{"id":12901,"date":"2012-12-19T16:00:02","date_gmt":"2012-12-19T14:00:02","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12901"},"modified":"2012-12-19T16:00:02","modified_gmt":"2012-12-19T14:00:02","slug":"i-r-110-08-freistellungsmethode-nach-dba-schweiz-1992-ist-im-rahmen-der-ueberdachenden-besteuerung-auch-auf-einkuenfte-leitender-angestellter-von-schweizerischen-kapitalgesellschaften-aus-taetigkeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-110-08-freistellungsmethode-nach-dba-schweiz-1992-ist-im-rahmen-der-ueberdachenden-besteuerung-auch-auf-einkuenfte-leitender-angestellter-von-schweizerischen-kapitalgesellschaften-aus-taetigkeiten\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;110\/08 &#8211; Freistellungsmethode nach DBA-Schweiz 1992 ist im Rahmen der &uuml;berdachenden Besteuerung auch auf Eink&uuml;nfte leitender Angestellter von schweizerischen Kapitalgesellschaften aus T&auml;tigkeiten au&szlig;erhalb der Schweiz anzuwenden &#8211; Fiktion des T&auml;tigkeitsortes in Art. 15 Abs. 4 gilt f&uuml;r Art. 24 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 Buchst. d DBA-Schweiz 1992 entsprechend"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.11.2009, I R 110\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Freistellungsmethode nach DBA-Schweiz 1992 ist im Rahmen der &uuml;berdachenden Besteuerung auch auf Eink&uuml;nfte leitender Angestellter von schweizerischen Kapitalgesellschaften aus T&auml;tigkeiten au&szlig;erhalb der Schweiz anzuwenden &#8211; Fiktion des T&auml;tigkeitsortes in Art. 15 Abs. 4 gilt f&uuml;r Art. 24 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 Buchst. d DBA-Schweiz 1992 entsprechend<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) war im Streitjahr 2002 vom 1. Juli bis zum 31. Dezember als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer Schweizer AG (E-AG) mit Sitz in A\/Schweiz besch&auml;ftigt. Daneben war er vom 1. Januar bis zum 30. April 2002 nichtselbst&auml;ndig und vom 1. Juni bis zum 31. Oktober 2002 selbst&auml;ndig als Unternehmensberater t&auml;tig. Aus diesen T&auml;tigkeiten erzielte der Kl&auml;ger im Streitjahr insgesamt Eink&uuml;nfte in H&ouml;he von 126.123 EUR. Vom 1. November bis zum 31. Dezember 2002 war der Kl&auml;ger als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer f&uuml;r die E-GmbH mit Sitz in B\/Deutschland t&auml;tig; er bezog hierf&uuml;r Arbeitslohn in H&ouml;he von 11.267 EUR. Die T&auml;tigkeit f&uuml;r die E-AG &uuml;bte der Kl&auml;ger in der Schweiz sowie in mehreren asiatischen Staaten aus. Der von der E-AG gezahlte Arbeitslohn wurde in der Schweiz besteuert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger unterhielt im Streitjahr eine angemietete Wohnung in A. Seit dem 10. Juni 2002 war er au&szlig;erdem mit Zweitwohnsitz in B\/Deutschland gemeldet, wo ihm von der E-GmbH eine Ein-Zimmer-Wohnung zur gelegentlichen &Uuml;bernachtung w&auml;hrend beruflich bedingter Aufenthalte in B zur Verf&uuml;gung gestellt worden war. Ab dem 1. November 2002 hatte der Kl&auml;ger uneingeschr&auml;nkte Verf&uuml;gungsmacht &uuml;ber diese Wohnung. Der Kl&auml;ger hatte w&auml;hrend des gesamten Streitjahrs seinen Mittelpunkt der Lebensinteressen i.S. des Art. 4 Abs. 2 Buchst. a Satz 2 des Abkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Schweizerischen Eidgenossenschaft zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiete der Steuern vom Einkommen und vom Verm&ouml;gen vom 11. August 1971 (BGBl II 1972, 1022, BStBl I 1972, 519) i.d.F. des Protokolls vom 21. Dezember 1992 (BGBl II 1993, 1888, BStBl I 1993, 928) &#8211;DBA-Schweiz 1992&#8211; in der Schweiz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) bezog bei der Veranlagung des Kl&auml;gers f&uuml;r das Streitjahr den Arbeitslohn des Kl&auml;gers aus der T&auml;tigkeit f&uuml;r die E-AG insoweit in die Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer ein, als dieser auf T&auml;tigkeiten des Kl&auml;gers entfiel, die er in asiatischen Staaten verrichtet hatte, mit denen die Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) keine Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen hat; diesen Anteil setzte das FA im Wege der Sch&auml;tzung mit 12.000 EUR an. Die verbleibenden Eink&uuml;nfte aus der T&auml;tigkeit f&uuml;r die E-AG und als Unternehmensberater wurden im Rahmen des Progressionsvorbehalts ber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf den Einspruch des Kl&auml;gers unterwarf das FA erstmals den von der E-GmbH bezogenen Arbeitslohn der Besteuerung und rechnete die insoweit erhobenen Steuerabzugsbetr&auml;ge an. Zugleich setzte es den in die Bemessungsgrundlage einbezogenen Anteil des Arbeitslohns aus der T&auml;tigkeit f&uuml;r die E-AG auf 6.000 EUR herab. Das FA ging hierbei davon aus, dass sich das Besteuerungsrecht f&uuml;r diesen auf die T&auml;tigkeit in Drittstaaten entfallenden Anteil des Arbeitslohns aus Art. 4 Abs. 3 Satz 2 DBA-Schweiz 1992 ergebe und eine Freistellung nach Art. 24 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 Buchst. d DBA-Schweiz 1992 insoweit nicht zu gew&auml;hren sei; Art. 15 Abs. 4 DBA-Schweiz 1992 stehe dem nicht entgegen, da der Kl&auml;ger nach Art. 4 Abs. 2 DBA-Schweiz 1992 als in der Schweiz ans&auml;ssig gelte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der hiergegen erhobenen Klage machte der Kl&auml;ger geltend, dass die gesamten Eink&uuml;nfte aus seiner T&auml;tigkeit f&uuml;r die E-AG gem&auml;&szlig; Art. 4 Abs. 3 Satz 2 i.V.m. Art. 24 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 Buchst. d, Art. 15 Abs. 4 DBA-Schweiz 1992 unter Progressionsvorbehalt von der Einkommensteuer freizustellen seien. Das Finanzgericht (FG) Baden-W&uuml;rttemberg gab der Klage mit Urteil vom 23. September 2008&nbsp;&nbsp;4 K 138\/07, ver&ouml;ffentlicht in Entscheidungen der Finanzgerichte 2009, 87, statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts. Es beantragt sinngem&auml;&szlig;, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem Revisionsverfahren sind das Bundesministerium der Finanzen (BMF) und das Finanzministerium (FinMin) Baden-W&uuml;rttemberg beigetreten (&sect; 122 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das BMF hat ebenso wie das FinMin Baden-W&uuml;rttemberg keinen Antrag gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 FGO). Die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus der T&auml;tigkeit als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der E-AG sind auch insoweit unter Anwendung des Progressionsvorbehalts von der Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer auszunehmen, als sie auf T&auml;tigkeiten in Drittstaaten entfallen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Kl&auml;ger war im Streitjahr mit Beginn seiner T&auml;tigkeit als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der E-GmbH am 1. November gem&auml;&szlig; &sect; 1 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes 2002 (EStG 2002) unbeschr&auml;nkt steuerpflichtig; er unterlag daher mit allen ab diesem Zeitpunkt erzielten Eink&uuml;nften der Einkommensteuer. Nach den f&uuml;r den Senat bindenden Feststellungen des FG (&sect; 118 Abs. 2 FGO) konnte der Kl&auml;ger ab dem 1. November 2002 uneingeschr&auml;nkt &uuml;ber die Wohnung in B verf&uuml;gen. Er hatte damit ab diesem Zeitpunkt einen Wohnsitz im Inland (vgl. dazu Senatsurteil vom 24. Januar 2001 I R 100\/99, BFH\/NV 2001, 1402, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Aus&uuml;bung des hiernach bestehenden Besteuerungsrechts war aber, soweit es um die hier streitigen Eink&uuml;nfte geht, durch das DBA-Schweiz 1992 eingeschr&auml;nkt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus der T&auml;tigkeit als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der E-AG k&ouml;nnen nicht nach Art. 15 Abs. 1 Satz 1 DBA- Schweiz 1992 in Deutschland besteuert werden. Denn das Besteuerungsrecht steht danach allein dem Ans&auml;ssigkeitsstaat des Arbeitnehmers zu. Der Kl&auml;ger galt im Streitjahr jedoch nach Art. 4 Abs. 2 Buchst. a DBA-Schweiz 1992 als in der Schweiz ans&auml;ssig. Nach dieser Vorschrift gilt eine Person, die in beiden Vertragsstaaten &uuml;ber eine st&auml;ndige Wohnst&auml;tte verf&uuml;gt, als in dem Vertragsstaat ans&auml;ssig, zu dem sie die engeren pers&ouml;nlichen und wirtschaftlichen Beziehungen hat (Mittelpunkt der Lebensinteressen).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den Feststellungen des FG verf&uuml;gte der Kl&auml;ger ab dem 1. November 2002 sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz &uuml;ber eine st&auml;ndige Wohnst&auml;tte (vgl. hierzu Senatsurteile vom 16. Dezember 1998 I R 40\/97, BFHE 187, 544, BStBl II 1999, 207; vom 5. Juni 2007 I R 22\/06, BFHE 218, 217, BStBl II 2007, 812). Die W&uuml;rdigung des FG, dass der Mittelpunkt der Lebensinteressen des Kl&auml;gers im Streitjahr in der Schweiz lag, wird von den Beteiligten nicht angegriffen und ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach Art. 4 Abs. 3 Satz 1 DBA-Schweiz 1992 steht Deutschland zwar das Besteuerungsrecht bez&uuml;glich der streitigen Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers zu; diese Eink&uuml;nfte sind jedoch nach Art. 4 Abs. 3 Satz 2 i.V.m. Art. 24 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 Buchst. d DBA-Schweiz 1992 von der Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer ausgenommen. Dies gilt ungeachtet dessen, dass sie auf einer T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers in Drittstaaten beruhen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Gilt eine nat&uuml;rliche Person, die in Deutschland &uuml;ber eine st&auml;ndige Wohnst&auml;tte verf&uuml;gt, nach Art. 4 Abs. 2 DBA-Schweiz 1992 als in der Schweiz ans&auml;ssig, so kann sie in Deutschland ungeachtet anderer Abkommensbestimmungen nach den Vorschriften &uuml;ber die unbeschr&auml;nkte Steuerpflicht besteuert werden (Art. 4 Abs. 3 Satz 1 DBA-Schweiz 1992). Die in Art. 24 Abs. 1 Nr. 1 DBA-Schweiz 1992 genannten, aus der Schweiz stammenden Eink&uuml;nfte sind aber nach Art. 4 Abs. 3 Satz 2 i.V.m. Art. 24 Abs. 1 Nr. 1 DBA-Schweiz 1992 von der Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer ausgenommen; hierzu geh&ouml;ren nach Art. 24 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 Buchst. d DBA-Schweiz 1992 Geh&auml;lter, L&ouml;hne und &auml;hnliche Verg&uuml;tungen i.S. des Art. 15 DBA-Schweiz 1992, soweit sie nicht unter Art. 17 DBA-Schweiz 1992 fallen, wenn sie nach dem Abkommen in der Schweiz besteuert werden k&ouml;nnen und die Arbeit in der Schweiz ausge&uuml;bt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das Besteuerungsrecht f&uuml;r die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus der T&auml;tigkeit als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der E-AG steht gem&auml;&szlig; Art. 15 Abs. 1 Satz 1 DBA-Schweiz 1992 der Schweiz zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der Kl&auml;ger hat seine Arbeit auch insoweit i.S. des Art. 24 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 Buchst. d DBA-Schweiz 1992 in der Schweiz ausge&uuml;bt, als er in mehreren asiatischen Staaten t&auml;tig geworden ist. Der Senat hat hierzu in seinem Urteil vom 25. Oktober 2006 I R 81\/04 (BFHE 215, 237) entschieden, dass die Fiktion des T&auml;tigkeitsortes aus Art. 15 Abs. 4 DBA-Schweiz 1992 auch bei der Auslegung des Art. 24 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 Buchst. d DBA-Schweiz 1992 zu ber&uuml;cksichtigen ist; die Eink&uuml;nfte aus der T&auml;tigkeit als leitender Angestellter einer in der Schweiz ans&auml;ssigen Kapitalgesellschaft sind danach auch insoweit von der Einkommensteuer freizustellen, als die T&auml;tigkeit tats&auml;chlich au&szlig;erhalb der Schweiz verrichtet wird. Hieran h&auml;lt der Senat fest; zur Vermeidung von Wiederholungen wird auf das Senatsurteil vom 11. November 2009 I R 83\/08 BFHE 227, 402 verwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Fiktion des T&auml;tigkeitsortes in Art. 15 Abs. 4 DBA-Schweiz 1992 ist auch dann bei der Auslegung des Art. 24 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 Buchst. d DBA-Schweiz 1992 zu beachten, wenn die Freistellungsmethode im Rahmen der sog. &uuml;berdachenden Besteuerung nach Art. 4 Abs. 3 DBA-Schweiz 1992 zur Anwendung kommt (ebenso Schreiben der Eidgen&ouml;ssischen Steuerverwaltung vom 7. Juni 1983, abgedruckt in Locher\/Meier\/von Siebenthal\/Kolb, Doppelbesteuerungsabkommen Schweiz-Deutschland, B 4.3 Nr. 6). Aufgrund des in Art. 4 Abs. 3 Satz 2 DBA-Schweiz 1992 enthaltenen Verweises ist die Freistellungsmethode im Rahmen der &uuml;berdachenden Besteuerung in gleicher Weise wie bei einer Ans&auml;ssigkeit in Deutschland anzuwenden (Hamminger in Debatin\/ Wassermeyer, Doppelbesteuerung, Schweiz Art. 4 Rz 111; Wassermeyer in Flick\/Wassermeyer\/Kempermann, Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland-Schweiz, Art. 4 Rz 62; Wilke in Gosch\/Kroppen\/Grotherr, DBA, Art. 4 DBA-Schweiz Rz 36). Dies entspricht auch dem Zweck des Art. 4 Abs. 3 DBA-Schweiz 1992, das durch Art. 4 Abs. 2 DBA-Schweiz 1992 eingeschr&auml;nkte Besteuerungsrecht Deutschlands wieder auf das Besteuerungsrecht des Wohnsitzstaates auszudehnen, um Steuervorteile aufgrund des Doppelwohnsitzes zu vermeiden (Hamminger in Debatin\/ Wassermeyer, a.a.O., Schweiz Art. 4 Rz 99 f.; Wassermeyer in Flick\/Wassermeyer\/Kempermann, a.a.O., Art. 4 Rz 59; Wilke in Gosch\/Kroppen\/Grotherr, a.a.O., Art. 4 DBA-Schweiz Rz 30). Zur Vermeidung einer Doppelbesteuerung sind deshalb die in Art. 24 Abs. 1 Nr. 1 DBA-Schweiz 1992 genannten Eink&uuml;nfte in demselben Umfang von der Einkommensteuer freizustellen wie bei einer Ans&auml;ssigkeit in Deutschland (Locher\/Meier\/von Siebenthal\/Kolb, a.a.O., B 4.3 Nr. 1).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben ist die Fiktion des T&auml;tigkeitsortes aus Art. 15 Abs. 4 DBA-Schweiz 1992 auch im Streitfall bei der Auslegung des Art. 24 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 Buchst. d DBA- Schweiz 1992 zu ber&uuml;cksichtigen. Denn der Kl&auml;ger geh&ouml;rt nach den Feststellungen des FG als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der E-AG zu den leitenden Angestellten i.S. des Art. 15 Abs. 4 DBA-Schweiz. Hier&uuml;ber bestand zwischen den Beteiligten im Klageverfahren auch kein Streit; soweit das FinMin Baden-W&uuml;rttemberg diese tatrichterliche W&uuml;rdigung nunmehr in Zweifel zieht, kann es damit im Revisionsverfahren nicht geh&ouml;rt werden. Die T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers war nicht so abgegrenzt, dass sie lediglich Aufgaben au&szlig;erhalb der Schweiz umfasste.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das FG hat damit zutreffend angenommen, dass s&auml;mtliche Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus der T&auml;tigkeit als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der E-AG nach Art. 4 Abs. 3 Satz 2 i.V.m. Art. 24 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 Buchst. d DBA-Schweiz 1992 von der Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer ausgenommen werden. Es hat diese Eink&uuml;nfte zu Recht zusammen mit den Eink&uuml;nften des Kl&auml;gers aus der T&auml;tigkeit als Unternehmensberater in H&ouml;he von insgesamt 126.123 EUR lediglich nach &sect; 32b EStG 2002 bei der Ermittlung des Steuersatzes ber&uuml;cksichtigt. Auf die H&ouml;he der auf die T&auml;tigkeit in asiatischen Staaten entfallenden Eink&uuml;nfte kommt es insoweit nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.11.2009, I R 110\/08 Freistellungsmethode nach DBA-Schweiz 1992 ist im Rahmen der &uuml;berdachenden Besteuerung auch auf Eink&uuml;nfte leitender Angestellter von schweizerischen Kapitalgesellschaften aus T&auml;tigkeiten au&szlig;erhalb der Schweiz anzuwenden &#8211; Fiktion des T&auml;tigkeitsortes in Art. 15 Abs. 4 gilt f&uuml;r Art. 24 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 Buchst. d DBA-Schweiz 1992 entsprechend &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-110-08-freistellungsmethode-nach-dba-schweiz-1992-ist-im-rahmen-der-ueberdachenden-besteuerung-auch-auf-einkuenfte-leitender-angestellter-von-schweizerischen-kapitalgesellschaften-aus-taetigkeiten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;110\/08 &#8211; Freistellungsmethode nach DBA-Schweiz 1992 ist im Rahmen der &uuml;berdachenden Besteuerung auch auf Eink&uuml;nfte leitender Angestellter von schweizerischen Kapitalgesellschaften aus T&auml;tigkeiten au&szlig;erhalb der Schweiz anzuwenden &#8211; Fiktion des T&auml;tigkeitsortes in Art. 15 Abs. 4 gilt f&uuml;r Art. 24 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 Buchst. d DBA-Schweiz 1992 entsprechend<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-12901","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12901","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12901"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12901\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12901"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12901"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12901"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}