unterhalb des Jahresgrenzbetrags von 7.188 EUR l&auml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen die vom Kl&auml;ger im Einzelnen dargelegten Kosten f&uuml;r den Schottlandaufenthalt best&uuml;nden der H&ouml;he nach keine Bedenken. Die Familienkasse habe trotz Nachfrage nicht erkl&auml;rt, welche der vom Kl&auml;ger geltend gemachten Kosten sie bestreite.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die in Gro&szlig;britannien zu versteuernden und in Deutschland dem Progressionsvorbehalt unterliegenden Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit als Kellnerin seien nicht anzusetzen, da der Arbeitnehmerpauschbetrag in H&ouml;he von 1.044 EUR (&sect; 9a des Einkommensteuergesetzes i.d.F. f&uuml;r das Streitjahr 2003 &#8211;EStG&#8211;) die Einnahmen in H&ouml;he von 573,58 EUR &uuml;bersteige.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Familienkasse eine Verletzung des &sect; 32 Abs. 4 Satz 2 EStG. Au&szlig;erdem seien die geltend gemachten Kosten nicht ausreichend nachgewiesen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragt, das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und deshalb zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach im Ergebnis zutreffender Auffassung des FG &uuml;bersteigen die Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge von T den ma&szlig;gebenden Jahresgrenzbetrag nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Unter weiteren &#8211;hier nicht streitigen&#8211; Voraussetzungen hat der Kindergeldberechtigte Anspruch auf Kindergeld f&uuml;r ein vollj&auml;hriges Kind, wenn es Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge, die zur Bestreitung des Unterhalts und der Berufsausbildung bestimmt oder geeignet sind, von nicht mehr als 7.188 EUR im Kalenderjahr 2003 hat (&sect; 32 Abs. 4 Satz 2 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die nach &sect; 3 Nr. 1 Buchst. a EStG steuerfreie sog. Verletztenrente aus der gesetzlichen Unfallversicherung geh&ouml;rt nicht zu den Eink&uuml;nften, sondern in vollem Umfang zu den Bez&uuml;gen (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 15. Oktober 1999 VI R 182\/98, BFHE 189, 457, BStBl II 2000, 79, unter II. 4. c), da hierunter alle Zufl&uuml;sse in Geld oder Naturalleistungen fallen, die nicht im Rahmen der einkommensteuerrechtlichen Eink&uuml;nfteermittlung erfasst werden, also nicht steuerbare oder f&uuml;r steuerfrei erkl&auml;rte Einnahmen (BFH-Urteil vom 26. September 2000 VI R 85\/99, BFHE 192, 485, BStBl II 2000, 684, unter 2. b, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Nachzahlung der Verletztenrente ist im Jahr 2003, in dem sie zugeflossen ist, zu ber&uuml;cksichtigen. Der Betrag ist nicht auf den Zeitraum zu verteilen, f&uuml;r den er gezahlt wurde (BFH-Urteil vom 16. April 2002 VIII R 76\/01, BFHE 199, 116, BStBl II 2002, 525).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Verletztenrente ist jedoch nur soweit zur Bestreitung des Unterhalts von T bestimmt oder geeignet, als sie die Aufwendungen f&uuml;r therapeutische Ma&szlig;nahmen &uuml;bersteigt, die T als Folge des Unfalls entstanden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Senat hat im Urteil vom 26. September 2007 III R 4\/07 (BFHE 219, 112, BStBl II 2008, 738, unter II. 8., betr. ansetzbare Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit) offen gelassen, ob und inwieweit Krankheits- oder Krankheitsfolgekosten zu den nach der Rechtsprechung des BVerfG in BVerfGE 112, 164, BFH\/NV 2005, Beilage 3, 260 unvermeidbaren, die Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge des Kindes mindernden Aufwendungen geh&ouml;ren k&ouml;nnen. Auch im Streitfall braucht diese Frage nicht entschieden zu werden, da sich der geminderte Ansatz der Rentennachzahlung allein aus der Zweckbestimmung der Verletztenrente ergibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Grunds&auml;tzlich &uuml;bernimmt die gesetzliche Unfallversicherung die Kosten f&uuml;r die Heilbehandlung und f&uuml;r Rehabilitationsma&szlig;nahmen des Sch&uuml;lers, der auf dem Schulweg einen schwerwiegenden Unfall erlitten hat. Nur wenn der Sch&uuml;ler durch den Unfall trotz der Rehabilitationsma&szlig;nahmen in seiner Erwerbsf&auml;higkeit gemindert ist, erh&auml;lt er eine Rente. Diese wird in der Regel erst bezahlt, wenn alle sinnvollen und zumutbaren Rehabilitationsm&ouml;glichkeiten ausgesch&ouml;pft sind (vgl. &sect; 26 Abs. 3 SGB VII; Becker, Gesetzliche Unfallversicherung, 1. Aufl. 2004, S. 156). Die Verletztenrente soll den Mehrbedarf durch die bleibenden Verletzungen aufgrund des Unfalls und den Einnahmenverlust aufgrund der geminderten Erwerbsf&auml;higkeit ausgleichen (Urteil des Bundessozialgerichts &#8211;BSG&#8211; vom 19. Juni 1986&nbsp;&nbsp;12 RK 7\/85, SozR 2200 &sect; 180 Nr. 31; Mucha in Jahn SGB VII &sect; 56 Rz 4, 12; a.A. &#8211;nur Lohnersatzfunktion&#8211; m&ouml;glicherweise BFH-Urteil in BFHE 189, 457, BStBl II 2000, 79, unter II. 4. c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Aus den unterschiedlichen Funktionen der Verletztenrente hat das BSG gefolgert, dass diese bei der Bemessung f&uuml;r den Beitrag einer Ersatzkasse, der sich nach den &quot;Einnahmen zum Lebensunterhalt&quot; richtet (BSG in SozR 2200 &sect; 180 Nr. 31), und bei der Entscheidung, ob wegen des niedrigen Einkommens eine Befreiung von Zuzahlungen nach &sect; 61 SGB V bei der gesetzlichen Krankenversicherung in Betracht kommt (BSG-Urteil vom 8. Dezember 1992&nbsp;&nbsp;1 RK 11\/92, BSGE 71, 299), nur angerechnet werden darf, soweit sie Einkommensersatzfunktion hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Andererseits ist die Verletztenrente aus der gesetzlichen Unfallversicherung bei der Berechnung der Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach der Rechtsprechung des BSG insgesamt als Einkommen i.S. des &sect; 11 Abs. 1 Satz 1 SGB II zu ber&uuml;cksichtigen. Sie ist in vollem Umfang keine zweckbestimmte Einnahme i.S. des &sect; 11 Abs. 3 Nr. 1 Buchst. a SGB II, die als Einkommen au&szlig;er Betracht bleibt (BSG-Urteil vom 5. September 2007 B 11b AS 15\/06 R, BSGE 99, 47, m.w.N.). Nach Auffassung des BSG bleiben nach &sect; 11 Abs. 3 Nr. 1 Buchst. a SGB II nur solche Einnahmen au&szlig;er Betracht, deren Zweck sich ausdr&uuml;cklich aus der gesetzlichen Vorschrift ergibt. &sect;&sect; 56 ff. SGB VII regelten aber nur Beginn, Dauer, H&ouml;he und Berechnungsmodalit&auml;ten der Verletztenrente. Eine ausdr&uuml;ckliche und eindeutige Zweckbestimmung lasse sich aus diesen Vorschriften nicht ablesen. Die Verletztenrente habe zwar unterschiedliche Funktionen (Mehrbedarfsersatz, Kompensation immaterieller Sch&auml;den, Einkommensersatz), diese seien aber nicht einer &quot;Zweckbestimmung&quot; i.S. des &sect; 11 Abs. 3 Nr. 1 Buchst. a SGB II gleich zu achten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Bei der Berechnung der Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach &sect; 11 SGB II werden alle Einnahmen in Geld oder Geldeswert angerechnet, die nicht ausdr&uuml;cklich f&uuml;r einen anderen Zweck als den Lebensunterhalt bestimmt sind. Nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 2 EStG sind dagegen nur Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge anzusetzen, die f&uuml;r den Unterhalt bestimmt oder geeignet sind. Wird eine als Bezug zu ber&uuml;cksichtigende steuerfreie Rente gezahlt, ist daher zu pr&uuml;fen, welchem Zweck die Rente dient. Allein daraus, dass in den gesetzlichen Regelungen der Zweck der Rente nicht ausdr&uuml;cklich bestimmt wird, ist nicht zu folgern, dass die Zahlungen ausschlie&szlig;lich f&uuml;r den Lebensunterhalt bestimmt sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) F&uuml;r das Kindergeld wird ein Kind dann nicht mehr ber&uuml;cksichtigt, wenn es eigene Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge in H&ouml;he des &#8211;am Existenzminimum eines Erwachsenen ausgerichteten&#8211; Jahresgrenzbetrages hat. Der Gesetzgeber unterstellt, dass die Eltern in diesen F&auml;llen nicht mehr durch Aufwendungen f&uuml;r den Unterhalt des Kindes belastet sind. Entstehen dem Kind aber Kosten f&uuml;r Ma&szlig;nahmen zur Behebung von k&ouml;rperlichen oder psychischen Sch&auml;den aufgrund eines Unfalls, f&uuml;r die nach den Regelungen der gesetzlichen Unfallversicherung keine Erstattung vorgesehen ist, steht die Verletztenrente dem Kind insoweit nicht f&uuml;r den Unterhalt zur Verf&uuml;gung. Da die Verletztenrente auch gezahlt wird, um den aufgrund des Unfalls entstehenden Mehrbedarf auszugleichen, ist sie nur zum Unterhalt und zur Berufsausbildung bestimmt oder geeignet, soweit die Rentenzahlungen die Kosten &uuml;bersteigen, die zur Wiederherstellung der durch den Unfall verursachten gesundheitlichen Sch&auml;den angefallen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Entscheidung des FG, dass der Auslandsaufenthalt geeignet war, die gesundheitlichen Beeintr&auml;chtigungen von T zu bessern, und dass die vom Kl&auml;ger geltend gemachten Aufwendungen tats&auml;chlich entstanden sind und auch erforderlich waren, ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In dem im finanzgerichtlichen Verfahren eingeholten &auml;rztlichen Gutachten zur Erforderlichkeit des Auslandsaufenthalts f&uuml;r die medizinische Behandlung von T kommt der Gutachter zu dem Ergebnis, dass der von der Psychotherapeutin als Therapie f&uuml;r die posttraumatische Belastungsst&ouml;rung empfohlene Auslandsaufenthalt eng mit dem Erfolg der medizinisch-psychotherapeutischen Behandlung zusammenh&auml;ngt und daher als erforderlich anzusehen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Auffassung des FG bestehen keine Zweifel daran, dass die vom Kl&auml;ger dargelegten Aufwendungen in H&ouml;he von 4.035 EUR (Organisation durch A 700 EUR, Wohnung 1.260 EUR, Verpflegungsmehraufwand 1.575 EUR, Flug 500 EUR) entstanden und notwendig gewesen sind. Die Familienkasse hat nicht konkret dargelegt, welche Kosten sie im Einzelnen anzweifelt. Als Revisionsgericht ist der BFH an die nachvollziehbare W&uuml;rdigung des FG gebunden (&sect; 118 Abs. 2 FGO). Es bestanden auch keine Erstattungsm&ouml;glichkeiten durch die Landesunfallkasse, so dass T bzw. der zu ihrem Unterhalt verpflichtete Kl&auml;ger mit diesen Kosten endg&uuml;ltig belastet blieb.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.12.2009, III R 74\/07 Kindergeld: Verletztenrente aus der gesetzlichen Unfallversicherung als Bezug des Kindes &#8211; Ber&uuml;cksichtigung einer Nachzahlung der Verletztenrente als Bezug im Jahr des Zuflusses Leits&auml;tze Entstehen dem Kind als Folge eines Unfalls Aufwendungen zur Heilung einer gesundheitlichen Beeintr&auml;chtigung, die von der gesetzlichen Unfallversicherung nicht erstattet werden, ist die als Bezug &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-74-07-kindergeld-verletztenrente-aus-der-gesetzlichen-unfallversicherung-als-bezug-des-kindes-beruecksichtigung-einer-nachzahlung-der-verletztenrente-als-bezug-im-jahr-des-zuflusses\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;74\/07 &#8211; Kindergeld: Verletztenrente aus der gesetzlichen Unfallversicherung als Bezug des Kindes &#8211; Ber&uuml;cksichtigung einer Nachzahlung der Verletztenrente als Bezug im Jahr des Zuflusses<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-12890","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12890","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12890"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12890\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12890"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12890"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12890"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}