{"id":12964,"date":"2012-12-19T15:33:31","date_gmt":"2012-12-19T13:33:31","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12964"},"modified":"2012-12-19T15:33:31","modified_gmt":"2012-12-19T13:33:31","slug":"vi-r-58-07-keine-angaben-zu-aussergewoehnlichen-belastungen-grobes-verschulden-des-steuerlichen-beraters","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-58-07-keine-angaben-zu-aussergewoehnlichen-belastungen-grobes-verschulden-des-steuerlichen-beraters\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;58\/07 &#8211; Keine Angaben zu au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen: grobes Verschulden des steuerlichen Beraters"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 3.12.2009, VI R 58\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Angaben zu au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen: grobes Verschulden des steuerlichen Beraters<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Einem Steuerberater kann ein grobes Verschulden am nachtr&auml;glichen Bekanntwerden von Zahnbehandlungskosten zur Last fallen, wenn er es unterl&auml;sst, seinen Mandanten nach solchen Aufwendungen zu fragen .<\/p>\n<p>2. Die Verpflichtung nachzufragen entf&auml;llt auch nicht dadurch, dass ein Dritter Angaben und Unterlagen f&uuml;r den Steuerpflichtigen beibringt .<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) die &Auml;nderung von Einkommensteuerbescheiden verlangen kann, weil Aufwendungen nachtr&auml;glich bekanntgeworden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin ist von Beruf Diplom-X und wurde f&uuml;r die Streitjahre 1998 bis 2000 beim Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) bestandskr&auml;ftig zur Einkommensteuer veranlagt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 3. Januar 2003 beantragte die Kl&auml;gerin die &Auml;nderung der genannten Steuerfestsetzungen nach &sect; 173 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 der Abgabenordnung (AO). Sie teilte dem FA mit, dass ihr in den Streitjahren hohe au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen erwachsen seien. Dabei handele es sich um Aufwendungen f&uuml;r medizinisch notwendige Zahnerhaltungsma&szlig;nahmen infolge einer Kiefererkrankung in H&ouml;he von 19.324,63 DM im Jahr 1998, 37.537,12 DM im Jahr 1999 und 11.213,21 DM im Jahr 2000.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA lehnte eine &Auml;nderung der Bescheide mit der Begr&uuml;ndung ab, die Kl&auml;gerin bzw. ihren steuerlichen Berater treffe ein grobes Verschulden am nachtr&auml;glichen Bekanntwerden der neuen Tatsache.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die nach erfolglosem Vorverfahren erhobene Klage mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2007, 645 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden als unbegr&uuml;ndet ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die unrichtige Anwendung des &sect; 173 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO. Sie macht insbesondere geltend, dass die wesentlichen steuerlich relevanten Angaben und Unterlagen von der Firma Y bzw. Z zusammengestellt und an den steuerlichen Berater &uuml;bermittelt worden seien. Das FG habe diesen Vortrag, insbesondere einen entsprechenden Beweisantrag in der m&uuml;ndlichen Verhandlung, nicht gew&uuml;rdigt. Damit liege ein Verfahrensmangel vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das Urteil des FG M&uuml;nchen vom 29. November 2006 aufzuheben und die Einkommensteuer f&uuml;r den Veranlagungszeitraum 1998 auf 71.609 DM, f&uuml;r den Veranlagungszeitraum 1999 auf 120.666 DM und f&uuml;r den Veranlagungszeitraum 2000 auf 68.479 DM festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;gerin ist unbegr&uuml;ndet und nach &sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur&uuml;ckzuweisen. Das FG hat zu Recht entschieden, dass die bestandskr&auml;ftigen Einkommensteuerbescheide 1998, 1999 und 2000 nicht nach &sect; 173 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO zugunsten der Kl&auml;gerin ge&auml;ndert werden k&ouml;nnen, weil sie ein grobes Verschulden daran trifft, dass die Tatsachen nachtr&auml;glich bekannt geworden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG hat den entscheidungserheblichen Sachverhalt vollst&auml;ndig aufgekl&auml;rt und damit nicht gegen &sect; 76 Abs. 1 Satz 1 FGO versto&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 76 Abs. 1 Satz 1 FGO hat das FG den Sachverhalt von Amts wegen zu erforschen und gem&auml;&szlig; &sect; 81 Abs. 1 Satz 2 FGO die erforderlichen Beweise zu erheben. Dabei hat es den entscheidungserheblichen Sachverhalt so vollst&auml;ndig wie m&ouml;glich und bis zur Grenze des Zumutbaren, d.h. unter Ausnutzung aller verf&uuml;gbaren Beweismittel aufzukl&auml;ren. Von den Verfahrensbeteiligten angebotene Beweise muss das FG grunds&auml;tzlich erheben, wenn es einen Verfahrensmangel vermeiden will (vgl. auch Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 21. Dezember 2005 I B 249\/04, BFH\/NV 2006, 780). Auf eine beantragte Beweiserhebung kann es im Regelfall nur verzichten, wenn das Beweismittel f&uuml;r die zu treffende Entscheidung unerheblich ist, wenn die in Frage stehende Tatsache zugunsten des Beweisf&uuml;hrenden als wahr unterstellt werden kann, das Beweismittel unerreichbar, unzul&auml;ssig oder absolut untauglich ist (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsentscheidungen vom 13. November 2007 VI B 100\/07, BFH\/NV 2008, 219; vom 1. Februar 2007 VI B 124\/06, BFH\/NV 2007, 956; vom 16. November 2005 VI R 71\/99, BFH\/NV 2006, 753; jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach diesem Rechtsma&szlig;stab musste der in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG angebotene Zeugenbeweis zu der Frage, ob und inwieweit die Kl&auml;gerin durch die Firma Y bzw. Z in den Streitjahren wirtschaftlich betreut und f&uuml;r sie die Buchhaltung gef&uuml;hrt wurde, nicht erhoben werden. Hierauf kam es im Streitfall nicht an. Das FG konnte daher auch auf die Erhebung dieses Beweises verzichten. Die Kl&auml;gerin selbst hat vorgetragen, dass das FG in der m&uuml;ndlichen Verhandlung bedeutet habe, den vorgetragenen Sachverhalt bzw. die diesbez&uuml;gliche Best&auml;tigung durch den Zeugen als zutreffend zu unterstellen. Damit musste sich auch der Kl&auml;gerin aufdr&auml;ngen, dass unter den besonderen Umst&auml;nden des Streitfalles eine Auseinandersetzung mit der Frage eines zurechenbaren Verschuldens von Hilfspersonen nicht entscheidungserheblich war. Das Urteil des FG geht demzufolge auch erkennbar von der Grundannahme aus, dass ein Steuerberater verpflichtet ist, den f&uuml;r die Abgabe einer vollst&auml;ndigen Steuererkl&auml;rung ma&szlig;gebenden Sachverhalt zu ermitteln. Es ist daher nicht zu beanstanden, wenn das FG allein auf das Verschulden des steuerlichen Beraters abgestellt hat und &#8211;ohne dies ausdr&uuml;cklich in den Entscheidungsgr&uuml;nden auszuf&uuml;hren&#8211; ein etwaiges Verschulden von Hilfspersonen f&uuml;r die zu treffende Entscheidung als unerheblich angesehen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da im Streitfall von einem eigenen Verschulden des steuerlichen Beraters auszugehen ist, widerspricht die Entscheidung des Senats auch nicht den Aussagen des III. und IV. Senats des BFH zum groben Verschulden von Hilfspersonen (BFH-Urteile vom 3. Februar 1983 IV R 153\/80, BFHE 137, 547, BStBl II 1983, 324; vom 17. November 2005 III R 44\/04, BFHE 211, 401, BStBl II 2006, 412). Selbst wenn man im Streitfall von einem Verschulden weiterer Hilfspersonen ausgehen w&uuml;rde, w&auml;re dieses Verschulden nach Auffassung des Senats dem steuerlichen Berater als eigenes Verschulden zuzurechnen. Auch in diesem Fall erg&auml;be sich kein Widerspruch zur genannten Rechtsprechung des III. und IV. Senats des BFH, da im Unterschied zum Streitfall die Dienstleistungen der Hilfspersonen in jenen F&auml;llen dem Steuerpflichtigen gegen&uuml;ber unmittelbar erbracht worden waren. Im Ergebnis konnte das FG daher ein etwaiges Verschulden weiterer Hilfspersonen unber&uuml;cksichtigt lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach &sect; 173 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 AO sind Steuerbescheide aufzuheben oder zu &auml;ndern, soweit Tatsachen oder Beweismittel nachtr&auml;glich bekannt werden, die zu einer niedrigeren Steuer f&uuml;hren, und den Steuerpflichtigen kein grobes Verschulden daran trifft, dass die Tatsachen oder Beweismittel erst nachtr&auml;glich bekannt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Als grobes Verschulden hat der Steuerpflichtige Vorsatz und grobe Fahrl&auml;ssigkeit zu vertreten. Grobe Fahrl&auml;ssigkeit ist nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH anzunehmen, wenn der Steuerpflichtige die ihm nach seinen pers&ouml;nlichen F&auml;higkeiten und Verh&auml;ltnissen zumutbare Sorgfalt in ungew&ouml;hnlichem Ma&szlig;e und in nicht entschuldbarer Weise verletzt hat (z.B. BFH-Urteil vom 19. Dezember 2006 VI R 59\/02, BFH\/NV 2007, 866, m.w.N.). Grob fahrl&auml;ssiges Handeln liegt insbesondere vor, wenn ein Steuerpflichtiger seiner Erkl&auml;rungspflicht nur unzureichend nachkommt, indem er unvollst&auml;ndige Steuererkl&auml;rungen abgibt (BFH-Urteile vom 30. Oktober 1986 III R 163\/82, BFHE 148, 208, BStBl II 1987, 161; vom 1. Oktober 1993 III R 58\/92, BFHE 172, 397, BStBl II 1994, 346; vom 16. September 2004 IV R 62\/02, BFHE 207, 269, BStBl II 2005, 75; in BFH\/NV 2007, 866). Beruht die unvollst&auml;ndige Steuererkl&auml;rung auf einem Rechtsirrtum wegen mangelnder Kenntnis steuerrechtlicher Vorschriften, ist dies dem Steuerpflichtigen in der Regel nicht als grobes Verschulden anzulasten (BFH-Urteile vom 10. August 1988 IX R 219\/84, BFHE 154, 481, BStBl II 1989, 131; vom 23. Februar 2000 VIII R 80\/98, BFH\/NV 2000, 978; BFH-Beschluss vom 31. Januar 2005 VIII B 18\/02, BFH\/NV 2005, 1212).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH hat der Steuerpflichtige auch ein Verschulden seines steuerlichen Beraters bei der Anfertigung der Steuererkl&auml;rung zu vertreten (z.B. BFH-Urteil in BFHE 211, 401, BStBl II 2006, 412, m.w.N.). Die Zurechnung des Verschuldens des steuerlichen Beraters bei der Anfertigung der Steuererkl&auml;rung ergibt sich aus der Verantwortung des Steuerpflichtigen f&uuml;r die Richtigkeit seiner Angaben in der Steuererkl&auml;rung (&sect; 150 Abs. 2 Satz 1 AO). Dieser Verantwortung kann er sich nicht dadurch entziehen, dass er die Ausarbeitung der Steuererkl&auml;rung seinem steuerlichen Berater &uuml;bertr&auml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ob ein Beteiligter grob fahrl&auml;ssig gehandelt hat, ist im Wesentlichen Tatfrage. Die hierzu getroffenen Feststellungen des FG d&uuml;rfen &#8211;abgesehen von zul&auml;ssigen und begr&uuml;ndeten Verfahrensr&uuml;gen&#8211; nur daraufhin &uuml;berpr&uuml;ft werden, ob der Rechtsbegriff der groben Fahrl&auml;ssigkeit und die aus ihm abzuleitenden Sorgfaltspflichten richtig erkannt worden sind und ob die W&uuml;rdigung der Umst&auml;nde hinsichtlich des individuellen Verschuldens den Denkgesetzen und allgemeinen Erfahrungss&auml;tzen entspricht. Dies hindert das Revisionsgericht allerdings nicht, selbst zur Annahme eines groben Verschuldens zu kommen, wenn hierf&uuml;r ausreichende tats&auml;chliche Feststellungen vorliegen (BFH-Urteile vom 9. August 1991 III R 24\/87, BFHE 165, 454, BStBl II 1992, 65; vom 23. Oktober 2002 III R 32\/00, BFH\/NV 2003, 441).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Bei Anwendung dieser Grunds&auml;tze auf den Streitfall hat das FG rechtsfehlerfrei entschieden, dass die Kl&auml;gerin am nachtr&auml;glichen Bekanntwerden der Krankheitskosten ein grobes Verschulden trifft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wie das FG zutreffend erkannt hat, kann es im Streitfall offen bleiben, ob sich die Kl&auml;gerin auf einen die grobe Fahrl&auml;ssigkeit ausschlie&szlig;enden, entschuldbaren Rechtsirrtum in ihrer Person berufen kann. Die Kl&auml;gerin muss sich aber, wie das FG ebenfalls zutreffend entschieden hat, das Verschulden ihres steuerlichen Beraters im Streitfall zurechnen lassen. Von Angeh&ouml;rigen der steuerberatenden Berufe muss verlangt werden, dass sie den Inhalt der Merkbl&auml;tter kennen und die &uuml;blichen Vordrucke beherrschen. Der steuerliche Berater durfte weiter gerade bei einem steuerlichen Laien, wie der Kl&auml;gerin, nicht ohne Nachfrage davon ausgehen, dass aufgrund der bestehenden Krankenversicherung und der hohen zumutbaren Belastung der Kl&auml;gerin keine steuerlich relevanten Krankheitskosten vorlagen. Vielmehr musste er die von ihm beratene Steuerpflichtige im Bereich der au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen nach Aufwendungen fragen, die steuerlich zu ber&uuml;cksichtigen waren. Denn ein Steuerberater hat seinen Mandanten, von dessen Belehrungsbed&uuml;rftigkeit er grunds&auml;tzlich auszugehen hat, umfassend zu beraten. Im Rahmen dieser Verpflichtung hat er den f&uuml;r die Abgabe einer vollst&auml;ndigen Steuererkl&auml;rung ma&szlig;gebenden Sachverhalt zu ermitteln. Er darf sich insbesondere nicht &#8211;wie im Streitfall&#8211; darauf verlassen, dass die steuerlich relevanten Angaben und Unterlagen durch Dritte derart aufbereitet werden, dass Nachfragen beim Steuerpflichtigen selbst entbehrlich werden. Der steuerliche Berater handelte daher im Streitfall grob fahrl&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 3.12.2009, VI R 58\/07 Keine Angaben zu au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen: grobes Verschulden des steuerlichen Beraters Leits&auml;tze 1. Einem Steuerberater kann ein grobes Verschulden am nachtr&auml;glichen Bekanntwerden von Zahnbehandlungskosten zur Last fallen, wenn er es unterl&auml;sst, seinen Mandanten nach solchen Aufwendungen zu fragen . 2. Die Verpflichtung nachzufragen entf&auml;llt auch nicht dadurch, dass ein &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-58-07-keine-angaben-zu-aussergewoehnlichen-belastungen-grobes-verschulden-des-steuerlichen-beraters\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;58\/07 &#8211; Keine Angaben zu au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen: grobes Verschulden des steuerlichen Beraters<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-12964","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12964","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12964"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12964\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12964"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12964"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12964"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}