{"id":12894,"date":"2012-12-19T15:33:32","date_gmt":"2012-12-19T13:33:32","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12894"},"modified":"2012-12-19T15:33:32","modified_gmt":"2012-12-19T13:33:32","slug":"vi-r-4-08-umrechnung-von-arbeitslohn-in-fremder-waehrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-4-08-umrechnung-von-arbeitslohn-in-fremder-waehrung\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;4\/08 &#8211; Umrechnung von Arbeitslohn in fremder W&auml;hrung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 3.12.2009, VI R 4\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Umrechnung von Arbeitslohn in fremder W&auml;hrung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Eink&uuml;nfte in einer g&auml;ngigen, frei konvertiblen und im Inland handelbaren ausl&auml;ndischen W&auml;hrung sind als Einnahmen in Geld zu besteuern. Sie stellen aus sich heraus einen Wert dar, der durch Umrechnung in Euro zu bestimmen ist.<\/p>\n<p>2. Umrechnungsma&szlig;stab ist &#8211;soweit vorhanden&#8211; der auf den Umrechnungszeitpunkt bezogene Euro-Referenzkurs der Europ&auml;ischen Zentralbank.<\/p>\n<p>3. Lohnzahlungen sind bei Zufluss des Arbeitslohns anhand der von der Europ&auml;ischen Zentralbank ver&ouml;ffentlichten monatlichen Durchschnittsreferenzkurse umzurechnen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, nach welchem Wechselkurs Arbeitslohn, der in fremder W&auml;hrung vereinnahmt wurde, in Euro umzurechnen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger), Eheleute, die zusammen zur Einkommensteuer veranlagt werden und ihren Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland haben, sind beide in der Schweiz als Arbeitnehmer besch&auml;ftigt. Im Streitjahr 2002 betrug der Bruttoarbeitslohn des Kl&auml;gers 153.736 Schweizer Franken (Sfr), der seiner Ehefrau 151.005 Sfr. Die Geh&auml;lter wurden jeweils zum 25. oder 26. eines Monats auf ein Girokonto der Kl&auml;ger bei der schweizerischen X-Bank in B\/Schweiz &uuml;berwiesen. Zu jedem dieser Zeitpunkte ging der Kl&auml;ger zu einem Bankautomaten der X-Bank in R\/Schweiz und hob kleine Betr&auml;ge von jeweils 50 EUR ab. Hier&uuml;ber erhielt er Auszahlungsbelege, deren Kurse er f&uuml;r das Jahr 2002 f&uuml;r jeden Monat auflistete und hieraus einen Durchschnittskurs bildete. Dabei ergab sich f&uuml;r 100 Sfr ein Kurs von 66,87099471 EUR. Er begehrte, diesen Durchschnittssortenkurs auf die Bruttoeink&uuml;nfte seiner Ehefrau und von sich selbst anzuwenden und den dementsprechenden Betrag in Euro der Besteuerung zugrunde zu legen. In der Einspruchsentscheidung f&uuml;r das Jahr 2000 sei ihnen &#8211;entsprechend der damaligen Verwaltungspraxis&#8211; nachgelassen worden, den tats&auml;chlichen Umrechnungskurs f&uuml;r jeden umzurechnenden Zahlungsvorgang festzuhalten und mittels geeigneter Unterlagen nachzuweisen. Daran sei der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) auch im Streitjahr gebunden. Das FA rechnete die im Streitjahr erzielten Arbeitsl&ouml;hne in dem Einkommensteuerbescheid 2002 jedoch mit einem Kurs von 0,68 EUR um und legte demgem&auml;&szlig; der Besteuerung beim Kl&auml;ger einen Bruttoarbeitslohn von 104.540 EUR, bei der Kl&auml;gerin von 102.683 EUR zugrunde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen legten die Kl&auml;ger erfolglos Einspruch ein. Das Finanzgericht (FG) wies die Klage mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2008, 938 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung formellen und materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das Urteil des FG Baden-W&uuml;rttemberg vom 11. Dezember 2007&nbsp;&nbsp;11 K 549\/04 aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid 2002, zuletzt vom 22. M&auml;rz 2006 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 1. Oktober 2004, insoweit abzu&auml;ndern, als statt eines Umrechnungskurses von 0,68 EUR pro Sfr ein Umrechnungskurs von 0,6687 EUR auf die von den Kl&auml;gern erzielten Bruttoarbeitsl&ouml;hne von 153.736 Sfr beim Kl&auml;ger und 151.005 Sfr bei der Kl&auml;gerin angewendet und die Einkommensteuer dementsprechend herabgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;ger ist zul&auml;ssig und begr&uuml;ndet; das angefochtene Urteil wird aufgehoben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckverwiesen (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>A. Die Revision ist zul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Revisionskl&auml;ger hat gem&auml;&szlig; &sect; 120 Abs. 2 und Abs. 3 FGO die Revisionsgr&uuml;nde anzugeben. Dazu bedarf es zwar keiner eingehenden und umfassenden Er&ouml;rterung der streitigen Rechtsfrage; jedoch muss die Begr&uuml;ndungsschrift eindeutig erkennen lassen, dass der Revisionskl&auml;ger sein bisheriges Vorbringen anhand der Gr&uuml;nde des Urteils des FG &uuml;berpr&uuml;ft hat (Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 120 Rz 59). Dies wiederum erfordert, dass er sich mit den tragenden Gr&uuml;nden des FG-Urteils auseinandersetzt und darlegt, weshalb er diese f&uuml;r unrichtig h&auml;lt (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 10. Juni 2009 I R 10\/09, BFHE 225, 384, BStBl II 2009, 974, m.w.N.). Die Kl&auml;ger haben danach die Revision ausreichend begr&uuml;ndet. Sie haben vorgetragen, dass das FG bei der Bemessung der Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit einen unzutreffenden Umrechnungskurs angewandt habe, und damit dargelegt, weshalb ihrer Auffassung nach das angefochtene Urteil des FG materielles Recht (&sect; 8 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;) verletzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>B. Die Revision ist auch begr&uuml;ndet. Das FG hat die Jahresgeh&auml;lter der Kl&auml;ger zu Unrecht nach dem Jahresdurchschnitt der Euro-Referenzkurse des Streitjahres umgerechnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Zutreffend ist das FG davon ausgegangen, dass Eink&uuml;nfte &#8211;im Streitfall aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit&#8211; in einer g&auml;ngigen, frei konvertiblen und im Inland handelbaren ausl&auml;ndischen W&auml;hrung als Einnahmen in Geld nach &sect; 8 Abs. 1 EStG zu besteuern sind. Das gilt unabh&auml;ngig davon, ob es sich bei dem Zufluss um von einem anderen Staat herausgegebene Banknoten und M&uuml;nzen (sog. Sorten) oder &#8211;wie hier&#8211; um ein unbares Fremdw&auml;hrungsguthaben (sog. Devisen) handelt (BFH-Urteil vom 27. Oktober 2004 VI R 29\/02, BFHE 207, 309, BStBl II 2005, 135, m.w.N.). Fremdw&auml;hrungen k&ouml;nnen zwar &#8211;anders als das gesetzliche Zahlungsmittel&#8211; nicht mit dem Nennwert erfasst werden. Einnahmen in fremder W&auml;hrung stellen jedoch aus sich heraus einen Wert dar, der bei Zufluss durch Umrechnung in Euro zu bestimmen ist (BFH-Urteil in BFHE 207, 309, BStBl II 2005, 135).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Lohnzahlungen sind dem Arbeitnehmer zugeflossen, wenn sie so in seinen Herrschaftsbereich gelangt sind, dass er wirtschaftlich &uuml;ber sie verf&uuml;gen kann (&sect; 11 Abs. 1 Satz 1 EStG). Im Fall der &Uuml;berweisung auf ein Bankkonto ist dies der Fall, wenn das Gehalt dem Konto des Arbeitnehmers bei der Bank gutgeschrieben worden ist (BFH-Urteil vom 9. Mai 1984 VI R 63\/80, BFHE 141, 50, BStBl II 1984, 560).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Umrechnungsma&szlig;stab ist &#8211;sofern wie im Streitfall vorhanden&#8211; der Euro-Referenzkurs der Europ&auml;ischen Zentralbank (bis zum 31. Dezember 2008, der an der Frankfurter Devisenb&ouml;rse amtlich festgestellte Devisenkurs; vgl. BFH-Urteil vom 2. April 2008 IX R 73\/04, BFH\/NV 2008, 1658; Brandenburgisches Oberlandesgericht, Urteil vom 11. Oktober 2007&nbsp;&nbsp;10 UF 47\/07, Zeitschrift f&uuml;r das gesamte Familienrecht 2008, 1279). Nur der Euro-Referenzkurs der Europ&auml;ischen Zentralbank erlaubt eine generelle und damit gleichheitsgerechte Bewertung einer fremden W&auml;hrung. Die in der Zeitreihen-Datenbank der Deutschen Bundesbank ver&ouml;ffentlichten und &uuml;ber das Internet abrufbaren Referenzkurse (www.bundesbank.de) werden auf Basis eines t&auml;glichen Konzertationsverfahrens zwischen Zentralbanken inner- und au&szlig;erhalb des Europ&auml;ischen Systems der Zentralbanken errechnet, das in der Regel um 14:15 Uhr (MEZ) stattfindet. Dabei achtet die Europ&auml;ische Zentralbank darauf, dass die ver&ouml;ffentlichten Devisenkurse die zu diesem Zeitpunkt herrschenden Marktverh&auml;ltnisse widerspiegeln. Da die Wechselkurse der vorgenannten W&auml;hrungen gegen&uuml;ber dem Euro als Durchschnitt von Ankaufs- und Verkaufskursen errechnet werden, handelt es sich dabei nicht unbedingt um die Kurse, zu denen Markttransaktionen tats&auml;chlich durchgef&uuml;hrt werden. Die von der Europ&auml;ischen Zentralbank ver&ouml;ffentlichten Wechselkurse dienen vielmehr Referenzzwecken (Europ&auml;ische Zentralbank, Pressemitteilung vom 5. Dezember 2008, www.bundesbank.de). Gleichwohl bilden diese Wechselkurse aus Sicht des erkennenden Senats den Marktpreis des Euro gegen&uuml;ber den wichtigsten internationalen W&auml;hrungen sowie f&uuml;r die W&auml;hrungen der L&auml;nder, welche der Europ&auml;ischen Union (EU) angeh&ouml;ren bzw. mit denen Beitrittsverhandlungen zur EU aufgenommen wurden, ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Beim tats&auml;chlichen Umtausch k&ouml;nnen die Wechselkurse einer Auslandsw&auml;hrung, d.h. die Preise f&uuml;r den An- und Verkauf von Fremdw&auml;hrungen mehr oder weniger deutlich von den Referenzkursen der Europ&auml;ischen Zentralbank abweichen &#8211; je nach Land, Kreditinstitut, Wechselstube oder Zahlungsmethode. Die tats&auml;chlich erzielbaren Preise f&uuml;r den An- oder Verkauf einer W&auml;hrung, als solches stellt sich der Umtausch einer fremden W&auml;hrung zivilrechtlich dar (Maier-Reimer, Neue Juristische Wochenschrift 1985, 2049 &lt;2050&gt;), sind wegen ihrer Bandbreite zur Umrechnung fremder W&auml;hrungen f&uuml;r steuerliche Zwecke ungeeignet. Hierf&uuml;r ist vielmehr ein objektiver Ma&szlig;stab erforderlich, da sich sonst die Leistungsf&auml;higkeit des Einzelnen nach Marktzuf&auml;lligkeiten bestimmen w&uuml;rde. Der Grundsatz der Gleichm&auml;&szlig;igkeit der Besteuerung steht daher dem Ansatz der von den Kl&auml;gern im Einzelnen nachgewiesenen Verkaufserl&ouml;se entgegen. Im &Uuml;brigen stellt sich der Umtausch des Fremdw&auml;hrungsguthabens als Verf&uuml;gung &uuml;ber den gutgeschriebenen Arbeitslohn f&uuml;r private Zwecke dar. Damit einhergehende Kosten und Geb&uuml;hren sind der privaten Lebensf&uuml;hrung zuzuordnen und d&uuml;rfen daher bei der Bemessung der zugeflossenen Einnahmen im Rahmen der Eink&uuml;nfteermittlung nicht ber&uuml;cksichtigt werden (BFH-Urteil vom 24. Juni 2009 X R 57\/06, BFHE 225, 421, BStBl II 2009, 1000).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Entgegen der Auffassung des FG ist jedoch nicht der gesamte Jahresarbeitslohn nach dem Jahresdurchschnitt der Euro-Referenzkurse des Streitjahres umzurechnen. Bei einer Umrechnung der Jahreseinnahmen nach dem Jahresdurchschnitt werden Geldwertschwankungen der Fremdw&auml;hrung zum Euro ausgeglichen. Diese Verm&ouml;gensmehrungen oder -einbu&szlig;en stehen jedoch in keinem Veranlassungszusammenhang mit der Einkunftsquelle nichtselbst&auml;ndiger Arbeit, sondern sind Folge eines Fremdw&auml;hrungsguthabens. Sie d&uuml;rfen deshalb bei der Ermittlung der Eink&uuml;nfte aus &sect; 19 EStG keinen Eingang finden. Im Hinblick auf &sect; 11 Abs. 1 Satz 1 EStG sind die Einnahmen vielmehr im Zeitpunkt des Zuflusses in Euro zu bestimmen. Nur insoweit wird die durch die Gehaltszahlung vermittelte Leistungsf&auml;higkeit des Steuerpflichtigen in Euro zutreffend erfasst. Im Streitfall ist damit eine monatliche Betrachtungsweise geboten. Nach den tats&auml;chlichen Feststellungen des FG, an die der Senat gem&auml;&szlig; &sect; 118 Abs. 2 FGO mangels zul&auml;ssiger und begr&uuml;ndeter Verfahrensr&uuml;gen gebunden ist, erhielten die Kl&auml;ger ihre Geh&auml;lter jeweils zum 25. oder 26. eines Monats auf ein Girokonto bei der X-Bank in B\/Schweiz &uuml;berwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine taggenaue Umrechnung der monatlichen Gehaltszahlungen ist nach Auffassung des Senats jedoch nicht erforderlich. Dadurch w&uuml;rde die tats&auml;chliche Verm&ouml;gensmehrung der Kl&auml;ger in Euro zwar so genau wie m&ouml;glich abgebildet. Allerdings erscheint eine auf den Tag genaue Umrechnung der Sfr dem erkennenden Senat bei der Vielzahl von Grenzg&auml;ngern nicht verwaltungspraktikabel. Aus Vereinfachungsgr&uuml;nden ist dem Spannungsverh&auml;ltnis zwischen taggenauer Richtigkeit und Verwaltungspraktikabilit&auml;t durch den Ansatz monatlicher Durchschnittswerte der Europ&auml;ischen Zentralbank Rechnung zu tragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Vorentscheidung beruht auf einer anderen Rechtsauffassung und ist daher aufzuheben. Die Sache ist jedoch nicht spruchreif. Da das FG &#8211;aus seiner Sicht zu Recht&#8211; keine Feststellungen dazu getroffen hat, in welcher H&ouml;he den Kl&auml;gern ihr Arbeitslohn in den einzelnen Monaten zugeflossen ist, war das angefochtene Urteil aufzuheben und die Sache an das FG zur&uuml;ckzuverweisen. Das FG hat die entsprechenden tats&auml;chlichen Feststellungen im zweiten Rechtsgang nachzuholen und das im jeweiligen Monat zugeflossene Gehalt anhand der von der Europ&auml;ischen Zentralbank ver&ouml;ffentlichten monatlichen Durchschnittsreferenzkurse f&uuml;r den Euro, die den vom Bundesministerium der Finanzen monatlich festgesetzten und im BStBl I ver&ouml;ffentlichten Umsatzsteuer-Umrechnungskursen entsprechen, umzurechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 3.12.2009, VI R 4\/08 Umrechnung von Arbeitslohn in fremder W&auml;hrung Leits&auml;tze 1. Eink&uuml;nfte in einer g&auml;ngigen, frei konvertiblen und im Inland handelbaren ausl&auml;ndischen W&auml;hrung sind als Einnahmen in Geld zu besteuern. 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