{"id":12912,"date":"2012-12-19T16:00:01","date_gmt":"2012-12-19T14:00:01","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12912"},"modified":"2012-12-19T16:00:01","modified_gmt":"2012-12-19T14:00:01","slug":"ii-r-14-08-korrektur-eines-einheitswertbescheids-nach-ablauf-der-feststellungsfrist-dreistufiges-verfahren-zur-festsetzung-der-grundsteuer-grundlagenbescheid-offenbare-unrichtigkeit-revisionsbegruendu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-14-08-korrektur-eines-einheitswertbescheids-nach-ablauf-der-feststellungsfrist-dreistufiges-verfahren-zur-festsetzung-der-grundsteuer-grundlagenbescheid-offenbare-unrichtigkeit-revisionsbegruendu\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;14\/08 &#8211; Korrektur eines Einheitswertbescheids nach Ablauf der Feststellungsfrist &#8211; dreistufiges Verfahren zur Festsetzung der Grundsteuer &#8211; Grundlagenbescheid &#8211; offenbare Unrichtigkeit &#8211; Revisionsbegr&uuml;ndung bei zwei in einem Verfahren verbundenen Steuerbescheiden"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.11.2009, II R 14\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Korrektur eines Einheitswertbescheids nach Ablauf der Feststellungsfrist &#8211; dreistufiges Verfahren zur Festsetzung der Grundsteuer &#8211; Grundlagenbescheid &#8211; offenbare Unrichtigkeit &#8211; Revisionsbegr&uuml;ndung bei zwei in einem Verfahren verbundenen Steuerbescheiden<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Ein Einheitswertbescheid kann gem&auml;&szlig; &sect; 181 Abs. 5 AO nach Ablauf der Feststellungsfrist insoweit erlassen oder korrigiert werden, als die Festsetzungsfrist f&uuml;r die Grundsteuer noch nicht abgelaufen ist .<\/p>\n<p>2. &sect; 25 BewG erm&ouml;glicht nicht nur die Nachholung erstmaliger gesonderter Feststellungen mit Wirkung auf einen sp&auml;teren Feststellungszeitpunkt, sondern auch die Berichtigung, &Auml;nderung und Aufhebung solcher Feststellungen .<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) erwarben je zur H&auml;lfte einen Miteigentumsanteil an einem Grundst&uuml;ck, der mit dem Sondereigentum an B&uuml;ror&auml;umen in dem auf dem Grundst&uuml;ck befindlichen, 1997 fertig gestellten Geb&auml;ude verbunden war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) stellte f&uuml;r den Miteigentumsanteil gegen&uuml;ber den Kl&auml;gern mit bestandskr&auml;ftigem Einheitswertbescheid vom 23. Juni 1998 im Wege der Nachfeststellung (&sect; 23 des Bewertungsgesetzes &#8211;BewG&#8211;) zum 1. Januar 1998 einen Einheitswert von 40.200 DM fest und legte seiner Berechnung eine Grundst&uuml;cksfl&auml;che von 2 280 qm zugrunde, obwohl auf den Miteigentumsanteil der Kl&auml;ger rechnerisch nur 228 qm entfielen. Mit ebenfalls bestandskr&auml;ftigem Bescheid vom gleichen Tag setzte er den Grundsteuermessbetrag auf 281,40 DM fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragten am 28. September 2004, den Einheitswertbescheid und den Grundsteuermessbescheid vom 23. Juni 1998 wegen einer offenbaren Unrichtigkeit (&sect; 129 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;) dahin zu berichtigen, dass der Einheitswert mit Wirkung auf den 1. Januar 2000 ausgehend von einer Grundst&uuml;cksfl&auml;che von 228 qm anstatt 2 280 qm festgestellt wird. Das FA lehnte diesen Antrag mit Bescheid vom 13. Oktober 2004 ab, weil der Einheitswert auf den 1. Januar 1998 festgestellt worden sei. Es erlie&szlig; jedoch neue Bescheide, die im Wege der fehlerbeseitigenden Fortschreibung (&sect; 22 Abs. 3 BewG) die richtige Grundst&uuml;cksfl&auml;che auf den 1. Januar 2004 ber&uuml;cksichtigten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach erfolglosem Einspruch gegen den Ablehnungsbescheid wies das Finanzgericht (FG) die Klage ab. Sie sei bereits unzul&auml;ssig, soweit die Kl&auml;ger eine Korrektur des Grundsteuermessbescheids begehrten, weil sich ihre Einwendungen allein gegen den Einheitswertbescheid richteten. Im &Uuml;brigen sei die Klage unbegr&uuml;ndet. Der Einheitswertbescheid k&ouml;nne nicht mehr nach &sect; 181 Abs. 5 Satz 1 AO berichtigt werden, weil die Frist f&uuml;r die Festsetzung des Grundsteuermessbetrags abgelaufen sei und die Vorschrift die Korrektur des Einheitswertbescheids bei noch nicht verj&auml;hrter Grundsteuerfestsetzung nicht erlaube. Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2008, 1002 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger fehlerhafte Anwendung von &sect; 181 Abs. 5 Satz 1 AO. Sie meinen, dass der Einheitswertbescheid auch dann noch berichtigt werden k&ouml;nne, wenn die Festsetzung der Grundsteuer wie hier f&uuml;r die Jahre 2000 bis 2003 noch nicht verj&auml;hrt sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen sinngem&auml;&szlig;, die Vorentscheidung und den Ablehnungsbescheid vom 13. Oktober 2004 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 13. Juni 2005 aufzuheben sowie das FA zu verpflichten, den Einheitswertbescheid vom 23. Juni 1998 dahin zu berichtigen, dass der Einheitswert mit Wirkung auf den 1. Januar 2000 ausgehend von einer Grundst&uuml;cksfl&auml;che von 228 qm anstatt 2 280 qm festgestellt wird, und den Grundsteuermessbescheid dahin zu &auml;ndern, dass der Grundsteuermessbetrag auf den 1. Januar 2000 ausgehend vom neuen Einheitswert festgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. 1. Die Revision ist, soweit sich die Kl&auml;ger gegen die Vorentscheidung &uuml;ber den Grundsteuermessbescheid wenden, mangels Begr&uuml;ndung unzul&auml;ssig und war daher zu verwerfen (&sect; 126 Abs. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect; 120 Abs. 3 FGO muss der Revisionskl&auml;ger die Revisionsgr&uuml;nde angeben. Das erfordert nach &sect; 120 Abs. 3 Nr. 2 Buchst. a FGO die bestimmte Bezeichnung der Umst&auml;nde, aus denen sich die Rechtsverletzung ergibt. Die erhobene R&uuml;ge muss eindeutig erkennen lassen, welche Norm der Revisionskl&auml;ger f&uuml;r verletzt h&auml;lt. Bezieht sich die Revision auf zwei in einem Verfahren verbundene Steuerbescheide, m&uuml;ssen bezogen auf beide Steuerbescheide die verletzten Rechtsnormen angegeben werden, aus denen sich die M&auml;ngel ergeben (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 9. Dezember 1987 I R 1\/85, BFHE 151, 554, BStBl II 1988, 463). Die Revision der Kl&auml;ger erf&uuml;llt diese Voraussetzungen nur hinsichtlich des Einheitswertbescheids, nicht aber hinsichtlich des Grundsteuermessbescheids. Das FG hat die Klage betreffend den Grundsteuermessbescheid als unzul&auml;ssig abgewiesen. Hiergegen haben die Kl&auml;ger keine Einw&auml;nde erhoben. Sie r&uuml;gen vielmehr ausschlie&szlig;lich eine Verletzung von &sect; 181 Abs. 5 AO und beziehen sich damit nur auf den Einheitswertbescheid.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Soweit sich die Revision gegen die Vorentscheidung &uuml;ber den Einheitswertbescheid richtet, ist sie begr&uuml;ndet und f&uuml;hrt insoweit zur Aufhebung der Vorentscheidung, der Einspruchsentscheidung und des Ablehnungsbescheids sowie zur Verpflichtung des FA, den Einheitswertbescheid dahin zu berichtigen, dass der Einheitswert auf den 1. Januar 1998 mit Wirkung auf den 1. Januar 2000 ausgehend von einer Grundst&uuml;cksfl&auml;che von 228 qm anstatt 2 280 qm festgestellt wird (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 FGO). Das FG ist zu Unrecht davon ausgegangen, dass der Einheitswertbescheid vom 23. Juni 1998 wegen Eintritts der Verj&auml;hrung nicht mehr berichtigt werden k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Dem FA ist beim Erlass des Einheitswertbescheids eine offenbare Unrichtigkeit (&sect; 129 AO) unterlaufen, indem es eine Grundst&uuml;cksfl&auml;che von 2 280 qm anstatt 228 qm zugrunde gelegt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Zeitpunkt der Antragstellung im Jahre 2004 war die &#8211;auch f&uuml;r die Berichtigung offenbarer Unrichtigkeiten zu beachtende (&sect; 169 Abs. 1 Satz 2 AO)&#8211; Frist f&uuml;r die Korrektur der gesonderten Feststellung des Einheitswerts bereits abgelaufen. Sie begann mit Ablauf des Kalenderjahres, auf dessen Beginn die Nachfeststellung vorzunehmen ist, also mit Ablauf des Jahres 1998 (&sect; 181 Abs. 3 Satz 1 AO i.V.m. &sect; 23 Abs. 2 Satz 2 BewG), und endete nach vier Jahren (&sect; 169 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 AO) mit Ablauf des Jahres 2002.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das FG hat jedoch &uuml;bersehen, dass der Einheitswertbescheid auch dann noch berichtigt werden kann, wenn die Festsetzungsfrist f&uuml;r die Grundsteuer wie hier f&uuml;r die Jahre 2000 bis 2003 noch nicht abgelaufen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect; 181 Abs. 5 Satz 1 AO kann eine gesonderte Feststellung auch nach Ablauf der f&uuml;r sie geltenden Feststellungsfrist insoweit erfolgen, als die gesonderte Feststellung f&uuml;r eine Steuerfestsetzung von Bedeutung ist, f&uuml;r die die Festsetzungsfrist im Zeitpunkt der gesonderten Feststellung noch nicht abgelaufen ist; hierbei bleibt &sect; 171 Abs. 10 AO au&szlig;er Betracht. Die Vorschrift tr&auml;gt dem Umstand Rechnung, dass die gesonderte Feststellung von Besteuerungsgrundlagen nur eine Vorstufe der Steuerfestsetzung ist, d.h. nur eine dienende Funktion hat. Aus der Technik der getrennten Feststellung von Besteuerungsgrundlagen sollen dem Steuerpflichtigen keine Nachteile, aber auch keine Vorteile entstehen (BFH-Urteile vom 10. Dezember 1992 IV R 118\/90, BFHE 170, 336, BStBl II 1994, 381; vom 13. Juli 1999 VIII R 76\/97, BFHE 189, 309, BStBl II 1999, 747; vom 12. Juni 2002 XI R 26\/01, BFHE 198, 395, BStBl II 2002, 681; BTDrucks VI\/1982, S. 157). Die Vorschrift gilt nicht nur f&uuml;r den erstmaligen Erlass, sondern ihrem Sinn und Zweck entsprechend auch f&uuml;r die &Auml;nderung oder Berichtigung von Feststellungsbescheiden (BFH-Urteile in BFHE 170, 336, BStBl II 1994, 381; vom 31. Oktober 2000 VIII R 14\/00, BFHE 193, 392, BStBl II 2001, 156; vom 6. Juli 2005 XI R 27\/04, BFH\/NV 2006, 16).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das Verfahren zur Festsetzung der Grundsteuer vollzieht sich in drei Stufen (vgl. BFH-Urteil vom 24. Juli 1985 II R 227\/82, BFHE 144, 201, BStBl II 1986, 128). Auf der ersten Stufe stellt das FA im Einheitswertbescheid den Einheitswert f&uuml;r die wirtschaftliche Einheit des Grundbesitzes fest (&sect; 180 Abs. 1 Nr. 1 AO, &sect; 19 Abs. 1 BewG). Auf der zweiten Stufe setzt das FA im Grundsteuermessbescheid den Steuermessbetrag durch Multiplikation der Steuermesszahl mit dem Einheitswert fest (&sect; 184 Abs. 1 AO, &sect; 13 Abs. 1 des Grundsteuergesetzes &#8211;GrStG&#8211;). Auf der dritten Stufe schlie&szlig;lich setzt die Gemeinde die Grundsteuer fest, wobei sie den Grundsteuermessbetrag mit ihrem Hebesatz multipliziert (&sect; 27 Abs. 1 GrStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im Verh&auml;ltnis von Einheitswertbescheid und Grundsteuermessbescheid ist &sect; 181 Abs. 5 Satz 1 AO mit der Ma&szlig;gabe anwendbar, dass anstelle der &quot;Steuerfestsetzung&quot; die &quot;Messbetragsfestsetzung&quot; auf der zweiten Stufe tritt, so dass es auf den Ablauf der Festsetzungsfrist f&uuml;r die zweite Stufe ankommt (vgl. FG K&ouml;ln, Urteil vom 21. November 2001&nbsp;&nbsp;6 K 1134\/01, EFG 2002, 1245; zum zweistufigen Feststellungsverfahren: BFH-Urteil in BFHE 189, 309, BStBl II 1999, 747). Denn nach &sect; 184 Abs. 1 Satz 3 AO gelten f&uuml;r die Festsetzung von Steuermessbetr&auml;gen die Vorschriften &uuml;ber die Durchf&uuml;hrung der Besteuerung sinngem&auml;&szlig;. Die Feststellung des Einheitswerts auf der ersten Stufe hat f&uuml;r die Festsetzung des Grundsteuermessbetrags auf der zweiten Stufe die gleiche dienende Funktion wie bei einem einfachen Feststellungsverfahren die Feststellung f&uuml;r die Steuerfestsetzung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Eine Berichtigung des Einheitswertbescheids auf der ersten Stufe ist aber nach &sect; 181 Abs. 5 Satz 1 AO auch zul&auml;ssig, wenn die Festsetzung der Grundsteuer auf der dritten Stufe noch m&ouml;glich ist. Zwar ist der Einheitswertbescheid Grundlagenbescheid nur f&uuml;r den Grundsteuermessbescheid, letzterer wiederum alleiniger Grundlagenbescheid f&uuml;r den Grundsteuerbescheid (G&uuml;rsching\/Stenger, Bewertungsrecht, &sect; 19 BewG Rz 108; Troll\/ Eisele, Grundsteuergesetz, Kommentar, 9. Aufl. 2006, &sect; 16 Rz 3) und damit der Einheitswertbescheid kein Grundlagenbescheid f&uuml;r den Grundsteuerbescheid.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die dienende Funktion sowohl der Feststellung des Einheitswerts als auch der Festsetzung des Grundsteuermessbetrags letztlich f&uuml;r die Grundsteuerfestsetzung rechtfertigt aber eine entsprechende Anwendung des &sect; 181 Abs. 5 Satz 1 AO. Dem Steuerpflichtigen sollen aus der Technik der getrennten Feststellung von Besteuerungsgrundlagen keine Nachteile entstehen. Der Steuerpflichtige w&auml;re aber durch die Auftrennung des Verfahrens zur Festsetzung der Grundsteuer in drei Stufen benachteiligt. H&auml;tte der Gesetzgeber n&auml;mlich ein blo&szlig; zweistufiges Verfahren vorgesehen, k&ouml;nnte der Feststellungsbescheid, der dann sowohl den Einheitswert als auch den Grundsteuermessbetrag enthielte, korrigiert werden, solange die Festsetzung der Grundsteuer m&ouml;glich ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Sache ist spruchreif. Der Ablehnungsbescheid vom 13. Oktober 2004 ist rechtswidrig und verletzt die Kl&auml;ger in ihren Rechten. Sie haben einen Anspruch auf Berichtigung des Einheitswertbescheids vom 23. Juni 1998 dahin, dass der Einheitswert mit Wirkung auf den 1. Januar 2000 ausgehend von einer Grundst&uuml;cksfl&auml;che von 228 qm anstatt 2 280 qm festgestellt wird (&sect; 101 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Berichtigung des Einheitswertbescheids auf den 1. Januar 1998 ist in entsprechender Anwendung des &sect; 25 BewG mit Wirkung auf den 1. Januar 2000 vorzunehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 25 Abs. 1 Satz 1 BewG kann u.a. eine Nachfeststellung nach Ablauf der Feststellungsfrist unter Zugrundelegung der Verh&auml;ltnisse vom Nachfeststellungszeitpunkt mit Wirkung f&uuml;r einen sp&auml;teren Feststellungszeitpunkt vorgenommen werden, f&uuml;r den diese Frist noch nicht abgelaufen ist. &sect; 181 Abs. 5 AO bleibt unber&uuml;hrt (&sect; 25 Abs. 1 Satz 2 BewG). Der Anwendungsbereich des &sect; 25 BewG umfasst nicht nur die erstmalige Nachfeststellung des Einheitswerts, sondern gleicherma&szlig;en die &Auml;nderung und Berichtigung einschlie&szlig;lich der Aufhebung (vgl. &sect;&sect; 129, 172 ff. AO) von Nachfeststellungsbescheiden (BFH-Urteil vom 16. Oktober 1991 II R 23\/89, BFHE 166, 168, BStBl II 1992, 454 zum fr&uuml;heren &sect; 21 Abs. 3 BewG i.d.F. des Art. 2 des Verm&ouml;gensteuerreformgesetzes vom 17. April 1974, BGBl I 1974, 949).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Berichtigung des Einheitswertbescheids mit Wirkung auf den 1. Januar 2000 kann ohne den R&uuml;ckgriff auf &sect; 25 BewG nicht erreicht werden. Die Korrekturvorschriften der AO sehen f&uuml;r sich genommen die Rechtsfolge, einen Bescheid mit Wirkung f&uuml;r einen sp&auml;teren Zeitpunkt zu &auml;ndern, nicht vor. Denn sie erm&ouml;glichen lediglich die Fehlerbeseitigung, nicht aber eine &Auml;nderung der &uuml;brigen im Bescheid getroffenen Regelungen wie etwa des Feststellungszeitpunkts 1. Januar 1998. Die entsprechende Anwendung des &sect; 25 BewG erlaubt es jedoch, die Berichtigung des Einheitswertbescheids mit Wirkung f&uuml;r einen sp&auml;teren Feststellungszeitpunkt insoweit vorzunehmen, als die Festsetzungsfrist f&uuml;r den Grundsteuermessbetrag oder die Grundsteuer noch nicht abgelaufen ist (Abs. 1 Satz 2 i.V.m. &sect; 181 Abs. 5 Satz 1 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall war zum Zeitpunkt des von den Kl&auml;gern gestellten Antrags auf &Auml;nderung des Einheitswertbescheids am 27. September 2004 die Festsetzungsfrist f&uuml;r die Grundsteuer der Jahre 2000 bis 2003 noch nicht abgelaufen. Diese beginnt mit Ablauf des Kalenderjahres, zu dessen Beginn die Grundsteuer entsteht (&sect; 170 Abs. 1 AO i.V.m. &sect; 9 Abs. 2 GrStG), und endet nach vier Jahren (&sect; 169 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 AO). Somit begann die Festsetzungsfrist f&uuml;r die Grundsteuer 2000 mit Ablauf des Jahres 2000 und endete mit Ablauf des Jahres 2004. Die Festsetzungsfrist f&uuml;r die Grundsteuer 2001 bis 2003 endete jeweils ein Jahr sp&auml;ter.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA wird im Berichtigungsbescheid darauf hinzuweisen haben, dass die getroffene Feststellung f&uuml;r die Festsetzung der Grundsteuer 2000 bis 2003 von Bedeutung ist (&sect; 181 Abs. 5 Satz 2 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.11.2009, II R 14\/08 Korrektur eines Einheitswertbescheids nach Ablauf der Feststellungsfrist &#8211; dreistufiges Verfahren zur Festsetzung der Grundsteuer &#8211; Grundlagenbescheid &#8211; offenbare Unrichtigkeit &#8211; Revisionsbegr&uuml;ndung bei zwei in einem Verfahren verbundenen Steuerbescheiden Leits&auml;tze 1. Ein Einheitswertbescheid kann gem&auml;&szlig; &sect; 181 Abs. 5 AO nach Ablauf der Feststellungsfrist insoweit erlassen oder korrigiert werden, &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-14-08-korrektur-eines-einheitswertbescheids-nach-ablauf-der-feststellungsfrist-dreistufiges-verfahren-zur-festsetzung-der-grundsteuer-grundlagenbescheid-offenbare-unrichtigkeit-revisionsbegruendu\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;14\/08 &#8211; Korrektur eines Einheitswertbescheids nach Ablauf der Feststellungsfrist &#8211; dreistufiges Verfahren zur Festsetzung der Grundsteuer &#8211; Grundlagenbescheid &#8211; offenbare Unrichtigkeit &#8211; Revisionsbegr&uuml;ndung bei zwei in einem Verfahren verbundenen Steuerbescheiden<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-12912","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12912","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12912"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12912\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12912"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12912"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12912"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}