{"id":12907,"date":"2012-12-19T15:35:38","date_gmt":"2012-12-19T13:35:38","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12907"},"modified":"2012-12-19T15:35:38","modified_gmt":"2012-12-19T13:35:38","slug":"iii-r-102-07-bindungswirkung-eines-kindergeld-aufhebungsbescheides","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-102-07-bindungswirkung-eines-kindergeld-aufhebungsbescheides\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;102\/07 &#8211; Bindungswirkung eines Kindergeld-Aufhebungsbescheides"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.11.2009, III R 102\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Bindungswirkung eines Kindergeld-Aufhebungsbescheides<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger, Revisionskl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) bezog f&uuml;r seine Tochter (T) bis einschlie&szlig;lich 2000 Kindergeld. Nach dem Abitur begann T im August 2000 eine Ausbildung zur Bankkauffrau. Mit Schreiben vom 6. Mai 2002 forderte die Beklagte, Revisionsbeklagte und Revisionskl&auml;gerin (Familienkasse) den Kl&auml;ger auf, zur Pr&uuml;fung des Anspruchs auf Kindergeld eine Erkl&auml;rung zu den Eink&uuml;nften von T f&uuml;r das Jahr 2000 sowie eine Kopie der Lohnsteuerkarte 2000 vorzulegen. Der Kl&auml;ger &uuml;bersandte der Familienkasse die angeforderten Unterlagen. Diese &auml;nderte die Festsetzung f&uuml;r das Jahr 2000 nicht, allerdings hob sie mit Bescheid vom 24. Juni 2002 die Festsetzung &quot;mit Wirkung vom 01.01.2001 gem&auml;&szlig; &sect; 70 Abs. 4 EStG&quot; auf. Sie wies darauf hin, dass eine Kindergeldfestsetzung aufzuheben oder zu &auml;ndern sei, wenn nachtr&auml;glich bekannt werde, dass die Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge des Kindes den Grenzbetrag nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) &uuml;ber- oder unterschritten h&auml;tten. Sie war der Ansicht, die Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge von T h&auml;tten im Jahr 2001 &uuml;ber dem Grenzbetrag von 14.040 DM gelegen. Der Kl&auml;ger legte gegen den Bescheid, der mit einer Rechtsbehelfsbelehrung versehen war, keinen Einspruch ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 26. September 2005 beantragte der Kl&auml;ger Kindergeld f&uuml;r die Zeit ab 1. Januar 2001. Er verwies auf den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) vom 11. Januar 2005&nbsp;&nbsp;2 BvR 167\/02 (BVerfGE 112, 164, BFH\/NV 2005, Beilage 3, 260), nach dem die Sozialversicherungsbeitr&auml;ge eines nichtselbst&auml;ndig besch&auml;ftigten Kindes nicht in dessen Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge einbezogen werden d&uuml;rfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse gew&auml;hrte durch Bescheid vom 7. Oktober 2005 Kindergeld ab Juli 2002 und lehnte den Antrag im &Uuml;brigen ab. Sie f&uuml;hrte aus, die Bestandskraft des Bescheids vom 24. Juni 2002 erstrecke sich von Januar 2001 bis Juni 2002. Erst f&uuml;r die Zeit danach k&ouml;nne Kindergeld festgesetzt werden. Der Einspruch des Kl&auml;gers hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage, mit der der Kl&auml;ger die Festsetzung von Kindergeld f&uuml;r den Zeitraum Januar 2001 bis Juni 2002 begehrte, zum Teil statt. Es verpflichtete die Familienkasse, Kindergeld f&uuml;r die Zeit vom 1. Januar 2002 bis zum 30. Juni 2002 festzusetzen und wies die Klage im &Uuml;brigen (Jahr 2001) ab. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte es im Wesentlichen aus, die Familienkasse habe die Festsetzung von Kindergeld f&uuml;r das Jahr 2001 bestandskr&auml;ftig abgelehnt. Dagegen entfalte der Aufhebungsbescheid vom 24. Juni 2002 keine Bindungswirkung f&uuml;r die Monate Januar 2002 bis Juni 2002. In diesem Zeitraum h&auml;tten die Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge von T den Grenzbetrag nach Abzug der abgef&uuml;hrten Sozialversicherungsbeitr&auml;ge nicht &uuml;berschritten. Die Familienkasse habe die Aufhebung der Festsetzung damit begr&uuml;ndet, dass die Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge von T den Grenzbetrag im Kalenderjahr 2001 &uuml;berstiegen h&auml;tten. Der Kl&auml;ger habe daher den Bescheid dahin verstehen k&ouml;nnen, dass die Familienkasse die Kindergeldberechtigung nur f&uuml;r das Jahr 2001 gepr&uuml;ft habe und die Festsetzung nur f&uuml;r dieses Jahr habe aufheben wollen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen das Urteil wenden sich beide Beteiligten mit der Revision. Zur Begr&uuml;ndung seiner Revision tr&auml;gt der Kl&auml;ger vor, ein Bescheid, der auf der verfassungswidrigen Auslegung einer Rechtsnorm beruhe, sei nichtig. Auch sei zu r&uuml;gen, dass die Familienkasse den Aufhebungsbescheid nicht mit einem Vorl&auml;ufigkeitsvermerk versehen habe, obwohl die Verfassungsbeschwerde sp&auml;testens ab Februar 2002 anh&auml;ngig gewesen sei. Es sei als Versto&szlig; gegen Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes (GG) zu werten, wenn ein Aufhebungsbescheid in den F&auml;llen, in denen die Familienkasse einen Vorl&auml;ufigkeitsvermerk angebracht habe, noch ge&auml;ndert werden k&ouml;nne, in anderen F&auml;llen nicht. Das Berufen auf die Bestandskraft des Aufhebungsbescheids sei ein Versto&szlig; gegen Treu und Glauben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse f&uuml;hrt zur Begr&uuml;ndung der von ihr eingelegten Revision aus, der Bundesfinanzhof (BFH) habe mehrfach entschieden, dass die Bindungswirkung eines Aufhebungsbescheids mit dem Monat der Bekanntgabe ende.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;, das angefochtene Urteil, den Bescheid vom 7. Oktober 2005 sowie die dazu ergangene Einspruchsentscheidung vom 29. Dezember 2005 insoweit aufzuheben, als sie das Jahr 2001 betreffen und die Familienkasse zu verpflichten, f&uuml;r dieses Jahr Kindergeld zu gew&auml;hren; au&szlig;erdem beantragt er, die Revision der Familienkasse zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt sinngem&auml;&szlig;, das angefochtene Urteil insoweit aufzuheben und die Klage abzuweisen, als es den Zeitraum Januar 2002 bis Juni 2002 betrifft, sowie die Revision des Kl&auml;gers zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revisionen des Kl&auml;gers und der Familienkasse sind unbegr&uuml;ndet und werden zur&uuml;ckgewiesen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zutreffend entschieden, dass die (negative) Bindungswirkung des Aufhebungsbescheids vom 24. Juni 2002 das Jahr 2001 erfasst, nicht aber den Zeitraum Januar 2002 bis Juni 2002.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision des Kl&auml;gers hat keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Bescheid der Familienkasse vom 24. Juni 2002, mit dem diese die Kindergeldfestsetzung ab Januar 2001 aufgehoben hat, weil nach ihrer Ansicht die Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge von T im Jahr 2001 den Jahresgrenzbetrag nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 2 EStG &uuml;berstiegen, ist wirksam. Ein Bescheid, der auf einer von einer Entscheidung des BVerfG abweichenden Auslegung einer Rechtsnorm beruht, ist zwar rechtswidrig, aber nicht nichtig (Senatsurteile vom 28. Juni 2006 III R 13\/06, BFHE 214, 287, BStBl II 2007, 714, und vom 28. November 2006 III R 6\/06, BFHE 216, 138, BStBl II 2007, 717).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der wirksame Bescheid ist bestandskr&auml;ftig, da der Kl&auml;ger nicht innerhalb der Monatsfrist des &sect; 355 Abs. 1 Satz 1 der Abgabenordnung (AO) Einspruch eingelegt hat. Die Bestandskraft wird durch den Beschluss des BVerfG in BVerfGE 112, 164, BFH\/NV 2005, Beilage 3, 260 nicht ber&uuml;hrt. Nach &sect; 79 Abs. 2 Satz 1 des Gesetzes &uuml;ber das Bundesverfassungsgericht (BVerfGG) bleiben nicht mehr anfechtbare Entscheidungen, die auf einer gem&auml;&szlig; &sect; 78 BVerfGG f&uuml;r nichtig erkl&auml;rten Norm beruhen, grunds&auml;tzlich unber&uuml;hrt. Dies gilt analog, wenn das BVerfG -wie im Streitfall- lediglich die Auslegung einer Norm f&uuml;r unvereinbar mit dem GG erkl&auml;rt hat (Senatsurteile in BFHE 214, 287, BStBl II 2007, 714, sowie in BFHE 216, 138, BStBl II 2007, 717).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Eine &Auml;nderung des bestandskr&auml;ftigen Aufhebungsbescheids vom 24. Juni 2002 zugunsten des Kl&auml;gers im Hinblick auf den zitierten Beschluss des BVerfG in BVerfGE 112, 164, BFH\/NV 2005, Beilage 3, 260 ist nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Senats nicht m&ouml;glich, da die Voraussetzungen f&uuml;r eine Korrektur weder nach den &sect;&sect; 172 ff. AO noch nach &sect; 70 EStG gegeben sind (Senatsurteile in BFHE 214, 287, BStBl II 2007, 714, sowie in BFHE 216, 138, BStBl II 2007, 717).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Entgegen der Rechtsansicht des Kl&auml;gers ist der Aufhebungsbescheid der Familienkasse vom 24. Juni 2002 nicht etwa deshalb wegen eines Versto&szlig;es gegen Art. 3 Abs. 1 GG noch &auml;nderbar, weil er trotz der damals beim BVerfG anh&auml;ngigen, sp&auml;ter erfolgreichen Verfassungsbeschwerde 2 BvR 167\/02 nicht mit einem Vorl&auml;ufigkeitsvermerk (&sect; 165 AO) versehen war. Selbst wenn die Familienkasse zu Unrecht einen solchen Vermerk nicht angebracht haben sollte, w&uuml;rde dies an der Bestandskraft des Bescheids nichts &auml;ndern. Unabh&auml;ngig hiervon bestand f&uuml;r eine solche Vorl&auml;ufigkeitserkl&auml;rung kein Anlass, da die Verfassungsbeschwerde 2 BvR 167\/02 zum Zeitpunkt der Entscheidung der Familienkasse noch nicht durch amtliche Verlautbarungen bekannt war; in der Liste der beim Bundesfinanzhof, Bundesverfassungsgericht und Europ&auml;ischen Gerichtshof anh&auml;ngigen Verfahren in Steuersachen, Beilage Nr. 2\/2002 zum BStBl II Nr. 12\/2002 vom 19. Juli 2002, war sie nicht aufgef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision der Familienkasse ist ebenfalls unbegr&uuml;ndet. Zutreffend hat das FG den Aufhebungsbescheid dahin ausgelegt, dass die Kindergeldfestsetzung nur f&uuml;r das Jahr 2001 aufgehoben und dar&uuml;ber hinaus keine Regelung getroffen werden sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zwar erstreckt sich die Bestandskraft eines nicht angefochtenen Bescheids, durch den die Gew&auml;hrung von Kindergeld abgelehnt oder auf 0 EUR (DM) festgesetzt oder durch den eine Kindergeldfestsetzung aufgehoben wird, in zeitlicher Hinsicht grunds&auml;tzlich bis zum Ende des Monats seiner Bekanntgabe (z.B. BFH-Urteile vom 25. Juli 2001 VI R 78\/98, BFHE 196, 253, BStBl II 2002, 88, und VI R 164\/98, BFHE 196, 257, BStBl II 2002, 89; Senatsurteil vom 14. Dezember 2006 III R 24\/06, BFHE 216, 225, BStBl II 2007, 530). Allerdings ist es der Familienkasse unbenommen, in einem Ablehnungs- oder Aufhebungsbescheid eine hiervon abweichende zeitliche Regelung zu treffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat den Inhalt des Bescheids vom 24. Juni 2002 zu Recht dahin ausgelegt, dass aus der Sicht des Kl&auml;gers nur f&uuml;r das Jahr 2001 eine Verwaltungsentscheidung ergehen sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach &sect; 119 Abs. 1 AO muss ein Verwaltungsakt inhaltlich hinreichend bestimmt sein. Einem Verwaltungsakt muss der Regelungsinhalt eindeutig zu entnehmen sein (BFH-Urteil vom 22. August 2007 II R 44\/05, BFHE 218, 494, BStBl II 2009, 754). Ob diese Voraussetzungen erf&uuml;llt sind, ist im Wege der Auslegung unter Ber&uuml;cksichtigung der Auslegungsregeln der &sect;&sect; 133, 157 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs zu ermitteln. Entscheidend sind der erkl&auml;rte Wille der Beh&ouml;rde und der sich daraus ergebende objektive Erkl&auml;rungsinhalt der Regelung, wie ihn der Betroffene nach den ihm bekannten Umst&auml;nden unter Ber&uuml;cksichtigung von Treu und Glauben verstehen konnte (vgl. BFH-Urteile vom 18. Februar 1997 VII R 96\/95, BFHE 182, 282, BStBl II 1997, 339; vom 11. Juli 2006 VIII R 10\/05, BFHE 214, 18, BStBl II 2007, 96; vom 9. April 2008 II R 31\/06, BFH\/NV 2008, 1435). Bei der Auslegung ist nicht allein auf den Tenor des Bescheids abzustellen, sondern auch auf den materiellen Regelungsgehalt einschlie&szlig;lich der f&uuml;r den Bescheid gegebenen Begr&uuml;ndung (BFH-Urteil in BFHE 218, 494, BStBl II 2009, 754). Die Auslegung des Inhalts von Verwaltungsakten durch das FG ist im Revisionsverfahren in vollem Umfang nachpr&uuml;fbar (Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 118 Rz 25, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Kl&auml;ger konnte den Bescheid vom 24. Juni 2002 dahin verstehen, dass nur f&uuml;r das Jahr 2001 eine (ablehnende) Regelung getroffen werden sollte. Zwar ist in dem Bescheid nur der 1. Januar 2001 als Zeitpunkt genannt, ab dem die Kindergeldfestsetzung aufgehoben werden sollte. Eine ausdr&uuml;ckliche zeitliche Begrenzung der Verwaltungsentscheidung fehlt. Jedoch geht aus dem gesamten Inhalt des Bescheids hervor, dass die Familienkasse nur das Jahr 2001 beurteilen wollte. Die Aufhebung wurde damit begr&uuml;ndet, dass die Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge von T im Jahr 2001 die ma&szlig;gebliche Jahresgrenze &uuml;berschritten h&auml;tten. Dar&uuml;ber hinaus ergibt sich aus dem Hinweis auf &sect; 70 Abs. 4 EStG, dass nur eine auf das Jahr 2001 bezogene Betrachtung angestellt werden sollte, auch wenn die zitierte Vorschrift im Streitfall nicht einschl&auml;gig war, weil die Familienkasse bereits bei der Prognose f&uuml;r 2001 der Ansicht war, dass der Grenzbetrag &uuml;berschritten w&uuml;rde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die durch das Zweite Gesetz zur Familienf&ouml;rderung vom 16. August 2001 (BGBl I 2001, 2074, BStBl I 2001, 533) mit Wirkung vom 1. Januar 2002 eingef&uuml;hrte Vorschrift erm&ouml;glicht die Korrektur von Kindergeldbescheiden in den F&auml;llen, in denen sich nachtr&auml;glich Abweichungen der tats&auml;chlichen Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge von den prognostizierten ergeben haben (Senatsurteil in BFHE 214, 287, BStBl II 2007, 714; Bl&uuml;mich\/Treiber, &sect; 70 EStG Rz 32; Helmke in Helmke\/Bauer, Familienleistungsausgleich, Kommentar, Fach A, I. Kommentierung, &sect; 70 Rz 18.1; Pust in Littmann\/Bitz\/Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, &sect; 70 EStG Rz 242). Ein Bescheid, durch den eine Kindergeldfestsetzung nach &sect; 70 Abs. 4 EStG aufgehoben wird, betrifft somit einen Prognosezeitraum und nicht dar&uuml;ber hinaus den Zeitraum bis zum Monat der Bekanntgabe. Der Kl&auml;ger konnte den Hinweis auf &sect; 70 Abs. 4 EStG und dessen w&ouml;rtliche Wiedergabe dahin verstehen, dass nur die Festsetzung f&uuml;r das Jahr 2001 aufgehoben werden sollte. F&uuml;r die Zeit danach gab die Familienkasse keine &Auml;nderungsvorschrift an. Der Kl&auml;ger hatte somit allen Anlass zu der Annahme, der Aufhebungsbescheid betreffe nur das Jahr 2001.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung war nach dem Ma&szlig; des Unterliegens des Kl&auml;gers und der Familienkasse unter Zugrundelegung der zusammengerechneten Streitwerte zu treffen (&sect; 136 Abs. 1 Satz 1 FGO; vgl. BFH-Beschluss vom 20. August 1998 XI B 66\/97, BFH\/NV 1999, 478, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.11.2009, III R 102\/07 Bindungswirkung eines Kindergeld-Aufhebungsbescheides Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger, Revisionskl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) bezog f&uuml;r seine Tochter (T) bis einschlie&szlig;lich 2000 Kindergeld. Nach dem Abitur begann T im August 2000 eine Ausbildung zur Bankkauffrau. Mit Schreiben vom 6. Mai 2002 forderte die Beklagte, Revisionsbeklagte und Revisionskl&auml;gerin (Familienkasse) den Kl&auml;ger &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-102-07-bindungswirkung-eines-kindergeld-aufhebungsbescheides\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;102\/07 &#8211; Bindungswirkung eines Kindergeld-Aufhebungsbescheides<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-12907","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12907","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12907"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12907\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12907"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12907"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12907"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}