{"id":13016,"date":"2012-12-08T08:58:28","date_gmt":"2012-12-08T06:58:28","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=13016"},"modified":"2012-12-08T08:58:28","modified_gmt":"2012-12-08T06:58:28","slug":"vi-r-63-08-studiengebuehren-sind-keine-aussergewoehnlichen-belastungen-abzugsverbot-begegnet-keinen-verfassungsrechtlichen-bedenken-studiengebuehren-kein-atypischer-unterhaltsaufwand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-63-08-studiengebuehren-sind-keine-aussergewoehnlichen-belastungen-abzugsverbot-begegnet-keinen-verfassungsrechtlichen-bedenken-studiengebuehren-kein-atypischer-unterhaltsaufwand\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;63\/08 &#8211; Studiengeb&uuml;hren sind keine au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen &#8211; Abzugsverbot begegnet keinen verfassungsrechtlichen Bedenken &#8211; Studiengeb&uuml;hren kein atypischer Unterhaltsaufwand"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.12.2009, VI R 63\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Studiengeb&uuml;hren sind keine au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen &#8211; Abzugsverbot begegnet keinen verfassungsrechtlichen Bedenken &#8211; Studiengeb&uuml;hren kein atypischer Unterhaltsaufwand<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Studiengeb&uuml;hren f&uuml;r den Besuch einer (privaten) Hochschule sind weder nach &sect; 33a Abs. 2 EStG noch nach &sect; 33 EStG als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung abziehbar&nbsp;&nbsp;.<\/p>\n<p>2. Das Abzugsverbot begegnet keinen verfassungsrechtlichen Bedenken. Vielmehr hat der Gesetzgeber dem Ausbildungsbedarf von Kindern in &sect; 32 Abs. 6 Satz 1&nbsp;&nbsp;2. Halbsatz EStG und &sect; 33a Abs. 2 EStG &#8211;jedenfalls im Streitjahr&#8211; ausreichend Rechnung getragen&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;. <\/p>\n<p>3. &sect; 33a Abs. 2 EStG ist eine zus&auml;tzliche Ausbildungskomponente im Familienleistungsausgleich. Eine isolierte Betrachtung der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit dieser Vorschrift scheidet damit aus .<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob Eltern Studiengeb&uuml;hren f&uuml;r die Hochschulausbildung ihres Kindes als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung abziehen k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) werden als Eheleute zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. In ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Jahr 2004 machten sie die f&uuml;r das Studium des am 11. Juni 1982 geborenen Sohnes an die Akademie &#8230;, einer privaten Hochschule, entrichteten Studiengeb&uuml;hren in H&ouml;he von 7.080 EUR steuermindernd als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen geltend. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) anerkannte die Aufwendungen nicht, gew&auml;hrte jedoch den Sonderbedarfsfreibetrag nach &sect; 33a Abs. 2 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) in H&ouml;he von 924 EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage nach erfolglosem Vorverfahren mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2009, 128 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>das Urteil des FG Bremen vom 16. Juli 2008&nbsp;&nbsp;4 K 205\/06 (4) und die Einspruchsentscheidung vom 26. April 2006 aufzuheben und unter Ab&auml;nderung des Einkommensteuerbescheids 2004 vom 22. November 2005 weitere au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen in H&ouml;he von 7.080 EUR f&uuml;r das Jahr 2004 zu ber&uuml;cksichtigen, hilfsweise das Urteil des FG Bremen vom 16. Juli 2008&nbsp;&nbsp;4 K 205\/06 (4) aufzuheben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht entschieden, dass die von den Kl&auml;gern aufgewendeten Geb&uuml;hren f&uuml;r das Studium ihres Sohnes nicht als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung nach &sect; 33 EStG zu ber&uuml;cksichtigen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Zu Recht ist zwischen den Beteiligten nicht im Streit, dass den Kl&auml;gern der Sonderbedarfsfreibetrag nach &sect; 33a Abs. 2 Satz 1 EStG zusteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Danach kann ein Steuerpflichtiger zur Abgeltung des Sonderbedarfs eines sich in Berufsausbildung befindenden, ausw&auml;rtig untergebrachten, vollj&auml;hrigen Kindes einen Freibetrag in H&ouml;he von 924 EUR je Kalenderjahr vom Gesamtbetrag der Eink&uuml;nfte abziehen. Zus&auml;tzliche Voraussetzung ist, dass f&uuml;r dieses Kind ein Anspruch auf einen Freibetrag nach &sect; 32 Abs. 6 EStG oder auf Kindergeld besteht. Die gesetzlichen Voraussetzungen f&uuml;r die Gew&auml;hrung des Sonderbedarfsfreibetrags liegen im Streitfall unstreitig vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Mit &sect; 33a Abs. 2 Satz 1 EStG ist der durch die ausw&auml;rtige Unterbringung des Kindes entstandene Sonderbedarf abgegolten (G&ouml;rke in Frotscher, EStG, 6. Aufl., Freiburg 1998 ff., &sect; 33a Rz 87; Pust in Littmann\/Bitz\/Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, &sect; 33a Rz 282). Wegen der in &sect; 33a Abs. 2 Satz 1 EStG ausdr&uuml;cklich angeordneten Abgeltungswirkung und der in &sect; 33a Abs. 5 EStG geregelten Sperrwirkung k&ouml;nnen jedenfalls &uuml;ber den Freibetrag hinausgehende Mehraufwendungen f&uuml;r eine ausw&auml;rtige Unterbringung des Kindes von den Eltern weder nach &sect; 33a Abs. 2 EStG noch als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen nach &sect; 33 EStG abgezogen werden (Bl&uuml;mich\/Heger, &sect; 33a EStG Rz 296; Pust in Littmann\/Bitz\/Pust, a.a.O., &sect; 33a Rz 282).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Eine weitergehende Abgeltungswirkung vermag &sect; 33a Abs. 2 EStG i.V.m. &sect; 33a Abs. 5 EStG jedoch nicht zu entfalten. Durch das Zweite Gesetz zur Familienf&ouml;rderung (BGBl I 2001, 2074, BStBl I 2001, 533) ist &sect; 33a Abs. 2 EStG neu gefasst worden. Seither dient die Vorschrift, in der bis einschlie&szlig;lich Veranlagungszeitraum 2001 ein Ausbildungsfreibetrag f&uuml;r den Ausbildungsbedarf von Kindern geregelt war, nur noch dem Sonderbedarf des ausw&auml;rtig untergebrachten Kindes in Berufsausbildung (Pust in Littmann\/Bitz\/Pust, a.a.O., &sect; 33a Rz 281). Den allgemeinen Ausbildungsbedarf des vollj&auml;hrigen Kindes gilt die Vorschrift beginnend mit dem Veranlagungszeitraum 2002 nicht l&auml;nger ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Gleichwohl k&ouml;nnen Eltern Aufwendungen f&uuml;r die Berufsausbildung ihrer Kinder nicht nach &sect; 33 EStG in Abzug bringen. Ausbildungsunterhalt i.S. von &sect; 1610 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB) &#8211;zu dem wie im Streitfall auch Studiengeb&uuml;hren geh&ouml;ren k&ouml;nnen (vgl. Oberlandesgericht Koblenz, Urteil vom 23. Dezember 2008&nbsp;&nbsp;11 UF 519\/08, Neue Juristische Wochenschrift &#8211; Rechtsprechungs-Report Zivilrecht 2009, 1153)&#8211; ist kein atypischer Unterhaltsaufwand. Von &sect; 33 EStG werden jedoch nur solche Unterhaltskosten erfasst, die einem &uuml;ber den &uuml;blichen Lebensunterhalt hinausgehenden besonderen und damit au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Bedarf, beispielsweise einem krankheitsbedingten Ausbildungsmehrbedarf (Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 22. Dezember 2004 III B 169\/03, BFH\/NV 2005, 699), dienen (Hufeld, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect; 33a Rz B 1; Kanzler in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect; 33a EStG Rz 189). Typische (&uuml;bliche) Unterhaltsaufwendungen sind lediglich nach &sect; 33a Abs. 1 EStG &#8211;dessen Voraussetzungen hier unstreitig nicht vorliegen&#8211; abziehbar (vgl. BFH-Urteil vom 19. Juni 2008 III R 57\/05, BFHE 222, 338, BStBl II 2009, 365).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Hat der Steuerpflichtige ausbildungsbedingte Mehraufwendungen, die keine Krankheitskosten sind, wird er in erster Linie durch den Kinderfreibetrag bzw. das Kindergeld sowie seit dem Veranlagungszeitraum 2002 den Sonderbedarfsfreibetrag (bis Veranlagungszeitraum 2001 durch den Ausbildungsfreibetrag) steuerlich entlastet. Die typisierenden und pauschalierenden besonderen Regelungen im Rahmen des Familienleistungsausgleichs und des &sect; 33a Abs. 2 EStG gelten alle durch den Unterhalt und die Ausbildung verursachten Belastungen ab und schlie&szlig;en damit eine Ber&uuml;cksichtigung von zus&auml;tzlichen Kosten f&uuml;r den Unterhalt und die Ausbildung eines Kindes gem&auml;&szlig; &sect; 33 EStG grunds&auml;tzlich aus (vgl. Hufeld, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/ Mellinghoff, EStG, &sect; 33a Rz C 1; Bl&uuml;mich\/Heger, &sect; 33 EStG Rz 142; G&ouml;rke in Frotscher, a.a.O., &sect; 33 Rz 48; Schmidt\/ Loschelder, EStG, 28. Aufl., &sect; 33 Rz 3). Dies gilt selbst dann, wenn die Aufwendungen im Einzelfall au&szlig;ergew&ouml;hnlich hoch sind und zwangsl&auml;ufig entstehen (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2005, 699).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Entgegen der Auffassung der Kl&auml;ger begegnet dieser Umstand keinen verfassungsrechtlichen Bedenken. Insbesondere liegt kein Versto&szlig; gegen Art. 6 Abs. 1 i.V.m. Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes (GG) und das daraus folgende Gebot horizontaler Steuergerechtigkeit vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Mit dem Zweiten Gesetz zur Familienf&ouml;rderung hat der Gesetzgeber den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) vom 10. November 1998&nbsp;&nbsp;2 BvR 1057\/91, 2 BvR 1226\/91, 2 BvR 980\/91 (BVerfGE 99, 216) umgesetzt und den Familienleistungsausgleich zum 1. Januar 2002 neu gestaltet. Seither wird der Erziehungsbedarf des Kindes unabh&auml;ngig vom Familienstand bei allen Eltern, die einen Kinderfreibetrag oder ein Kindergeld erhalten, ber&uuml;cksichtigt. Hierzu hat der Gesetzgeber in &sect; 32 Abs. 6 EStG neben dem Kinderfreibetrag in H&ouml;he von 3.648 EUR einen zus&auml;tzlichen (einheitlichen) Freibetrag f&uuml;r Betreuung und Erziehung oder Ausbildung in H&ouml;he von 2.160 EUR geschaffen (&sect; 32 Abs. 6 Satz 1&nbsp;&nbsp;2. Halbsatz EStG). Damit hat er dem Umstand Rechnung getragen, dass sich die Bedarfsanspr&uuml;che eines Kindes im Laufe dessen Ber&uuml;cksichtigungszeitraums ver&auml;ndern und der zun&auml;chst &uuml;berwiegende Betreuungsbedarf im Laufe der Zeit durch den Erziehungsbedarf und f&uuml;r &auml;ltere Kinder durch den Ausbildungsbedarf &uuml;berlagert bzw. abgel&ouml;st wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Bei Kindern in Ausbildung dient der Freibetrag f&uuml;r Betreuung und Erziehung oder Ausbildung der Abdeckung des allgemeinen Ausbildungsbedarfs (Jachmann, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/ Mellinghoff, EStG, &sect; 32 Rz A 91), zu dem der erkennende Senat auch den Ausbildungsunterhalt i.S. von &sect; 1610 BGB und damit gegebenenfalls auch Studiengeb&uuml;hren z&auml;hlt. Da sich der Gesetzgeber bei der Quantifizierung dieses einheitlichen Freibetrags an der H&ouml;he des bisherigen h&ouml;chstm&ouml;glichen Ausbildungsfreibetrags (&sect; 33a Abs. 2 EStG a.F.) orientiert hat (BTDrucks 14\/6160, 13), ist dadurch die bei den Eltern entstehende Minderung der finanziellen Leistungsf&auml;higkeit durch ein Kind in Ausbildung in gen&uuml;gender H&ouml;he ber&uuml;cksichtigt (Jachmann, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect; 32 Rz A 91). Eine weitergehende steuerliche Ber&uuml;cksichtigung des allgemeinen Ausbildungsbedarfs au&szlig;erhalb des Familienleistungsausgleichs ist damit &#8211;jedenfalls im Streitjahr&#8211; nicht erforderlich (vgl. Jachmann, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect; 32 Rz A 91; Kanzler, Finanz-Rundschau 2001, 921 &lt;938&gt;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Schlie&szlig;lich entscheidet der Gesetzgeber &uuml;ber die Verschonung der privaten Einkommensverwendung f&uuml;r Ausbildungskosten in erweiterter Gestaltungsfreiheit (Hufeld, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/ Mellinghoff, EStG, &sect; 33a Rz A 102, m.w.N). Hierbei ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass Unterhaltsleistungen, die einem Kind eine berufliche Ausbildung mit einer ausw&auml;rtigen Unterbringung erm&ouml;glichen sollen, nicht zum (Familien-)Existenzminimum geh&ouml;ren, weil sie nicht der Existenzsicherung im engeren Sinn, d.h. der Gew&auml;hrleistung eines menschenw&uuml;rdigen Daseins, dienen (vgl. BVerfG-Beschluss vom 12. Januar 2006 2 BvR 660\/05, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2006, 506, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das bedeutet allerdings nicht, dass die steuerliche Ber&uuml;cksichtigung solcher Belastungen vollst&auml;ndig in das Ermessen des Gesetzgebers gestellt w&auml;re. Die Eltern k&ouml;nnen sich ihnen nicht beliebig entziehen, wie das bei anderen privaten Aufwendungen in der Regel der Fall ist. Im Gegenteil sind Eltern schon nach dem Unterhaltsrecht des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs weitgehend dazu verpflichtet, ihren Kindern zumindest eine Berufsausbildung zu finanzieren, und au&szlig;erdem bestehen insoweit sittliche Verpflichtungen, wie sie gerade auch im Einkommensteuerrecht als Steuerminderungsgrund anerkannt werden (vgl. etwa &sect; 33 EStG). Hinzu kommt, dass der Wert der Investition mindestens ebenso der Allgemeinheit zugute kommt, in deren Interesse es liegt, dass m&ouml;glichst viele ihrer Mitglieder eine qualifizierte Ausbildung erhalten. Aus diesem Grunde ist der Staat von Verfassungs wegen verpflichtet, einen gewissen Anteil der Ausbildungskosten entweder unmittelbar zu &uuml;bernehmen oder ihn doch wenigstens bei der Besteuerung der Eltern als Minderung ihrer Leistungsf&auml;higkeit anzuerkennen. Die Entscheidung dar&uuml;ber, in welchem Umfang das zu geschehen hat, liegt jedoch grunds&auml;tzlich beim Gesetzgeber. Es kann offenbleiben, bis zu welcher Untergrenze er sich dabei bewegen kann, ohne Verfassungsrecht zu verletzen. W&auml;hlt er den Weg der einkommensteuerlichen Absetzbarkeit von Aufwendungen bei ausw&auml;rtiger Unterbringung, so unterschreitet er diese Grenze jedenfalls noch nicht, wenn er die Absetzbarkeit auf die H&auml;lfte der &uuml;blicherweise anfallenden Kosten begrenzt. Dabei ist auch zu ber&uuml;cksichtigen, dass der Staat die Ausbildung durch die Bereitstellung des &ouml;ffentlichen Bildungswesens bereits f&ouml;rdert (BVerfG-Beschluss vom 26. Januar 1994&nbsp;&nbsp;1 BvL 12\/86, BVerfGE 89, 346). Die Frage, ob &sect; 33a Abs. 2 EStG den Sonderbedarf &#8211;zu dem Studiengeb&uuml;hren ohnehin nicht zu z&auml;hlen sind&#8211;, der aus einer ausw&auml;rtigen Unterbringung erw&auml;chst, realit&auml;tsgerecht abbildet, stellt sich damit nicht. Eine isolierte Beurteilung der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des &sect; 33a Abs. 2 EStG scheidet deshalb aus (Hufeld, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect; 33a Rz C 2; Urteil des S&auml;chsischen FG vom 15. November 2007&nbsp;&nbsp;4 K 17\/05, EFG 2009, 836; Urteil des FG Rheinland-Pfalz vom 21. Juni 2007&nbsp;&nbsp;4 K 2094\/03, EFG 2008, 955; Schmidt\/Loschelder, a.a.O., &sect; 33a Rz 54; vgl. auch Bl&uuml;mich\/Heger, &sect; 33a EStG Rz 48). Denn &sect; 33a Abs. 2 EStG ist vielmehr als zus&auml;tzliche Ausbildungskomponente im Familienleistungsausgleich zu beurteilen, die jedenfalls im Streitjahr verfassungsrechtlichen Anforderungen gen&uuml;gt (vgl. II. 3. b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach alldem konnte die Revision weder erfolgreich sein noch das Verfahren nach Art. 100 Abs. 1 GG ausgesetzt und eine Entscheidung des BVerfG in dieser Sache eingeholt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.12.2009, VI R 63\/08 Studiengeb&uuml;hren sind keine au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen &#8211; Abzugsverbot begegnet keinen verfassungsrechtlichen Bedenken &#8211; Studiengeb&uuml;hren kein atypischer Unterhaltsaufwand Leits&auml;tze 1. Studiengeb&uuml;hren f&uuml;r den Besuch einer (privaten) Hochschule sind weder nach &sect; 33a Abs. 2 EStG noch nach &sect; 33 EStG als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung abziehbar&nbsp;&nbsp;. 2. Das Abzugsverbot begegnet keinen verfassungsrechtlichen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-63-08-studiengebuehren-sind-keine-aussergewoehnlichen-belastungen-abzugsverbot-begegnet-keinen-verfassungsrechtlichen-bedenken-studiengebuehren-kein-atypischer-unterhaltsaufwand\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;63\/08 &#8211; Studiengeb&uuml;hren sind keine au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen &#8211; Abzugsverbot begegnet keinen verfassungsrechtlichen Bedenken &#8211; Studiengeb&uuml;hren kein atypischer Unterhaltsaufwand<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-13016","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13016","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13016"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13016\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13016"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13016"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13016"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}