{"id":12983,"date":"2012-12-19T16:02:35","date_gmt":"2012-12-19T14:02:35","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12983"},"modified":"2012-12-19T16:02:35","modified_gmt":"2012-12-19T14:02:35","slug":"x-b-182-08-darlegung-der-grundsaetzlichen-bedeutung-einer-rechtsfrage-zu-par-7g-estg-af","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-182-08-darlegung-der-grundsaetzlichen-bedeutung-einer-rechtsfrage-zu-par-7g-estg-af\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;182\/08 &#8211; Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung einer Rechtsfrage zu &sect; 7g EStG a.F."},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.12.2009, X B 182\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung einer Rechtsfrage zu &sect; 7g EStG a.F.<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerdebegr&uuml;ndung gen&uuml;gt nicht den Anforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das Vorbringen der Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin), der Streitfall werfe eine Rechtsfrage von grunds&auml;tzlicher Bedeutung i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO auf, erf&uuml;llt nicht die Darlegungserfordernisse f&uuml;r diesen Zulassungsgrund.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin macht grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO geltend. Die von ihr aufgeworfene Rechtsfrage betrifft &sect; 7g Abs. 3 und 7 des Einkommensteuergesetzes (EStG) in der Fassung des Streitjahres und damit ausgelaufenes Recht. In einem solchen Fall m&uuml;ssen in der Beschwerdebegr&uuml;ndung besondere Gr&uuml;nde geltend gemacht werden, die ausnahmsweise eine Abweichung von der Regel rechtfertigen, nach der Rechtsfragen, die solches Recht betreffen, regelm&auml;&szlig;ig keine grunds&auml;tzliche Bedeutung mehr zukommt (Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 24. November 2005 II B 46\/05, BFH\/NV 2006, 587; Senatsbeschluss vom 17. M&auml;rz 2009 X B 34\/08, BFH\/NV 2009, 1141; Lange in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect; 115 FGO Rz 98 ff. und &sect; 116 FGO Rz 178, jeweils m.w.N.). Eine Rechtsfrage kann zum Beispiel auch bei ausgelaufenem Recht noch grunds&auml;tzlich bedeutsam sein, wenn sich die gleiche Rechtsfrage bei einer Nachfolgeregelung stellt (vgl. Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 115 Rz 35).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dem Senatsbeschluss vom 23. Juli 2009 X B 64\/08 (Zeitschrift f&uuml;r Steuern und Recht 2009, R 916) gelten die vorstehenden Grunds&auml;tze auch f&uuml;r Rechtsfragen, die im Bezug auf die Regelung des &sect; 7g EStG a.F. grunds&auml;tzlich bedeutsam sein sollen. Durch das Unternehmensteuerreformgesetz 2008 vom 14. August 2007 (BGBl I 2007, 1912) wurde &sect; 7g EStG grundlegend ge&auml;ndert, wobei insbesondere das Konzept der steuerfreien R&uuml;cklage aufgegeben und durch den sog. Investitionsabzugsbetrag ersetzt wurde. Im Hinblick auf die hier streitige Frage, welche Anforderungen an die Konkretisierung und Ernsthaftigkeit einer &quot;voraussichtlichen&quot; Investition zu stellen sind, enth&auml;lt &sect; 7g Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 EStG n.F. andere Anforderungen als die Vorg&auml;ngervorschrift. Nach der Neufassung ist ausdr&uuml;cklich tatbestandliche Voraussetzung, um den Investitionsabzug in Anspruch nehmen zu k&ouml;nnen, dass eine Investitionsabsicht des Steuerpflichtigen gem&auml;&szlig; &sect; 7g Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 EStG n.F. vorliegt. Im ausgelaufenen Recht und damit auch im Streitjahr ist hingegen nur eine Prognoseentscheidung &uuml;ber das k&uuml;nftige Investitionsverhalten des Steuerpflichtigen zu treffen (vgl. Schmidt\/Kulosa, EStG, 28. Aufl., &sect; 7g Rz 14, 64). Angesichts der ge&auml;nderten Rechtslage h&auml;tte die Kl&auml;gerin daher konkret dazu Stellung nehmen m&uuml;ssen, warum die von ihr aufgeworfene Rechtsfrage auch f&uuml;r die Neufassung des &sect; 7g EStG grunds&auml;tzlich bedeutsam sein soll. Dies hat sie unterlassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Auch das Vorliegen des Zulassungsgrunds der Divergenz gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO wird von der Kl&auml;gerin nicht ordnungsgem&auml;&szlig; i.S. des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Darlegung der Divergenz muss der Beschwerdef&uuml;hrer einen entscheidungserheblichen abstrakten Rechtssatz der angefochtenen Entscheidung herausarbeiten und einem eben solchen Rechtssatz einer anderen Gerichtsentscheidung gegen&uuml;berstellen (vgl. z.B. Senatsbeschluss vom 19. Oktober 2009 X B 110\/09, nicht ver&ouml;ffentlicht &#8211;n.v.&#8211;; Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 115 Rz 48 und 53, m.w.N. aus der Rechtsprechung des BFH). Dies hat die Kl&auml;gerin nicht getan. Sie verweist in der Beschwerdebegr&uuml;ndung nur pauschal darauf, das Finanzgericht (FG) sei bei der Entscheidungsfindung von den Grunds&auml;tzen des BFH-Urteils vom 14. August 2001 XI R 18\/01 (BFHE 198, 415, BStBl II 2004, 181) abgewichen und arbeitet weder den tragenden Rechtssatz dieser Entscheidung, noch den abweichenden tragenden Rechtssatz heraus, den das FG im angefochtenen Urteil formuliert haben soll.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Schlie&szlig;lich f&uuml;hrt auch die weitere R&uuml;ge der Kl&auml;gerin, das FG habe seine Sachaufkl&auml;rungspflichten gem&auml;&szlig; &sect; 76 FGO verletzt, nicht zur Revisionszulassung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie legt in der Beschwerdebegr&uuml;ndung auf Seite 5 des Schriftsatzes vom 11. September 2008 dar, das FG habe einerseits als wahr unterstellt, dass ihre Hausbank einen Kredit f&uuml;r die Investition zugesagt habe. Andererseits habe es aufgrund der sp&auml;teren Umsatzentwicklung des Betriebs die Vornahme der Investition im Zeitpunkt der Betriebser&ouml;ffnung als nicht hinreichend konkretisiert betrachtet. Im Schriftsatz vom 13. November 2008 weist die Kl&auml;gerin auf Anlagen zur Unternehmensplanung hin, die sie im Verfahren vor dem FG eingereicht habe und bei deren Auswertung dem FG ausweislich der Urteilsbegr&uuml;ndung Fehler unterlaufen seien. Sie sieht eine Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht in dem Umstand, dass das FG die Unternehmensplanung zu pauschal als unglaubw&uuml;rdig angesehen habe, ohne Ermittlungen &uuml;ber einzelne darin enthaltene Kennzahlen anzustellen. Die Schlussfolgerungen des FG &#8211;so die Kl&auml;gerin&#8211; verstie&szlig;en auf Grundlage seiner Feststellungen gegen Denkgesetze, weil es von der Finanzierbarkeit der Investition durch einen Kredit ausgegangen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dieser Vortrag der Kl&auml;gerin enth&auml;lt nicht die R&uuml;ge eines Verfahrensfehlers, sondern eines materiell-rechtlichen Fehlers des FG. Im Kern h&auml;lt die Kl&auml;gerin die Umst&auml;nde (die sp&auml;tere Umsatzentwicklung), die das FG f&uuml;r die Prognose &uuml;ber ihr k&uuml;nftiges Investitionsverhalten ma&szlig;geblich herangezogen hat, und das vom FG vertretene Prognoseergebnis f&uuml;r falsch. Die Abw&auml;gung der einzelnen Indizien des Streitfalls und die Prognoseentscheidung des FG geh&ouml;ren jedoch zur Rechtsanwendung und k&ouml;nnen allenfalls zu einem materiell-rechtlichen Fehler f&uuml;hren (vgl. auch den BFH-Beschluss vom 9. April 2009 III B 16\/08, n.v.). Zudem ber&uuml;cksichtigt die Kl&auml;gerin nicht, dass f&uuml;r die Frage, ob ein Verfahrensfehler vorliegt, nicht ihre Rechtsauffassung, sondern die Rechtsauffassung des FG ma&szlig;geblich ist (vgl. z.B. Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 115 Rz 79 und &sect; 116 Rz 49). Sie h&auml;tte daher auch darlegen m&uuml;ssen, welche Sachverhaltsermittlungen das FG auf Grundlage seiner Rechtsauffassung unterlassen haben soll.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Das Vorbringen der Kl&auml;gerin zur Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht kann auch nicht unter dem Gesichtspunkt, dass dem FG im Rahmen der Prognoseentscheidung materiell-rechtliche Fehler unterlaufen sein k&ouml;nnten, zur Zulassung der Revision f&uuml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die R&uuml;ge eines materiell-rechtlichen Fehlers rechtfertigt die Zulassung der Revision grunds&auml;tzlich nicht (vgl. z.B. Gr&auml;ber\/ Ruban, a.a.O., &sect; 116 Rz 27 und 45). Zwar ist nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO die Revision gegen ein finanzgerichtliches Urteil u.a. auch dann zuzulassen, wenn das erstinstanzliche Urteil unter einem so schweren Rechtsfehler leidet, dass sein Fortbestehen das Vertrauen in die Rechtsprechung besch&auml;digen w&uuml;rde (vgl. z.B. Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 115 Rz 68). Dass dem FG ein derart schwerwiegender Rechtsfehler unterlaufen sein soll, l&auml;sst sich der Beschwerdebegr&uuml;ndung trotz der Behauptung, die Prognose des FG versto&szlig;e gegen Denkgesetze, nicht entnehmen. Die Kl&auml;gerin bringt im Stil einer Revisionsbegr&uuml;ndung nur vor, das FG habe bei Anwendung des &sect; 7g Abs. 3 Satz 2 EStG im Streitjahr eine falsche Prognoseentscheidung getroffen (vgl. insoweit ebenfalls den BFH-Beschluss vom 9. April 2009 III B 16\/08, n.v.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 16.12.2009, X B 182\/08 Darlegung der grunds&auml;tzlichen Bedeutung einer Rechtsfrage zu &sect; 7g EStG a.F. 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