{"id":12891,"date":"2012-12-08T08:58:30","date_gmt":"2012-12-08T06:58:30","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12891"},"modified":"2012-12-08T08:58:30","modified_gmt":"2012-12-08T06:58:30","slug":"iii-r-92-08-anschaffung-eines-grundstuecks-bei-besitzuebergabe-vor-dem-vertraglich-vereinbarten-zeitpunkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-92-08-anschaffung-eines-grundstuecks-bei-besitzuebergabe-vor-dem-vertraglich-vereinbarten-zeitpunkt\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;92\/08 &#8211; Anschaffung eines Grundst&uuml;cks bei Besitz&uuml;bergabe vor dem vertraglich vereinbarten Zeitpunkt"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.12.2009, III R 92\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Anschaffung eines Grundst&uuml;cks bei Besitz&uuml;bergabe vor dem vertraglich vereinbarten Zeitpunkt<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Ein bebautes Grundst&uuml;ck ist in dem Zeitpunkt angeschafft, in dem Besitz, Nutzungen, Gefahr und Lasten auf den K&auml;ufer &uuml;bergehen. Ma&szlig;gebend ist nicht der vertraglich vorgesehene, sondern der tats&auml;chliche &Uuml;bergang .<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) kaufte am 18. Juni 2001 ein Reihenhausgrundst&uuml;ck von einer GmbH, an der er zur H&auml;lfte beteiligt war. Die GmbH hatte das zu diesem Zeitpunkt im Rohbau fertig gestellte Haus auf ihre Kosten zu vollenden. Der Kaufpreis betrug 200.000 DM. Davon waren 150.000 DM zwei Wochen nach Eintragung der Auflassungsvormerkung f&auml;llig; diese Rate &uuml;berwies der Kl&auml;ger am 24. Juli 2001. Die restlichen 50.000 DM, nach &sect; 6 des notariellen Kaufvertrages f&auml;llig bei vertragsgem&auml;&szlig;er &Uuml;bergabe, wurden am 5. Februar 2002 gezahlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Vertrag vom 19. Juli 2001 vermietete der Kl&auml;ger das Haus ab dem 1. September 2001 f&uuml;r unbestimmte Zeit zu einer Kaltmiete von 1.250 DM.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach einer vom Kl&auml;ger vorgelegten privatschriftlichen Vereinbarung vom 5. Juli 2001 stundete die GmbH die Zahlung der restlichen 50.000 DM bis zum 31. Dezember 2002 und best&auml;tigte eine &Auml;nderung von &sect; 6 des Kaufvertrages, wonach das Kaufobjekt mit R&uuml;cksicht auf den geplanten Einzug der Mieterin am 1. Juli 2001 &uuml;bergeben worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den Antrag auf eine Investitionszulage f&uuml;r den Mietwohnungsbau im inner&ouml;rtlichen Bereich lehnte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ab, weil die Anschaffung neuer Geb&auml;ude bis zum Ende des Jahres der Fertigstellung nur gef&ouml;rdert werde, wenn diese vor dem 1. Januar 2002 erfolgt sei (&sect; 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4, Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 des Investitionszulagengesetzes &#8211;InvZulG&#8211; 1999). Der Kl&auml;ger habe das Geb&auml;ude erst im Februar 2002 angeschafft, weil er erst zu diesem Zeitpunkt die letzte Kaufpreisrate gezahlt und damit die Voraussetzungen f&uuml;r eine &Uuml;bergabe des Kaufobjektes geschaffen habe. Der Einspruch blieb erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab. Es entschied (Urteil vom 13. September 2007&nbsp;&nbsp;2 K 460\/05), der Kl&auml;ger habe die Investition nicht vor dem 1. Januar 2002 abgeschlossen. Die Anschaffung werde im Zeitpunkt der Lieferung verwirklicht (&sect; 9a der Einkommensteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung &#8211;EStDV&#8211;). Geliefert werde ein Wirtschaftsgut, wenn der Erwerber nach dem Willen der Vertragspartner dar&uuml;ber wirtschaftlich verf&uuml;gen k&ouml;nne. Dies sei bei Grundst&uuml;cken regelm&auml;&szlig;ig der Zeitpunkt, zu dem nach den vertraglichen Vereinbarungen Eigenbesitz, Gefahr, Nutzen und Lasten auf den Erwerber &uuml;bergingen. Die &Uuml;bergabe sei in &sect; 6 des Kaufvertrages von der Bezugsfertigkeit und der Zahlung des Kaufpreises abh&auml;ngig gemacht worden, den der Kl&auml;ger erst im Februar 2002 und somit nach Ende des f&uuml;r die Gew&auml;hrung der Zulage ma&szlig;geblichen Zeitpunktes beglichen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es k&ouml;nne dahinstehen, ob die vom Kl&auml;ger vorgelegte privatschriftliche Abrede vom 5. Juli 2001 tats&auml;chlich an diesem Tage oder erst nachtr&auml;glich getroffen worden sei, denn der notarielle Kaufvertrag habe nur durch eine ebenfalls notariell beurkundete Abrede ge&auml;ndert werden k&ouml;nnen. Die Heilung einer gegen die Beurkundungspflicht versto&szlig;enden Abrede trete nach &sect; 311b Abs. 1 Satz 1 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuches (BGB) ohne R&uuml;ckwirkung erst mit dem Zeitpunkt der Auflassung und Eintragung im Grundbuch ein, im Streitfall also am 17. Juni 2002. Durch den Abschluss des Mietvertrages im Juli 2001 und die tats&auml;chliche Vermietung ab September 2001 sei der Kl&auml;ger nicht wirtschaftlicher Eigent&uuml;mer geworden, da er den Eigent&uuml;mer &#8211;die GmbH&#8211; nicht auf Dauer von der Einwirkung auf das Grundst&uuml;ck habe ausschlie&szlig;en k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung der Revision tr&auml;gt der Kl&auml;ger vor, der Zeitpunkt der Anschaffung werde durch den Erwerb des wirtschaftlichen Eigentums bestimmt, d.h. durch den &Uuml;bergang von Eigenbesitz, Gefahr, Nutzen und Lasten. Im Streitfall sei das Grundst&uuml;ck tats&auml;chlich bereits zum September 2001 &uuml;bergeben worden. Die &Uuml;bergabe vor der Zahlung des Restkaufpreises sei in der notariellen Urkunde nicht ausgeschlossen worden und auch nicht gem&auml;&szlig; &sect; 311b BGB unzul&auml;ssig. Nach Besitz&uuml;bertragung habe der noch als Eigent&uuml;merin eingetragenen GmbH kein Herausgabeanspruch gem&auml;&szlig; &sect; 985 BGB zugestanden (Urteil des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; vom 2. M&auml;rz 1984 V ZR 102\/83, BGHZ 90, 269).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;, das FG-Urteil sowie die Einspruchsentscheidung aufzuheben und die Investitionszulage f&uuml;r das Jahr 2001 auf 9.082,59 EUR festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Die Vorentscheidung ist aufzuheben und die Sache an das FG zur&uuml;ckzuverweisen, weil seine Feststellungen nicht f&uuml;r eine abschlie&szlig;ende Entscheidung ausreichen, ob der Kl&auml;ger schon vor dem 1. Januar 2002 wirtschaftliches Eigentum an dem Reihenhaus erlangt hat (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 und Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 InvZulG 1999 ist die Anschaffung neuer Geb&auml;ude bis zum Ende des Jahres der Fertigstellung beg&uuml;nstigt, wenn sie der Anspruchsberechtigte nach dem 31. Dezember 1998 und vor dem 1. Januar 2002 abschlie&szlig;t. Abgeschlossen sind Investitionen i.S. des &sect; 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 InvZulG 1999 mit dem Zeitpunkt der Anschaffung des Geb&auml;udes (&sect; 3 Abs. 2 Satz 3 InvZulG 1999).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Unter Anschaffung ist im Ertragsteuer- wie im Investitionszulagenrecht der Erwerb eines bereits bestehenden Wirtschaftsguts zu verstehen. Angeschafft wird im Zeitpunkt der Lieferung (&sect; 9a EStDV). Geliefert ist das Wirtschaftsgut, wenn der Erwerber nach dem Willen der Vertragsparteien dar&uuml;ber wirtschaftlich verf&uuml;gen kann. Das ist bei der &Uuml;bertragung eines Grundst&uuml;cks in der Regel der Zeitpunkt, zu dem Eigenbesitz, Gefahr, Nutzen und Lasten auf den Erwerber &uuml;bergehen (Senatsurteile vom 24. M&auml;rz 2006 III R 6\/04, BFHE 213, 178, BStBl II 2006, 774; vom 28. November 2006 III R 17\/05, BFH\/NV 2007, 975, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG ist zutreffend hiervon ausgegangen, hat den Zeitpunkt der Anschaffung aber zu Unrecht danach bestimmt, wann der Kl&auml;ger aufgrund des notariellen Kaufvertrages die &Uuml;bergabe beanspruchen konnte. Ma&szlig;geblich ist dagegen, wann Besitz, Nutzungen, Gefahr und Lasten tats&auml;chlich &uuml;bergingen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Besitz einer Sache wird durch die Erlangung der tats&auml;chlichen Gewalt &uuml;ber die Sache erworben (&sect; 854 Abs. 1 BGB). Dies kann geschehen, indem der bisherige Besitzer die Sache &uuml;bergibt; gleichgestellt ist die einseitige Besitzergreifung durch den Erwerber mit Einverst&auml;ndnis des &Uuml;bergebenden (BGH-Urteil vom 10. Januar 1979 VIII ZR 302\/77, Neue Juristische Wochenschrift 1979, 714, 715; Erman\/Lorenz, BGB, 12. Aufl., &sect; 854 Rz 13). Der Besitz an Grundst&uuml;cken kann auch durch die &Uuml;bergabe der Schl&uuml;ssel &uuml;bertragen werden (BGH-Urteil vom 30. Mai 1958 V ZR 295\/56, BGHZ 27, 360, 362; Staudinger\/Bund (2007), &sect; 854 Rz 41).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei der &Uuml;bergabe handelt es sich um einen Realakt, d.h. um eine auf einen tats&auml;chlichen Erfolg gerichtete Willensbet&auml;tigung; Willensm&auml;ngel sind dabei unerheblich (Diep in: jurisPK-BGB, 4. Aufl. 2008, &sect; 854 BGB Rz 20). Der Besitz kann zu einem sp&auml;teren oder &#8211;wie m&ouml;glicherweise im Streitfall&#8211; zu einem fr&uuml;heren als dem kaufvertraglich vorgesehenen Zeitpunkt &uuml;bertragen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die &Uuml;bergabe einer verkauften Sache &#8211;auch eines Grundst&uuml;cks (Palandt\/Putzo, B&uuml;rgerliches Gesetzbuch, 69. Aufl., &sect; 446 Rz 2)&#8211; bewirkt gem&auml;&szlig; &sect; 446 BGB, dass die Gefahr des zuf&auml;lligen Untergangs und der zuf&auml;lligen Verschlechterung auf den K&auml;ufer &uuml;bergehen; von der &Uuml;bergabe an geb&uuml;hren dem K&auml;ufer die Nutzungen und tr&auml;gt er die Lasten. Der Zeitpunkt des Eigentumserwerbs ist insoweit unerheblich (Palandt\/Putzo, a.a.O., &sect; 446 Rz 13). Die Regelung des &sect; 446 BGB ist im Streitfall nicht &#8211;z.B. durch Vereinbarung eines von der &Uuml;bergabe unabh&auml;ngigen Gefahr&uuml;berganges&#8211; abbedungen worden (vgl. Palandt\/Putzo, a.a.O., &sect; 446 Rz 3 zu dem insoweit geltenden Formzwang des &sect; 311b BGB).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Wenn das verkaufte Geb&auml;ude, wie der Kl&auml;ger behauptet, vor Zahlung des restlichen Kaufpreises und damit fr&uuml;her als nach &sect; 6 des Kaufvertrages vorgesehen &uuml;bergeben wurde, konnte die GmbH als Verk&auml;uferin danach die Herausgabe (R&uuml;ckgabe) nicht mehr verlangen, denn dem Kl&auml;ger stand, soweit die GmbH nicht z.B. wegen Zahlungsverzuges vom Vertrag zur&uuml;cktrat, gem&auml;&szlig; &sect; 986 Abs. 1 Satz 1 BGB ein Recht zum Besitz zu (vgl. Staudinger\/Gursky (2006), &sect; 986 Rz 14, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Sache ist nicht entscheidungsreif. Bislang ist weder festgestellt worden, ob das Reihenhaus &#8211;wie vom Kl&auml;ger behauptet&#8211; tats&auml;chlich im Jahr 2001 &uuml;bergeben wurde &#8211;ggfls. im Zusammenhang mit der Vermietung&#8211;, noch ob daraus die sich nach &sect; 446 BGB ergebenden Folgerungen gezogen wurden &#8211;z.B. ob der Kl&auml;ger die Grundst&uuml;ckslasten getragen und die Miete vereinnahmt und nicht an die GmbH weitergeleitet hat&#8211;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.12.2009, III R 92\/08 Anschaffung eines Grundst&uuml;cks bei Besitz&uuml;bergabe vor dem vertraglich vereinbarten Zeitpunkt Leits&auml;tze Ein bebautes Grundst&uuml;ck ist in dem Zeitpunkt angeschafft, in dem Besitz, Nutzungen, Gefahr und Lasten auf den K&auml;ufer &uuml;bergehen. Ma&szlig;gebend ist nicht der vertraglich vorgesehene, sondern der tats&auml;chliche &Uuml;bergang . Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-92-08-anschaffung-eines-grundstuecks-bei-besitzuebergabe-vor-dem-vertraglich-vereinbarten-zeitpunkt\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;92\/08 &#8211; Anschaffung eines Grundst&uuml;cks bei Besitz&uuml;bergabe vor dem vertraglich vereinbarten Zeitpunkt<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-12891","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12891","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12891"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12891\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12891"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12891"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12891"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}