{"id":12985,"date":"2012-12-19T15:32:34","date_gmt":"2012-12-19T13:32:34","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=12985"},"modified":"2012-12-19T15:32:34","modified_gmt":"2012-12-19T13:32:34","slug":"x-b-172-08-abgrenzung-von-rechtsfehlern-und-verfahrensfehlern-bei-unterlassener-empfaengerbenennung-gemaess-par-160-ao","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-172-08-abgrenzung-von-rechtsfehlern-und-verfahrensfehlern-bei-unterlassener-empfaengerbenennung-gemaess-par-160-ao\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;172\/08 &#8211; Abgrenzung von Rechtsfehlern und Verfahrensfehlern bei unterlassener Empf&auml;ngerbenennung gem&auml;&szlig; &sect; 160 AO"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 10.12.2009, X B 172\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Abgrenzung von Rechtsfehlern und Verfahrensfehlern bei unterlassener Empf&auml;ngerbenennung gem&auml;&szlig; &sect; 160 AO<\/p>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerdebegr&uuml;ndung gen&uuml;gt nicht den Anforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach den Feststellungen des Finanzgerichts (FG) ist Gegenstand des Verfahrens ein &Auml;nderungsbescheid zur Einkommensteuer des Streitjahres 2000. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) hat einem Einspruch des Kl&auml;gers und Beschwerdef&uuml;hrers (Kl&auml;ger) gegen den Umsatzsteuerbescheid 2000 abgeholfen und anschlie&szlig;end gem&auml;&szlig; &sect; 174 Abs. 4 der Abgabenordnung (AO) im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung des Streitjahres eine Umsatzsteuerverbindlichkeit in H&ouml;he von 10.357 DM gewinnerh&ouml;hend aufgel&ouml;st (Steuerauswirkung 1.177,51 EUR). Der Kl&auml;ger h&auml;lt dieser Gewinnerh&ouml;hung gem&auml;&szlig; &sect; 177 Abs. 1 AO verschiedene Feststellungen einer Au&szlig;enpr&uuml;fung entgegen, der das FA zu seinen Lasten gefolgt war und die er mangels Beschwer (der vorherige Einkommensteuerbescheid f&uuml;hrte trotz der &Auml;nderungen zu einer Nullfestsetzung) zuvor nicht angreifen konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Soweit der Kl&auml;ger vorbringt, das FG habe zu Unrecht die Anschaffungskosten des zu seinem Umlaufverm&ouml;gen geh&ouml;renden Fahrzeugs Fiat &#8230; in H&ouml;he von 16.000 DM nicht als Betriebsausgabe anerkannt, legt er weder einen Verfahrensfehler gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO noch das Vorliegen einer Divergenzentscheidung gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO hinreichend dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Es ist aus den Ausf&uuml;hrungen in der Beschwerdebegr&uuml;ndung unter dem 25. August 2008 nicht erkennbar, welches prozessuale Verhalten des FG verfahrensfehlerhaft gewesen sein soll. Sollte der Kl&auml;ger den Umstand als Verfahrensfehler ansehen, dass das FG die Anschaffungskosten des sp&auml;ter vom Kl&auml;ger ver&auml;u&szlig;erten Fahrzeugs gem&auml;&szlig; &sect; 96 Abs. 1 Satz 1&nbsp;&nbsp;1. und 2. Halbsatz FGO nicht selbst gesch&auml;tzt hat (vgl. zur Sch&auml;tzungsbefugnis des FG im Rahmen des &sect; 160 AO bei unterlassener Empf&auml;ngerbenennung z.B. Klein\/R&uuml;sken, AO, 10. Aufl., &sect; 160 Rz 23), l&auml;ge hierin die R&uuml;ge eines materiell-rechtlichen Fehlers des FG. Die R&uuml;ge eines solchen Fehlers rechtfertigt eine Zulassung der Revision nicht (vgl. z.B. Gr&auml;ber\/Ruban, Finanzgerichtsordnung, 6. Aufl., &sect; 116 Rz 27 und 45). Zwar ist nach &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO die Revision gegen ein finanzgerichtliches Urteil u.a. auch dann zuzulassen, wenn das erstinstanzliche Urteil unter einem so schweren Rechtsfehler leidet, dass sein Fortbestehen das Vertrauen in die Rechtsprechung besch&auml;digen w&uuml;rde (vgl. z.B. Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 115 Rz 68). Dass dem FG ein derart schwerwiegender Rechtsfehler unterlaufen sein soll, l&auml;sst sich der Beschwerdebegr&uuml;ndung aber nicht entnehmen, die lediglich auf die Sch&auml;tzungsbefugnis des FG hinweist und r&uuml;gt, dass das FG diese nicht ausge&uuml;bt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen ist die Aufforderung, den Zahlungsempf&auml;nger zu benennen und bei unterlassener Empf&auml;ngerbenennung den Betriebsausgabenabzug zu versagen, auch dann rechtm&auml;&szlig;ig, wenn die geltend gemachten Betriebsausgaben dem Steuerpflichtigen mit Sicherheit entstanden sind (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 9. August 1989 I R 66\/86, BFHE 158, 7, BStBl II 1989, 995; vom 24. Juni 1997 VIII R 9\/96, BFHE 183, 358, BStBl II 1998, 51).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch das Vorliegen des Zulassungsgrunds der Divergenz gem&auml;&szlig; &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO wird vom Kl&auml;ger nicht ordnungsgem&auml;&szlig; i.S. des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Voraussetzungen dieses Zulassungsgrunds sind insbesondere erf&uuml;llt, wenn das FG mit einem das angegriffene Urteil tragenden und entscheidungserheblichen abstrakten Rechtssatz von einem eben solchen Rechtssatz einer anderen Gerichtsentscheidung abgewichen ist (vgl. z.B. Senatsbeschluss vom 19. Oktober 2009 X B 110\/09, nicht ver&ouml;ffentlicht; Gr&auml;ber\/ Ruban, a.a.O., &sect; 115 Rz 48 und 53, m.w.N. aus der Rechtsprechung des BFH).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Diesen Anforderungen gen&uuml;gt der Vortrag des Kl&auml;gers nicht. Er macht geltend, im BFH-Urteil vom 4. April 1996 IV R 55\/94 (BFH\/NV 1996, 801) habe der BFH den tragenden Rechtssatz formuliert, die Anwendung des &sect; 160 AO k&ouml;nne in Ausnahmef&auml;llen ermessensfehlerhaft sein, wenn es dem Steuerpflichtigen nicht gelinge, den wahren Namen des Empf&auml;ngers anzugeben, weil er selbst Opfer einer f&uuml;r ihn nicht durchschaubaren T&auml;uschung sei und sich ihm keine Zweifel hinsichtlich seines Gesch&auml;ftspartners h&auml;tten aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen. Es fehlen jedoch Ausf&uuml;hrungen, warum das FG bei der Entscheidungsfindung im angefochtenen Urteil von diesem Rechtssatz abgewichen sein soll. Der Kl&auml;ger arbeitet in seiner Beschwerdebegr&uuml;ndung &#8211;wie das FA zutreffend in der Beschwerdeerwiderung entgegnet&#8211; keinen Rechtssatz heraus, den das FG im Streitfall aufgestellt haben und mit dem es von einem Rechtssatz der BFH-Entscheidung in BFH\/NV 1996, 801 abgewichen sein soll. Sein Vorbringen enth&auml;lt im Stile einer Revisionsbegr&uuml;ndung den Vorwurf, dass dem FG bei der Pr&uuml;fung der Voraussetzungen des &sect; 160 AO ein Rechtsfehler unterlaufen sei, weil es die Grunds&auml;tze des BFH-Urteils in BFH\/NV 1996, 801 nicht auf den Streitfall angewendet habe. Unbestritten liegt jedoch keine Abweichung i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 FGO vor, wenn das FG erkennbar von den in der Rechtsprechung des BFH entwickelten und auch den (mutma&szlig;lichen) Divergenzentscheidungen zugrunde liegenden Rechtsgrunds&auml;tzen ausgeht, diese aber (m&ouml;glicherweise) fehlerhaft auf die Besonderheiten des Streitfalls angewendet hat (vgl. die Nachweise aus der Rechtsprechung des BFH bei Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 115 Rz 55).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der Kl&auml;ger hat sich zudem darauf berufen, das FG sei von dem Rechtssatz abgewichen, &quot;vors&auml;tzlich falsche Angaben eines Dritten k&ouml;nnten nicht zu Lasten des Steuerpflichtigen herangezogen werden&quot;. Diesen Rechtssatz leitet der Kl&auml;ger aus den Entscheidungen des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Gemeinschaften vom 27. September 2007 (Rs. C-146\/05, BFH\/NV 2008, Beilage 1, 34) und vom 21. Februar 2008 (Rs. C-271\/06, Deutsches Steuerrecht 2008, 450) ab. Das Vorbringen ist ebenfalls nicht geeignet, das Vorliegen einer Divergenzentscheidung darzulegen. Wie der Kl&auml;ger selbst erl&auml;utert, sind die vorgenannten Entscheidungen im Rahmen des Umsatzsteuerrechts zur Auslegung der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG vom 17. Mai 1977 (in der f&uuml;r die dortigen Streitjahre anzuwendenden Fassung) und nicht zur Anwendung des &sect; 160 AO ergangen. Die Rechtsmeinung des Kl&auml;gers, der vorzitierte Rechtssatz sei auf den Streitfall &uuml;bertragbar und vom FG zu beachten gewesen, beinhaltet schon dem Grunde nach keine Divergenzr&uuml;ge, weil hierf&uuml;r divergierende Entscheidungen zu derselben Rechtsfrage erforderlich sind (vgl. z.B. Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect; 115 FGO Rz 69, 72).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=top>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die weitere R&uuml;ge, dem FG sei bei der Frage, ob das FA ungekl&auml;rte Einlagen zu Recht als nicht erkl&auml;rte Betriebseinnahmen behandelt habe, ein Verfahrensfehler unterlaufen, gen&uuml;gt den Anforderungen an die Begr&uuml;ndungspflicht nicht. Der Kl&auml;ger ist der Auffassung, die W&uuml;rdigung der Zeugenaussage seiner Mutter &quot;entspreche nicht den Gesetzen der Logik&quot;. Hierin liegt die Behauptung, die Beweisw&uuml;rdigung des FG versto&szlig;e gegen Denkgesetze oder Erfahrungss&auml;tze. Der Kl&auml;ger behauptet damit wiederum nur einen Rechtsfehler des FG (vgl. Gr&auml;ber\/Ruban, a.a.O., &sect; 115 Rz 82 f. und &sect; 116 Rz 45). Die R&uuml;ge eines qualifizierten Rechtsfehlers i.S. des &sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO ist in seinem Vortrag nicht zu sehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 10.12.2009, X B 172\/08 Abgrenzung von Rechtsfehlern und Verfahrensfehlern bei unterlassener Empf&auml;ngerbenennung gem&auml;&szlig; &sect; 160 AO Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde ist unzul&auml;ssig. 2&nbsp; Die Beschwerdebegr&uuml;ndung gen&uuml;gt nicht den Anforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 der Finanzgerichtsordnung (FGO). 3&nbsp; 1. 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