{"id":12967,"date":"2012-12-19T15:35:34","date_gmt":"2012-12-19T13:35:34","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12967"},"modified":"2012-12-19T15:35:34","modified_gmt":"2012-12-19T13:35:34","slug":"iii-r-87-07-zeitlicher-regelungsumfang-eines-kindergeld-aufhebungsbescheids-auslegung-eines-verwaltungsakts-nachpruefbarkeit-der-auslegung-eines-verwaltungsakts-im-revisionsverfahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-87-07-zeitlicher-regelungsumfang-eines-kindergeld-aufhebungsbescheids-auslegung-eines-verwaltungsakts-nachpruefbarkeit-der-auslegung-eines-verwaltungsakts-im-revisionsverfahren\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;87\/07 &#8211; Zeitlicher Regelungsumfang eines Kindergeld-Aufhebungsbescheids &#8211; Auslegung eines Verwaltungsakts &#8211; Nachpr&uuml;fbarkeit der Auslegung eines Verwaltungsakts im Revisionsverfahren"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.11.2009, III R 87\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Zeitlicher Regelungsumfang eines Kindergeld-Aufhebungsbescheids &#8211; Auslegung eines Verwaltungsakts &#8211; Nachpr&uuml;fbarkeit der Auslegung eines Verwaltungsakts im Revisionsverfahren<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Ein Bescheid, mit dem die Festsetzung von Kindergeld mit Wirkung vom 1. Januar eines fr&uuml;heren Jahres unter Hinweis auf &sect; 70 Abs. 4 EStG aufgehoben wird, weil die Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge des Kindes in diesem Jahr den Grenzbetrag nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 2 EStG &uuml;berschritten h&auml;tten, ist aus Empf&auml;ngersicht dahin auszulegen, dass nur f&uuml;r dieses Jahr eine Verwaltungsentscheidung getroffen werden soll, nicht aber f&uuml;r den nachfolgenden Zeitraum bis zur Bekanntgabe des Aufhebungsbescheids.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) erhielt f&uuml;r seinen Sohn C, der im August 1999 nach Leistung des Zivildienstes eine Ausbildung zum Bankkaufmann begann, ab August 1999 Kindergeld.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im November 2001 teilte die Beklagte und Revisionskl&auml;gerin (Familienkasse) dem Kl&auml;ger mit, die Kindergeldzahlungen seien ab Januar 2000 eingestellt worden, weil die Eink&uuml;nfte von C nach der vorgelegten Ausbildungsbescheinigung den Jahresgrenzbetrag &uuml;berstiegen. Der Kl&auml;ger wurde gebeten, zur abschlie&szlig;enden Pr&uuml;fung die Eink&uuml;nfte von C nachzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den vom Kl&auml;ger vorgelegten Unterlagen kam die Familienkasse zu dem Ergebnis, dass die Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge von C im Jahr 1999 den anteiligen Grenzbetrag nicht &uuml;berstiegen, aber im Jahr 2000 &uuml;ber dem Jahresgrenzbetrag von 13.500 DM lagen. Mit Bescheid vom 1. August 2002 hob die Familienkasse die Festsetzung von Kindergeld &quot;mit Wirkung vom 01.01.2000 gem&auml;&szlig; &sect; 70 Abs. 4 EStG&quot; auf. Sie wies darauf hin, dass eine Kindergeldfestsetzung aufzuheben oder zu &auml;ndern sei, wenn nachtr&auml;glich bekannt werde, dass die Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge eines Kindes den Grenzbetrag nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) &uuml;ber- oder unterschritten h&auml;tten. Sie war der Ansicht, die Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge von C h&auml;tten sich im Jahr 2000 auf mehr als 13.500 DM belaufen. Der Kl&auml;ger legte gegen den Bescheid, der mit einer Rechtsbehelfsbelehrung versehen war, keinen Einspruch ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 13. Juli 2005 und vom 15. August 2005 beantragte der Kl&auml;ger die Zahlung von Kindergeld f&uuml;r das Jahr 2001. Er verwies auf den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 11. Januar 2005&nbsp;&nbsp;2 BvR 167\/02 (BVerfGE 112, 164, BFH\/NV 2005, Beilage 3, 260), nach dem die Sozialversicherungsbeitr&auml;ge eines nichtselbst&auml;ndig besch&auml;ftigten Kindes nicht in dessen Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge einbezogen werden d&uuml;rfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse lehnte durch Bescheid vom 2. September 2005 den Antrag ab. Sie f&uuml;hrte aus, die Bestandskraft des Bescheids vom 1. August 2002 erstrecke sich bis zum Monat seiner Bekanntgabe. Der Einspruch des Kl&auml;gers hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der anschlie&szlig;end erhobenen Klage statt. Es verpflichtete die Familienkasse, Kindergeld f&uuml;r den Zeitraum 1. Januar 2001 bis 31. Dezember 2001 festzusetzen. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte es im Wesentlichen aus, der Aufhebungsbescheid vom 1. August 2002 entfalte keine Bindungswirkung f&uuml;r das Jahr 2001. Die Familienkasse habe die Aufhebung der Festsetzung ausschlie&szlig;lich damit begr&uuml;ndet, dass die Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge von C im Jahr 2000 den Grenzbetrag &uuml;berstiegen h&auml;tten. Der Kl&auml;ger habe daher den Bescheid dahin verstehen k&ouml;nnen, dass die Familienkasse die Kindergeldfestsetzung ausschlie&szlig;lich f&uuml;r das Jahr 2000 gepr&uuml;ft habe und die Festsetzung nur f&uuml;r dieses Jahr habe aufheben wollen. Die materiell-rechtlichen Voraussetzungen f&uuml;r die Gew&auml;hrung von Kindergeld seien im Jahr 2001 erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung der Revision tr&auml;gt die Familienkasse vor, die Rechtsauffassung des FG stehe in Widerspruch zur Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH), der mehrfach best&auml;tigt habe, dass die Bindungswirkung eines Aufhebungsbescheids mit dem Monat der Bekanntgabe ende.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt sinngem&auml;&szlig;, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und wird zur&uuml;ckgewiesen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zutreffend entschieden, dass die (negative) Bindungswirkung des Aufhebungsbescheids vom 1. August 2002 das Jahr 2001 nicht erfasst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Zwar erstreckt sich die Bestandskraft eines nicht angefochtenen Bescheids, durch den die Gew&auml;hrung von Kindergeld abgelehnt oder auf Null Euro (DM) festgesetzt oder durch den eine Kindergeldfestsetzung aufgehoben wird, in zeitlicher Hinsicht grunds&auml;tzlich bis zum Ende des Monats seiner Bekanntgabe (z.B. BFH-Urteile vom 25. Juli 2001 VI R 78\/98, BFHE 196, 253, BStBl II 2002, 88, und VI R 164\/98, BFHE 196, 257, BStBl II 2002, 89; Senatsurteil vom 14. Dezember 2006 III R 24\/06, BFHE 216, 225, BStBl II 2007, 530). Allerdings ist es der Familienkasse unbenommen, in einem Ablehnungs- oder Aufhebungsbescheid eine hiervon abweichende zeitliche Regelung zu treffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat den Inhalt des Bescheids vom 1. August 2002 zu Recht dahin ausgelegt, dass aus der Sicht des Kl&auml;gers nur f&uuml;r das Jahr 2000 eine Verwaltungsentscheidung ergehen sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 119 Abs. 1 der Abgabenordnung muss ein Verwaltungsakt inhaltlich hinreichend bestimmt sein. Einem Verwaltungsakt muss der Regelungsinhalt eindeutig zu entnehmen sein (BFH-Urteil vom 22. August 2007 II R 44\/05, BFHE 218, 494, BStBl II 2009, 754). Ob diese Voraussetzungen erf&uuml;llt sind, ist im Wege der Auslegung unter Ber&uuml;cksichtigung der Auslegungsregeln der &sect;&sect; 133, 157 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs zu ermitteln. Entscheidend sind der erkl&auml;rte Wille der Beh&ouml;rde und der sich daraus ergebende objektive Erkl&auml;rungsinhalt der Regelung, wie ihn der Betroffene nach den ihm bekannten Umst&auml;nden unter Ber&uuml;cksichtigung von Treu und Glauben verstehen konnte (vgl. BFH-Urteile vom 18. Februar 1997 VII R 96\/95, BFHE 182, 282, BStBl II 1997, 339; vom 11. Juli 2006 VIII R 10\/05, BFHE 214, 18, BStBl II 2007, 96; vom 9. April 2008 II R 31\/06, BFH\/NV 2008, 1435). Bei der Auslegung ist nicht allein auf den Tenor des Bescheids abzustellen, sondern auch auf den materiellen Regelungsgehalt einschlie&szlig;lich der f&uuml;r den Bescheid gegebenen Begr&uuml;ndung (BFH-Urteil in BFHE 218, 494, BStBl II 2009, 754, m.w.N.). Die Auslegung des Inhalts von Verwaltungsakten durch das FG ist im Revisionsverfahren in vollem Umfang nachpr&uuml;fbar (Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 118 Rz 25, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Kl&auml;ger konnte den Bescheid vom 1. August 2002 dahin verstehen, dass nur f&uuml;r das Jahr 2000 eine (ablehnende) Regelung getroffen werden sollte. Zwar ist darin nur der 1. Januar 2000 als Zeitpunkt genannt, ab dem die Kindergeldfestsetzung aufgehoben werden sollte. Eine ausdr&uuml;ckliche zeitliche Begrenzung der Verwaltungsentscheidung fehlt. Jedoch geht aus dem gesamten Inhalt des Bescheids hervor, dass die Familienkasse nur das Jahr 2000 beurteilen wollte. Zum einen wurde die Aufhebung damit begr&uuml;ndet, dass die Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge von C im Jahr 2000 die ma&szlig;gebliche Jahresgrenze &uuml;berschritten h&auml;tten. Zum anderen ergibt sich aus dem Hinweis auf &sect; 70 Abs. 4 EStG, dass nur eine auf das Jahr 2000 bezogene Betrachtung angestellt werden sollte, auch wenn die zitierte Vorschrift im Streitfall nicht einschl&auml;gig war, weil die Familienkasse bereits ab Januar 2000 kein Kindergeld mehr gezahlt hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die durch das Zweite Gesetz zur Familienf&ouml;rderung vom 16. August 2001 (BGBl I 2001, 2074, BStBl I 2001, 533) mit Wirkung vom 1. Januar 2002 eingef&uuml;hrte Vorschrift erm&ouml;glicht die Korrektur von Kindergeldbescheiden in den F&auml;llen, in denen sich nachtr&auml;glich herausstellt, dass die Prognose &uuml;ber die zu erwartenden Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge des Kindes unzutreffend war (Senatsurteil vom 28. Juni 2006 III R 13\/06, BFHE 214, 287, BStBl II 2007, 714; Bl&uuml;mich\/Treiber, &sect; 70 EStG Rz 32; Helmke in Helmke\/Bauer, Familienleistungsausgleich, Kommentar, Fach A, I. Kommentierung, &sect; 70 Rz 18.1; Pust in Littmann\/Bitz\/ Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, &sect; 70 EStG Rz 242). Ein Bescheid, durch den eine Kindergeldfestsetzung nach &sect; 70 Abs. 4 EStG aufgehoben wird, betrifft einen Prognosezeitraum und nicht dar&uuml;ber hinaus den Zeitraum bis zum Monat der Bekanntgabe. Der Kl&auml;ger konnte den Hinweis auf &sect; 70 Abs. 4 EStG und dessen w&ouml;rtliche Wiedergabe dahin verstehen, dass nur die Festsetzung f&uuml;r den Zeitraum, in dem die Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge den Grenzbetrag &uuml;berschritten (2000), aufgehoben werden sollte. F&uuml;r die Zeit danach gab die Familienkasse keine &Auml;nderungsvorschrift an. Der Kl&auml;ger hatte somit allen Anlass zu der Annahme, der Aufhebungsbescheid betreffe nur das Jahr 2000.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 26.11.2009, III R 87\/07 Zeitlicher Regelungsumfang eines Kindergeld-Aufhebungsbescheids &#8211; Auslegung eines Verwaltungsakts &#8211; Nachpr&uuml;fbarkeit der Auslegung eines Verwaltungsakts im Revisionsverfahren Leits&auml;tze Ein Bescheid, mit dem die Festsetzung von Kindergeld mit Wirkung vom 1. 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