{"id":12963,"date":"2012-12-19T16:00:00","date_gmt":"2012-12-19T14:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12963"},"modified":"2020-09-14T10:46:16","modified_gmt":"2020-09-14T08:46:16","slug":"ix-r-57-08-zur-erstmaligen-anwendung-des-halbeinkuenfteverfahrens-zuflussprinzip-bei-einkuenften-aus-privaten-veraeusserungsgeschaeften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-57-08-zur-erstmaligen-anwendung-des-halbeinkuenfteverfahrens-zuflussprinzip-bei-einkuenften-aus-privaten-veraeusserungsgeschaeften\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;57\/08 &#8211; Zur erstmaligen Anwendung des Halbeink&uuml;nfteverfahrens &#8211; Zuflussprinzip bei Eink&uuml;nften aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften"},"content":{"rendered":"<p class=\"ueberschrift\">BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.11.2009, IX R 57\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur erstmaligen Anwendung des Halbeink\u00fcnfteverfahrens &#8211; Zuflussprinzip bei Eink\u00fcnften aus privaten Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4ften<\/p>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Leits\u00e4tze<\/p>\n<div>\n<p>Werden Anteile an einer im Jahr 2001 gegr\u00fcndeten unbeschr\u00e4nkt steuerpflichtigen GmbH im Jahr 2001 ver\u00e4u\u00dfert und flie\u00dfen dem Anteilseigner hieraus gem\u00e4\u00df \u00a7 22 Nr. 2 i.V.m. \u00a7 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG steuerbare Einnahmen im Jahr 2002 zu, so unterliegen diese dem Halbeink\u00fcnfteverfahren\u00a0\u00a0 .<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>1<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>I. Die Kl\u00e4ger und Revisionsbeklagten (Kl\u00e4ger) sind zusammen zur Einkommensteuer veranlagte Ehegatten. Der Kl\u00e4ger gr\u00fcndete Ende Februar 2001 mit zwei weiteren Gesellschaftern eine Service-GmbH. Der Kl\u00e4ger und ein weiterer Gesellschafter hielten jeweils 47 % der Gesch\u00e4ftsanteile und wurden zu Gesch\u00e4ftsf\u00fchrern bestellt, der dritte Gesellschafter hielt 6 % des Stammkapitals von 25.000 EUR. Gegenstand der Service-GmbH war es, der <a title=\"Krankenkassenvergleich\" href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/krankenversicherung-vorsorgeaufwendungen.html\">Betriebskrankenkasse<\/a> B eine Callcenter-Dienstleistung zur Bew\u00e4ltigung ihrer Beitrittsnachfrage zur Verf\u00fcgung zu stellen. Gesch\u00e4ftsjahr der Service-GmbH war das Kalenderjahr.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>2<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Ende Juni 2001 trafen der Kl\u00e4ger und die GmbH eine schriftliche Vereinbarung, wonach er zum 31. Juli 2001 als Gesellschafter ausscheiden und daf\u00fcr 47 % des Gesamtergebnisses vor Steuern der GmbH bis zum 30. Juni 2002 (Streitjahr), basierend auf dem tats\u00e4chlichen fakturierten Gesamtumsatz des Callcenter-Auftrags mit der B erhalten sollte. Der Kl\u00e4ger verpflichtete sich, seine Gesch\u00e4ftsanteile zum Nennwert auf den weiteren zu 47 % beteiligten Gesellschafter zu \u00fcbertragen. Diese Vereinbarung erkl\u00e4rten die GmbH und der Kl\u00e4ger mit Vereinbarung vom 15. Oktober 2001 f\u00fcr unwirksam. Nach der neuen Regelung sollte Bewertungsbasis f\u00fcr das Ausscheiden des Kl\u00e4gers 47 % des Gesch\u00e4ftsergebnisses vor Steuern der GmbH bis zum 31. Dezember 2001, wiederum basierend auf dem fakturierten Gesamtumsatz des Callcenter-Auftrags der B sein. Weiter sollten Abrechnungen vom 1. Januar 2002 bis 30. Juni 2002 mit einer festen Provision von 2.350 DM pro Monat und Callcenter-Agent verg\u00fctet werden. Mit notariellem Vertrag vom 15. Oktober 2001 \u00fcbertrug der Kl\u00e4ger seine Gesch\u00e4ftsanteile zum Nennwert von 11.750 EUR auf den genannten Mitgesellschafter. Ein vom Kl\u00e4ger gegen die GmbH wegen Unstimmigkeiten \u00fcber die H\u00f6he der Zahlungsanspr\u00fcche gef\u00fchrter Prozess vor dem Landgericht endete im M\u00e4rz des Streitjahres mit einem Vergleich, wonach die Abfindungsanspr\u00fcche f\u00fcr das Jahr 2001 ordnungsgem\u00e4\u00df abgerechnet und geleistet sind: F\u00fcr Januar 2002 erh\u00e4lt der Kl\u00e4ger 30.639,17 EUR, f\u00fcr die Zeit ab Februar 2002 f\u00fcr jeden \u00fcber den Monat gegen\u00fcber der B eingesetzten und fakturierten Callcenter-Agenten 1.201,54 EUR. Der Abfindungsanspruch des Kl\u00e4gers ist befristet auf Callcentert\u00e4tigkeiten bis zum 30. Juni 2002.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>3<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Kl\u00e4ger erhielt im Zusammenhang mit seinem Ausscheiden f\u00fcr das Streitjahr von der Service-GmbH Zahlungen in H\u00f6he von insgesamt 240.905,17 EUR (30.639,17 EUR f\u00fcr Januar und jeweils 42.053,20 EUR f\u00fcr Februar bis Juni 2002).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>4<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Der Kl\u00e4ger erkl\u00e4rte die erzielten Eink\u00fcnfte in einer Summe f\u00fcr das Jahr 2001 unter Anwendung des Halbeink\u00fcnfteverfahrens als Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn nach \u00a7 17 des Einkommensteuergesetzes (EStG). Dem folgte der Beklagte und Revisionskl\u00e4ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) nicht, sondern ging in den Einkommensteuerbescheiden f\u00fcr 2001 und 2002 von Eink\u00fcnften aus privaten Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4ften i.S. von \u00a7 22 Nr. 2 i.V.m. \u00a7 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG in H\u00f6he von 60.000 DM (2001) bzw. 228.223 EUR (2002) aus. Die Zahlungen seien im Jahr des Zuflusses zu versteuern. Das Halbeink\u00fcnfteverfahren sei nicht anzuwenden, da die Ver\u00e4u\u00dferung schon im Jahr 2001 erfolgt sei. Der Bescheid f\u00fcr das Jahr 2001 ist bestandskr\u00e4ftig. Der Einspruch gegen den Einkommensteuerbescheid 2002 blieb ohne Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>5<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Mit der hiergegen gerichteten Klage beriefen sich die Kl\u00e4ger auf die Geltung des Halbeink\u00fcnfteverfahrens f\u00fcr den Gewinn aus der Ver\u00e4u\u00dferung der Anteile an der Service-GmbH.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>6<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Im Klageverfahren ergab sich, dass dem Kl\u00e4ger im Streitjahr weitere 20.000 DM bzw. 10.225,84 EUR (Provision November 2001) zugeflossen sind. Das FA erlie\u00df daraufhin einen ge\u00e4nderten Einkommensteuerbescheid f\u00fcr das Streitjahr, in dem entsprechend die Eink\u00fcnfte aus privaten Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4ften in H\u00f6he von 238.448 EUR zugrunde gelegt wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>7<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2009, 642 ver\u00f6ffentlichten Urteil der Klage statt. Es entschied, der Gewinn des Kl\u00e4gers aus der Ver\u00e4u\u00dferung seines GmbH-Anteils unterfalle \u00a7 22 Nr. 2 i.V.m. \u00a7 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, Abs. 3 EStG und unterliege dem Grunde nach der Besteuerung nach dem Halbeink\u00fcnfteverfahren nach \u00a7 3 Nr. 40 Buchst. j i.V.m. \u00a7 3c Abs. 2 EStG. Das f\u00fcr die dem Grunde nach einheitliche Besteuerung des Ver\u00e4u\u00dferungspreises i.S. von \u00a7 23 Abs. 3 EStG anzuwendende Recht bestimme sich nach dem wirksamen Abschluss des obligatorischen Vertrags, dies jedenfalls dann, wenn es sich nicht um zeitlich gestreckte Teilanteilsver\u00e4u\u00dferungsvorg\u00e4nge handele. Das Jahr des Zuflusses stelle keinen geeigneten Ankn\u00fcpfungspunkt f\u00fcr das auf den Ertrag aus dem Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4ft anzuwendende Recht dar. Danach betreffe der vom Kl\u00e4ger erzielte Ver\u00e4u\u00dferungspreis i.S. der Anwendungsvorschrift des \u00a7 52 Abs. 4b Nr. 2 EStG zwar das Wirtschaftsjahr 2001. Da die Gesellschaft aber zu keiner Zeit dem Anrechnungsverfahren unterlegen habe, sei unabh\u00e4ngig von dem Zeitpunkt des obligatorischen Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4fts das Halbeink\u00fcnfteverfahren auch auf die Eink\u00fcnfte des Anteilseigners aus der Ver\u00e4u\u00dferung seiner Gesch\u00e4ftsbeteiligung anzuwenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>8<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Revision des FA, mit der dieses die Verletzung von \u00a7 52 Abs. 4b Nr. 2 EStG r\u00fcgt. Das Zusammentreffen von GmbH-Gr\u00fcndung und Anteilsver\u00e4u\u00dferung im Jahr 2001 stelle einen Ausnahmefall dar, der im Rahmen der gesetzlichen Typisierung hinzunehmen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>9<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left: 18;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left: 18;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>10<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die Kl\u00e4ger beantragen,<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left: 18;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left: 18;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>11<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>\u00a7 52 Abs. 4b EStG solle f\u00fcr den \u00dcbergangszeitraum vom Anrechnungs- zum Halbeink\u00fcnfteverfahren eine Korrespondenz der Besteuerung von Ertr\u00e4gen im Sinne einer parallelen Besteuerung der Gesellschaft und des Anteilseigners entweder noch nach dem Anrechnungsverfahren oder bereits nach dem Halbeink\u00fcnfteverfahren gew\u00e4hrleisten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight: bold;\">Entscheidungsgr\u00fcnde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>12<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr\u00fcndet und daher zur\u00fcckzuweisen (\u00a7 126 Abs. 2 und Abs. 4 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Im Ergebnis zu Recht hat das FG den auf das Streitjahr entfallenden, nach Grund und H\u00f6he unstreitigen Gewinn des Kl\u00e4gers aus der Ver\u00e4u\u00dferung seines Anteils an der Service-GmbH dem Halbeink\u00fcnfteverfahren nach \u00a7 3 Nr. 40 Buchst. j i.V.m. \u00a7 3c Abs. 2 EStG unterworfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>13<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>1. Die Ver\u00e4u\u00dferung des Anteils des Kl\u00e4gers an der Service-GmbH unterf\u00e4llt \u00a7 22 Nr. 2 i.V.m. \u00a7 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG i.d.F. des Steuerentlastungsgesetzes 1999\/2000\/2002, da zwischen der Gr\u00fcndung der Service-GmbH im Februar 2001 und der Anteilsver\u00e4u\u00dferung im Oktober 2001 ein Zeitraum von nicht mehr als einem Jahr liegt. Nach \u00a7 23 Abs. 2 Satz 2 EStG kommt die subsidi\u00e4re Regelung des \u00a7 17 EStG nicht zur Anwendung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>14<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Die H\u00f6he des Ver\u00e4u\u00dferungsgewinns wurde vom FG in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise festgesetzt und ist unstreitig. Davon entf\u00e4llt auf das Streitjahr der in diesem Jahr zugeflossene anteilige Ver\u00e4u\u00dferungserl\u00f6s (zur Geltung des Zuflussprinzips vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs vom 2. April 1974 VIII R 76\/69, BFHE 112, 348, BStBl II 1974, 540, und vom 2. Mai 2000 IX R 73\/98, BFHE 192, 435, BStBl II 2000, 614). Bei zeitlicher Streckung wird der Ver\u00e4u\u00dferungserl\u00f6s in mehreren Veranlagungszeitr\u00e4umen realisiert (Kube in Kirchhof, EStG, 8. Aufl., \u00a7 23 Rz 21, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>15<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>2. Der im Streitjahr zugeflossene Ver\u00e4u\u00dferungsgewinn des Kl\u00e4gers unterliegt gem\u00e4\u00df \u00a7 3 Nr. 40 Buchst. j i.V.m. \u00a7 3c Abs. 2 EStG i.V.m. \u00a7 52 Abs. 4b Nr. 2 EStG in der im Streitjahr geltenden Fassung bzw. \u00a7 52 Abs. 4a Nr. 2 EStG i.d.F. des Steuersenkungsgesetzes (StSenkG) vom 23. Oktober 2000 (BGBl I, 1433) dem Halbeink\u00fcnfteverfahren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>16<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>a) Gem\u00e4\u00df \u00a7 3 Nr. 40 Buchst. j EStG ist die H\u00e4lfte des Ver\u00e4u\u00dferungspreises i.S. von \u00a7 23 Abs. 3 EStG bei der Ver\u00e4u\u00dferung von Anteilen an einer K\u00f6rperschaft, deren Leistungen beim Empf\u00e4nger zu Einnahmen i.S. von \u00a7 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG z\u00e4hlen, steuerfrei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>17<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nach \u00a7 52 Abs. 4b Nr. 2 EStG in der im Streitjahr geltenden Fassung bzw. \u00a7 52 Abs. 4a Nr. 2 EStG i.d.F. des StSenkG ist \u00a7 3 Nr. 40 EStG erstmals anzuwenden f\u00fcr Ertr\u00e4ge i.S. von \u00a7 3 Nr. 40 Satz 1 Buchst. a, b, c und j EStG nach Ablauf des ersten Wirtschaftsjahres der Gesellschaft, an der die Anteile bestehen, f\u00fcr welches das K\u00f6rperschaftsteuergesetz i.d.F. des Art. 3 StSenkG erstmals anzuwenden ist. Gem\u00e4\u00df \u00a7 34 Abs. 1 KStG i.d.F. des StSenkG ist das Halbeink\u00fcnfteverfahren bei kalendergleichem Wirtschaftsjahr der Gesellschaft f\u00fcr diese erstmals f\u00fcr den Veranlagungszeitraum 2001 anzuwenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>18<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Im Streitfall wurde die Service-GmbH Ende Februar 2001 gegr\u00fcndet. Ihr Gesch\u00e4ftsjahr 2001 endete mit Ablauf des 31. Dezember 2001. Sie unterlag danach im Veranlagungszeitraum 2001 der Besteuerung nach dem Halbeink\u00fcnfteverfahren. Das Streitjahr (2002) ist der Veranlagungszeitraum nach dem ersten Wirtschaftsjahr der Service-GmbH, f\u00fcr das das K\u00f6rperschaftsteuergesetz i.d.F. des Steuersenkungsgesetzes erstmals anzuwenden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><em>19<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td>b) Die Anwendbarkeit des Halbeink\u00fcnfteverfahrens auf die dem Kl\u00e4ger im Streitjahr zugeflossenen Einnahmen aus der Anteilsver\u00e4u\u00dferung folgt unmittelbar aus \u00a7 52 Abs. 4a Nr. 2 EStG i.d.F. des StSenkG. Ma\u00dfgeblicher &#8222;Ertrag&#8220; im Sinne dieser Vorschrift ist im Streitfall der Ver\u00e4u\u00dferungspreis i.S. von \u00a7 23 Abs. 3 EStG i.V.m. \u00a7 3 Nr. 40 Buchst. j EStG, d.h. die Summe aller vom Kl\u00e4ger f\u00fcr seine Anteils\u00fcbertragung erzielten Einnahmen. Einnahmen liegen gem\u00e4\u00df \u00a7 8 Abs. 1 EStG erst mit Zufluss vor. Zugeflossen ist der vorliegend streitige Teil des Ver\u00e4u\u00dferungspreises erst im Streitjahr 2002. Zwar liegt dem im Streitjahr und dem im Jahr 2001 zugeflossenen Anteil des Ver\u00e4u\u00dferungspreises eine einheitliche Ver\u00e4u\u00dferung im Jahr 2001 zugrunde. Jedoch nimmt die ma\u00dfgebliche \u00dcbergangsregel des \u00a7 52 Abs. 4a Nr. 2 EStG i.d.F. des StSenkG nicht auf die Ver\u00e4u\u00dferung, sondern auf den daraus flie\u00dfenden Ertrag Bezug.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p><!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.11.2009, IX R 57\/08 Zur erstmaligen Anwendung des Halbeink\u00fcnfteverfahrens &#8211; Zuflussprinzip bei Eink\u00fcnften aus privaten Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4ften Leits\u00e4tze Werden Anteile an einer im Jahr 2001 gegr\u00fcndeten unbeschr\u00e4nkt steuerpflichtigen GmbH im Jahr 2001 ver\u00e4u\u00dfert und flie\u00dfen dem Anteilseigner hieraus gem\u00e4\u00df \u00a7 22 Nr. 2 i.V.m. \u00a7 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-57-08-zur-erstmaligen-anwendung-des-halbeinkuenfteverfahrens-zuflussprinzip-bei-einkuenften-aus-privaten-veraeusserungsgeschaeften\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;57\/08 &#8211; Zur erstmaligen Anwendung des Halbeink&uuml;nfteverfahrens &#8211; Zuflussprinzip bei Eink&uuml;nften aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[1691],"class_list":["post-12963","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online","tag-privaten-verauserungsgeschaften"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12963","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12963"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12963\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12963"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12963"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12963"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}