{"id":12977,"date":"2012-12-19T15:33:20","date_gmt":"2012-12-19T13:33:20","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12977"},"modified":"2012-12-19T15:33:20","modified_gmt":"2012-12-19T13:33:20","slug":"iii-b-266-08-mehrzahl-gewerblicher-betaetigungen-als-wirtschaftliche-einheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-266-08-mehrzahl-gewerblicher-betaetigungen-als-wirtschaftliche-einheit\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;266\/08 &#8211; Mehrzahl gewerblicher Bet&auml;tigungen als wirtschaftliche Einheit"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.12.2009, III B 266\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Mehrzahl gewerblicher Bet&auml;tigungen als wirtschaftliche Einheit<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) ist an zwei Standorten, die 20 km voneinander entfernt liegen, als Busunternehmerin t&auml;tig. Auch wenn f&uuml;r die beiden Standorte getrennte Jahresabschl&uuml;sse gefertigt wurden, ging der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt) nur von einem Betrieb aus und lie&szlig; R&uuml;cklagen nach &sect; 7g Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) lediglich in H&ouml;he von 154.000 EUR je Streitjahr zu. Einspruch und Klage blieben ohne Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) entschied, bei den beiden Standorten handele es sich zwar m&ouml;glicherweise um zwei mit einer gewissen Selbst&auml;ndigkeit ausgestattete Teilbetriebe, die jedoch bei Gesamtabw&auml;gung aller Umst&auml;nde nur einen Betrieb i.S. des &sect; 7g Abs. 3 EStG bildeten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Beschwerde begehrt die Kl&auml;gerin die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache, zur Fortbildung des Rechts und zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 und Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Zu kl&auml;ren sei die Rechtsfrage, ob das Vorliegen nur eines Betriebes nur dann angenommen werden k&ouml;nne, wenn die Bet&auml;tigungen kumulativ in finanzieller, organisatorischer und wirtschaftlicher Hinsicht zusammenhingen, oder ob es reiche, wenn nur eines dieser Kriterien alternativ erf&uuml;llt sei. Das FG sei insofern von den Urteilen des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 12. Januar 1983 IV R 177\/80 (BFHE 138, 90, BStBl II 1983, 425), vom 19. November 1985 VIII R 310\/83 (BFH\/NV 1986, 363, BStBl II 1986, 719), vom 9. August 1989 X R 130\/87 (BFHE 158, 80, BStBl II 1989, 901) und vom 18. Dezember 1996 XI R 63\/96 (BFHE 182, 369, BStBl II 1997, 573) abgewichen, als die Gleichartigkeit der gewerblichen T&auml;tigkeit und die r&auml;umliche N&auml;he der Standorte keine entscheidenden Kriterien f&uuml;r das Vorliegen wirtschaftlicher, finanzieller oder organisatorischer Verflechtungen sein k&ouml;nnten. Es liege ein Rechtsanwendungsfehler von erheblichem Gewicht im Sinne einer willk&uuml;rlichen Entscheidung vor, da das FG keine Abw&auml;gung vorgenommen, sondern die vermeintlich gegen die Kl&auml;gerin sprechenden Punkte kumuliert habe, ohne die f&uuml;r sie sprechenden Punkte wie getrennte Buchf&uuml;hrung, Abschl&uuml;sse, Konten und Kassenabrechnungen, getrenntes Personal und Ortsverschiedenheit zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und durch Beschluss zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 116 Abs. 5 Satz 1 FGO). Die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde liegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Rechtssache hat keine grunds&auml;tzliche Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO). Durch die Rechtsprechung ist gekl&auml;rt, unter welchen Voraussetzungen mehrere gewerbliche Bet&auml;tigungen eines Steuerpflichtigen als ein Gewerbebetrieb oder als Mehrzahl von Gewerbebetrieben anzusehen sind (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 31. Juli 1996 III B 38\/96, BFH\/NV 1997, 229; vom 16. Juni 1999 II B 57\/98, BFH\/NV 1999, 1455; vom 21. Januar 2005 XI B 23\/04, BFH\/NV 2005, 1134). Aus diesem Grunde bedarf es auch keiner Zulassung der Revision zur Fortbildung des Rechts (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Eine Entscheidung des BFH zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 2 FGO) ist nicht erforderlich. Die ger&uuml;gte Abweichung der angefochtenen Entscheidung von der Rechtsprechung des BFH liegt nicht vor. Eine Divergenz setzt voraus, dass das FG seiner Entscheidung einen abstrakten Rechtssatz zugrunde gelegt hat, der mit den tragenden Rechtsausf&uuml;hrungen in den Divergenzentscheidungen nicht &uuml;bereinstimmt (z.B. Senatsbeschluss vom 31. Juli 2009 III B 178\/07, BFH\/NV 2009, 1809, m.w.N.). Dagegen gen&uuml;gt eine Divergenz in der W&uuml;rdigung von Tatsachen nicht (vgl. BFH-Beschluss vom 17. Juli 2008 VI B 15\/08, BFH\/NV 2008, 1674).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat sich der st&auml;ndigen BFH-Rechtsprechung angeschlossen, dass mehrere gewerbliche Bet&auml;tigungen eines Steuerpflichtigen eine wirtschaftliche Einheit bilden k&ouml;nnen, sofern sie sachlich, insbesondere organisatorisch, wirtschaftlich oder finanziell zusammenh&auml;ngen. Kriterien hierf&uuml;r sind nach dem BFH-Urteil in BFHE 182, 369, BStBl II 1997, 573 die Art der gewerblichen Bet&auml;tigung, der Kunden- und Lieferantenkreis, die Gesch&auml;ftsleitung, die Arbeitnehmerschaft, die Betriebsst&auml;tte, die Zusammensetzung und Finanzierung des Aktivverm&ouml;gens sowie die Gleichartigkeit der Bet&auml;tigung. Hierzu hat das FG Feststellungen getroffen, hat jedoch aus diesen andere Schlussfolgerungen gezogen, als es die Kl&auml;gerin f&uuml;r geboten h&auml;lt. Ein offensichtlicher Rechtsanwendungsfehler von erheblichem Gewicht, der die Zulassung der Revision gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alt. 2 FGO begr&uuml;nden k&ouml;nnte, ist hierin nicht zu erkennen. Eine Entscheidung ist nur dann objektiv willk&uuml;rlich, wenn die fehlerhafte Rechtsanwendung nicht mehr verst&auml;ndlich ist und sich daher der Schluss aufdr&auml;ngt, dass sie auf sachfremden Erw&auml;gungen beruht. Greifbare Gesetzwidrigkeit ist anzunehmen, wenn das Urteil jeglicher gesetzlicher Grundlage entbehrt oder auf einer offensichtlich Wortlaut und Gesetzeszweck widersprechenden Gesetzesauslegung beruht (z.B. Senatsbeschluss vom 8. Februar 2006 III B 128\/04, BFH\/NV 2006, 1116). Hiervon kann im Streitfall keine Rede sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 28.12.2009, III B 266\/08 Mehrzahl gewerblicher Bet&auml;tigungen als wirtschaftliche Einheit Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) ist an zwei Standorten, die 20 km voneinander entfernt liegen, als Busunternehmerin t&auml;tig. 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